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Kurz notiert #92

30. März 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 121 mal gelesen

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Luxury Stranger - "Darkness Falls Upon The Light"Luxury Stranger – "Darkness Falls Upon The Light"
Post-Punk, New Wave, Alternative Rock (Earth-Two Records, 2017)

Mit ihrer Mischung aus Stilen der alten Schule (Post-Punk und New Wave) und moderneren Ausrichtungen (Alternative, etwas Grunge) hat die Formation um Mastermind Simon York eine gute Basis gefunden. Dass ihr mittlerweile drittes Album ihr bisher reifstes Werk darstellt, dürfte somit eine Information sein, die man im Vorfeld bereits geahnt hat und somit lediglich zur Kenntnis nimmt. Selbst, wenn es an der einen oder anderen Stelle ruhig etwas direkter und griffiger hätte sein dürfen, haben die Engländer ein gutes Album vorgelegt, das man sich als Genreliebhaber mindestens einmal geben sollte, um zu checken, ob es die Band auf die persönliche Like-Liste schafft.


Salvenauta - "Whisper"Salvenauta – "Whisper"
Gothic Rock (Eigenproduktion, 2017)

Es wird schnell deutlich, dass die deutschen Goth Rocker nicht mit der Zeit gehen wollen. Sie spielen Gothic der alten Schule; etwa ein Mix aus TYPE O NEGATIVE und '90er Gothic. Es gibt typische Dynamiken und den ebenso bekannten, harten Bariton-Gesang. Dass es an herausragenden Momenten ein wenig mangelt und man über weite Strecken (leider) vergeblich auf die großen Momente in den Songs wartet, ist ziemlich schade, denn das Grundgerüst stimmt und die Band weiß, wie man an das Thema Gothic würdevoll herangehen sollte. Mehr als ein wohlwollender Anstandsapplaus ist erstmal leider (noch) nicht drin.


Jenni Sex - "Songs Through Your Tongue"Jenni Sex – "Songs Through Your Tongue" EP
Gothic, Post-Punk, New Wave (Eigenproduktion, 2018)

Eine einfache Form des New-Wave-trifft-Post-Punk-mit Gothic-Touch spielen die aus São Paulo stammenden Brasilianer. Besonders der abgedunkelte Gesang weist auf die Gothic-Zugeneigtheit der drei Musiker hin. Sie halten dabei die Instrumentierung ihrer Stücke stets überschaubar; die verwendeten Elemente sind alle jederzeit klar herauszufiltern. Dies bedeutet auch, dass es gelungene Gesangslinien benötigt, um der Musik einen besonderen Anstrich zu geben bzw. ihr einen Stempel aufzudrücken, an den man sich wieder erinnert. Dies ist den Südamerikanern leider nicht gelungen und trotzdem ihre Musik keineswegs übel ist, sind noch ein paar Nachholstunden in Sachen Originalität und Wiedererkennungswert nötig. Klingt unfair? Ist aber so!


Loma - "Loma"Loma – "Loma"
Indie Rock (Sub Pop Records, 2018)

Emily Cross und Dan Duszynski von CROSS RECORD haben sich mit Jonathan Meiburg von SHEARWATER zusammengetan und LOMA ins Leben gerufen. Auf ihrem selbstbetitelten Debüt spielen sie gefühlvollen Indie Rock, mit emotionalen Texten und schönen, tief gehenden Stimmungen. Inklusive tollen, manchmal fast schon hypnotischen Melodien, die durch die weiche, an einigen Stellen regelrecht zerbrechlich-melancholische Stimme von Cross in ihrer Wirkung noch gesteigert werden, überzeugen die drei New Yorker über die gesamte Albumlänge. Dabei reduzieren sie oftmals ihre Musik auf wenige Instrumente, erreichen dadurch allerdings eine unglaubliche Intensität. Absolute Empfehlung für alle, die es gerne auch mal ruhiger mögen.


Pilot Season - "A Deep Dive"Pilot Season – "A Deep Dive"
Alternative Rock, Indie Rock, Punk Rock (Eigenproduktion, 2018)

Diese Tschechen aus Prag klingen erstaunlich amerikanisch auf ihrem ersten Album. Sie haben dabei enorm viel Sonnenstimmung in ihre Stücke eingebaut und würde man es nicht anders wissen, könnte man annehmen, dass die Jungs aus Kalifornien stammen und zudem gerne surfen gehen. Mit freundlichen, äußerst gut gelaunten Melodien, zackigen Riffs und handfesten Drumbeats, die hin und wieder auch mal im punkigen Uptempo ballern, treiben sie ihre Musik voran und gewinnen dabei Meter um Meter. Zunächst wirkt der Stoff nämlich etwas College-mäßig. Man weiß nicht so recht, ob man das Ganze ernst nehmen sollte und es sich nur wieder um eine weitere Punk-Rock-Truppe handelt, aber weit gefehlt. denn PILOT SEASON machen sogar vieles besser als ihre amerikanischen Vorbilder.


