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Kurz notiert #95

12. Mai 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 241 mal gelesen

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Sonic Jesus - "Dead Man"Sonic Jesus – "Dead Man" EP
Post Punk, New Wave, Shoegaze, Psychedelic (Fuzz Club Records, 2017)

Nach dem sehr guten letzten Album "Grace" (2017) schieben die Italiener zackig eine frische 7" hinterher mit zwei Stücken, die an das Album anknüpfen und doch mit einer etwas psychedelischeren Seite daherkommen. Vermutlich sind beide Stücke Überbleibsel der Album-Sessions, denn qualitativ können es "Dead Man" und "Transpose" mit keinem einzigen Lied von "Grace" aufnehmen. Und doch sind sie keineswegs zu missachten; sie zeigen SONIC JESUS halt mehr von einer nicht so eingängigen Seite. Lohnt sich für Komplettisten.


Annabelle's Curse - "Beyond The Station"Annabelle's Curse – "Beyond The Station"
Indie Rock, Folk (Eigenproduktion, 2017)

Folk ist leider relativ häufig eine Musikform, die schnullig und Oma-mäßig rüberkommt. Nun, ANNABELLE'S CURSE gehören definitiv nicht dazu! Sie vereinen ihren Folk mit Indie Rock und einer gehörigen Prise Schwermut, wodurch sie eine intensive Atmosphäre erschaffen, die von Sonntagsstimmung, über Nachdenklichkeit, hin zum Seele-baumeln-lassen ein angenehmes Spektrum abdeckt, in dem man sich sehr gut aufgehoben fühlen kann. Sie gestalten ihre Songs äußerst dynamisch, wagen es hier und da, das Tempo anzuheben und sogar richtig Gas zu geben, dann wiederum dominieren die Akustikgitarren und sie zelebrieren den Folk in Reinkultur. Ein überraschend starkes Album, das man unbedingt häufiger hören sollte, bevor man sich ein Urteil erlaubt.


Lost Horizons - "Ojalá"Lost Horizons – "Ojalá"
Indie Rock (Bella Union, 2017)

Herrlich entspannten, lieblich beflügelten Sonntags-Indie präsentiert das britische Duo Richard Thomas (DIF JUZ) und Simon Raymonde (COCTEAU TWINS). Unter Mitwirkung von Goldkehlchen-Sängerin Beth Cannon, die ganz im Stile der (Ur-)alten Schule singt, hat das Debüt der Formation die besten Voraussetzungen, um Aufsehen zu erregen. Dass die Musik mit verträumten Klängen ausgestattet ist, dürfte aufgrund der Herkunft der beteiligten Musiker kaum überraschen. Wird man beim ersten Stück noch mit einer Performance konfrontiert, bei der man locker 30 bis 40 Jahre zurück in der Zeit denkt, regelt sich dieser Eindruck mit den folgenden Stücken langsam zurück in die Zukunft. Ein sehr schönes Werk.


Neaux - "Fell Off The Deep End"Neaux – "Fell Off The Deep End"
Indie Rock, Shoegaze (Iron Pier, 2016)

Die amerikanischen Shoegazer um Sängerin Sierra Kusterbeck haben mit ihrem Debüt aus dem Jahre 2016 einen feinen Einstand abgeliefert, den sie ein Jahr später mit "Chain Up The Sun" eindrucksvoll perfektionierten. Mit zum Teil verträumten Klängen, aber auch rockiger Energie und dynamischer Wucht punkten sie mit ihren gefühlvollen Kompositionen. Der emotionsgeladene Gesang setzt dann die stimmigen Akzente und rundet alles zu einem funktionierenden Ganzen ab. Alleine der Sound ist verbesserungswürdig (was mit dem Folgealbum ja auch geschehen ist). Insgesamt etwas dünn, hätte es demnach ruhig ein wenig mehr Wumms sein dürfen. Trotzdem: Gutes Album!


Alvvays - "Antisocialites"Alvvays – "Antisocialites"
Indie Rock, Indie Pop (Transgressive Records, 2017)

Manchmal leicht verträmt, meist jedoch mit guter Laune bestückter Indie Rock, ohne Schnörkel und ohne schwülstiges Getue, bieten die Kanadier aus Toronto auf ihrem zweiten Longplayer. Im Vordergrund steht dabei die sympathische, liebliche Stimme von Sängerin Molly Rankin, die locker 60% des Gesamteindrucks ausmacht. Über die Hälfte deshalb, weil die Musik selbst zwar spritzig gespielt ist und einige feine Melodien beinhaltet, allerdings auch kaum Überraschungen parat hält. Ein schönes Ding für den Frühling oder einen entspannten, sonnigen Tag, an dem die gute Laune einfach raus will.


