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Long Distance Calling – "The Flood Inside"

4. Januar 2014 | Matthias | Musikrezensionen | 1.569 mal gelesen

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Hier kommt die Flut

Long Distance Calling - "The Flood Inside"Nachdem sich die Band von Klangkünstler Reimut Van Bonn verabschiedet hat, war es Zeit für etwas neues im Bandgefüge. Es sollte nicht nur ein Mann an Bord kommen, der die Tasten bedient sondern auch jemand, der Gesang beisteuern kann. Mit Martin "Marsen" Fischer von ihren alten Tour-Kollegen PIGEON TOE haben LONG DISTANCE CALLING den pefekten Fang gemacht. Die Hälfte der Lieder von "The Flood Inside" sind nun mit Vocals bestückt und spannenderweise macht die Truppe dabei eine überaus gute Figur.

Das erste Stück "Nucleus" ist ein (70's Prog-)Rocker, der spannungsgeladen sowie antreibend das Album eröffnet und ganz klar Lust auf mehr macht. Bei "Inside The Flood" zeigt Marsen dann zum ersten Mal, wie er den Sound der Band mit seiner Stimme sehr gelungen ergänzt. Das Stück ist klasse arrangiert und legt trotz des Gesangs auch Wert auf den musikalischen Anteil. Toller Refrain. Das folgende, stellenweise leicht hypnotische "Ductus" kommt mit verträumten Gitarrenparts daher, die mich wieder oft an die 1970er Jahre erinnern. Spätestens ab diesem Stück wird auch sehr deutlich, dass es den Musikern einmal mehr und vor allem beeindruckender denn je gelungen ist, ihren Kompositionen in Sachen Dynamik so viel Raum zu gewähren, dass ihr Sound frisch, irgendwie auch neu und dennoch trotzdem ganz klar nach LONG DISTANCE CALLING klingt.

"Tell The End" bietet den zweiten Einsatz von Sänger Marsen und spätestens jetzt sollte jegliche Skepsis verflogen sein. Die Vocals sind fantastisch auf die Musik zugeschnitten, selbst wenn diese hier eher songdienlich gehalten ist. Die Musiker haben einwandfrei zwischen Gesang und Musikanteil ausgewogen. "Welcome Change" stellt dann nicht nur den Mittelpunkt des Albums dar, sondern ist gleichzeitig auch das Stück mit dem Gastsänger. Vincent Cavanagh von ANATHEMA unterstützt das Lied mit seiner stimmlichen Leidenschaft und einfach tollen, sehr emotionalen Gesangsmelodien. An den dramaturgisch wichtigen Stellen ergänzt der norwegische Singer-songwriter Petter Carlsen die Gesangslinien und macht aus dem Stück ein wahres Meisterwerk. "Waves" ist dann aufgrund seiner langen introartigen Einleitung eher als atmosphärisches Zwischenspiel einzustufen, das zwar das Album etwas auflockert, im Grunde aber als (fast) überflüssig gewertet werden kann. Zum dritten und letzten Mal kommt Marsen eindrucksvoll bei "The Man Within" zum Zug und das folgende "Breaker" beendet das reguläre Album (die limitierte Version enthält einen Bonustrack) rund und gut. Härte, Verträumtheit, vorzügliches Solospiel, eine packende Atmosphäre und eine wohl ausgelotete Dynamik spielen noch einmal alle Trümpfe aus.

Durch die herausragend konzipierte Musik und die gelungene Hinzunahme von Gesang ist "The Flood Inside" als eindeutiger Höhepunkt des bisherigen Schaffens von LONG DISTANCE CALLING anzuerkennen. Wann ist es einer größenmäßig vergleichbaren Band schonmal gelungen, ihre Trademarks so zu verändern, dass sie noch mehr Aufmerksamkeit erregt und dabei auch noch viel besser ist als zuvor? Die Antworten lassen sich an einer Hand abzählen. Hier ist jede neugewonnene Aufmerksamkeit absolut verdient. Deshalb: Antesten ist Pflicht!

9/10

 

» Long Distance Calling

INFO-BOX
Künstler Long Distance Calling
Titel The Flood Inside
Format Album
Länge 8 Tracks | 55:26
Label Superball Music
01.03.2013

Leserwertung:

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