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Kurz notiert #87 – Extrem hörbar

12. Januar 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 412 mal gelesen

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Artificial Brain - "Labyrinth Constellation"Artificial Brain – "Labyrinth Constellation"
Technical Death Metal (Profound Lore Records, 2014)

Das, was die Amerikaner in rund 45 Minuten auf ihrem Albumdebüt veranstalten, dürfte jeden begeistern, der auf extrem heftigen Tech Death steht, welcher am Rande zum Brutal Death agiert, dabei jedoch dessen stumpfe Herangehensweise herausfiltert und gegen höchst komplexe Songstrukturen austauscht. Die brutale Intensität des Sub-Genres wird aufgegriffen und in ein äußerst anspruchsvolles Konzept verpackt, das mit (gutturalen) Growls, vielen schnellen Blastbeats, wahnwitzigen Gitarrenläufen und einem insgesamt extrem schweren, vollmundigen Sound alles wegpustet. Fans von GORGUTS werden hier definitiv Blut lecken.


Dead Trip - "Algolagnia - Death Sex In Milk And Blood"Dead Trip – "Algolagnia – Death Sex In Milk And Blood"
Death Metal (Eigenproduktion, 2012)

Es ist keine Schande, wenn eine Band nicht das nötige Kleingeld aufbringen kann, um sich eine richtig geile Produktion zu leisten. Auch weniger perfekt produzierte Alben konnten bereits Kultstatus erreichen. Kritisch wird es aber, wenn der gebotene Stoff so bescheiden geraten ist, dass man um die Vermutung, es mit Anfängern bzw. deren erste Gehversuche zu tun zu haben, nicht herum kommt. Dabei gibt es DEAD TRIP schon länger und sie haben vor dieser Scheibe hier im Jahre 2004 bereits ihr Debüt vorgelegt. Und selbst acht Jahre später klingen sie immer noch… ziemlich mäßig. Insgesamt ein knapp unterdurchschnittliches Werk, das einfach nicht überzeugt und angesichts der Erfahrung der Band deutlich besser hätte ausfallen müssen.


The Antichrist Imperium - "The Antichrist Imperium"The Antichrist Imperium – "The Antichrist Imperium"
Progressive Black Metal, Progressive Death Metal (Apocalyptic Witchcraft Recordings, 2015)

Zunächst leiten einen die Londoner Briten in die Irre, denn sie legen einen recht saftigen Albumstart hin. Im Laufe des ersten Stücken kristallisiert sich jedoch die filigrane Ader der Band heraus und der garstige erste Eindruck weicht einer verspielten Feinfühligkeit, die man sicher nicht erwartet hätte. Auch im weiteren Verlauf des Album dominiert diese spieltechnisch eher vielseitige Richtung; die Musik bleibt dabei stets interessant. Selbst der Gesang ist oftmals klar und tendiert deutlich in die Doom- oder Goth-Richtung. Nur die widderkehrenden (aber nicht allzu häufigen) Blast-Einschübe lassen die Faust in der Tasche geballt. Coole Scheibe, die man sicher öfter hören muss, bis sie sich vollends entfaltet, da sie viel zu bieten hat.


Agoron - "Planetary Reclamation"Agoron – "Planetary Reclamation"
Deathcore, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Die Tech-Death(core)-Truppe AGORON verschreibt sich dem Thema 'sterbende Erde'. Sie reklamieren, dass alles den Bach runter geht und setzen dieses Thema in ihren Songs um. Stilistisch bewegen sie sich zwischen technischem Todesstahl und Deathcore, was natürlich nichts außergewöhnliches ist. Und doch ist die Herangehensweise der Band recht eigen. Der technische Aspekt wird nämlich nicht überstrapaziert, sondern gezielt eingesetzt. Es gibt also auch mal harte Bretterparts, die kaum Griffwechsel aufzeigen, sondern einfach nur mal amtlich durchgebolzt werden. Ein wenig ermüdend sind die stellenweise viel zu langen Sprach-Samples, die dem Ganzen die Luft nehmen und sich irgendwie unaufhörlich durch einige Parts ziehen. Das hätte definitiv reduziert werden müssen. Zwischendurch gibt es auch ein wenig zuviel Geplänkel an den Instrumenten, was mehr wie eine Überbrückung der Zeit wirkt. Dafür bolzen die Slamparts schön rein. Von allem etwas also.


George Kollias - "Invictus"George Kollias – "Invictus"
Death Metal (Season Of Mist, 2015)

Der Grieche ist bekanntlich das Tier hinterm Schlagzeug bei NILE. Mit seinem ersten Soloalbum hat GEORGE KOLLIAS diverse Musiker um sich geschart, um seine persönliche Vision zu verwirklichen. Dass er dabei zudem das Mikro übernimmt und sogar eine beachtliche Figur macht, spricht für ihn. Neben ihn hat er diverse befreundete und bekannte Musiker (verstärkt aus seinem Umfeld) um sich versammelt, um "Invictus" wahr werden zu lassen; sogar NILEs Karl Sanders spielt auf einem Stück mit. Die Musik ist hochkarätig, hat ordentlich Dampf und ist technisch einwandfrei. EInziges Manko ist eventuell, dass der gesamte Stoff verdächtig nach NILE klingt. Hier hätte Mr. Kollias ruhig etwas mehr eigenes Brot backen können, dürfen und sollen-müssen.


