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Kurz notiert #97

20. Juni 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 369 mal gelesen

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Tape Deck Mountain - "Echo Chamber Blues"Tape Deck Mountain – "Echo Chamber Blues"
Shoegaze, Psychedelic (Katuktu Collective, 2018)

Am Rande zu psychedelischen Klängen agieren diese vier U.S-Amerikaner. Viel Hall und Reverb im Sound sind da freilich Programm. Trotzdem vergessen die Musiker nicht, songdienlich zu wirken und haben ihren Stücken klare Strukturen verpasst, von denen einige Parts sogar imstande sind, hängen zu bleiben, selbst, wenn es nirgends einen Hitcharakter gibt. Viele Psych-Gaze-Bands verlieren sich ja in unendlichem Geschwurbel, nicht so TAPE DECK MOUNTAIN, die neben der Schuhstarrerei auch durchaus den Song an sich im Visier haben. Gut so.


Black Foxxes - "REIðI"Black Foxxes – "REIðI"
Indie Rock, Alternative Rock (Spinefarm Records, Search And Destroy Records, 2018)

Der Mix aus Alternative und Indie macht sich auch auf dem zweiten Album der Briten aus Exeter richtig gut. Mit einfallsreichen, jedoch nie aufdringlichen Arrangements und feinen Melodiebögen inklusive wohldosierter Dynamik bis hin zu sanfter Härte, bieten die Musiker eine gelungene Fortführung ihres bewährten Stils. In der klassischen Trio-Besetzung veranstalten sie die höchstmögliche Abwechslung und manchmal mag man sogar staunen, dass hier eben nur drei Leute am Werk sind. Ein schönes, rundes, alternatives Album mit viel hörbarem Herzblut. Der Gesang, der manchmal am Rande zur Teeniehaftigkeit agiert, könnte für deinen einen oder anderen gewöhnungsbedürftig sein, birgt auf der positiven Seite jedoch auch viel Schwung und entsprechend jugendhafte, positive Power.


Looms - "How It Has To Be"Looms – "How It Has To Be"
Indie Rock (Little Dickman Records, 2017)

Sehr entspannt und gelöst tönen LOOMS auf ihrem Albumdebüt. Ihr Indie Rock, der meist mit klar getunten und vordergründig lässigen Gitarren gespielt ist, besitzt eine leicht verträumte Note. Diese wiederum wird durch die feinen Jazz-Ideen hervorgerufen, welche man bei genauem Hinhören zwischen den Zeilen ausmachen kann, z.B. am Beat, an den Basslinien oder den intelligenten, jedoch durchweg unaufdringlichen Gitarrenmstern. Trotzdem sind LOOMS klar im Indie beheimatet und das Stichwort Jazz sollte nur als Beiwerk verstanden werden, denn offensichtlich ist es nicht sofort. Geschickt verformt, könnte man sagen. Ein schönes Album, mit Songs, die in Sachen Griffigkeit vielleicht noch ein wenig Luft nach oben haben, dafür aber über die gesamte Spieldauer eine konstante Stimmung aufreht halten.


Wild Meadows - "Wild Meadows"Wild Meadows – "Wild Meadows"
Shoegaze, Indie Rock (Far Gone And Out Records, 2018)

Wer unter anderem THE JESUS AND MARY CHAIN sowie SWERVEDRIVER als Einfluss nennt, kann nur mit Indie Rock und Shoegaze-Einflüssen anrücken. Und so verhält es sich bei der Musik dieser australischen Band auch. Mit Hall verzerrte Gitarren, treibende bis polternde Drums, groovender Bass und eine manchmal leicht bewölkt wirkende, weibliche Stimme, die aus dem Himmel zu uns herabzusingen scheint, stellen das Grundgerüst der Songs auf dem Debüt dar. Dabei machen sie eine gute Figur und können sich innerhalb ihres gewählten Genres ganz gut behaupten. Eine Band, die man auf jeden Fall im Auge bzw. Ohr behalten sollte.


Dusted - "Blackout Summer"Dusted – "Blackout Summer"
Indie Rock (Polyvinyl Record Company, 2018)

Sommerlich und unbeschwert gehen DUSTED auf ihrem zweiten Full-Length zu Werke. Damit hebt sich das Duo Leon Taheny und Brian Borcherdt (HOLY FUCK) musikalisch ein wenig von ihrem Debüt "Toal Dust" (2012) ab. War jenes noch ein ganz klein wenig experimenteller ausgelegt und wirkte an manchen Stellen wie eine reduzierte Version von HOLY FUCK, ist "Blackout Summer" eindeutiger ausgerichtet. Stimmungsvoller, seichter Rock mit Sonnenstrahlen sowie einem Haufen Entspannung im Gepäck prägen das musikalische Grundgerüst. Der eingeschlagene Weg ist in Bezug auf die Abgrenzung zu anderen Projekten auf jeden Fall richtig, auch wenn sicher noch etwas Luft nach oben auszumachen ist.


