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Mechina – "Xenon"

18. April 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.941 mal gelesen

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Orchestrales Industrial-Meisterwerk

Mechina - "Xenon"FEAR FACTORY können endgültig abdanken. Die Industrial-Helden sind zwar nicht mit aufwändigen Orchestral-Arrangements berühmt geworden, aber selbst in ihrer Kernkompetenz steht die US-Band seit Jahren im eigenen Schatten. Und jetzt, wo MECHINA auf dem bisherigen Zenit ihres Schaffens angekommen sind, braucht man ihre US-Kollegen nicht mehr. "Xenon" ist nämlich gelinde gesagt ein absolutes Meisterwerk in Sachen orchestralen Industrial Metals geworden – und etabliert MECHINA endgültig als eine Spitzenband, an die zur Zeit keine andere herankommt.

"Xenon" ist das vierte Album der Band, und der Abschluß ihrer 'Acheron Trilogy', die 2011 mit "Conqueror" eröffnet und 2013 mit "Empyrean" fortgesetzt wurde. Schon zu Beginn hat es die Band verstanden, ihr weltraumlastiges Sci-Fi-Konzept mit den nötigen Soundtrackqualitäten auszustatten. Aus metallischer Perspektive betrachtet stand man mit dem Mix aus Industrial, Neo-Thrash und Death Metal nah bei seelenverwandten Bands wie SYNTHETIC BREED, die progressiven Riffausflüge schielten dazu Richtung MESHUGGAH. Doch was den Soundtrack-Charakter betrifft, haben sich MECHINA in meinen Augen eine ganz eigene Nische erspielt, in der ihnen anno 2014 niemand mehr das Wasser reichen kann. Ihre Arrangements verkommen nicht zu orchestralem Zierkleister, zu kitschigem Bombast oder stilbrechenden Intermezzi – nein, MECHINA ist es (mit jedem Album besser) gelungen, zwei komplexe, zwar wesensverwandte aber klanglich vollkommen unterschiedliche Stile zu vereinen, und das in einer Balance, in der sich keine der Fraktionen gegenseitig das Wasser abgräbt. Von "Conqueror" zu "Empyrean" hat schon eine gewaltige Steigerung stattgefunden, die nun mit "Xenon" zur Perfektion gereift ist.

Dieses Album ist der metallische Soundtrack für die Reise in unendliche Weiten, für Universen wie Warhammer 40k. Die Klangkulisse, die hier mit Gitarren und Synthesizern aufgefahren wird, ist mit cinematisch oder bombastisch kaum noch angemessen zu beschreiben. Man hört den Einfluß moderner Soundtrackkompositionen, vor allem in den Interludien, wenn Streicher und Bläser den dramaturgischen, atmosphärischen Boden bereiten. Marc Streitenfeld (Prometheus) und Hans Zimmer (Inception) lassen grüßen. Ansonsten bieten MECHINA alles für die Kopfkinorundumbeschallung: Choräle, opernreifen Gesang aus weiblicher und männlicher Kehle, sowie eien fast komplette orchestralische Untermalung. Dazu gibt es dann die volle Metalbreitseite aus Growls, Shouts, brutalem Stakkato-Riffing, Blastbeats und wuchtigen Midtempopassagen. Die Wirkung: mehr als episch, und das auf voller Länge. Einfach mal solche fulminanten Brecher wie "Terrea" und "Erebus" erleben, besser geht es kaum!

Die Vorgänger waren zwar auch schon Konzeptalben, aber bei "Xenon" ist alles so dicht verwoben, und dazu noch auf einem konstant hohen qualitativen Level, dass es nahezu unmöglich ist, einen Song zu finden, der wirklich herausstechender oder andersartiger ist als der Rest – "Xenon" ist eine mächtige Einheit aus zehn Stücken, bei denen die Euphorieskala jedes Mal aufs Neue bis zum Maximum ausschlägt.

Man muss es wirklich so sagen: Hier stimmt wirklich alles. Kein einziger schwacher Moment, keine einzige Sekunde in der man denken könnte, "das hab ich schon besser gehört". MECHINA spielen mit diesem Album fortan in ihrer eigenen Liga, der Weg dorthin war mehr als eindrucksvoll. Umso ärgerlicher, dass dies immer noch keinem schlagkräftigen Label aufgefallen ist. MECHINA sind wertvoller und spannender als die letzten 100 aufgewärmten Trendwellenreiter, egal aus welchem Loch sie gekommen sind.

"Xenon" ist bisher digital erschienen, in limitierter Auflage auch als Teil der kompletten Mechina-Diskographie, welche die Band auf einem mehr als sehenswerten USB-Stick gebannt hat. Außerdem sei noch hingewiesen auf das mehr als zehnminütige Preludium "Cepheus", welches bereits im August 2013 erschien, aber schon viel von der Größe von "Xenon" erahnen ließ.

10/10

» Mechina

INFO-BOX
Künstler Mechina
Titel Xenon
Format Album
Länge 10 Tracks | 49:38
Label Eigenproduktion
01.01.2014

Leserwertung:

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