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Miranda Sex Garden – "Fairytales Of Slavery"

4. Juni 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 2.133 mal gelesen

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Musik als Kunstobjekt

Miranda Sex Garden - "Fairytales Of Slavery"Die Musik von MIRANDA SEX GARDEN ist schwer zu definieren. Als grobe Richtlinie könnte man die Stile Dark Wave, Industrial, Gothic Rock, sogar etwas Ambient, das Subgenre Ethereal und die freie Bezeichnung Noise-Pop nennen, wobei die von dieser Band gebotene Mischung tatsächlich eine sehr eigene Kreation darstellt, die schlichtweg unverwechselbar ist.

Lange Zeit buhlten MIRANDA SEX GARDEN um die Gunst der Hörer, bekamen viel Häme, wurden 1994 als Vorband von DEPECHE MODE gnadenlos ausgebuht und mussten daraufhin zwangsläufig die Bühne verlassen. Bis zuletzt kämpften sie um Anerkennung und erhöhte Aufmerksamkeit. Verdient hatten sie es allemal und selbst, wenn diese Band niemals das Aufsehen erregte, das ihnen gebührte, haben MIRANDA SEX GARDEN stellenweise großartige Musik produziert und einen wichtigen Teil zur Entwicklung des Dark Wave beigetragen.

Das von Alexander Hacke (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN) produzierte Album "Fairytales Of Slavery" beginnt mit "Cut", "Fly" und "Peep Show" gleich mit drei, im positiven Sinne relativ unruhigen, dramatisch aufgebauten Tracks. Die Drums spielen vorwiegend über die Tom-Toms schnelle Rhythmen, die Gitarren geben Vollgas und der liebliche aber volle Gesang von Katharine Blake setzt den passenden Akzent. Es folgen mit "The Wooden Boat" und "Havana Lied" zwei eher experimentelle Tracks. Während erstes mit Industrial- und Noise-Elementen sowie elektronischen Spielereien besticht, ist letzteres fast schon ein Chanson, übrigens eine Coverversion von Weill/Brecht mit original in deutsch gesungenem Text.

Während "Cover My Face" wieder ein wenig an den Beginn des Albums anknüpft, ist das folgende "Transit" regelrecht ein Experiment, bei dem hektische Drums und allerlei Gitarren-Noise zum Zug kommen. "Freezing" ist wohl sowas wie ein Vorläufer zum heutigen Wave und auch Ambient, mit Pads, Gitarren-Lärm, lieblichen Lalala-Gesängen und reduziertem Schlagzeugeinsatz. Auch "Serial Angels" beginnt sehr Ambient-mäßig und wird erst in der Mitte und zum Ende hin voll instrumentiert und lauter. "Wheel" klingt ziemlich abgehoben. Der Gesang ist frech, die Musik mit Violine, Gitarren und Tom-Tom-Drumming polarisiert enorm und verlangt dem Hörer viel Offenheit ab.

"Intermission" spiegelt genau das wieder, was der Titel aussagt, nämlich ein (leicht schräges) Zwischenspiel. "The Monk Song" ist dann wohl der "Rad-Ab-Track" des Albums. Zunächst A Capella und ohne Text, bzw. nur mit Geräuschen und Lauten vorgetragen, kommen später dezente Percussions hinzu, die aus dem Lied wohl das machen, was Musik grundsätzlich ist: Kunst.

"A Fairytale About Slavery" bildet den runden Abschluss des Albums. Entspannte, vorsichtige Musik, reduziert in der aktiv wirkenden Laustärke; der Gesang ist klar und liebevoll, die Arrangements verhältnismäßig einfach und einprägsam. Das Stück ist wohl das zugängigste und gradlinigste des Albums, geschickt und gut gewählt als besänftigendes Ende dieses beeindruckenden aber nicht leicht zu konsumierenden Werkes.

8/10

» Miranda Sex Garden

INFO-BOX
Künstler Miranda Sex Garden
Titel Fairytales Of Slavery
Format Album
Länge 13 Tracks | 53:39
Label Mute Records
18.06.1994

Leserwertung:

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