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Kurz notiert #88 – Extrem hörbar

30. Januar 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 426 mal gelesen

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A.M.S.G. - "Hostis Universi Generis"A.M.S.G. – "Hostis Universi Generis"
Black Metal (Profound Lore Records, 2016)

Die Kanadier aus Edmonton zelebrieren eine Form des Black Metals, welche aus atmosphärischen und eher klassischen Elementen besteht. Hervorstechend ist dabei die charakteristische Lead-Gitarre, deren Klang eher an eine Doom-Band erinnert. Aber mit dem fauchenden Gesang, ausreichend Hall, dem Sechstel-Drumming inklusive wiederkehrenden Doublebassparts sowie schnellen, aber niemals übertriebenen Blastbeat-Passagen, machen A.M.S.G. (was "Ad Majorem Dei Gloriam" heißt) ihre Sache ganz gut. Dadurch, dass die sechs Stücke zwischen acht Minuten und einer knappen Viertelstunde lang sind, erübrigt es sich, zu erklären, dass die Musik ihre Zeit und entsprechend mehrere Durchläufe braucht, um gut wirken zu können.


Drottnar - "Stratum"Drottnar – "Stratum"
Technical Black Metal, Avantgarde Black Metal (Endtime Productions, 2012)

Ziemlich abgefahrenes Zeug, das die Norweger auf ihrem zweiten regulären Album an den Start gebracht haben. Vertrackte Rhythmen treffen auf Blastparts und groovende Hüftanimation. Dabei bleiben DROTTNAR trotzdem stets schwarz. Im Grunde könnte man sie als die (mögliche) Zukunft des Black Metal bezeichnen, denn sie sprengen eindeutig die Grenzen, ohne aber genrefremd oder zu überbordend zu klingen. Manchmal sind es vielleicht ein paar Stopps und vertrackte Rhythmen zuviel des Guten, aber ohne sie würden DROTTNAR vermutlich wiederum zu sehr ins Standardschema fallen. Wie man es macht… Anspruchsvolle, außergewöhnliche Platte.


Istapp - "Frostbiten"Istapp – "Frostbiten"
Black Metal (Trollzorn, 2015)

Gut um die Ohren gibt es auf dem zweiten Album der Schweden ISTAPP. Ihr Black Metal ist größtenteils schnell gehalten, ohne dabei in stumpfes Gedonner zu verfallen. Zudem bauen sie immer wieder melodische, fast schon heroische Leads ein, die der Musik diesen gewissen nordischen Charme verleihen. Stark ist, dass die Band es spielend versteht, Härte und Melodie so zu verbinden, dass man als Hörer das Gefühl hat, es (fast) die ganze Zeit ziemlich auf die Zwölf zu kriegen und trotzdem mit vielen tollen Melodien versorgt zu werden. Dass die Produktion dabei sauber und vollmndig gehalten ist, stellt einen Pluspunkt dar. Coole, gar nicht mal so frostiges Nordwerk.


Norse - "The Divine Light Of A New Sun"Norse – "The Divine Light Of A New Sun"
Black Metal, Death Metal (Transcending Obscurity Records, 2017)

Äußerst interessant, was die Australier auf ihrem dritten Album präsentieren. Sie vermischen Black- und Death Metal und fügem dem Ganzen noch einen leicht avantgardistischen Anstrich zu, der jedoch zu keiner Sekunde völlig das Zepter ergreift. Man könnte die dissonanten Gitarrenfiguren sogar dem Industrial zuordnen, was alles nur noch eigenwilliger macht. NORSE nutzen dabei Blastbeats ebenso, wie ausgedehnte, fast schon atmosphärische Parts. Keyboards gibt es allerdings keine zu hören. Manchmal verlaufen sich die beiden Protagonisten vielleicht ein wenig in etwas unstimmig bis leicht (zu) schief aneinandergefügten Parts, aber das ist natürlich völlig subjektives Jammern. Die Stimmung ist dicht und darauf kommt es letztendlich an.


Construct Of Lethe - "Corpsegod"Construct Of Lethe – "Corpsegod"
Death Metal (Eigenproduktion, 2016)

Ohne schöngetriggerten Sound und ohne den Hörer mit einer überproduzierten Klangwand niederzuschmettern, hageln die Amerikaner aus Virginia auf ihrem ersten regulären Longplayer einen knalligen Death-Metal-Sturm los. Gerne im Uptempo zockt der Dreier seinen Stoff in die Runde, ohne Gefangene zu machen. Dabei begehen sie nicht den Fehler und holzen sich im Dauerfeuer durch ihre Scheibe, sondern sie variieren und streuen eingie gute Ideen ein, die zur Auflockerung dienen. Unterm Strich hätte der Sound dann zwar doch ein wenig voller sein dürfen, besonders was das Verhältnis Schlagzeug/Gitarre angeht, aber wir wollen diese absolut vorzeigbare Platte nicht zermeckern.


