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Kurz notiert #98 – Extrem hörbar

10. Juli 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 79 mal gelesen

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Slumlord - "Preview Of Hell"Slumlord – "Preview Of Hell"
Grindcore, Hardcore (Eigenproduktion, 2018)

Diese aus Alberta stammende Formation zelebriert alles, was man mit dem Begriff Hardcore in Verbindung bringt. Sie donnern wuchtige D-Beats raus, ebenso wie Metalcore-Grooves, Oldschool Uptempo-Speed und Grindblasts in verschiedenen Geschwindigkeiten; dazu nutzen sie einen vollen, leicht metallischen Sound und fertig ist das kräftige Gebräu. Am Mikro werden abwechselnd angeätzte Screams ausgespuckt und kehlig Gebrüllt. Klingt vielseitig und ist es bei genauerem Hinhören auch. Dadurch passiert es zwar so gut wie nie, dass die Musiker eines der oben genannten Stilelemente einen kompletten Song lang durch ziehen, aber das muss es ja auch nicht; dafür sind andere Bands da. Krasses Teil, das mit zunehmenden Durchläufen Sympathie und Qualitäten entfaltet.


Proletar - "Back To Hatevolution"Proletar – "Back To Hatevolution" [Compilation]
Grindcore (To Live A Lie, Jerk Off Records, Murder Records, Ruptured Records, Suara Bebas Records, Terkuburhidup Records, Teriak, Rip Kids Records, Badai Production, Bringer Of Gore, Battleground Records, 2007)

Indonesische Bands, die extreme Musik spielen, sind vor allem für tief rülpsenden Brutal Death Metal bekannt. Bei der Musik der aus Jakarta stammenden Truppe handelt es sich allerdings weniger um Brutalo-Metal, sondern um garstigen Grindcore. Dass die Jungs dabei trotzdem gern und oft im Uptempo-Bereich bollern, dürfte einleuchten. Diese Compilation bietet einen guten Überblick über das Schaffen der Band und dokumentiert mit Stücken von Split-Veröffentlichungen, Tapes, Demos sowie Live- und Cover-Tracks ihren musikalischen Werdegang. Wer auf räudigen, ungeschliffenen Grind steht, sollte hier mal reinhören. Für Soundfetischisten ist der Stoff aber höchstwahrscheinlich ungeeignet.


Captain Cleanoff - "Rising Terror"Captain Cleanoff – "Rising Terror"
Grindcore (Blastafuk Grindcore, 2015)

Die seit 1997 aktiven Australier haben mit ihrem Album "Rising Terror" ein amtliches Teil an den Start gebracht. Gesanglich erinnert die Performance an NAPALM DEATHs "From Enslavement…"-Zeiten, spieltechnisch ist wiederum die Ähnlichkeit zu skandinavischen Metzelorgien keineswegs abwägig. Dass die Musik dabei sehr oft im Grindblast-Bereich agiert und mit einer gehörigen Hardcore-Punk-Note versehen ist, versteht sich angesichts obiger Vergleiche von selbst. Eine krasse Scheibe, der man vielleicht erst einmal etwas Raum zum Wirken geben muss, da der Gesang schon krass ist und an den Nerven sägen kann.


Bea$ters - "Kompartmentalize"Bea$ters – "Kompartmentalize"
Grindcore, Mathcore (Eigenproduktion, 2014)

Dieses Duo aus Philadelphia will es wissen. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als 'Warsaw-Noise', was an dieser Stelle unkommentiert stehen bleiben soll. Die Formation rappelt sich jedenfalls amtlich einen ab und pendelt zwischen fast schon technischen Death-Metal-Ideen immer wieder rüber zu kurzen Grindcore-Orgasmen. Ihr Sound ist nicht so leicht zu konsumieren und erfordert Aufgeschlossenheit über das normale Maß hinaus. Sie wirken spritzig, aber auch verzwickt. Auf jeden Fall ist das knapp eine viertel Stunde lange Miniwerk speziell. Für all jene, die es genießen, sich die Hirnwindungen auf links drehen zu lassen.


Exhale - "Blind"Exhale – "Blind"
Grindcore (Dark Balance, 2010)

Einmal Zick-Zack-Rübe-ab und zurück! Irgendwie scheint es skandinavischen und im vorliegendem Falle schwedischen Grindcore-Bands im Blut zu liegen, dass sie alles in Grund und Boden zimmern, ohne auch nur einen Sägespahn übrig zu lassen. NASUM haben es vorgemacht, die Hardcore-Punks MASSGRAV zeigen es regelmäßig eindrucksvoll und die Landesnachbarn ROTTEN SOUND halten ebenfalls die Grind-Fahne mit Stolz in die Höhe. EXHALE klingen, als wenn man in einer kurz getakteten Zeitschleife ständig einen mit der Bratpfanne um die Ohren gezimmert kriegt. Starke Scheibe, die den Glanztaten von NASUM in nichts nach steht.


