• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Nile – "Those Whom The Gods Detest"

3. November 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.169 mal gelesen

Tags: ,

Hektischer Orient

Nile - "Those Whom The Gods Detest"Die US-Amerikaner NILE mit ihrem Faible für Tutanchamun und Echnaton waren mir immer ein Rätsel. Denn ehrlich gesagt konnte diese sonderbare Ausrichtung, die Atmosphäre des alten Ägypten mit Old School-Death Metal und viel Gefrickel zu verbinden, selten als glücklich gelungen bezeichnet werden.

Das gilt auch für das neue Opus "Those Whom The Gods Detest". Von Anfang an zeichnen die hysterischen Leads nicht nachvollziehbare Schnörkel in den heißen Wüstensand, wird uns dieser böse phrasierende Gesang des verrückten Derwischs geboten und dazu wird geblastet, was die Turbane hergeben.

Kein Song bleibt hängen, die Licks versanden, der Kamsin vertreibt den derben Gesang und macht das Spiel mit Instrumenten für lange Zeit unmöglich: Wo eben eine Oase war, ist nun Sand. Mir fehlen die Melodien, eine innere Struktur, ein nachvollziehbarer Songaufbau.

Alles tönt gurgelnd, blubbernd, schräg wie herübergewehte Laute von eingekerkerten Sklaven aus einem unentdeckten Grab der Cheops-Pyramide. Die gelegentlichen folkloristisch-orientalischen Einsprengsel passen nicht unbedingt zum Rest, stehen für sich, isoliert. Das werden viele anders sehen, klar. Eric Rutan hat die Produktion dieser düsteren CD übernommen, das allein führt jedoch allenfalls zu vereinzelt auftretenden Fata Morganas. Im Titelsong gibt es endlich wieder erkennbare Akkorde. Sehr gemein tönt hier der Gesang, beschwörend, hohepriesterlich, zeitweise wie aus der Gruft.

Die Drums sind, und das ist ja modern zur Zeit, sehr klackernd abgemischt; es muss ein Skelett sein, dass das Schlagwerk übernommen hat, vielleicht klopfen ja die Gebeine aneinander? Es ist schwer zu hören, dieses Album. "4th Era Of Dagon" bietet uns endlich mal eine Abwechslung in Punkto Geschwindigkeit; man könnte es als zähes Geschiebe von Steinquadern bezeichnen, allerdings ist auch hier kein übergeordneter Plan erkennbar.

Meiner Meinung nach können NILE ruhigen Gewissens in der Kammer des Horus verbleiben. Von dort drinnen aus können sie bei Bedarf für immer glucksend ihre Botschaften versenden. Das freut die Herren der Karawane, wenn abends zu spannenden Geschichten über Orbasan, den edlen Räuber, als quasi akustische Begleitung solch eigenwillige Grabesgesänge herüberwehen. Das Grausen der Kaufleute wird spürbar ansteigen. Und es erhöht die Chance, von den Begleitern mehr Schutzgeld zu bekommen.

Wir im Abendlande dagegen, brauchen wir das wirklich? Eher nicht, hier sind Pyramiden weitgehend fehl am Platze und wenn, handelt es sich um verglaste Einkaufszentren. Und Karawanen gibt es auch nur selten, es sei denn in Bochum auf der A40 werktags um halb fünf.

5/10

» Nile

INFO-BOX
Künstler Nile
Titel Those Whom The Gods Detest
Format Album
Länge 10 Tracks | 56:17
Label Nuclear Blast Records
03.11.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (5 Wertungen, Ø 7,80 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Bolt Thrower – "Those Once Loyal"
» Amon Amarth – "Twilight Of The Thunder God"
» Panzerchrist – "Battalion Beast"
» Unleashed – "Hammer Battalion"
» Vomitory – "Carnage Euphoria"
» Path Of Golconda – "The Threshold Diaries"
» Funebrarum – "The Sleep Of Morbid Dreams"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *