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Kurz notiert #96 – Extrem hörbar

30. Mai 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 268 mal gelesen

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Henker - "Slave Of My Art"Henker – "Slave Of My Art"
Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2010, Frozen Archives, 2015))

In Sachen (Tech) Death Metal kommt aus Frankreich größtenteils Qualitätsware, diese Truppe hier verweist allerdings einen Großteil aller ihrer Genrekollegen auf die Plätze. Als eine der ersten Bands, die den Gravity Blast als völlig normal ins Spiel gebracht hat, nutzen sie dieses und andere Elemente, wie z.B. ebenso schnelles Doublebass-Spiel, wofür ein extra angefertigtes Quad-Drum-Pedal benutzt wird. Es gibt sehr schnelles und anspruchsvolles Riffing, enorm versiertes Schlagzeugspiel, Aggro-Growls feinster Couleur und ein äußerst druckvoller, klarer Sound, welcher der Musik den Boden zum Vorzeigematerial ebnet. Diese Scheibe ist der Wahnsinn!


Population Control - "All The Misery In The World"Population Control – "All The Misery In The World"
Death Metal, Grindcore (Age Of Quarrel Records, 2017)

Mit satter Produktion greifen POPULATION CONTROL aus Perth, Auetralien, nach den modernen Grindcore-Sternen. Wie weniger punkige PHOBIA mit einem Bit mehr (Death) Metal zocken sie auf ihrem Debüt um die Gunst der geneigten Hörerschaft. Gelungen ist das, was dabei herausgekommen ist, allemal, auch wenn die vollmundige Produktion aufgrund ihrer Klarheit kaum Assoziationen zum Punk oder Hardcore zulässt, was für Grindcore normalerweise typisch ist. Macht jedoch nix, denn die Scheibe ist deswegen alles andere als zu verurteilen. Mit den Großen der Szene können sie es zwar (noch) nicht ganz aufnehmen, aber wer weiß, eines Tages…


Unbreakable Hatred - "Ruins"Unbreakable Hatred – "Ruins"
Death Metal, Technical Death Metal (Unique Leader Records, 2015)

Auf ihrem zweiten Album ist es den Kanadiern gelungen, nicht nur gute Musik zu schreiben, denn das war bereits auf dem Debüt "Total Chaos" (2011) der Fall, sondern auch mit einer Produktion aufzuwarten, die dem gebotenen Stoff würdig ist. Auch "Total Chaos" hat man sich noch bei jedem Lied darüber geärgert, wie schade es ist, dass der Klang der Scheibe etwas kraftlos ist. Nicht so auf "Ruins", das mit moderner, saftiger Produktion punktet und das oft recht anspruchsvolle Spiel des Trios um die Gebrüder Drouin würdig in Szene setzt. Klasse bei UNBREAKABLE HATRED ist, dass sie ihren Death Metal immer wieder mit Ideen aus dem Thrash ergänzen, was nicht nur auflockernd wirkt, sondern die Musik der Band auch (zumindest ein klein) wenig von anderen abhebt.


Apathy Noir - "Black Soil"Apathy Noir – "Black Soil"
Doom Metal (Artnoir Productions, 2018)

Mit schönen, schwermütigen Melodien und vollmundigen Doublebassparts kredenzen uns die Schweden APATHY NOIR ihr viertes Album. Minimale Ideen aus dem Death Metal werden dabei ebenso verwertet, wie Auszüge aus dem Gothic-Metal-Genre. In Sachen Kreischgesang könnte man fast von Black Metal sprechen, wäre da eben nicht die meist schleppende Musik, die dem Ganzen eine andere Tonfarbe verleiht. Auf Dauer will die leicht heisere Kreischerei auch nicht so wirklich passen, da sie die Melancholie doch irgendwie ankratzt; die tiefen Growls passen da schon deutlich besser. Alles in allem ein ordentliches Album ohne große Ausrutscher.


Usurpress - "Interregnum"Usurpress – "Interregnum"
Progressive Death Metal (Agonia Records, 2015)

Als erstes trifft einen der Sound, der (natürlich völlig subjektiv gesehen) wahsninnig gut gelungen ist. Das Schlagzeug klingt echt und knallt, die Gitarren klingen ausgewogen, stehen klar im Klang und dominieren trotzdem nicht übernatürlich und vor allem nicht steril das Geschehen. Selbst die dezenten Keyboards sind vorzüglich und stellenweise auf den ersten Eindruck fast schon unmerklich im Gesamtklang eingewoben. Die besten Grundvoraussetzungen sind also gegeben. Musikalisch verschachteln sich die Schweden leider ein wenig zu sehr in progressiven Ideen. Mit verschachteln ist nicht kompliziert gemeint, sondern dass die Musiker irgendwie oftmals nicht auf den Punkt kommen. Der Stoff ist gut, keine Frage, aber er ist auch frei von Höhepunkten. Das Songwriting hätte zwischendurch etwas direkter sein müssen, damit auch was hängen bleibt. Der (wenigstens) gelegentliche Biss fehlt. Schade, schade, hier hätte deutlich mehr drin sein können. Dennoch ist das Album auch trotz der Kritikpunkte absolut sympathisch.


