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Kurz notiert #99

24. Juli 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 144 mal gelesen

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Heads. - "Collider"Heads. – "Collider"
Alternative Rock, Grunge, Noise Rock, Sludge (This Charming Man Records, 2018)

Dieses berliner Trio weiß, wie man es krachen lässt. Ihr Noise-geladener Alternative Rock, der in Richtung Post-Punk, Grunge und sogar etwas Sludge schielt, rödelt an allen Ecken. Mit fetzigen, wuchtigen Beats und Riffs, treffen die Jungs durchweg den Kern der Sache. Am Schlagzeug werden die Rhythmen oft mit einem scheppernden Becken gestützt, der Bass pumpt, die Gitarren säbeln ordentlich, es herrscht Alarmzustand. Der Gesang ist häufig fast schon im Shoegaze angesiedelt, hinterlässt wenig aussagekräftige Momente, passt aber trotzdem absolut stimmig ins Geschehen. Coole Scheibe von einer Band, die man im Auge/Ohr behalten sollte, wenn man auf krachigen Rock steht.


Blush Response - "Hearts Grow Dull"Blush Response – "Hearts Grow Dull"
Shoegaze, Indie Rock (Eigenproduktion, 2018)

Diese Australier bedienen den Indie-Shoegaze nach allen Regeln der Kunst. Mit weichem, fast schon gehauchtem Gesang, mit viel Weite ausgestatteten Gitarrenwänden, ein dahindrömelndes Schlagzeug, das ab und an auch mal den einen oder anderen Akzent setzt, vielen schön anzuhörenden Melodien und insgesamt einem minimal verschlafenem Charakter, bietet die Band den Soundtrack zum Dahinträumen, bzw. dazu, sich einfach mal wegzubeamen. Das gesamte Album gleitet angenehm daher und bleibt als Erinnerung für ein paar nette, entspannte Momente, die man gerne wieder erleben möchte, zurück.


Landing - "Bells In New Towns"Landing – "Bells In New Towns"
Shoegaze, Psychedelic Rock (El Paraiso Records, 2018)

Fleißig ist diese Band aus New Haven in Connecticut, bringen sie doch regelmäßig und manchmal sogar mehrfach im Jahr neue Musik auf den Markt. Dass es ihnen dabei gelingt, trotz der relativ hohen Veröffentlichungsrate auch noch durchgängig guten Stoff an den Start zu bringen, ist schon erstaunlich. So auch ihr aktuelles Album "Bells In New Towns", das wie gehabt in der Indie-Psychedelic-Shoegaze-Ecke beheimatet ist und insgesamt einen guten Eindruck hinterlässt. Auf Hits braucht man natürlich nicht zu warten und mit Blick auf das vorige Schaffen der Formation, ist ihre neue Musik nicht gravierend anders, und dennoch bietet sie eine qualitative Beständigkeit, die ihnen erst einmal jemand nachmachen muss. Schöne Musik zum Wohlfühlen.


Night Flowers - "WIld Notion"Night Flowers – "Wild Notion"
Indie Rock (Dirty Ringo Records, 2018)

Lockere 'Sommermusik' ist im Falle der Indie Rocker aus London möglicherweise die am besten passende Beschreibung. Mit offenen Sounds, freien Gitarrenharmonien, die gerne auch mal verträumt tönen, ungezwungenen Drumbeats und einer lieblich weiblichen Stimme, rangieren NIGHT FLOWERS mit ihrer Musik in einem zwar eng abgesteckten Bereich, trumpfen dabei jedoch klar auf, denn ihr Indie-Stil, am Rande zum Shoegaze, beherrschen sie sehr gut. Ob es den einen oder anderen griffigeren Song hätte geben dürfen, können oder sollen, muss jeder für sich entscheiden. Wem der klassische Hit nicht fehlt, der wird "Wild Notion" als entspannte Sommerplatte schnell zu schätzen wissen.


Makeness - "Loud Patterns"Makeness – "Loud Patterns"
Electronic, New Wave, Indie Rock, Indie Pop (Secretly Canadian, 2018)

Irgendwo aus dem nördlichen Nichts Schottlands, besser gesagt, von einer Inselkette im Nordwesten Schottlands, stammt Kyle Molleson, der Kopf hinter MAKENESS. Dass der Mann viel Zeit zu haben scheint, hört man seiner Musik an, denn sie ist ambitioniert, stimmungsgeladen und voller Details, von denen man selbst nach dem zehnten Durchlauf noch einige entdecken kann. Mit verspielten Beats, die bis ins elektronische reichen, einer stilistisch umfassenden, synthetischen Verspieltheit, von prog-artigen Keys hin zu technoiden Sequenzen, hat er elf Stücke geschrieben, die einem ganz automatisch seine Aufmerksamkeit abverlangen, ohne dabei (zu) fordernd oder gar anstrengend zu sein. An dieser Stelle soll es keineswegs übertrieben klingen, wenn behauptet wird, dass das der echte Indie-Sound der heutigen Zeit sein dürfte.


Catch The Breeze - "Glow"Catch The Breeze – "Glow"
Shoegaze, Indie Rock (Kundalini Records, 2018)

Während die Musik nahezu durchgehend im Shoegaze angesiedelt ist und dabei ganz gut was her macht, haben sich CATCH THE BREEZE dazu entschlossen, mit dem Gesang einen Akzent zu setzen, denn hier wird Shoegaze mit Gothic vermischt. Der Gesang auf "Glow" könnte auch von einer spät-80er Gothic-Band kommen. Leicht angedunkelt, etwas verhallt und eher die tieferen Töne bedienend, setzt dieser einen gelungenen Kontrast zur Musik. Es passt gut zusammen, auch wenn der Sänger leider keine in Erinnerung bleibende Linien singt oder Textzeilen von sich gibt, die hängen bleiben. Hier besteht also noch Nachholbedarf; grundsätzlich aber ist das Album stimmig.


The Amazing - "In Transit"The Amazing – "In Transit"
Shoegaze, Indie Rock (Partisan Records, 2018)

Die stockholmer Schweden THE AMAZING liefern uns sehr schöne Feierabendmusik zum Abspannen. Bestens zum Wegträumen und Abschalten geeignet ist ihr Mix aus Indie und Shoegaze, der mit luftigen Gitarren, locker beschwingten Rhythmen, einer zurückgenommenen, vorsichtigen Stimme und viel atmosphärischem Hall überzeugen kann. "In Transit" ist tatsächlich so etwas wie der Übergang in die eigene (Feierabend-)Welt, in der man sich fallenlassen und ausleben kann; natürlich alles auf halber Geschwindigkeit und mit einem besänftigenden Lächeln auf den Lippen.


The Dead Brothers - "Angst"The Dead Brothers – "Angst"
Folk, Country, Blues (Voodoo Rhythm, 2018)

Diese Schweizer sind außergewöhnlich. Sie verbinden Country, Folk und Blues zu einem funktionierenden Ganzen. Dass dabei der Folk-Eindruck überwiegt, ist der Tatsache geschuldet, dass hier oft mit Violinen gearbeitet wird und Gitarren eher in Form eines Banjos Anwendung finden. Manchmal wird es dann auch (musikalisch) etwas kauzig und man muss schon aufgeschlossen sein, um sich in "Angst" zu verlieben. Für Gelegenheitshörer dürfte diese Art Musik wenig ansprechend sein, wer sich jedoch für Folk interessiert und bereit ist, über den eigenen Tellerrand zu klettern, der wird mit interessanten Ideen belohnt.


Island - "Feels Like Air"Island – "Feels Like Air"
Indie Rock, Indie Pop (Frenchkiss Records, 2018)

Die vier Indie-Boys aus London gehen es behutsam an. Mit spielfreudigen, Shoegaze-artigen Ideen, bauen sie Emotionen, Feingefühl und einen sanften Ton in ihre Musik ein. Das führt manchmal dazu, dass einiges ein wenig gleichförmig oder vielleicht sogar ideenlos und (zu) zahm klingt, wer aber genau diese 'Welle' sucht, wird hier bestens bedient. ISLAND gelingt es, eine dichte Stimmung über ihr gesamtes Album zu verteilen. Es fühlt sich halt wie Luft an, weich und angenehm; oder aber substanz- und geschmacklos, je nachdem ob man ein "das Glas ist halbvoll"- oder "das Glas ist halbleer"-Typ ist.


Kraus - "Path"Kraus – "Path"
Shoegaze, Experimental Rock, Noise (Terrible Records, 2018)

Will Kraus mischt Shoegaze Rock mit experimentellen Noise-Ideen und einem Hauch Ambient. Dass die Stücke dabei recht verzerrt, mit viel Hall und (Gitarren-)lärmig daherkommen, dürfte anhand der stilistischen Zuordnungen wenig überraschen. Der leise, fast schon gehauchte Gesang, der keineswegs in der Ich-penn-gleich-ein-Ecke zu platzieren ist, tut sein Übriges dazu, damit der epische Noise-Shoegaze so richtig intensiv wirken kann. Krasse aber auch klasse Scheibe. Sicher nicht jedermanns Sache, an dieser Stelle aber aus Überzeugung gelobt.


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