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Kurz notiert #86

2. Januar 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 285 mal gelesen

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Death Bells - 2017 - Standing At The Edge Of The WorldDeath Bells – "Standing At The Edge Of The World"
Post-Punk (Funeral Party, 2017)

Diese Australier wissen, wie man Post-Punk mit Biss spielt. Mit (natürlich!) angedüstertem Ambiente, schrillen sowie verträumten Gitarrenmelodien, rollendem Bass, kantigen Drumbeats und leicht unterkühltem Gesang schlagen sie genau in die Kerbe, die man mit dem Begriff Post-Punk in Verbindung bringt. Dabei springen einem beim ersten und vielleicht auch beim zweiten Durchlauf nicht unbedingt Hits entgegen und doch besitzt die Musik der Debütanten etwas anziehendes, das man gerne noch einmal auflegt. Ob es die Erinnerungen an die kauzigen End-80er sind oder einfach nur der Umstand, dass DEATH BELLS gut sind, ohne dass man darüber nachdenken muss warum, spielt keine Rolle; Hauptsache es gefällt.


Metz - "Strange Peace"Metz – "Strange Peace"
Noise Rock (Sub Pop, 2017)

Es gibt nicht mehr ganz so viele Bands, die so ausgiebig und vor allem unnachgiebig dem Sub-Genre Noise Rock frönen, und vor allem wenige, die tatsächlich keine HELMET-Klone sind. METZ aus Toronto/Kanada gehören zu denen, die ihre eigene Schiene fahren und dennoch klar im Genre verwurzelt sind. Sie spielen lauten, lärmigen Rock mit wuchtigen Beats, eigenwillig und hier und da auch ein klein wenig schräg, mit angepiekstem Gesang und einer direkten, sehr krachigen Produktion. Das dritte Album der Truppe fährt dabei exakt dieselbe Schiene, mit der sich METZ bereits auf den Vorgängern warmgespielt haben. Zum Abgehen bestens geeignet. Der persönliche Wunsch nach etwas mehr Griffigkeit ist dann auch als völlig subjektiv einzustufen.


Total Control - "Typical System"Total Control – "Typical System"
New Wave, Post-Punk (Iron Lung Records, 2014)

In der Mitte zwischen Post-Punk und New Wave spielen die Melbourne-Australier TOTAL CONTROL auf. Zwischenzeitlich klingen sie, wie aus der Zeit gerissen und katapultieren den Hörer zurück in die frühen 1980er. Im nächsten Moment aber sind sie eine moderne Post-Punk-Truppe, die den angesagten Sound jenseits radiotauglicher Klänge präsentiert. Der Energiehaushalt der Songs ist dabei bestens ausgelotet und so halten die Musiker stets eine gewisse, allerdings eher unterschwellige Spannung aufrecht, die sich in dem Gefühl äußert, im nächsten Moment könnte etwas großartiges passieren. Und stets dieser leicht nostaligische Unterton, ohne aber wehmütig zurückzublicken, sondern mit einem wohligem Lächeln im Gesicht.


Die! Die! Die! - "S.W.I.M."Die! Die! Die! – "S.W.I.M."
Indie Rock, Noise Rock, Post-Punk, Punk Rock (Sounds Of SUbterrania, 2014)

Die Neuseeländer haben mit "S.W.I.M." ein sehr dichtes Album abgeliefert. Mit einer gehörigen Portion Rotz, den man aus dem Punk geholt hat, darunter auch  wiederkehrend gehobene Geschwindigkeit des Schlagzeugs, wilde Schrammelgitarren sowie einer fast schon mädchenhaft zickigen Stimme des Sängers, dem leicht verträumten Charme des Independent, der Wildheit des Noise Rock und den ab und an dezent schrägen Melodiefiguren des Post-Punk liefern DIE! DIE! DIE! ein sattes Teil ab, das einem keine Ruhe lässt. Die Musik wühlt auf und macht Stimmung, und das alles ohne hitverdächtige Songs. Cooles Teil.


Neaux - "Chain Up The Sun"Neaux – "Chain Up The Sun"
Grunge, Alternative Rock, Shoegaze (The Native Sound, 2017)

Auf ihrem zweiten Album bringt das amerikanische Duo Sierra Kusterbeck und Ryan Briggs eine äußerst ansprechende, gefühlvolle, deswegen aber keineswegs leise Mischversion zwischen Alternative, Grunge und sogar etwas Shoegaze an den Start. Vor allem die mit ein wenig Hall unterlegte Stimme der Sängerin sorgt für eine intensive Atmosphäre, wobei die melancholisch verträumten Rhythmen und Riffs ebenfalls eine gehörige Auswirkung auf das Gesamtbild haben. Manchmal wummern die Gitarren so schön tief ("Ugly Angel"), dass man sich fast wünscht, der Song würde nie enden. Starke Platte!