Noisear - "Turbulent Resurgence"Noisear – "Turbulent Resurgence"
Grindcore (Willowtip, 2012)

Diese Truppe aus New Mexico/U.S.A. hat bislang gute Qualität abgeliefert, darunter ihr Album "Turbulent Resurgence", das (natürlich!) traditionellen Grindcore bietet. Lediglich der Gitarrensound ist ein wenig metallisch angehaucht, nicht jedoch das, was die Gitarren tatsächlich spielen. Der Drumsound und die Vocals sind dafür absolut typisch Grind. Hektisches Highspeed-Gerappel trifft auf fiese Grunz-Kreisch-Wechsel und aggressive Hardcore-Shouts; es wird also alles bedient, was man an dem Genre liebt. NOISEAR haben ein paar sehr coole Break-Ideen am Start und klotzen insgesamt amtlich ab. Jedes Grind-Herz dürfte auf seine Kosten kommen.


Discordance Axis - "The Inalienable Dreamless"Discordance Axis – "The Inalienable Dreamless"
Grindcore (Hydra Head Records, 2000)

Niemand, aber auch wirklich niemand, der auf ungeschliffenen Grindcore der alten Schule steht, kommt an dieser Hammertruppe aus New Jersey vorbei. Nur zu dritt, Gesang, Gitarre, Schlagzeug, fertig. Und die Scheibe knallt, aber sowas von! Man merkt überhaupt nicht, dass hier nur zwei Instrumente am Werk sind. Das Schlagzeug rappelt so rasant, dass einem das Wasser im Hals zusammen läuft und die Gitarren spielen enorm viele geile Riffs, so dass es stets etwas zu entdecken und zum darauf-freuen gibt. Davon mal ab, kreischt sich der Sänger so dermaßen einen ab, dass einem nur vom Zuhören die Stimmbänder wehtun. Top Scheibe!


Afgrund - "The Dystopian"Afgrund – "The Dystopian"
Grindcore (Selfmadegod Records, 2018)

Die Multi-Kulti-Grinder bringen seit 2007 Alben an den Start und jedes der Teile hat seinen Reiz. Ihr jüngstes Werk "The Dystopian" klingt, wen überrascht es, am reifsten. Mit leicht Metal-lastigem Klanggerüst und einer Herangehensweise, die ganz eindeutig dem puren Grindcore entspringt,  spielen sie sich enorm vielseitig und entsprechend abwechslunsgreich durch ihr Album. AFGRUND trauen sich, die Geschwindigkeit auch mal zu drosseln und trauen sich, neben Grind-Geprügel auch mal schleppend, rockig oder im D-Beat zu rumpeln. Genau dieser Umstand macht ihre Musik so interessant und angenehm zu hören. Wer nur auf Nonstop-Gehaue steht, sollte hiervon wohl lieber die Finger lassen.


Leng Tch'e - "Razorgrind"Leng Tch'e – "Razorgrind"
Grindcore (Season Of Mist, 2017)

LENG TCH'E aus Belgien kennen keine Gnade, ganz eindeutig. Ihr sechstes Album zeigt dies eindrucksvoll und vor allem unbarmherzig. Der gebotene Grindcore, der auf Death-Metal-Art produziert ist, wütet sich mit enormer Wucht von Lied zu Lied und lässt grobe Vergleiche zu BENIGHTED, ABORTED und auf der Core-Seite NASUM und MARUTA zu. Die Band versteht es bei aller Metzelei, hier und da etwas Abwechslung und auflockernde Parts ins Spiel zu bringen, was ihr Album noch um einiges interessanter macht. Hervorstechend ist das Gebrüll am Mikro, das imemr wieder durch kehliges Gekeife durchzogen wird, welches an japanische Grindbands erinnert. Krasse Scheibe.


Antigama - "Warning"Antigama – "Warning"
Grindcore (Relapse Records, 2009)

ANTIGAMA sind 'die wilden Polen', ganz klar! Ihr Grindcore ist wuchtig, rasant, aber auch versiert und stellenweise experimentell. Manchmal streuen sie abgehackte Parts ein, die an Mathcore erinnern, behandeln jedoch stets und absolut die Grind-Seele. "Warning" ist ein Album, das trotz seiner, gemäß dem Stil, subjektiven Vielseitigkeit eine enorme Durschlagskraft besitzt. Dass die Band mit diesem und späteren Releases immer mehr Aufmerksamkeit nicht nur innerhalb der Grind-Szene, sondern auch bei vielen (Extrem-)Metallern auf sich gezogen hat und zieht, ist hinlängst bekannt. Cooles Teil!


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