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Memoriam – "For The Fallen"

24. März 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 306 mal gelesen

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Aus der Asche des Phönix

Memoriam - "For The Fallen"Da ist es also, das heiß erwartete Album der als legitime BOLT-THROWER-Nachfolger gehandelten Band. Mit Karl Willets am Gesang und Andrew Whale am Schlagzeug sind dann auch tatsächlich zwei ehemalige Rekruten der Death-Metal-Kriegsmaschine beteiligt, wobei Whale bereits seit 1994 (nach "…For Victory") nicht mehr in der Band war. Daneben sind mit Frank Healy am Bass und Scott Fairfax an der Giatrre zwei Leute am Start, die beide bei BENEDICTION ihre Finger im Spiel haben bzw. hatten. Healy ist dort bekanntlich festes Mitglied, war auch vor Ur-Zeiten mal bei NAPALM DEATH und Fairfax hat zumindest mal live ausgeholfen. Zudem war er von 2008 bis 2014 bei CEREBRAL FIX aktiv. Diese ganzen Verwicklungen hört man der Musik von MEMORIAM an, wenngleich der treffendste stilistische Vergleich wohl auf der Hand liegt: BOLT THROWER!

Natürlich schreibt Willets wieder über den Krieg und dessen Abscheulichkeiten. Seine Stmme wirkt übrigens nicht mehr ganz so fit wie früher, aber der Zahn der Zeit nagt halt auch an über viele Jahre gequälten Stimmbändern. Die Melodieführung ist ebenfalls mehr als einmal deutlich als Verknüpfung erkennbar und doch gibt es auch Unterschiede zu den kultigen Kriegsmusikveteranen. Diese beschränken sich ausschließlich auf die Gitarren, denn das Drumming und der Gesang sind BOLT THROWER pur; da können die beiden einfach nichts machen, es liegt ihnen halt im Blut. Da Healy sich mit seinem Bass weitestgehend an den Gitarren bzw. am Schlagzeug orientiert, bleibt also Fairfax, der hier den entscheidenden Aspekt einfließen lässt, damit man MEMORIAM nicht als stumpfe, stilistische Kopie einordnet.

Es werden etliche Ideen eingestreut, die bei BOLT THROWER nicht (mehr) hätten stattfinden können. So gibt es beispielsweise bei "Corrupted System" einen Ausflug in Richtung Crustpunk, was super ins Gesamtbild passt, die Musik ergänzt und zudem erfrischend echt und ehrlich klingt. Andere Stücke oder einzelne Parts wiederum könnten original vom majestätischen Schatten stammen. Man achte nur auf den Anfang von "Resistance" oder den melancholischen Einstiegspart zu "Last Words". Im Grunde kann man aus jedem der Stücke einen oder zwei Parts herauspicken, die Ähnlichkeiten aufweisen, man kann allerdings auch in den Feinheiten herumstochern und Unterschiede erkennen. So oder so, eigentlich ist das alles egal, denn die Musik ist super gelungen und nur darauf kommt es an.

Vermutlich wird es Kritiker geben, die bemängeln, dass MEMORIAM ein bereits bekanntes (und völlig ausgeschlachtetes?) Konzept aufgreifen und sich dadurch schon vor den ersten überhaupt veröffentlichten Tönen ihre Lorbeeren verdient haben. Andererseits haben besonders Willets und Whale diesen Sound schon immer mit Leib und Seele gelebt, was also sollen sie tun, wenn sie nichts anderes machen wollen? Im Krieg gibt es Opfer und aus der Asche einer Band entsteht manchmal ein neues Leben, das auf dem Vorigen aufbaut. Nehmen wir MEMORIAM also einfach als das an, was sie sind: Eine sehr starke Death-Metal-Band, mit Musikern, die bereits viel erlebt und geschaffen haben und nun aus diesem Wissen und Können schöpfen.

» Memoriam

INFO-BOX
Künstler Memoriam
Titel For The Fallen
Format Album
Länge 8 Tracks | 43:36
Label Nuclear Blast
24.03.2017

Leserwertung:

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