Arbor Inversa - "Anticipatterns"Arbor Inversa – "Anticipatterns"
Progressive Death Metal (WormHoleDeath, 2017)

Extreme Metalbands aus Russland muss man zunehmend ernst nehmen. Kamen bislang nur wenige gute Black Metal Bands und einige wenige, dafür jedoch herausragende Tech-Death-Truppen zum Vorschein, weitet sich das Feld ansprechnder Projekt aus. ARBOR INVERSA ist die Spielwiese von Paul G. Wicker und War-M, die Parallel beide bei THE UNHALLOWED, ARUNA AZURA und erstgenannter auch bei DEMIURG tätig sind. Auf "Anticipatterns" wird eine Mischung aus Prog- und Tech Death geboten, mit Versatzstücken klassischen Midtempo-Todesstahls. Alles in allem ist das Teil recht ansprechend gelungen, auch wenn der große Schuss noch auf sich warten lässt.


Kzohh - "IAOLTDOTAD"Kzohh – "IAOLTDOTAD"
Black Metal, Atmospheric Black Metal (No Colours Records, 2014)

Und noch einmal dunkler Stoff aus Osteuropa. KZOHH aus der Ukraine zelebrieren Black Metal aus den Tiefen eines dunklen Abgrunds. Ausufernde, vernichtende Uptempoparts mit stimmungsvollen Windgeräuschen, dazu die bösartigen Kreisch- und Fauch-Vocals, immer wieder eingestreute, atmosphärische Stimmungsmacher und allgemein simple, jedoch niemals banale arts entfachen hier die Flammen in der Finsternis. Ein starkes Album, das in Stunden der Verzweiflung durchaus seinen Sinn erfüllt, nämlich den schwarzen Fleck auf dem Herzen zu vertonen.


Vidargängr - "A World That Has To Be Opposed"Vidargängr – "A World That Has To Be Opposed"
Black Metal (War Anthem Records, 2016)

Rasant, was die deutsche Truppe hier von sich gibt. Nach einem stimmigen Intro knallt es einem kräftig um die Ohren. Mit Tempovariationen und diversen Aufklockerungsübungen zwischendurch gestalten VIDARGÄNGR ihr zweites Album in gewissem Sinne abwechslungsreich und halten so die Songs interessant. Dabei weichen sie nicht einmal außerordentlich vom typischen Black-Metal-Schema ab, sie klingen dafür aber auch nicht halbgar oder ausgelutscht. Wer schnellen Schwarzmetall mag, der trotzdem ein gehöriges Maß an Dunkelheit versprüht, wird hier sehr gut bedient.


Behexen - "The Poisonous Path"Behexen – "The Poisonous Path"
Black Metal (Debemur Morti Productions, 2016)

Großartige Kompromisse gehen diese finnischen Schwarzmetaller nicht ein; sind sie auch noch nie. Ihre Musik ist gezeichnet von einer ungebändigten, dunklen Kraft, die sich stets von Anfang bis zum Ende ihrer Alben donnert. Mit vollmundigem Sound, ein klein wenig Hall im Gesang, der zwischen Black und Death anzudieseln ist, meist schnellen Parts und zwischendurch etwas sakraler Stimmung, wird hier alles niedergeholzt, was sich der Band in den Weg stellt. Für manche ist das vielleicht zu eintönig, wer sich allerdings gerne mal so richtig auf modern satanischer Art vermöbeln lässt, der kommt an BEHEXEN und besonders an "The Poisonous Path" nicht vorbei.


Chthe'ilist - "Le Dernier Crépuscule"Chthe'ilist – "Le Dernier Crépuscule"
Death Metal (Profound Lore Records, 2016)

Und es bleibt düster, richtig düster, denn der Death Metal dieser aus Kanada stammenden Band ist enorm dunkel und mächtig im Klang. Mit schwerem Geschütz und viel Atmosphäre, die durch den Einsatz von Keyboards im Hintergrund erzeugt wird, donnern sich die Musiker, darunter Leute vn BEYOND CREATION, FIRST FRAGMENT, SUTRAH und SEROCS, durch ihr knapp über 50 Minuten langes Bollwerk. Die Produktion erinnert dabei an Bands wie VENGEFUL oder PHOBOCOSM, knallt also mächtig tief ins Geflecht. Der gebotene Todesstahl ist verspielt, aber keineswegs frickelig, gerne auch mal mit tonnenschweren Doublebassparts ausgestattet bis runter zu langsamen Doom-Tretern. Der Gesang ist böse und gurgelnd, alles zusammen also eine richtig geile Scheiße!


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