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Kurz notiert #94 – Extrem hörbar

28. April 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 294 mal gelesen

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Horizon Ablaze - "The Weight Of A Thousand Suns"Horizon Ablaze – "The Weight Of A Thousand Suns"
Death Metal, Black Metal, Progressive Death Metal (Leviathan Records, 2018)

Na hoppla, das dritte Album der Norweger kann was, und wie! Ihre Mischung aus Death- und Black Metal, angereichert mit Elementen aus der progressiven Ecke, ist so gut gelungen, dass man von einem ersten echten Highlight des (Metal-) Jahres 2018 sprechen darf. Dabei bedienen die Musiker ein weites Spektrum, das Growls, Screams und vorzüglichen Klargesang (kein operettenhaftes Geträller!) umfasst. Die Jungs wechseln von kernigem, stets anspruchsvollen Death Metal zu schwarzen Eruptionen, hinüber zu feinfühligen, fast schon post-lastigen Parts, um dann wiederum einen Bogen zurück in deftigere Gefilde zu spannen. Ein tolles Album, dessen Umschreibungen im Grunde nur schief gehen können, da hier viel mehr passiert, als auf den ersten Höreindruck vermutlich hängen bleibt. Anhören ist Pflicht!


Black Reaper - "Blood Moon Rising"Black Reaper – "Blood Moon Rising"
Thrash Metal (Eigenproduktion 2017)

Thrash Metal der alten Schule scheint einfach nicht tot zu kriegen zu sein. Bemühem sich Bands aus den USA oder anderen westlichen Ländern mittlerweile um neue Impulse, scheren sich die Slowenen BLACK REAPER einen feuchten darum. Sie kramen in der Mottenkiste, holen den alten Kram raus, verpassen diesem einen frischen Anstrich und fertig ist die Suppe. Ihr Thrash ist dabei so herrlich Old School, dass man gerne vergisst, dass der Stoff hier wenig zeitgemäß klingt. Lediglich der satte Sound bzw. die gute Produktion lässt darauf schließen, dass wir es mit einem aktuellen Release zu tun haben. Gesangstechnisch hätte es ruhig etwas mehr Biss sein dürfen, musikalisch geht das Teil aber absolut OK.


Arreat Summit - "The Impure Liturgy"Arreat Summit – "The Impure Liturgy"
Deathcore, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Auf der modernen Todesstahlschiene fahren die fünf Schweden mit ihrem Albumdebüt. Sie bedienen modernen Death Metal mit absolut typischen Deathcore-Vocals (Grunts und Screams im Wechsel) und ebensolchen musikalischen Stilelementen. Dazu haben sie sich eine recht trockene, fast schon sterile Produktion gezimmert, die natürlich jedes noch so kleine Detail offenlegt, dafür aber auch wie gewohnt jeglichen Anflug von lebendiger Atmosphäre unterdrückt. Unterm Strich haben sie ein solides Werk abgeliefert, das jedoch nicht in der Lage ist, aus dem mittlerweile nahezu unüberschaubaren Wust an Genreveröffentlichungen hervorzustechen. Die präsentierte Kost ist einfach zu austauschbar.


Viledriver - "Primary"VileDriver – "Primary"
Technical Death Metal (CDN Records, 2017)

Einmal geordnetes Chaos und zurück. Die Kanadier VILEDRIVER haben viel geübt, bevor sie ihr Debüt eingeholzt haben, das hört man. Aufgrund der von unzähligen Breaks durchsetzten Musik, inklusive vielen anspruchsvollen Parts, war dies auch ganz offensichtlich notwendig. Oftmals am Rande zum Mathcore bzw. Math-Death-was-auch-immer-Metal, wuseln sie sich durch überschaubare 26einhalb Minuten Spielzeit, die übrigens auch völlig ausreichen, denn länger kann man diese geballte Power kaum ertragen. Dass die Musik nicht nur ziemlich irre sowie abgefahren verzwickt ist und entsprechend viel Aufmerksamkeit des Hörers erfordert, ist das eine. Auf der anderen Seite ist der Stoff vor allem richtig gelungen; man muss nur dazu aufgelegt sein, dann sägen dir die Jungs amtlich die Rübe ab.


Nemere - "Vérmező"Nemere – "Vérmező"
Black Metal (Neverheard Distro, 2018)

Dass ungarische Black-Metal-Bands oft ein außerordentlich gutes musikalisches Bild abgeben, weil sie über den Tellerrand schauen und 'die reine Lehre' mit passenden Einflüssen wie Folk, Progressive oder Post-Irgendwas verbinden. Im Falle des Vierers NEMERE verhält es sich leider nicht so vielseitig. Vielmehr huldigen sie bereits ausgiebig bekannten, schwarzmetallischen Themen. Raserei steht im Vordergrund und sämtliche Zitate des Genres werden abgespult. Dass es dabei wenig Originalität gibt, dürfte deutlich sein. Schade, dabei hat die Band gute Ansätze und sie wissen genau, wie es geht, denn das hört man zu jeder Sekunde. Aber was nutzt es, wenn man das Gefühl hat, alles in gleicher oder ähnlicher Form schon einmal gehört zu haben?


