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Lis Er Stille – "Apathobvious"

27. März 2010 | Bastian | Musikrezensionen | 1.728 mal gelesen

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Dänische Post-Rock Könige?

Lis Er Stille - "Apathobvious"Nun, zumindest zu Anwärtern auf diesen Titel avancierten sie mit ihrem zweiten Album. Wer bis dato noch nicht von ihrem Amp-Train überrollt worden war, der konnte ein Jahr später Zeuge einer erstaunlichen Reifung werden. Denn zeigten die Dänen auf ihrem Debüt "einfach nur" handwerklich gut gemachten und wahrlich überzeugenden Post-Rock, so fanden sie auf "Apathobvious" zu einer ganz eigenen Note, die von da an den Unterschied machte – zwischen ihrer musikalischen Vergangenheit und all den anderen Bands, die sich in diesem Genre wohlfühlen.

Ich könnte wetten, dass LIS ER STILLE zu den Bands gehören, die den Begriff 'Post-Rock' eher hassen, weil er oftmals für eine gewisse Einfallslosigkeit und Unkenntnis seitens der Presse (oder der Hörer) steht. Ein verpostetes Genre besteht letztendlich aus der ganzen Masse, die aus fest definierten Rastern herausfällt und lieb gewonnene Grenzen missachtet. Oder anders: Bands, die einfach machen, was sie wollen, ohne sich großartig darum zu kümmern, wo andere oder sie sich selbst musikalisch einordnen könnten. Statt Gedanken an Schubladen zu verschwenden, werden sie in "Apathobvious" gesteckt, das gar nicht so offensichtlich und schnell begreifbar ist, wie noch der Vorgänger.

Das Album zeigt vor allem eine Band, die gewachsen ist und die noch viel besser weiß, was sie spielen möchte. Die Kompositionen sind teils komplexer, in jedem Fall durchdachter und noch viel einfühlsamer als zuvor. Ruhig ist es, und scheinbar folgt es einer ganz bestimmten Dramaturgie, die auf viel mehr Stimmungswechsel und Kontraste setzt. Keine stetig ansteigende Kurve bis zum großen Finale, sondern gleich mehrere Wellen unterschiedlichster Motive und Emotionen. Vormals waren Keyboards und Orgeln sehr groß, jetzt ist es vor allem das Piano, welches sich immer geschickt in Szene setzt und gern auch mal die Hauptrolle in intensiven Momenten übernimmt.
"Hvalfangeren" ist beispielhaft für diese Entwicklung. LIS ER STILLE haben auch hier noch das anschwellende Trommeln gern, und die Streicher sind eine interessante Ergänzung. Wo der Amp-Train einst laut über die Gleise brauste, herrscht hier nun öfter bedächtige Ruhe, ohne ganz auf die starken Gitarren zu verzichten. Ihnen gehört zwar nicht mehr der ganze Song, aber wenn sie dann mal erklingen…

"Apathobvious" ist aber auch ohne Zug wie eine Reise ohne Unterbrechung, ein Konzeptalbum wie aus einem Guß. Und ganz nebenbei wartet auf den Hörer am Ende mit "Fyri Framman" eines der schönsten und längsten Finale, welches man sich von einem Rockalbum nur wünschen kann. Was für ein grandioser Abschluß!

LIS ER STILLE ist hier ein famoses Album gelungen, mit dem sie sich wirklich selbst übertroffen haben. Und sie sind damit auch der beste Grund, Dänemarks gut behütete Post-Rock-Szene zu erkunden, in der sie ohne Zweifel zu den besten gehören.

8/10

» Lis Er Stille

INFO-BOX
Künstler Lis Er Stille
Titel Apathobvious
Format Album
Länge 8 Tracks | 59:53
Label Brutal But Sentimental Records
2007

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 8,00 von 10)
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