Lost Animals - "Fantastic Forest"Lost Animals – "Fantastic Forest"
Indie Rock, Alternative Rock (Eigenproduktion, 2016)

Stellenweise mit leicht punkiger Attitüde groovt sich das Trio aus der Ukraine durch den Sechs-Tracker "Fantastic Forest", mit insgesamt knapp über einer halben Stunde Spielzeit. Besonders die Drum-Formen sind eindeutig dem Alternative Rock zuzuschreiben; wuchtig und mit viel Groove ausgestattet. Die Gitarren klingen nach flottem Indie mit gelegentlichen, leichten Funk-Rock-Einschüben. Der Gesang deckt dann alle genannten Spektren ab und unterm Strich kommt dabei ein ansprechendes, musikalisch vielfältiges und trotzdem nicht zerfranstes Album heraus. Bei der Aussprache muss man hier und da evtl. ein halbes Auge zudrücken, ansonsten rockt das Teil verdammt gut.


Cloakroom - "Time Well"Cloakroom – "Time Well"
Alternative Rock, Shoegaze (Relapse Records, 2018)

Auf seinem zweiten Longplayer taucht das Trio aus Indiana tiefer hinab in die Welt des kernigen Shoegaze. Harte Gitarren, mal mit satten, aber stets atmosphärischen Riffs dominierend, dann wieder klar und mit Hall unterlegt, rein begleitend, setzen hier die Maßstäbe für die Aussagekraft und die Dynamik der Songs. Der Gesang ist typisch Shoegaze; verträumt, getragen, ruhig und leicht im Hintergrund. Definitiv hat das Album eine sehr stimmige Atmosphäre, dennoch darf man behaupten, dass aufgrund der deutlich hörbaren Qualitäten der Band in Sachen aussagekräftige Songs (man darf ruhig das Wort 'Hit' nutzen) und besonders in Bezug auf den Gesang bzw. die Gesangslinien, noch etwas mehr hätte drin sein können und gefühlt auch müssen.


Phantasm - "Three Men Make A Tiger"Phantasm – "Three Men Make A Tiger"
Alternative Rock, Progressive Rock (Ridge Records, 2017)

Ähnlichkeiten zu THE MARS VOLTA sind unbestreitbar. Genau genommen sind PHANTASM sogar noch etwas geschmeidiger bzw. leicht zugänglicher. Der Gesang ist längst nicht so penetrant und hoch wie von Cedric Bixler-Zavala, dafür aber auch nicht weniger interessant und keineswegs weniger gut. PHANTASM haben viele coole und vor allem rockende, richtig zackige Riffs am Start. Hier steht der Begriff Rock im Vordergrund. Es wird gegroovt und gefetzt, aber auch gefühlvoll und anspruchsvoll progressiv gefeiert. Tolle Platte, die höchstwahrscheinlich ihre Zeit benötigt und somit wohl nur für die Geduldigen unter uns infrage kommen dürfte, dann aber wie ein musikalisches Feuerwerk wirkt.


Creative Adult - "Psychic Mess"Creative Adult – "Psychic Mess"
Post-Punk, Punk Rock, Psychedelic (Run For Cover Records, 2014)

Bereits auf ihren ersten räudigen Bastard haben die Kalifornier bewiesen, dass sie absolut keinen Bock darauf haben, in irgend einer Form angepasst zu klingen. Mit viel Rotz, fast schon sludge-artiger Wucht, einer Menge Post-Punk im Blut und einem punkig-psychedelischen Element im Gesang-Sound knallen sie uns ihre Songs vor den Latz und verprühen dabei ein herrlich frisches, unverbrauchtes Flair. Wer auf geleckte Klänge steht, ist hier absolut fehl am Platz, wer es aber schön schmutzig mag, der wird sicher cool bedient. Eine Scheibe, die etwas Raum zum Wirken braucht, dann aber voll zuschlägt.


The Prids - "Do I Look Like I'm In Love?"The Prids – "Do I Look Like I'm In Love?"
Indie Rock, Post-Punk, Shoegaze (This-A-Way Records, 2018)

Der gemischte Vierer aus Portland, Oregon, zelebriert eine schöne Mischung aus musikalischen Anteilen, die man im Indie Rock und Post-Punk finden kann, garniert mit einer Prise Shoegaze, was sich beim Gesang bemerkbar macht. Mit oftmals gehauchten Stimmen untermalen sie ihre ohnehin schon recht atmosphärische Musik und kreieren so ein funktionierendes Ganzes. Selbst, wenn man den klassischen Hit vergeblich sucht, besitzen die Songs auf dem vierten Album der Band viel Potential und eine besondere, emotionale Intensität. Musik zum entspannen und zum träumen, was will man mehr?!

7/10


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