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Nazxul – "Iconoclast"

29. Juli 2009 | Bastian | Musikrezensionen | 1.928 mal gelesen

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Australischer Black-Metal-Hammer!

Nazxul - "Iconoclast"Die Eisenwald Tonschmiede hat ihre Australien-Expedition fortgesetzt – neuester Fund: NAZXUL aus Sydney. Es ist wirklich erfreulich zu sehen, dass langsam immer mehr Bands aus down under hierzulande bekannt werden. Gerade in Zeiten von Web 2.0, Myspace und Twitter dürfte es auch auf der musikalischen Landkarte keine weißen Flecken mehr geben, möchte man meinen. Doch Australien haftet immer noch das Stigma an, irgendwo auf der anderen Seite der Welt zu sein, und Bands die von dort kommen, haben es unverhältnismäßig schwer, in Europa und Nordamerika Fuß zu fassen. Was sich sonst nur über Mundpropaganda als extremer Geheimtip verbreitet hat, wird nun zunehmend auch von hiesigen Labels übernommen, denn im australischen Metal-Underground wimmelt es nur von Edelsteinen, die entdeckt werden wollen – so wie diesem hier.

NAZXUL sind bereits alte Hasen, ihr Debütalbum liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück, und seitdem hat man auch nicht viel mehr von ihnen gehört. Sie waren zwar in Australien unterwegs, haben einige Bühnen beackert, aber in Sachen Tonträger sah es relativ mau aus. Mit vorliegendem "Iconoclast" melden sie sich bombastisch und furios zurück! Das sechsköpfige Ensemble spielt melodischen, symphonischen Black Metal ohne Kitsch, modern ohne gekünstelt oder futuristisch zu wirken, progressiv ohne technisch vertrackt zu sein, und vor allem eins: mit fesselnder Atmosphäre.

Das Album beginnt mit flirrenden Streichern, unheilvoll kündigt sich der Sturm an, der mit "Dragon Dispituous" über den Hörer hereinbricht. Rasend, wütend, majestätisch ohne überbordenden Bombastsound feuern NAZXUL auf "Iconoclast" aus allen Rohren, ziehen den Hörer sofort mit packenden melodischen Arrangements in ihren Bann. Die erste Hälfte des Albums wird noch ziemlich klar unterteilt in die Hauptstücke und der experimentell angehauchten Zwischenspiele – Dark Ambient, Noise, Dissonanzen aus einer anderen Welt. Und immer wieder dieses infernalische Getrümmer, welches jedoch auch für etwas gemäßigtere Passagen im mittleren Tempobereich Platz einräumt. Harmloser geht es währenddessen aber mitnichten zu! Der große erste Teil des Albums wird von ungezügelter Aggression regiert – das Blatt wendet sich dann mit "Symbol of Night & Winter" sowie dem absolut großartigen "Oath (Fides Ressurectio)", ohne Übertreibung DAS Glanzstück des Albums. Gedrosseltes Tempo, getragene Passagen, ein wesentlich dominanterer orchestraler Teil und intensive Melodiebögen beherrschen nun das Bild. Wurde man schon im ersten Teil durch die schiere Gewalt umgebügelt, drehen NAZXUL in der zweiten Hälfte nochmal richtig auf. Kein Album mit abfallender Qualitätskurve – bei "Iconoclast" geht es bis zum Ende aufwärts. "Stain of Harrow", "World Oblivion" – take your pick. Anspieltipps braucht man keine geben, hört dieses Album!

NAZXUL haben in der ersten Welle des Black Metal angefangen, sind nun auf dem Höhepunkt der zweiten Welle zurückgekehrt und können die Konkurrenz locker in den Sack stecken. Es wäre eine regelrechte Schande, dieses fantastische Album links liegen zu lassen. Dort unten mag es vielleicht nicht so viele Bands geben, wie in Mitteleuropa, dafür scheint es dort aber auch bei weitem nicht soviel Schrott zu geben.
"Iconoclast" ist neben der wiederveröffentlichten "Cauldron" von RUINS mein Australien-Highlight dieses Jahres. Das Album erscheint neben der regulären Version auch im Metalcase mit aufwändig gestaltetem Booklet, schnelles Zugreifen wird empfohlen.

9/10

» Nazxul

INFO-BOX
Künstler Nazxul
Titel Iconoclast
Format Album
Länge 14 Tracks | 56:02
Label Eisenwald Tonschmiede
27.07.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 8,25 von 10)
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