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Kurz notiert #89

20. Februar 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 357 mal gelesen

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Bully - "Losing"Bully – "Losing"
Indie Rock, Alternative Rock (Sub Pop, 2017)

Wie eine etwas rotzigere und leichtere Version von VERUCA SALT klingen BULLY aus Nashville. Dabei bleiben sie stilistisch ganz in der Tradition ihres Labels Sub Pop zwischen Indie und Alternative fest im Sattel und lassen keine Abweichungen zu bzw. wagen diese nicht. Insgesamt kann man sagen, dass "Losing" als zweites Album des Trios um Frontfrau Alicia Bognanno ganz in Ordnung geht. Ein paar mehr fetzige und eingängige Nummern hätten vielleicht ganz gut getan, damit der Stoff richtig packt, aber das ist natürlich wie immer Geschmackssache.


The Horrors - "V"The Horrors – "V"
Indie Rock, Synthpop (Wolf Tone / Caroline International, 2017)

Das fünfte Album der englischen Indie Rocker klingt einerseits irgendwie so erwachsen, weil äußerst nah an der Perfektion, andererseits blicken sie zwischen den Zeilen zurück auf eine Zeit, die von (jugendlichem) Pioniergeist geprägt war und in der seinerzeit musikalisches Neuland betreten wurde. Aus heutiger Sicht natürlich längst ein alter Hut, aber trotzdem gelingt es THE HORRORS, klassischen Synthpop mit Indie Rock und New-Wave-Ideen so zu verbinden, dass es weder altbacken noch zu weich und keyboardlastig rüberkommt. Eine ziemlich gute Platte, die nach dem guten ersten Eindruck stetig wächst und zu einem Jahres-Highlight werden kann.


Brick + Mortar - "Dropped Again"Brick + Mortar – "Dropped Again"
Indie Pop, Indie Rock (Eigenproduktion, 2016)

Ursprünglich bereits 2015 als EP veröffentlicht, erscheint "Dropped" nun als "Dropped Again", remastered, restauriert, als Longplayer inklusive zwei neuen Stücken sowie mit einem Remix bestückt. Die eher poppige, leichtfüßige Musik klingt wie eine noch radiotauglichere Ausgabe von FRIGHTENED RABBIT, nur ohne deren Klasse auch nur ansatzweise zu erreichen. Ob diese Wieder- bzw. Neuveröffentlichung tatsächlich nötig war, darf bestritten werden, denn so dolle ist der Stoff nicht geraten. Außer oberflächlichen Trällergesängen, die zugegeben eingängig sind, ist leider nicht ganz so viel zu holen.


Marker - "Marker"Marker – "Marker"
New Wave, Shoeaze (Medical Records LLC, 2017)

Ein wenig aus der Zeit gerissen klingt Mike Wilkinson auf dem Debüt seines Projekts MARKER, in dem er Minimal Wave mit Shoegaze verwebt. Dass die Musik dabei wunderbar verträumt klingt und besonders der Gesang mit viel Hall belegt ist, dürfte nicht verwundern. Besonders der recht hart ausgesteuerte, leicht hervorstechende Bass, die simplen, durchgängigen Beats und die vielen Keyboard-Flächen bewirken das, was der Musik ihren Stempel aufdrückt. Das selbstbetitelte Album ist atmosphärisch rund und auch wenn man alles an einem Stück hören kann, da die Unterschiede sehr marginal sind, bietet die Scheibe dem Hörer rund  eine Dreiviertelstunde Auszeit.


Soft Kill - "Choke"Soft Kill – "Choke"
Post-Punk, New Wave (Profound Lore Records, 2016)

2010 gegründet und seit 2011 mit Veröffentlichungen am Start ist diese Post-Punk-/New-Wave-Formation aus Portland. Ihr viertes Album "Choke" geht dabei stilistisch weit zurück in der Zeit, ohne altbacken oder lau aufgewärmt zu klingen. Sie verbinden die Moderne mit dem Klang der 1980er und punkten dabei auf ganzer Linie. Stellenweise fast schon am Rande zum Goth-(Wave-)Rock gelingt es ihnen, auf Albumlänge diese ganz besondere Atmosphäre aufkommen zu lassen, die man viele Jahre in der Musik so vermisst hat und die in den letzten Jahren zum Glück wieder stark im kommen ist.


