• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Mark Lanegan Band – "Phantom Radio"

24. Oktober 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 125 mal gelesen

Tags: , , , ,

App-solut hörbar

Mark Lanegan Band - "Phantom Radio"Wenn der Bariton-König aus der Seattle-Grunge-Ära der '90er ansetzt und dem Schwermut in Stimme und Texten freien Lauf lässt, kann man sich nicht ernsthaft gegen die Wirkung dessen stemmen. MARK LANEGAN hat einfach dieses gewisse Etwas in seinem Gesang, seiner dunklen, leicht verrauchten Stimme und natürlich in seinen Texten. Er nimmt den Hörer mit in seine Welt, enführt ihn in einen Gefühlsschwall und begleitet ihn am Ende auch wieder sanft hinaus.

"Phantom Radio" aus dem Jahre 2014 ist dabei im Ganzen betrachtet gar nicht mal so düster bzw. so schwermütig geraten; rein musikalisch zumindest nicht. Die Stücke sind stellenweise sogar recht leicht und gelöst, wie beispielsweise "The Killing Season", das mit lockeren, synthetischen Beats (erinnert irgendwie an MADONNAs "Justify My Love" oder?) eine freundliche Stimme kreiert, zu der er zumindest versucht, ebenso positiv zu singen. Lanegan wäre allerdings kein Ex-Grunger, wenn es ihm gelingen würde, die Schwermut aus seiner Stimme komplett zu verbannen. Dazu passt auch der 'Dark-Disco'-Track"Floor Of The Ocean" mit seinem simplen, flüssigen Beat und den mitnehmenden Gesangslinien.

"Harvest Home", bei dem übrigens Ex-PEARL-JAM-Drummer Jack Irons die Stöcke schwingt und einen fast schon tanzbaren, stampfenden Beat einbringt, ist als Opener gut gewählt, da das Stück durch seine Dynamik und den stimmigen Synthies Hitcharakter besitzt. Mit "Judgement Time" an zweiter Stelle ein sehr ruhiges, entschleunigendes und äußerst reduziertes Stück zu bringen ist zwar mutig, dämpft jedoch die Eingangseuphorie ein wenig. Aufsehen erregt im weiteren Verlauf noch "Seventh Day", das mit seinem blubbernden Bass und dem einlullenden, etwas vorsichtigen Refrain und trotz leichten Lalala-Gesängen überraschenderweise überzeugen kann. Mit dem düster schwebenden "Waltzing In Blue" und dem Psychedelic-Groover "Death Trip To Tulsa" hat MARK LANEGAN sogar noch zwei vorzüglich geratene Stücke ans Ende der Scheibe gepackt, was dazu veranlasst, das Teil ganz schnell noch einmal durchlaufen zu lassen.

Es fällt ganz deutlich auf, dass "Phantom Radio" ein eher elektronisch gestaltetes Werk ist. LANEGAN soll die meisten Ideen mit entsprechenden Apps auf dem Smartphone komponiert haben und hat dann im Studio Bass, Gitarren, Schlagzeug und andere, ergänzende Instrumente hinzugefügt bzw. hinzufügen lassen. Man muss diese Art der Herangehensweise nicht gut heißen, aber auch gestandenen Musikern sollte und muss es erlaubt sein, ihre Musik auf eher experimentelle Art zu entwickeln. Wenn dabei auch noch so ein recht gutes Album wie "Phantom Radio" herauskommt, ist doch alles in Butter!

» Mark Lanegan

INFO-BOX
Künstler Mark Lanegan Band
Titel Phantom Radio
Format Album
Länge 10 Tracks | 38:19
Label Heavenly / Flooded Soil Recordings
20.10.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Mark Lanegan Band – "Gargoyle"
» Screaming Trees – "Dust"
» Dredg – "Chuckles And Mr. Squeezy"
» Kurz notiert #37
» Ima Robot – "Another Man's Treasure"
» Manfred Mann's Earth Band – "Criminal Tango"
» U2 – "No Line On The Horizon"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *