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Kurz notiert #91

20. März 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 259 mal gelesen

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Feral Ohms - "Feral Ohms"Feral Ohms – "Feral Ohms"
Punk Rock, Hard Rock (Silver Current Records, 2017)

Kräftig auf die Zwiebel gibt es vom Trio FERAL OHMS aus Oakland. Ihre fetzige Mischung aus Punk- und (Old School) Hard Rock haut ziemlich rein. Wer einen Vergleich braucht, darf sich etwas schmutzigere THE BRONX vorstellen, die gern mal mit dem Wah-Wah herumspielen. Auf jeden Fall machen die Jungs hier ganz schön "den Affen" (Blick auf's Cover). Die Mucke kommt gut rüber und sorgt für automatische Bewegungen in der Hüftgegend. Am Hitpotential müssen sie vielleicht noch ein klein wenig feilen, aber zum wilden Abspacken ist ihre Scheibe allerbestens geeignet.


Die! Die! Die! - "Charm. Offensive."Die! Die! Die! – "Charm.Offensive."
Indie Rock, Post-Punk, Punk Rock (Sounds Of Subterrania, 2017)

Hat man noch den Vorgänger "S.W.I.M." der Neuseeländer im Ohr, dann wird einem im direkten Vergleich vielleicht auffallen, dass "Charm.Offensive." deutlich mehr im Post-Punk stöbert, als es bisher in der Musik von DIE! DIE! DIE! der Fall war. Die Stücke sind eckiger und noch eigenwilliger, zum Teil fast schon schräg und (immer noch) absichtlich masseninkompatibel. Der Rotz und der Punk-Biss bleiben dabei natürlich nicht (natürlich nicht!) auf der Strecke und so zimmern sie sich auch gern mal im gehobenen Tempo durch ein Stück. Eine coole Platte, die aber Geduld und Zeit braucht, denn so sperrig wie hier zeigte sich die Band bisher nicht.


Sneaks - "It's A Myth"Sneaks – "It's A Myth"
New Wave, Minimal, Electro (Merge Records, 2017)

Mit wenigen Mitteln möglichst viel Eindruck machen ist nicht so einfach, denn dazu müssen die Songs stimmen. SNEAKS bzw. Eva Moolchan ist da fast schon faszinierend irgendwie, selbst wenn die Musik eigentlich eher zu belächeln ist. Das gesamte Album besteht aus simplen 08/15-Drumbeats und (zugegeben)gut gemachten) Basslines sowie weitestgehend wenig aktzentuiertem Sprechgesang. Über die Länge von ein, zwei, vielleicht drei Stücken kann das ganz witzig und erfrischend sein, aber über zehn Stücke doch eher… langweilig ist hier noch ein freundliches Wort. Der einzige Trost, der das Album trotzdem noch gerade so hörbar macht ist, dass die Scheibe keine 20 Minuten lang ist.


Autobahn - "The Moral Crossing"Autobahn – "The Moral Crossing"
Post-Punk, New Wavw (Tough Love Records, 2017)

Nein, die erste Assoziation, die man bei dem Bandnamen wohl hat, trifft definitiv nicht zu! Also KRAFTWERK raus aus dem Kopf, eine angedüsterte Post-Punk-/New-Wave-Variante rein und die grobe Beschreibung dessen, wie AUTOBAHN klingen, ist getan. Trotzdem die Briten musikalisch rund 30 Jahre zurück schielen, spielen sie keineswegs nostalgisch aufgewärmten Krempel oder irgend ne alte, ranzige Buttersuppe. Sie transportieren die dunklen Klänge der Vergangenheit gekonnt und überzeugend in die heutige Zeit. "The Moral Crossing" klingt vielleicht nicht ungewöhnlich, muss es auch nicht, dafür aber nach wohliger, warmer Dunkelheit. Mit dem wichtigen Spritzer an kantigem Post-Punk haben sie ein Album veröffentlicht, das einiges kann.


Gothic Tropic - "Fast Or Feast"Gothic Tropic – "Fast Or Feast"
Indie Pop (Old Flame Records, 2017)

Begonnen haben GOTHIC TROPIC aus L.A. als Trio, mittlerweile ist die Band jedoch zum Solo-Act von Cecilia Della Peruti mutiert. Sie präsentiert ihre gelungene Version Indie Rock mit Schwung, teils sonniger Stimmung, aber auch mit melancholischem Unterton; im Grunde gibt sie also genau das wieder, was die Riesenmetropole Los Angeles ist: Ein Platz zum sonnen, zum anschauen und angesehen werden, zum präsentieren, aber auch ein Ort, an dem Erfolg und Scheitern Hand in Hand gehen. Ob man diesen Zwiespalt auch in den Texten hört, sollte jeder selbst entscheiden, rein musikalisch ist der Dame, die auch das Frontcover ziert, der Spagat gelungen.


