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Kurz notiert #93 – Extrem hörbar

14. April 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 330 mal gelesen

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Hannes Grossmann - "The Crypts Of Sleep"Hannes Grossmann – "The Crypts Of Sleep"
Progressive Death Metal, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2016)

Die Handschrift ist unverkennbar! Der geneigte Hörer und Kenner von Grossmanns Vorgeschichte wird sofort merken, dass es hier sehr große Ähnlichkeiten zu OBSCURA zu hören gibt, bei denen der Drummer bis einschließlich deren Album "Omnivium" zugegen war. Besonders, dass sich Grossmann auch als Songwriter eingebracht hat, spiegelt sich auf seinem zweiten Soloalbum wieder. Es mag vielleicht vermessen klingen, aber "The Crypts Of Sleep" klingt wie die Essenz des OBSCURA-Sounds und dürfte somit für alle Jünger modernen Tech Deaths ein Vorzeigealbum sein, das, man möge verzeihen, in vielen Teilen einfach besser und homogener klingt, als die OBSCURA-Ergüsse. Stark!


Navalm - "Nothingness"Navalm – "Nothingness"
Death Metal (More Hate Productions, 2017)

NAVALM sind offensichtlich selbsternannt dafür zuständig, Liebhabern zu vermitteln, dass Death Metal mit skandinavischer Prägung noch lange nicht tot ist. Angesichts der erhöhten Qualität des vorliegenden Albums wäre es auch ein Unding, sollte es diese Art des Todesstahls nicht mehr geben. Und zu aller Überraschung kommt die Band, die hier den alten Geistern des Genres so herrlich huldigt, nicht aus Skandinavien, sondern aus Sevastopol in der Ukraine (im mittlerweile von Russland besetzten Gebiet auf der Krim). Auf "Nothingness" wird Härte mit einer kleinen, aber wichtigen Portion Melodie verbunden. Das Ganze wird umrahmt von fetten Uptemobeats, ballerndem Midtempo und kernigen Grooves sowie von einer saftigen Produktion abgerundet, nach der sich ein Tomas Skogsberg die Finger lecken würde. Top!


Apophys - "DevoratisApophys – "Devoratis"
Technical Death Metal (Ultimate Massacre Productions, 2018)

Auf dem zweiten Album der Niederländer APOPHYS geht es bunt zu. Allerdings nur auf dem Cover, denn die Musik der fünf Herren trägt einen klaren Stempel, der da lautet: Moderner, technischer Death Metal. Die Songs sind gut ausgearbeitet und sind jeweils schön flüssig komponiert. "Devortis" ist somit keines dieser Stop-And-Go-Deathcore-Platten, sondern ein fettes Riffgewitter mit Nackenreizgarantie, inklusive gezielten Blast-Attacken und Riff-Ratatata-Terror. Das Gebrülle am Mikro ist ebenfalls schön intensiv und tief aggro. Am Ende mag es vielleicht ein klein wenig an Eigenständigkeit fehlen und auch der recht trockene, etwas (zu) sterile Sound hilft ebenfalls nicht, sich von anderen Bands abzuheben, aber wen kümmert das heutzutage schon, wo fast jedes zweite Album soundtechnisch gleich klingt.


Xenobiotic - "Prometheus"Xenobiotic – "Prometheus"
Death Metal, Deathcore (Eigenproduktion, 2018)

Seit 2013 haben die Australier zwei EPs und eine Single veröffentlicht und nun schmeißen sie mit "Prometheus" ihr Albumdebüt auf den Markt.  Jeder, der mit anspruchsvollem Death Metal etwas anfangen kann, der nicht in ungezügelte Frickelorgien abdriftet, sollte sich mit dieser Scheibe vertraut machen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es zündet. Selbst die Tatsache, dass XENOBIOTIC ein klein wenig in Richtung Deathcore schielen und grundsätzlich sehr modern klingen, macht aus der Musik noch lange kein 08/15-Erlebnis, ganz im Gegenteil. Anchecken ist Pflicht, für alle, die auf aufgeschlossenen, schön ktäftig produzierten Todesstahl stehen.


Ataraxy - "Where All Hope Fades"Ataraxy – "Where All Hope Fades"
Death Metal, Doom Metal (Dark Descent Records, 2018)

Die Spanier schieben sechs Jahre nach "Revelations Of The Ethereal" (2012) mit "Where All Hope Fades" ihr zweites Album ins Rennen. Ihr schwerer, von vielen Doom-Parts durchzogener Death Metal ist qualitativ hörbar gewachsen. Sie bringen sechs Tracks in rund 45 Minuten, darunter einen Zehn- und einen Zwölfminüter. Die ausladenden Arrangements sind dabei keineswegs langatmig, sondern vorzüglich ausgearbeitet und bieten viel Raum, um Feinheiten zu entdecken. Die ausgekotzten Vocals erscheinen äußerst dienlich, runden sie doch die leicht morbide Atmosphäre perfekt ab. Starkes Teil und auf jeden Fall ein deutliches Empfehlungsschreiben wert.


