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Mistur – "Attende"

7. Oktober 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.470 mal gelesen

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Die Erben von WINDIR

Mistur - "Attende""Skoddefjellet", das verheißungsvolle Demo der Norweger, erschien vor nunmehr vier Jahren. Und wir erinnern uns: nach dem Tod von Valfar entstiegen der Asche von WINDIR diverse Nachfolgebands. Die bekannteste dürfte VREID sein. Auch COR SCORPII und SIGTYR kamen aus dem WINDIR-Umfeld und integrierten Einflüsse des Meisters. WINDIR inspirierten aber auch EMANCER und eben MISTUR.

Sie alle sind die so genannten Sognametal-Bands, da sie diesen so traurigen, wehmütigen, ganz unverwechselbaren mit einigem Lokalkolorit angereicherten Musik-Stil praktizieren, wie er nur in Sogndal, Valfars Heimat, gespielt wird. Während VREID sich jedoch eher auf Black'n'Roll spezialisierten, COR SCORPII eckiger und EMANCER experimenteller zur Sache gehen, sind MISTUR musikalisch mit ihrer Viking-Ausrichtung sicher die direktesten Nachfahren von WINDIR.

Der Opener "Slaget" führt uns dann auch forsch in diese typisch unheilvoll-melancholische Atmosphäre, in welcher auch euphorische Stimmungen immer mitschwingen. Das Riffing könnte ein schnell gespielter norwegischer Tanz sein; die Gitarren spielen quietschig-akkordeonähnlich wie seinerzeit WINDIR es in das Genre einführten. Hall durch flächige Keys und rasiermesserscharfe Speedattacken gehören zum Konzept, der Galopp ebenso.
"Svartsyn" führt mitten hinein in die schattigen Täler von Sogndal. Hin und wieder fällt ein Sonnenstrahl auf uns. Elbenstimmen ertönen, transparente, emotionale, eher am Heavy- als an Black Metal orientierte Soli wecken Erinnerungen an friedliche Zeiten. Alle Tracks der CD sind überlang, atmosphärisch, untermalt von synthetischen Farbtupfern.

Die Band orientiert sich sowohl an der harschen Frühphase als auch der etwas eingängigeren späteren Periode von WINDIR. Obwohl längst nicht so opulent in Szene gesetzt, erinnert das kurze Keyboard-Intermezzo in "Armod" stark an DIMMU BORGIR. Klargesänge, akustische Parts und einiges an Pathos werden in den harten Song integriert. Das an frühe FATES WARNING erinnernde Gitarren-Solo lockt die Sonne zwischen den Wolken hervor.
"Skuld" erinnert am Anfang so dermaßen an WINDIR, dass ich zunächst glaubte, MISTUR spielten eine Coverversion derselben. Gerade der raue Gesang erinnert an "Arntor". Die Auflösung, der Moment, indem der Reisende die Sonnenfläche betritt, dann die Akkordeon-Sequenz, all das arrangieren MISTUR trefflich.
"Mistur" ist ein folkiges eher sanftes Instrumental voller Weite, Fernsicht unter klarstem Himmel. "Skoddefjellet" kennen wir vom Demo; der Song wurden neu aufgenommen, epischer, breiter, opulenter. Das Finale "Attende" ist der längste Track des Albums. Hier schlittern wir auf vereisten Kufen noch einmal durch alle Facetten des Sognametal-Kaleidoskops. Harsch und galoppierend in der Strophenphase, innehaltend in den instrumentalen Parts, im Hintergrund klassische Chöre, klingt das Album aus.

MISTUR erhalten das Erbe von WINDIR. Auch wenn einige Kompositionen von Valfar noch erhabener, majestätischer und komplexer tönten, haben die Nachfahren des Meisters doch ein sehr feines Album erschaffen; Eckarts Eingangstatement findet Bestätigung.

8/10

» Mistur

INFO-BOX
Künstler Mistur
Titel Attende
Format Album
Länge 7 Tracks | 55:35
Label Einheit Produktionen
29.08.2009

Leserwertung:

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