The Unborn Dead - Primitive OriginsThe Unborn Dead – "Primitive Origins"
Death Metal (Eigenproduktion, 2011)

Leider ist "Primitive Origins" das bislang einzige Album der Kanadier, die 'ausnahmsweise' mal keinen Tech Death bieten, sondern schweren Death Metal mit leichtem Hang zum Brutal Death. Die Produktion ist gut und schön saftig, die Songs pendeln zwischen nach vorne preschendem Speed und schweren Grooves; der Gesang ist vordergründig im Grunzbereich angelegt. Screams gibt es auch, aber nicht auf Deathcore-Art. Hier regiert eindeutig der traditionelle Death Metal. Das Album besitzt die Gabe, mit größtenteils überschaubarer Geschwindigkeit mächtig Bumms abzuliefern.


Lock Up - "Demonization"Lock Up – "Demonization"
Grindcore, Death Metal (Listenable Records, 2017)

Shane Embury (NAPALM DEATH) und Kevin Sharp (BRUTAL TRUTH) scheinen dicke Kumpels zu sein, hat Shane seinen Kollegen zuerst zu VENOMOUS CONCEPT geholt und kurz darauf ebenfalls zu LOCK UP. Damit ist er nach Peter Tägtgren (HYPOCRISY) und Tomas Lindberg (AT THE GATES) der dritte namhafte Brüllwürfel am Mikro. Am Schlagwerk holzt nach wie vor Speedmaster Nicholas Barker und an den sechs Saiten gibt sich erneut Anton Reisenegger die Ehre. "Demonization" ist deutlich Metal-lastiger ausgefallen, als seine Vorgänger. Dies steht der Band ganz gut zu Gesicht, auch wenn der Grind-Charme dadurch ein klitzeklein wenig nach hinten rückt, was natürlich keineswegs bedeuten soll, dass die Scheibe zahmer geworden ist. Das Allstar-Projekt, zu dem früher der 2006 leider verstorbene Jesse Pintado (NAPALM DEATH) gehörte, ist nach wie vor ganz ordentlich in Schuss.


Atra Vetosus - "Apricity"Atra Vetosus – "Apricity"
Black Metal, Melodic Black Metal (Immortal Frost Productions, 2018)

Diese tasmanische Band um Vordenker Josh Young macht neugierig, denn das Cover ihres zweiten Longplayers verspricht etwas etxravaganten Black Metal; jedenfalls keine Stangenware. Dieses Wunschdenken können sie leider nicht erfüllen, ach wenn ihre Musik durchaus gelungen ist. Ihre meist überlangen Stücke sind gut komponiert und sind nett anzuhören, es fehlt ihnen aber leider das gewisse Etwas. Man hat das Gefühl, alles schon viel zu oft gehört zu haben, womit wir wieder bei der (zugegeben guten) Stangenware wären. Schade, das Potential zu mehr Eigenständigkeit ist nämlich da.


Škan - "Death Crown"Škan – "Death Crown"
Black Metal (Ván Records, 2018)

Der Black Metal, der aus Texas stammenden Formation, wird zwischendurch mit psychedelisch-rockigen Ideen verziert, die sich besonders bei den Gitarren bemerkbar machen. Neben schnellem Gekloppe bauen die Amerikaner immer wieder beschwörende, atmosphärische Parts ein, die dem Album ein gelungenes Maß an Abwechslung einverleiben. "Death Crown" ist nach längerem mal wieder ein Black-Metal-Album, das die typischen Zutaten nicht auch in typischer Art und Weise zusammenführt. Von Innovation zu sprechen wäre vielleicht etwas zuviel des Guten oder besser gesagt nur ein Teil des Ganzen, aber man kann ihnen ohne mit der Wimper zu zucken Mut und Weitsicht bescheinigen.


Shape The Above - "At The Hands Of Loss"Shape The Above – "At The Hands Of Loss"
Death Metal, Progressive Death Metal (Eigenproduktion, 2018)

Kanada ist bekannt für vielseitige, extreme musikalische Kost. Diese aus Montréal stammende Band ist hörbar gewillt, dem Genre eine neue Qualität einzuhauchen. Ihr Mix aus Death Metal und progressiven Elementen ist vorzüglich gelungen und klingt trotz der genretypischen Instrumentierung eigenständig und frisch in der Ausführung. Die Band versteht es, mit Dynamiken zu arbeiten und in Sachen Speed den richtigen Part an die richtige Stelle zu setzen. Blastbeats sind vorhanden, aber absolut wohldosiert und vor allem gezielt eingesetzt. Daneben glänzen die Musiker immer wieder mit überraschend gedrosselten, akustischen und atmosphärischen Parts, die dem Album eine besondere Seele einhauchen. Ein starkes Werk von einer Band, die in Zukunft ganz bestimmt noch viel zu sagen haben wird.


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