Handsome Prick - "Anonymityville"Handsome Prick – "Anonymityville"
Death Metal, Grindcore (Horror Pain Gore Death Productions, 2017)

Vier Typen aus Indiana/USA, klassisch besetzt, das zweite Album, gute Mischung aus Death und Grind. Wobei sie auf "Anonymityville" den Hauptwert nicht auf Speed gelegt haben. In den vielen Zwischenparts bewegen sie sich im Mid- oder überschaubaren Uptempo, oft auch etwas punkig, Hardcore blitzt durch und immer wieder gibt es Metal-Riffs zu hören; gar nicht mal unbedingt Death Metal, sondern einfach Metal-Gitarren, die auch von einer Stoner- oder Heavy-Band hätten stammen können. Kruder Mix? Ne, die Musik ist schon stimmig. Etwas weniger Geschwurbel zwischendurch und mehr gradliniges Geballer hätten hier eventuell (noch mehr) gut getan, aber möglicherweise wollen sie sich durch diese Herangehensweise abheben.


The Dyatlov Discovery - "Desecration"The Dyatlov Discovery – "Desecration"
Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Mastermind Neil Melville aus Kanada holt zum zweiten Angriff auf die Death-Metal-Welt aus. "Desecration" nennt sich sein zweites Full-Length-Werk und spielt in derselben qualitativen Liga, wie schon der Erstling "The Human Condition" (2016). Einziger Unterschied ist der deutlich bessere Sound, der es nun zulässt, sich mehr auf die Details einzulassen. Der gebotene Death Metal mit dezent gehobenem Anspruch ist überdurchschnittlich gut, allerdings auch (leider) noch nicht so gut gelungen, dass man eine unbedingte Empfehlung aussprechen muss. Im Grunde hat man nach dem guten Erstling eine deutlichere Steigerung erwartet. Der nächste Schritt ist noch nicht vollzogen. Aber dieser kommt dann hoffentlich mit dem nächsten Erguss.


Depths Of Hatred - "Hellborn"Depths Of Hatred – "Hellborn"
Death Metal, Deathcore (Eigenproduktion, 2014)

Montreal in Kanada ist in einem Atemzug mit Dampfhammer-Metal zu nennen, da gibt es einfach keine Ausrede. DEPTHS OF HATRED kloppen dich dann auch mit ihrem zweiten Album windelweich. Moderner Todesstahl wird mit Deathcore-Ideen verwoben; natürlich meist geknüppelt, gehackt, gebrüllt, gekreischt und weitestgehend kompromisslos. Wer mit ihrem Debüt "Aversionist" vertraut ist, kann hier getrost zugreifen, stellt "Hellborn" die einwandfreie Fortführung der Ausrichtung der Band dar. Mal wieder saftig um die Ohren? Klaro, greif zu!


Fetocide- "Reckoning Dystopia"Fetocide – "Reckoning Dystopia"
Death Metal, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Die Niedersachsen wollen mit ihrem dritten Album eindeutig in die Hack- bzw. Rangordnung des deutschen Death Metal eingreifen. Gelingen wird ihnen dies nur deshalb nicht, weil sie (noch) zu unbekannt sind und aufgrund des Fehlens eines Labels keine professionelle Promotion schalten können. Ihr technisch angehauchter Todesstahl hat es in sich. FETOCIDE knüppeln sich immer wieder schön durch ihre Parts, wechseln allerdings auch gekonnt in Midtempoparts, die mit anspruchsvollen Schlagzeugfiguren und ebensolchen Gitarren aufwarten. Am Mikro gibt es die growlige Vollbedienung und selbst soundmäßig haben sie durch die nicht sterile und nicht nach Triggersound klingende Produktion alles richtig gemacht. Der Haken? Es gibt keinen, außer, dass die Band eben noch (zu) unbekannt ist, um größere Wellen zu schlagen. Das Zeug dazu haben sie aber.


Demilich - "Nespithe"Demilich – "Nespithe"
Death Metal, Technical Death Metal (Necropolis Records, 1993)

Diese Finnen waren der Zeit voraus, als ihr Albumdebüt 1993 erschien. Sie kombinierten technischen Death Metal mit Ideen aus dem Brutal Death, ohne jedoch in unkontrollierte Geschwindigkeitsorgien zu verfallen. Die Riffs sind herauszufiltern und trotzdem alles andere als leichte Kost. Mit hohem Anspruch spielen sie vertrackte Parts, halb versteckte Melodien  und arrangieren Songs, die es zu ergründen gilt. Besonders hervor sticht der Gesang auf "Nespithe", denn dieser ist extrem tief gegurgelt und so manch Brutal-Death-Kapelle würde sich solch ein Rülpsorgan am Mikro wünschen. Wenn die Jungs hier den einen oder anderen Part eingeflochten hätten, der viel Wiedererkennungswert und dadurch Bestand hat, dann wäre "Nespithe" sicher ein unumgängliches Kultalbum geworden. So aber bleibt es wohl auf ewig ein Geheimtipp.


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