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My Dying Bride – "For Lies I Sire"

12. März 2009 | ME | Musikrezensionen | 2.696 mal gelesen

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Das kriechende Unbehagen oder die Lust an der Klage

My Dying Bride - "For Lies I Sire"MY DYING BRIDE bleiben sich immer treu. Sie sind sozusagen ein Garant für Beständigkeit. Innerhalb der engen Grenzen des Doom(-Rocks?) variieren sie geschickt; weniger bezüglich Tempo oder Stil, sondern vielmehr Komposition und Ausdruck. Die letzten CDs zeigten die Engländer in guter Form. Gothic-, Dark- und ganz selten durch Growls eine Spur Death Metal wird diesem Düstergebräu gern beigemischt. Das neue Werk "For Lies I Sire" sollte da keine Ausnahme machen, oder?

Der Opener "My Body A Funeral" bietet dem Hörer Heavy Doom mit Aarons klarem, leidendem, ausdrucksstarkem Gesang. Die Gitarren sägen, sie schaffen diese todtraurige Atmosphäre des vereinzelten, isolierten, gebrochenen Individuums. Eine klagende Violine untermalt die Leere der kargen (Seelen-)Landschaft. "Fall With Me" eröffnet wie CANDLEMASS zu "Ancient Rites"-Zeiten. So ähnlich waren sich diese Bands noch nie. Manchmal wünschte ich mir schon den bissigen Growl-Gesang (zurück)…

"The Lies I Sire" tönt monolithisch; das Riff ist garstig. Die ruhige Basssequenz erzeugt Spannung; gut, wenn dieses Instrument führend eingesetzt wird. Musikalisch ist diese Band, ähnlich PARADISE LOST über jeden Zweifel erhaben, auch wenn sich beide gerne im Kreise drehen. Die zerbrechlich klingende, dennoch mit hartem Strich gespielte Violine setzt einen netten Kontrapunkt zum drückenden Riffgebirge. Der kürzeste Track "Bring Me Victory" ist ein Highlight der CD. Der kreiselnde Rhythmus, die monotone Dunkelheit und der eingesetzte gepresste Gesang formen DEN Hit der Scheibe. Kompliment!

Die anklagenden Vocals in "Echoes From A Hollow Soul" werden von einer weinenden Gitarre und einem entrückten Klavier begleitet. MY DYING BRIDE sind viel besser als CANDLEMASS, loten die Tiefen aus und verweilen länger am Abgrund. Die Hoffnung ist immer vorhanden. Traurigkeit als Selbstzweck? Hier nicht, wir sind nicht im Black Metal. "Echoes From A Hollow Soul" ist ein kleines musikalisches Meisterwerk, das Klavier am Ende brillant eingesetzt; Schubert und Schumann mögen sie. Das ist gut. "Shadowhaunt" gerät ruhig, wehmütig, der Bass perlt sphärisch, sanft-dominant gibt er die Richtung vor. Das schwere Riffing erinnert an alte Zeiten; und dann plötzlich heiserer Fauchgesang, dazu die einsame Violine in der Kulisse…

"Santuario Di Sangue" schiebt sich in quälender Langsamkeit über uns hinweg. Ein sehr klarer Chorus, das Hecheln von gehetzten Individuen, nervöses Pferdegewieher und Stöße aus dem Horn verkünden Unheilvolles, dunkle Wolken am Horizont. Weiter geht es im Rezitativ. Noch ein Klassesong, ganz klar. "A Chapter In Loathing" säbelt mit Speed, beinahe Black Metal-artiger Gesang zu Wespengitarren verändert das Bild; Gregorianische Gesänge und gemeine Einflüsterungen aus dem Off schaffen Unbehagen. Dann übernimmt Gevatter Death das Kommando. Vielseitig sind sie, man muss es sagen; in allen gebotenen Genres wären sie weit überdurchschnittlich gut.

Nach diesem Intermezzo in nachbarschaftliche musikalische Landschaften beschließt das überlange facettenreiche "Death Triumphant" das interessante Album. Gut, dass MY DYING BRIDE die Violine wieder stärker in ihren Sound integrieren; auch die Experimente mit beinahe postrockartigen Klängen und die Reisen nach Norwegen, Florida oder das verlorene Paradies gefallen mir gut. Ein hochwertiges Opus hat sie da eingespielt, diese Britenhorde. Hatte jemand was anderes erwartet?

8/10

» My Dying Bride

INFO-BOX
Künstler My Dying Bride
Titel For Lies I Sire
Format Album
Länge 9 Tracks | 60:16
Label Peaceville Records
23.03.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (9 Wertungen, Ø 7,00 von 10)
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1 Kommentar zu My Dying Bride – "For Lies I Sire"

ME
17. März 2011

Super-CD!!! Trauerweiden, Tränen, bloody skies… Und diese Violine… Hört mehr MY DYING BRIDE!!!
Nun 9/10

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