Path - "Path"Path – "Path"
Indie Rock, Alternative Rock (Eigenproduktion, 2017)

Im weiten Sinne kann man bei dem Projekt von Sam Keeler aus New Jersey die Assoziation zu ANATHEMA gelten lassen, allerdings nur, wenn man deutlich an Opulenz abzieht und noch etwas Singer-songwriter-Flair hinzufügt. Dass Keeler dabei nahezu alles alleine erledigt, von der Produktion bis zum Einspielen sämtlicher Instrumente (bis auf ein paar Gitarrenparts hier und da), ist einerseits beeindruckend, heutzutage aber auch kein Novum mehr. Die Stücke sind nett bis gelungen und versprühen sogar viel Gefühl, in das man bei Bedarf eintauchen kann. Insgesamt merkt man der Scheibe schon an, dass ihr an der einen oder anderen Ecke eine spritzige Idee fehlt, was durch einen geübten Produzenten hätte behoben werden können, als Ein-Mann-Arbeit ist "Path" dennoch eine runde Sache geworden.


Tough - "Faster Than You"Tough – "Faster Than You" Compilation
Punk Rock (Bad Man Records, 2018)

Mit Liedern ihrer Alben "Fast/Faster", "Class Of '76", "Winners, Losers And Surrenders", "4" und "Mess" sowie Stücken von 7"-Singles, Sampler-Tracks und ein paar bislang unveröffentlichen Sessions bieten die Italiener TOUGH einen ganz guten Überblick über ihr bisheriges Schaffen. Musikalisch bestehen große Ähnlichkeiten zu den RAMONES, entsprechend simpel und eingängig ist das Sowngwriting. Viel gute Laune und ein Hauch College-Rock-Flair schwingen ebenfalls mit, was diese Zusammenstellung zur perfekten Untermalung des einsetzenden Frühlings oder zur Beschallung der jugendlichen Freuden geeignet ist.


The Republic Of Wolves - "Shrine"The Republic Of Wolves – "Shrine"
Alternative Rock, Indie Rock (Eigenproduktion, 2018)

Die New Yorker Band aus Long Island legt ihr drittes Album nach. Darauf präsentieren sie eine Mischung aus einfühlsamen Alternative- und Indie Rock. Krachen lassen sie es eher selten, dafür gibt es viel Raum zugunsten von schönen, leicht getragenen Melodien inklusive einer stets mitschwingenden Melancholie. Es offenbart sich recht schnell, dass das Album etwas Zeit benötigt, um all seine Facetten zu entfalten bzw. diese an den Hörer zu bringen; deshalb nicht aufgeben, wenn es beim ersten Durchlauf noch nicht gefunkt hat. Das Album kann eine Menge, es springt einem nur nicht sofort und direkt ins Gesicht. Das bedeutet, dass man sich die nötige Ruhe nehmen muss, wenn man die Musik ergründen will.


No Joy / Sonic Boom - "No Joy / Sonic Boom" EPNo Joy / Sonic Boom – "No Joy / Sonic Boom" EP
Indie Rock, Ambient, Electronic (Joyful Noise Recordings, 2018)

Keine Frage, beide Künstler haben für sich ihre Reize. Während NO JOY einen sehr guten Mix aus Indie und Shoegaze hinlegen, hat sich Peter Kember alias SONIC BOOM experimentell elektronischen Klängen verschrieben, die sicher nicht jeden Nerv treffen und einen bestimmten Gemütszustand erfordern, zur richtigen Zeit gehört jedoch sehr intensiv wirken können. Nun haben sich beide Parteien zusammengetan und gemeinsam eine knapp über 20 Minuten lange EP fabriziert. Das Ergebnis ist… bescheiden. Alles wirkt zusammengeklatscht und dadurch von rein experimentellem Charakter. Es ist toll zu sehen, wenn Musiker ihre Visionen miteinander verbinden, im Falle dieser EP darf man allerdings behaupten, dass nicht jeder Mist, den sich jemand zusammenschraubt, auch veröffentlicht werden muss.


Broken Records - "What We Might Know"Broken Records – "What We Might Know"
Alternative Rock (J Sharp Records, 2018)

Diese Band aus Schottland klingt viel amerikanischer, als man es vermuten mag. Spontan beurteilt tönen sie rein musikalisch wie eine alternativ rockende Version der flotten Seite von SPRINGSTEEN (liegt wohl an den verwendeten Orgeln), allerdings mit anderem Gesang, gepaart mit der folkigen Tiefe von FRIGHTENED RABBIT. Dabei gehen sie beschwingt und locker vor, trumpfen mit starker Dynamik und großen, fast schon stadiontauglichen Melodien. Ein Album, das gehörig Laune macht und bei sonnigem Wetter gehört, alle Sorgen vergessen lässt.


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