Bellavista - "Sun And Skyway"Bellavista – "Sun And Skyway"
Indie Rock, Shoegaze (Eigenproduktion, 2017)

Wenn einem der leicht leiernde Gitarrensound und die locker luftigen Drumbeats entgegenfliegen, dürften einem sofort die Begriffe 'Vintage', 'Old School' oder '1980er' in den Sinn fahren und wenn nicht, auch gut. Die Band wirkt losgelöst von allen angesagten Zwägen, denn sie spielen einfachen und angenehm zu hörenden, schnörkellosen Independent mit ganz leichter Shoegaze-Note. Ob es daran liegt, dass die Band aus San Fracisco in Kalifornien durch das viele Himmelslicht ein eher sonniges Gemüt besitzt oder sie sich musikalisch schlichtweg treiben lassen, spielt letztendlich keine Rolle. Das Album ist schön zu hören und vermittelt eine stimmige, intensive Atmosphäre.


Here Lies Man - "Here Lies Man"Here Lies Man – "Here Lies Man"
Stoner Rock, Afrobeat (RidingEasy Records, 2017)

Das, was HERE LIES MAN auf ihrem Debütalbum fabrizieren, ist schon eine ziemlich geile Sache. Was wäre, wenn BLACK SABBATH ihren Stoff im Afro-Gewand präsentieren würden? Dann kämen HERE LIES MAN heraus! Mit SABBATH-Riffs inklusive Stoner-Gitarrensound, von afrikanischen Rhythmen beeinflussten Drumbeats und verhalltem Psychedelic-Gesang bieten sie musikalisch eine Mischung, die man so vielleicht noch nicht zu hören bekommen hat. Dass die Stücke dabei gern mal ein wenig verstrahlt wirken, spricht wohl für sich, macht das Ganze aber nur noch sympathischer, denn dadurch entsteht ein angenehmes Nostalgiegefühl, das sich übrigens durch das gesamte Album zieht. Ein sehr gelungener Einstand einer Band, die man unbedingt auf dem Schirm behalten sollte.


Lock Howl - "Pareidolia"Lock Howl – "Pareidolia"
Gothic Rock, Post-Punk, Black Metal (Granite Factory Records / Occult Whispers Records, 2017)

Einen gewagten, aber sehr gut funktionierenden Hybrid bieten die Schotten von LOCK HOWL auf ihrem Albumdebüt. Von klassischem, flottem Goth Rock über Post-Punk bis hin zu dezenten Black-Metal-Einflüssen, die verstärkt als Steigerung eines Parts eingesetzt werden, bieten sie ein spannendes Gebräu. Diese Kombination wirkt absolut natürlich und passt wunderbar zu den Songs der Band. Wenn die zweite Stimme teuflisch fies kreischt oder die Musiker sich zu kurzen Uptempo- oder Doublebass-Ausflügen hinpeitschen, dann kann man im Grunde nur noch vom Feuer angesteckt mitgothen.


The Telescopes - "As Light Return"The Telescopes – "As Light Return"
Psychedelic Rock, Drone, Shoegaze (Tapete Records, 2017)

Eine Herausforderung stellten THE TELESCOPES schon immer dar. Die Band veröffentlicht seit Ende der 1980er Jahre EPs und bis heute sieben Alben und jede Veröffentlichung hatte einerseits ihren Reiz, andererseits auch ihren Nervfaktor. Auch "As Light Return" nimmt sich da nichts. Mit Rückkopplungen, die sich zu Noise-Wänden aufbauen bis hin zum Drone-Gewaber, simplen Schrammelparts, sehr zurückgenommenen, in der Hintergrund gemischten Gesang und ausufernden Kompositionen, die sogar die 13-Minuten-Marke knacken, lullen die Musiker um Stephen Lawrie den Hörer nach und nach ein. Man muss sich darauf einlassen können und das dürfte nicht jedem leicht fallen bzw. nicht jeder wird diese experimentelle Herangehensweise mögen.


Marika Hackman - "I'm Not Your Man"Marika Hackman – "I'm Not Your Man"
Inde Rock (AMF Records / Sub Pop, 2017)

Obwohl durch das Cover vielleicht etwas alberner Kinderkram suggeriert wird, verhält sich in Tatsache ganz anders. Die englische Multiinstrumentalistin MARIKA HACKMAN zelebriert einen sehr dichten Stil, in der Mitte zwischen Indie Rock, Alternative und auch ein klein wenig Singer-Songwriter-Flair. Dabei scheut sie nicht davor zurück, die Gitarrenverzerrung auch mal etwas auf zu drehen und lauter zu werden. In diesem Momenten kommt dann sogar eine Grunge-Note durch, die den Songs verdammt gut steht. Ein erstaunlich gutes Album, das sich in seiner Tiefe erst nach mehrmaligem Hören erschließt.

7/10


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