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Kurz notiert #90 – Extrem hörbar

8. März 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 368 mal gelesen

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Corrupt Moral Altar - "Eunoia"Corrupt Moral Altar – "Eunoia"
Grindcore, Sludge Metal (Eigenproduktion, 2017)

Yes! So wird's gemacht! Diese Briten verstehen, wie man Grindcore zeitgemäß prügelt und mit Sludge-Ideen veredelt. John Cooke, der seit dem Timeout von Mitch Harris bei NAPALM DEATH die Gitarre bedient, gibt bei CORRUPT MORAL ALTAR den Kreischmeier und Brüllwürfel und raspelt sich zudem an der Gitarre die Finger wund. War der Vorgänger "Mechanical Tides" schon eine geile Nummer, ist "Eunoia" noch einmal als Steigerung zu werten. Sludge-Grind der feinsten Sorte mit viel Wucht und ungezügelter Kraft. Hammer Teil; yes, yes, yeeesss!!!


Panopticon Death - "The FInal Prophecy"Panopticon Death – "The Final Prophecy"
Death Metal (More Hate Productions, 2017)

Das Trio aus Russland weiß, wie man Old School Death Metal zockt. Mit saftiger Produktion, die an skandinavische Glanztaten erinnert, schweren Riffs und fetten Schlagzeug-Beats, bei denen jeder Todesstahljünger unweigerlich die Beine mitwippen wird, zeigen die Jungs, dass es wichtig ist, die alte Schule immer noch aufblitzen zu lassen. Erinnert sich noch jemand an den Track "Premature Autopsy" von ENTOMBED? So ungefähr klingt der Gesang auf "The Final Prophecy" und die Intensität des Songs ist ebenfalls vergleichbar. Ganz klar also nix zum Gemüseschälen!


Haemorrhage - "We Are The Gore"Haemorrhage – "We Are The Gore"
Goregrind, Grindcore (Relapse Records, 2017)

Die spanischen Grind-Pathologen melden sich zurück mit dem augenzwinkernden Albumtitel "We Are The Gore". In bewährter CARCASS-"Reek-Of-Putrefaction"-Manier rülpsen, ballern, knattern, flegeln und kotzen sie die Durchfallexperten durch das Album. Dabei schmettern sie einige feine Riffs und ein paar coole Breaks raus. Insgesamt ist der Stoff zwar nicht außergewöhnlich anders, geschweige denn außergewöhnlich gut, aber er trifft gewohnt solide ins Schwarze, so dass man der Band hier allerhöchstens ankreiden kann, dass sie eventuell etwas zu sehr in ihrer eigenen Diskografie gegoogelt haben, um sich inspirieren zu lassen.


Lost Soul - "Immerse In Infinity"Lost Soul – "Immerse In Infinity"
Death Metal (Witching Hour Productions, 2009)

Diese Polen lieferten stets durchweg gute bis erstklassige Kost ab. So auch mit ihrem 2009er Erguss "Immerse In Infinity". Neben rasend schnellen Death-Metal-Attacken gibt es zackiges Midtempo-Riffing, Nackenbrecherparts ohne Ende, wütendes Gebelle am Mikro, das an VADER erinnert und immer wieder richtig gut gelungene Melodien der Gitarren, welche die häufige Raserei perfekt auflockert. Eigentlich eine Schande, dass LOST SOUL VADER in Sachen Popularität noch nicht eingeholt haben, denn mal abgesehen von der deutlich erhöhten Durschlagskraft haben sie insgesamt viel stärkere Songs und auch mehr Power im Gepäck. Polnischer Spitzen-Death-Metal = LOST SOUL!


Primordial Throne - "Eidolon"Primordial Throne – "Eidolon"
Death Metal (Eigenproduktion, 2018)

Der Kanadier mit dem Pseudonym Ra (bürgerlich: Riley J. Anderson) veröffentlicht mit "Eidolon" sein zweites Album unter dem Banner PRIMORDIAL THRONE. Gezockt wird ausladender Death Metal mit einem leicht erhöhten atmosphärischen Anteil. Dass der Mann dabei das Einspielen sämtlicher Instrumente im Alleingang erledigt hat, dürfte nicht verwundern. Er macht dabei eine gute Figur und die Kompositionen sind in sich rund. Allerdings besteht auch ein leichter Mangel an packenden Parts, die einen gewissen Wiedererkennungswert versprühen, geschweige denn als "Killer" bezeichnet werden könnten. Die Qualität pendelt sich dadurch auf einer zwar gelungenen, aber eben nicht herausragenden Ebene ein, so dass hier unterm Strich ein gutes, aber leider auch verzichtbares Album bescheinigt werden muss.