Julien Baker - "Turn Out The Lights"Julien Baker – "Turn Out The Lights"
Folk, SInger-songwriter (Matador / 6131 Records, 2017)

Äußerst sensibel geht die aus Memphis stammende Amerikanerin auf ihrem zweiten Album vor. Mit reduzierten Arrangements (Klavier, Keyboards, Gitarre, Streicher) hat sie ein Album erschaffen, das erkennbar in die Tiefe gehen und den Hörer auf eine emotionale Fahrt mitnehmen soll. Die Texte sind durchaus intensiv und beschreiben neben Hoffnung auch Zweifel und unterschiedliches Erleben von Situationen. Insgesamt fehlt es dem Album aber an musikalischer Abwechslung, denn nach wenigen Liedern weiß man kaum noch, wo man gerade steckt bzw. wie weit das Album bereits fortgeschritten ist. Alles ähnelt sich zu sehr. Ist einem das egal, ist "Turn Out The Lights" bestens geeignet, um seinem Schwermut einmal freien Lauf zu lassen.


A Tale Of Golden Keys - "Shrimp"A Tale Of Golden Keys – "Shrimp"
Indie Rock, Indie Pop (Listenrecords, 2018)

Hat man beim ersten Track noch den leichten Eindruck, dass diese deutsche Band scheinbar von THE NATIONAL beeinflusst wurde, verändert sich dies im Laufe der Spielzeit. Bereits das zweite Lied geht einen leicht anderen Weg, auch wenn die schwermütige Herangehensweise sowie die beruhigten, dennoch immer wieder dezent aufbrodelnden Klänge beibehalten werden. "Shrimp" ist grundsätzlich ein entspanntes Album, voller Melancholie und Nachdenklichkeit. Trotzdem ist es keineswegs eindimensional oder gar limitiert. Es wirkt, als ob alles genau so sein muss. Zudem haben die Musiker in den Stücken wiederholt tolle Dynamiken eingebaut, die nicht selten von Reife und Größe zeugen. Diese Band wird noch groß!


Makthaverskan - "III"Makthaverskan – "III"
Post-Punk, Indie Rock (Run For Cover Records / Luxury, 2017)

Aus dem schönen Göteborg stammen diese Schweden und sie frönen einer leidenschaftlichen Version des – Achtung: Konstrukt – Indie-Post-Punk-Gaze. Musikalisch erinnern sie dabei nicht selten an die wunderbaren WESTKUST, was nicht überraschen dürfte, hat Bassist und Gründer Hugo Randulv bei beiden Bands seine Finger im Spiel. Genau genommen müsste es sogar andersherum genannt werden, sind MAKTHAVERSKAN doch deutlich früher am Start gewesen als WESTKUST. Zudem spielt der charismatische wie eigenwillige Gesang von Sängerin Maja Milner eine entscheidende Rolle. denn sie nimmt aufgrund ihrers ausdrucksstarken Organs eine der Musik ebenbürtige Rolle im akustisch schwungvollen Gesamtbild ein.


The Olympic Symphonium - "Beauty In The Tension"The Olympic Symphonium – "Beauty In The Tension"
Indie Rock, Indie Folk (Forward Music Group, 2018)

Mit entspannten Klängen liefern die drei Kanadier auch auf ihrem mittlerweile fünften Album eine gute Figur ab. Und auch, wenn ihnen bis heute nicht 'der große Wurf' gelungen ist, was mit der Musik, die sie zum besten geben, zugegeben auch recht schwer ist, haben sie eine sehr dichte Klanglandschaft geschaffen. Übrigens, hätten sie ein Stücke wie "Choral Voices" noch etwas überdachter arrangiert bzw. ausreifen lassen, wäre ihnen vermutlich ein Folk-Klassiker gelungen; das Zeug dazu hat es. "Beauty In The Tension" spricht eine universelle Sprache, die von Indie, über Folk und dezente Country-Ideen reicht. Gerade, dass das Album über weite Strecken zurückhaltend bis ruhig geraten ist, macht es so besonders. Schöne Angelegenheit, die man in der richtigen Stimmung absolut genießen kann.

7/10


Nieves - "Exist And Expire"Nieves – "Exist And Expire"
Indie Rock, Indie Pop (Eigenproduktion, 2018)

Viel Leidenschaft vermitteln NIEVES auf ihrem Album "Exist And Expire". Dabei verlassen sie sich auf ihr gutes Gespür für leichte, eingängige Melodien und griffige Refrains. Rein musikalisch bewegen sie sich in der Zone zwischen Indie Pop und Rock, ohne eine Seite zu bevorzugen. Manchmal wirken einzelne Gesangsparts eventuell etwas schwülstig, ist man jedoch bereit, den Text dazu anzunehmen und alles im Gesamtkontext zu sehen, macht alles absolut Sinn. Sicher ist die Scheibe nicht für Momente geeignet, in denen tragischer Tiefgang und Ausschweifung gewünscht ist, was der Musik von NIEVES auch nicht stehen würde, dafür aber für Augenblicke, in denen man keine tiefblaue Schwermut benötigt, um entpsannt in sich zu kehren.

7/10


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