Sekel - "Sekel"Sekel – "Sekel"
Post-Punk (Fuzz Club Resords, 2017)

Mit leichtem Hang zum Psychedelic und Kraotrock spielen sich die Post-Punks aus Malmö/Schweden auf ihrem Albumdebüt warm. Warm deshalb, weil da noch Luft nach oben ist. Zwar sind die Songs in sich stimmig, aber auch frei von Höhepunkten. Ebenso verhält es sich mit dem Gesang, der zeitweise etwas uninspiriert vorgetragen wird, so als ob halt noch 'ne Stimme zur Musik hinzu muss. Ein wenig mehr Tiefe und Leidenschaft am Mikro hätte dem gesamten Album sehr gut getan; gerade weil es über manche Strecken mit längeren Instrumentalanteilen auskommt. "Sekel" ist keineswegs schlecht, allerdings auch ganz gewiss keine unbedingte Empfehlung.


Follows - "Nyctophile"Follows – "Nyctophile"
Post-Rock, Shoegaze, Indie Rock (Eigenproduktion, 2017)

Es kommt leider nicht so häufig vor, dass es einer Band aus dem fernen Osten, in diesem Falle aus Bangkok in Thailand, so gut gelingt, westlich orientierte Musik zu erschaffen, die auch noch in der Lage ist, Aufmerksamkeit zu erlangen. FOLLOWS ist dies gelungen und zwar mit einem stimmigen Mix aus Post-Rock, Shoegaze, sowie jeweils einer Prise Dream Pop und Indie. Zwischendurch gibt es auch mal einen Part, der ein oder mehrere kernige Riffs transportiert, wonach es jeweils wieder geschickt in Richtung Verträumtheit geht. Selbst der Gesang lässt nicht auf eine Band exotischer Herkunft schließen. Es wäre schön, wenn FOLLOWS eine Zeit zum Umdenken einläuten und die guten Bands zukünftig nicht mehr nur aus den USA oder aus dem UK kommen.


Greet Death - "Dixieland"Greet Death – "Dixieland"
Indie Rock, Shoegaze (Flesh And Bone Records, 2017)

Ob einem Musik gefällt, steht und fällt oftmals mit dem Gesang. Im Falle des aus Michigan stammenden Trios GREET DEATH ist es fast schon ein Trauerspiel, denn die Musik ist so verdammt gut geraten. Ihr Shoegaze Rock ist so wundervoll ergreifend und tief, dass kein anderes Wort als schön treffender ist. Der ziemlich quakige und nölende Gesang ist dafür sehr gewöhnungsbedürftig, was einen regelrecht ärgern kann, weil eben alles andere so gut geraten ist. Der schwere Sound, die kräftigen Gitarren, die wuchtigen Drumbeats und dann diese melancholische Atmosphäre… stark! Der Gesang kann einem das Album vermiesen. Dass es auch anders geht mit der Stimme, wird beispielsweise bei "Black Hole Jesus Christ" bewiesen; warum nicht grundsätzlich so? Klar, polarisieren ist oft auch gut, aber über die Gesamtlänge des Albums ist das schon eine kleine Herausforderung. Gebt euch einen Ruck!


Super Whatevr - "Never Nothing"Super Whatevr – "Never Nothing"
Indie Rock, Alternative Rock (Hopeless Records, 2018)

Stilistisch zwischen Indie und Alternative angesiedelt, präsentieren die Kalifornier auf den ersten Eindruck gut gelaunten Sound, der tatsächlich jedoch mit leicht melancholischem Unterton belegt ist, wenn man intensiver hinhört. Ihnen gelingt es, Stimmungen zu erzeugen, ohne schwülstige Arrangements auffahren zu müssen. Mit einfachen Mitteln ans Ziel, das schafft nicht jeder, SUPER WHATEVR schon. Die stellenweise etwas überschwängliche Art des Gesangs ist sicher nicht jedermanns Sache, klingt es doch hier und da ein wenig zu sehr nach gut gelauntem College Boy. Es mit diesem Stempel zu belassen, würde dem Album aber Unrecht tun, denn auch, wenn es manchmal etwas zuviel des kalifornischen Flairs zu sein scheint, kommen die Jungs immer wieder zurück auf den Boden und können überzeugen.

7/10


Dust Moth - "Scale"Dust Moth – "Scale"
Alternative Rock, Shoegaze (The Mylene Sheath, 2016)

Mit teilweise ziemlich schwerem Sound präsentieren sich die aus Seattle stammenden Rocker DUST MOTH auf ihrem zweiten Album. Metal-Riffs treffen auf Alternative, etwas Post-Punk und sogar ein paar Gothic-Ideen, dazu kommt noch ein wenig Shoegaze und viel Atmosphäre; fertig ist ein gutes Album, das vermutlich erst nach mehrmaligem Hören seine Feinheiten offenbart. Ein Geheimtipp für all jene, die gerne zwischen den Stühlen sitzen und sich trotzdem wohl fühlen, weil der Platz einfach gut ist.

7/10


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