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Melechesh – "Enki"

1. März 2015 | ME | Musikrezensionen | 1.122 mal gelesen

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Osiris, Anubis, The Underworld Is Yours

Melechesh - "Enki"Schräg tönt das Intro von "Tempest Temper Enlil Enraged", Gitarrenthrash schreddert durch Mesopotamien. Im Dunklen natürlich. Das ist selbst altgedienten Mumien zu heftig, die bleiben erstmal liegen. Das Riffing dann ist eines der Art, weswegen meine Wenigkeit beim Hören über Kopfhörer die CD sofort gekauft hätte, ohne weiter reinzuhören. Sind das Schreie von pyramidenbauenden Sklaven, welche eingemauert in der Kammer des Horus qualvoll auf das Ende warten, forever in darkness?

Ein Einstieg nach Maß, richtig geil. So hammerhart wie seinerzeit "Ghouls Of Nineveh", welches ich immer noch als 10-Punkte-Song ansehe. "The Pendulum Speaks" lässt das Pendel direkt in die Magengrube wandern. Diese orientalischen Licks heben die Decke einige Stockwerke höher. Anubis ist nicht allzu fein gestimmt, wenn er sieht, dass da Grabräuber am Werke sind.

Ashmedi und seine Schnitter sind böse, hypnotisch, versetzen in Trance, setzen ungewöhnliche Breaks. Die Produktion ist dergestalt, dass man beim Augenschließen vermeint, hinter sich die Band in einer Pyramide spielen zu hören. Versucht da ein Echo Echnatons, die Sonnenscheibe zu reanimieren? Osiris lässt nicht mit sich spaßen. Der Aton-Kult bleibt im Dunkel der Zeit. Doch es rumort…

"Lost Tribes" zeigt, MELECHESH können progressiv anmutenden Thrash-Black Metal zelebrieren. MERCYFUL FATE wären begeistert. "It Weighs You Doooown…", meine Güte wie gut die sind, diese Gemeinlinge. Verführerisch diese Zwischenspiele aus dem Reich der Toten. Dann geile Soli, eine Rhythmusgruppe, die diesen Namen auch wirklich verdient. Die Besetzungswechsel merkt man nicht, oder sind die nun noch besser?

Auch kaum Cavaleras Gastbeitrag. Das Pendel, ich meinte das Niveau, bleibt unerreichbar für jede Konkurrenz. Und das Beste, es bleibt so, ein kurzweiliges Album mit überlangen Songs. "The Multiple Truths" hat ein grandioses Finale mit knarrendem Tor und geilem Alt-SLAYER-Riffing. "Enki" lässt uns zum Krummschwert greifen. Der Alte vom Berge, hat der seine Assasinen hergeschickt? Der leicht wehende Vorhang deckt den Meuchler. "Metatron And Man" zieht wieder Tempo an, es hagelt Pfeilregen, Wurfsterne, Steingeschosse. Das Funkeln unergründlicher Augen im Schatten der Palmen.

MELECHESH in Bestform sensen über die Felder, die Ägypter laufen auseinander, die Krokodile lassen sich ins Wasser des Nils gleiten, das ist ihnen einfach zu heftig, der Hunger vergangen. "The Palm, The Eye And Lapis Lazuli" intoniert hinter dem dunklen Vorhang ärgert den Schlangenbeschwörer, dessen Reptil diese unerwartete Musik für ein Auswärtstänzchen nutzt, nur um dem Beschwörer schnell noch einen Giftzahn dazulassen, und zwar im Halse.

Innehalten dann nach all den hitzigen Gefechten im Instrumental "Doorways Of Irkala". Keine Gitarren, kein Gesang. Leicht, dennoch düster. Die Percussions superb. Das Finale "The Outsiders" zieht noch einmal eine Linie von der Sphinx zur Cheops. Dieser fiese Gesang des Hohepriesters. Der sorgsame Aufbau des Tracks, die Steigerung, der Mittelteil. Bin beeindruckt. Hammerhart, heavier als stärker als jemals. Tolle Orient-Parts. Für mich die Beste von denen. Neunkommafünf.

9/10

» Melechesh

INFO-BOX
Künstler Melechesh
Titel Enki
Format Album
Länge 9 Tracks | 62:25
Label Nuclear Blast Records
27.02.2015

Leserwertung:

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