Hellish God - "The Evil Emanations"Hellish God – "The Evil Emanations"
Death Metal (Everlasting Spew Records, 2018)

Zackigen Death Metal ohne große Kompromisse ballern uns diese Italiener aus Mailand um die Lauschlappen. Mit einer Produktion, die auch durchaus aus den 1990ern hätte stammen können, wollen sie sich offensichtlich vom aktuellen Sound-Einheitsbrei abheben, was ihnen ganz gut gelingt. Zwar ist ihr böser Death Metal nicht so einmalig, wie man ihn als Hörer oder die Band selbst sich das wohl wünscht, aber dafür haben sie ein gutes Händchen für die schnelle Keule. Wenn sie in Zukunft noch etwas eigenständiger werden, könnten die Jungs noch richtig was reißen.


Seduced - "Discarding The Mask"Seduced – "Discarding The Mask"
Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Die Österrreicher aus Graz werfen auf ihrem dritten Album alles in die Waagschale, was sie zu bieten haben. Schnelle Parts, hartes Riffing, in transparentem und dennoch vollmundig modernem Sound, viele Breaks, tiefe Growls und aggressive Screams sowie ein anständiges Maß an Spielsicherheit bilden hierbei das Gerüst. Dennoch muss einfach gesagt werden, dass "Discarding The Mask" mit rund einer Stunde Spielzeit viel zu lang geraten ist. Vor allem unter dem Aspekt, dass man spätestens nach dem dritten Lied schon alle Facetten gehört hat, die die Band zu bieten hat, ist es einfach zu lang. Die letzten fünf Stücke, welche Neueinspielungen ihres Debüts sind, hätte man sich sparen können; sie überfrachten das Album. Viele Parts wirken austauschbar und man bekommt den Eindruck, dass hier Ideen einfach nur in Varianten wiederholt werden. Etwas schade, denn es lässt sich noch viel mehr Potential erahnen, als man tatsächlich hört.


A Trust Unclean - "Parturition"A Trust Unclean – "Parturition"
Deathcore, Death Metal (Basick Records, 2017)

Nach zwei EPs ("Fragmenting Reality", 2012 und "Reality Relinquished", 2015) bringen die Briten mit "Parturition" ihr erstes Full-Length an den Start. Verschrieben haben sie sich einer Mischung aus schweren Deathcore-Grooves im Wechsel mit dem, was man mittlerweile als modernen Death Metal bezeichnet. Auf jeden Fall ist ihre Musik extrem und wirkt trotz der häufig reduzierten Geschwindigkeit keineswegs gemäßigt. Die Durchschlagskraft funktioniert und die ständig wiederkehrenden Death-Metal-Einflüsse machen aus der Scheibe kein stumpfes Deathcore-Geacker. Cooles Teil, sicher nicht für jeden Moment geeignet, aber fein für Augenblicke, in denen Speed nicht alles ist.


Wormhole - "Genesis"Wormhole – "Genesis"
Brutal Death Metal (Lacerated Enemy Records, 2016)

Die Multi-Kulti-Truppe mit Mitgliedern aus dem Vereinigten Königreich, Südafrika und (Nord-)Amerika, ist der brutalen Variante des Death Metals zugetan. Mit donnernder Doublebass, die meist im Midtempo vor sich hinmalmt, schweren Riffs und ebensolchen Breaks, tiefem Rasierklingengegurgel der Marke Rülps-Nies-Furz, ergänzenden, hohen Screams und einem abrundenden, modernen, wuchtig klaren Sound, slammen sich die vier Extremisten durch ihr Albumdebüt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, auch Solos einzubauen, die übrigens sehr gelungen sind und somit eine kleine, aber feine Prise Melodie ins Spiel bringen. Dennoch, wer "Genesis" lieben wird, steht wohl größtenteils auf klinische, fast schon gefühlskalte Musik und trockenes Gehämmer. Mangelnde Originalität sind hierbei Nebensache.


Ancst - "Ghosts Of The Timeless Void"Ancst – "Ghosts Of The Timeless Void"
Black Metal, Crust, Death Metal (Lifeforce Records, 2018)

Mit einer gelungenen (Achtung: Wortspiel…) schwarzen Todeskruste machen die Berliner gehörig Eindruck. Man hört heraus, dass sie bereits Erfahrung haben und in der Lage sind, tolle Spannungsbögen in ihre Songs einzubauen. Sie kratzen dabei das, was sie für sich benötigen, aus den Stilen Death- und Black Metal heraus, verpassen dem eine Prise Crust und kreieren so ihre eigene Vorstellung von düsterer, heavy Musik. Dass sie dabei immer mal wieder gerne das Gaspedal durchtreten, ist eine feine Sache, denn die schnellen Elemente passen wunderbar in den atmosphärischen Gesamt-Sound. Geile Scheibe und jeder, der hiermit etwas anfangen kann, sollte sich mal die vorigen Veröffentlichungen der Band reinziehen; es könnte sich lohnen.


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