Damnation Defaced - "Invader From Beyond"Damnation Defaced – "Invader From Beyond"
Melodic Death Metal (Apostasy Records, 2017)

Man kann und darf ohne zu übertreiben behaupten, dass diese deutschen Death Metaller nahe an der Perfektion sind mit ihrem aktuellen Album, was die Mischung aus schwerem Death Metal und feinen Melodien angeht. Mit einer saftigen Produktion, schweren Riffs, einer Menge Groove, bollerndem Midtempo und auch überschaubarem Speed an den richtigen Stellen, meistern die Niedersachsen ihre Aufgabe absolut sicher und eindrucksvoll. Ein Album, das mehrere Hördurchgänge fordert, damit alle Facetten aufgenommen werden können. Sehr gelungen!


Abysal - "Theogony"Abysal – "Theogony"
Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

ABYSAL gehören zur mittlerweile immer größer und qualitativ stets stärker werdenden Todesstahlszene Polens. Ihrem Albumdebüt hört man sofort an, dass die Jungs keine Anfänger sind. Sie existieren auch bereits seit 1998, mit einer kleinen Unterbrechung und haben außer ein paar Demos bis jetzt allerdings nichts an den Start gebracht; bis jetzt! Ihr Death Metal ist schnell, wuchtig, wild und durchzogen von einigen kleinen Zwischenparts, die dem Ganzen immer wieder etwas Ruhe einhauchen oder besser gesagt, dem Hörer eine Pause gönnen, nur um dann wieder mit voller Wucht zuschlagen zu können.


AngelMaker - "Decay" EPAngelMaker – "Decay" EP
Deathcore (Eigenproduktion, 2012)

Unverständlicherweise gelten die Kanadier bs heute als Geheimtipp, trotzdem sie mit vorliegender EP und dem qualitativ noch einmal geisteigerten Album "Dissentient" (2015) zwei vorzügliche Veröffentlichungen auf den Markt gebracht haben. Ihr schwerer Deathcore ist äußerst brachial, die sehr tiefen Growls schlichtweg als brutal zu bezeichnen. Die Breaks reißen mit, die Grooves regen zum Mitwippen an und das alles, ohne in Geschwindigkeitsorgien zu verfallen. ANGELMAKER regeln alles weitestgehend ohne Speed und sind trotzdem nicht als minder heftig zu bezeichnen als ihre prügelnden Kollegen. Topband, die viel mehr Beachtung finden sollte als es bislang der Fall ist.


Neck Of The Woods - "The Passenger"Neck Of The Woods – "The Passenger"
Progressive Metal, Progressive Death Metal, Metalcore (Basick Records, 2017)

Die aus Vancouver stammenden Prog-Metaller spielen sich durch Death-Metal-Elemente ebenso, wie vielen Metalcore-Riffs und diversen Prog-Metal-Ideen. Sie machen dabei eine gute Figur, selbst wenn es keinen Migtsing-Hit gibt. Ist bei der Musik vielleicht auch etwas zuviel verlangt, aber wer weiß, was es auf dem nächsten Album zu hören gibt. Das Zeug zum größeren Seller haben sie, der Stoff muss nur richtig in Szene gesetzt und entsprechend vermarktet werden.

7/10


Anima Damnata - "Nefarious Seed Grows To Bring Forth Supremacy Of The Beast"Anima Damnata – "Nefarious Seed Grows To Bring Forth Supremacy Of The Beast"
Technical Death Metal (Godz Ov War Productions, 2017)

Weshalb diese Polen auch mit ihrem aktuellen Album als eine Mischung aus Death- und Black Metal gehandelt werden, dürfte nach Genuss ihres Albums als Rätsel gelten. Beim besten WIllen, aber Black Metal lässt sich in der Musik auf ihrem dritten Album nicht (mehr) heraushören. Und nur, weil es mal einen 6/8-Takt gibt, bedeutet dies nicht gleich, dass hier Schwarzmetall gezockt wird. Vielmehr sind die Arrangements, die Riffs und vor allem das Drumming oftmals so detailliert, dass man ANIMA DAMNATA durchaus auch in den Grenzbereich zum Technical Death Metal stecken könnte. Ist letztendlich aber auch alles völlig egal, welche Schublade nun am besten passt, denn es kommt auf die Musik an sich an und die ist sehr gelungen. Der düstere und leicht verhallte Gesang (vielleicht deswegen Black Metal?) passt wunderbar zu den komplexxen Drum-Fills und dem variablen Death-Metal-Gehämmer. Die natürliche Produktion markiert dabei einen wichtigen Sympathiepunkt.


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