The Men - "Devil Music"The Men – "Devil Music"
Punk Rock, Alternative Rock (We Are The Men Records, 2016)

Holla, diese Jungs aus Brooklyn geben verdammt nochmal Gas. Auf "Devil Music" versuchen sie nicht einmal mehr, irgendwas herausragendes zu machen, sondern sie haben einfach eingestöpselt und legen los. Rock-Power, bis der Arzt kommt. Dass dabei ein schmutziger, echter Sound und ein gehöriger Schuss Punk Rock im Blute mitfließt, stellt das I-Tüpfelchen dar. "Devil Music" hätte übrigens kaum ein besserer Titel für die Scheibe sein können, höchstens vielleicht noch "Devil Rock", aber das geht schon vollkommen OK so. Wildes Album mit viel Energie zum Abgehen.


The Estranged - "The Estranged"The Estranged – "The Estranged"
Indie Rock (Sabotage Records, 2013)

Treibenden Rock mit Indie- sowie etwas Alternative-Flair sowie einer ganz dezenten Post-Punk-Note kredenzen THE ESTRANGED. Ohne ihnen böses zu wollen, muss jedoch gesagt werden, dass sie über die gesamte Albumlänge nicht in der Lage sind, besondere Momente zu erschaffen. Die Musik ist nett zum nebenbei hören, plätschert jedoch weitestgehend auf mittelklassigem Songwriting-Niveau dahin. Dafür, dass die Jungs mit ihren Intrumenten gut umzugehen wissen, besteht in der Schaffensqualität noch Nachholbedarf. Es gibt nichts, das sich abhebt oder einem das Gefühl von guten Ideen gibt. Hier fehlt es einfach noch an Klasse. Hörbar ist es trotzdem, keine Frage…


Daughter - "Music From Before The Storm"Daughter – "Music From Before The Storm"
Indie Rock, Shoegaze, Dream Pop (4AD, 2017)

Mit viel Melancholie und Seele agieren DAUGHTER bereits seit drei Alben (inklusive diesem) und sie haben sich mit jeder Veröffentlichung tiefer in ihr Metier hineingewagt; mittlerweile so weit sogar, dass ihre Musik auf weite Strecken regelrecht wie ein Soundtrack klingt. Atmosphärisch wabernde Passagen, Samples, Post-Rock inklusive verträumter Gitarren, Synthies und stets dieser einnehmende Schwermut, der das Ganze trägt und der Musik den Charakter gibt. Ein schönes Album zum Dahinschweben und um sich fallen zu lassen; vielleicht ein wenig arm an Spitzen, aber manchmal reicht es halt auch, sich einfach nur gefühlvoll zu präsentieren.


Yellow Days - "Everything Okay In Your World?"Yellow Days – "Everything Okay In Your World?"
Indie Pop, Soul, Psychedelic, Trip Hop (Rough Trade, 2017)

Kann man, wenn sich Soul, Pop und Psychedelic kreuzen, das Gebräu einfach frei Schnauze Trip Soul nennen? Klingt affig, zugegeben, aber stilistisch durchaus passend, denn nichts anderes wird hier geboten. Nicht nur ein Bisschen verstrahlt ist der Stoff auf dem Album, in dem die Welt noch OK ist, sondern ziemlich psychedelisch; dabei allerdings stets entspannt und locker, so als ob man seine Tüte zum Feierabend in Ruhe genießen soll. Mitunter hätten es ein wenig mehr griffige Vocal-Arrangements sein dürfen, aber das wird uns die Zukunft von YELLOW DAYS sicher noch bringen.

7/10


Polar Circles - "All In The Golden Afternoon"Polar Circles – "All In The Golden Afternoon"
Indie Rock, Indie Pop (DeepDive Records, 2017)

Feinen, oft regelrecht sanften Indie Rock mit Hang zum dezenten Pop liefert die Band aus Lausanne (Schweiz) ab. Dabei agieren sie durchweg im hohen Qualitätsbereich, denn die Stimmung ihres Albums ist äußerst gelungen. Durchweg schleicht sich die kleine Melancholie durch die Songs und doch blitzt immer wieder das Positive hindurch. Die Melodien sind leicht zugänglich, dabei aber keineswegs einfach, geschweige denn abgedroschen. Die Musik bietet die Möglichkeit, sie konzentriert, aber auch nebenbei zu genießen. Ein schönes Album, das mit der Zeit wächst und einige Feinheiten preis gibt, die man beim ersten oder zweiten Durchlauft möglicherweise (noch) nicht wahrgenommen hat.


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