Poppy Seed Grinder - "Bleeding Civilization"Poppy Seed Grinder – "Bleeding Civilization"
Brutal Death Metal, Death Metal (Amputated Vein Records, 2016)

Es zeugt von sich entwickelnder Qualität, wenn an dieser Stelle behauptet werden darf, dass "Bleeding Civilization" das bislang reifste und musikalisch beste Album der Tschechen aus Prag ist. Dabei ist ihr Brutal Death keineswegs auf gutturales Gebrumme und Highspeed-Wischiwaschi reduziert, sondern es gibt eine erstaunlich differenzierte, klare Produktion, viele coole Riffs und ein Mikromonster, das durch akzentuierte Grunts und gezielt eingesetzte Squeals punktet. Man könnte die Musik der Band als DYING FETUS 'light' bezeichnen, was ihnen jedoch nicht gerecht werden würde, denn nur weil sie nicht den schwarzen Gürtel in Technik besitzen, ist ihr Stoff keineswegs schlechter oder minderwertiger.


Despite Exile - "Relics"Despite Exile – "Relics"
Progressive Death Metal, Deathcore (Lifeforce Records, 2017)

Diese Italiener können was. Und das, obwohl sie einige Standardzitate aus der Deathcore-Küche hervorzaubern. Diese vermischen sie jedoch mit progressivem Todesstahl der modernen Schule, was dem Ganzen, ganz dramatisch ausgedrückt, einen neuen Sinn ergibt. Auch am Mikro gibt es eienrseits die typischen Deathcore-Screams, aber auch variable Growls, die die Songs etwas auflockern und (zumindst ein wenig) den progressiven Anstrich unterstützen. Die Gitarrenarbeit wirkt wie aus zwei Welten. Zum einen hört man die typisch abgehackten Riffs und Stop-and-go-Parts aus der Core-Ecke, zum anderen richtig geile Melodiebögen und atmosphärisches Spiel. Von letzterem wünscht man sich als Hörer übrigens definitiv mehr. Wir hoffen also in Zukunft darauf, dass sich die Band traut, noch einen Schritt weiter zu gehen; dann könnte hier noch was richtig, richtig großes lauern.


Martyrdöd - "List"Martyrdöd – "List"
Crustcore (Southern Lord, 2016)

Auch auf ihrem sechsten Album setzen die schwedischen Crust-Punks auf das bewährte Rezept, und dennoch klingen sie nicht ausgelutscht oder gar langweilig. Auf erstaunliche Art und Weise erhalten sie ihren Crust-Sound frisch. Durch verschiedenartige Melodien, mal Viking-folkig angehaucht, dann wieder metallisch, dann typisch Hardcore, peitschen sie ihre Songs voran und verpassen ihnen dadurch ein individuelles Eigenleben. Einzig das Gebelle am Mikro ist gleich geblieben und macht die Genrezugehörigkeit ganz deutlich. Mit etwas heiser klingendes HC-Geschrei halten sie an dieser Stelle die Traditionsfahne hoch. Insgesamt ein starkes Album!


Hagl - "Lenket Til Livet"Hagl – "Lenket Til Livet"
Black Metal (Folter Records, 2015)

Auf die meisten norwegischen Schwarzmetaller ist Verlass, zumindest aber auf viele von ihnen. Egal, ob die Musik traditioneller Art ist, progressiv angehaucht, mit der "Post"-Vorsilbe versehen oder sogar experimenteller Natur, in den meisten Fällen haut es hin. HAGL setzen auf geschwindigkeitsreduzierten Schwarzmalstoff, auf volle, gemächliche Beats, unterschwellige Grooves und mehrstimmigen, harschen Gesang. Zum einen  hat dies natürlich den Vorteil, dass sich die Songs duch die Überhscubarkeit schneller erschließen, als flitzeflink gespieltes Geknatter. Allerdings nutzt sich die Originalität auch schnell ab, da einen das Gefühl beschleichen kann, das Album sei recht eintönig gestaltet, nicht nur in Sachen Geschwindigkeit.  Wenn sich hier und da ein paar Nette Dunkelmelodien einschleichen, möchte man zwar gönnerhaft nicken, aber so restlos überzeugen tut das Zeug dann doch nicht voll und ganz, weil man die zündenden Ideen manchmal vergeblich sucht. Es besteht noch Luft nach oben.


The Kennedy Veil - "Imperium"The Kennedy Veil – "Imperium"
Death Metal (Unique Leader Records, 2017)

Drei Alben, drei Sänger. THE KENNEDY VEIL aus Sacramento haben entweder einen hohen Verschleiß oder sind auf Vielseitigkeit am Mikro bedacht. Spaß beiseite, es ist für eine Band sicher frustrierend und ärgerlich, wenn man einfach nicht den (langfristig) passenden Sänger findet. Hoffen wir mal, dass es mit Monte Bernard, der mittlerweile allerdings auch noch bei FALLUJAH angeheuert hat, gut gehen wird. Stimmlich passt er ganz gut in den Sound der Band, auch wenn er mehr nach Deathcore klingt, als nach Death Metal. Dafür hält sich die Musik selbst immer noch weitestgehend fern vom Core und es wird ebenfalls nach wie vor Highspeed-Death-Metal geballert; allerdings mit deutlich mehr Dynamik im Speed, als es bisher der Fall war. War der Vorgänger "Trinity Of Falsehood" noch ein einziges Schlachtfest, wird auf "Imperium" an den richtigen Stellen auch mal der Fuß vom Gaspedal genommen. Gut so.


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