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Nachtmystium – "The World We Left Behind"

31. August 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.273 mal gelesen

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When Dead Angels Return

Nachtmystium - "The World We Left Behind"Etwas DISSECTION, hymnischer Metal der Hochzeit langhaariger Gitarrenhelden in Spandex und dazu eine Portion Experimentierfreudigkeit, das alles augenzwinkernded vorgetragen, schon haben wir die Düsterheimer von NACHTMYSTIUM. Deren wahrscheinlich letztes Album (mal abwarten…) führt das Konzept der Vorgänger lückenlos fort.

"The World We Left Behind" eröffent nach einem Atmosphärenintro und reichlich Achtzigeranleihen mit "Fireheart" einerseits episch, anderseits mit Groove, im Chorus beinahe mitsingkompatibel und tönt zwar gemein, jedoch immer hörbach, da auch der Gesang zwar kehlig, jedoch nie kreischend intoniert wird. NACHTMYSTIUM sind melodisch, atruistisch und dennoch immer bereit, der Moderne zwar mit Pommesgabel zu begegnen, jedoch klammheimlich ein beinahe swingendes postrockiges Riffing gleichsam heimlich einzustreuen. Bevor man das bemerkt, sind sie schon weiter, und man kann sich entspannt zurücklehnen. Also doch Wald.

Und doch… irgendwie gefällt es uns ja auch, wenn eine Band Hall, Bombast und schwedischen Black Metal der Neunziger mit dem Stahl der Moderne mischt. Denn diese Melange ist absolut gelungen. Und zu weit lehnen sich die Buben aus den USA nie aus dem Baumhaus. Die überlangen Tracks lassen stets wehmütige Erinnerungen an die Zeiten aufkommen, als NAGLFAR, DISSECTION und UNANIMATED das Maß aller Dinge waren. Und NACHTMYSTIUM sind richtig gut, was diese Atmosphäre angeht. "Voyager" erinnert tatsächlich an "Where Dead Angels Lie" und das in feiner Weise.

Sie marschieren, nicht steril und absehbar wie SATYRICON, eher über Stock und Stein, den Sonnenuntergang im Rücken, den Schatten entgegen. Die verführerisch eingestreuten schrägen Parts, welche auch von Postrockern gern zur Erzeugung von Stahl schwarzer Natur herangezogen werden, zeigen auch, dass solche Art Musik nicht nur archaisch daherkommen muss. Sie kann durchaus Berührungspunkte urbanner Natur aufweisen und dennoch so trve sein wie eine Pommesgabel von DIO.

Sie preschen vor, begeben sich inmitten dornigen Geästs, um sodann dem unvorsichtigen Konvoi argloser Reisender sämtliche Weinvorräte abzuluchsen, werden im Dorfe euphorisch begrüßt, haben aber auch, um die Reisenden nicht zu sehr zu verschrecken, darauf verzichtet, sie durch umgedrehte Kreuze oder Steinhäuflein am Wegesrand zu sehr zu beunruhigen.

Denn sie sind zwar gern gemein, aber eigentlich auch mitten im Leben stehend, Eskapisten der vornehmen Sorte, regressiv, aber immer auch wach, munter und keineswegs Waldschrate aus Überzeugung. Mehrere Herzen schlagen gemeinsam. Und der Takt stimmt. Es ist ihnen wieder einmal ein unterhaltsames Album gelungen. DISSECTION-Freaks und Post Rock-Blackies müssen einfach mehrere Ohren riskieren.

Und der Ausklang "Epitaph For A Dying Star" ist wirklich noch einmal ein mutiger Track, der wirklich überrascht. Geil! Anhören!

8/10

» Nachtmystium

INFO-BOX
Künstler Nachtmystium
Titel The World We Left Behind
Format Album
Länge 9 Tracks | 54:44
Label Century Media
05.08.2014

Leserwertung:

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