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Kurz notiert #85

28. Dezember 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 298 mal gelesen

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Thee Oh Sees - "A Weird Exits"Thee Oh Sees – "A Weird Exits"
Garage Rock, Alternative Rock (Castle Face, 2016)

Einen wilden Fuß bieten die alten Hasen THEE OH SEES. Alte Hasen nicht nur, weil es die Band schon so lange gibt (seit 1997), sondern weil sie seit 2006 kontinuierlich mehrere Alben und EP's pro Jahr veröffentlicht. "A Weird Exits" reiht sich unter die besten Sachen der Band ein, auch wenn der Rest ganz bestimmt nicht schwach ist. Man hört der Musik Erfahrung, Vielseitigkeit, aber auch den Mut an, eben nicht in eingefahrene Spuren zu rutschen. Der Garage Rock der Band ist roh, auch mal dreckig, experimentell und zwischendurch sogar ein wenig post-psychedelic.


Brand New - "Science Fiction"Brand New – "Science Fiction"
Indie Rock, Alternative Rock (Procrastinate! Music Traitors, 2017)

Von düster schwelenden Openern und melancholisch rockenden, stimmungsgeladenen Songs, die ins Ohr gehen. So in etwa könnte die Überschrift lauten, wenn man das erste Album der Band seit rund acht Jahren anpreisen wollte. Dabei liefern BRAND NEW gar nicht mal so ausgefallene Musik, denn ihre Mittel sind keine, die andere Bands nicht auch in ähnlicher Weise nutzen. Dennoch: Ihre Songs besitzen Tiefe und vor allem, was ganz wichtig ist, Eigenständigkeit. Hier gleicht nichts dem anderen und jedes Lied vermag eine kleine, lebende Seele für sich darzustellen. Tolle Musik, die berührt. Tolles Album, das gefühlt mit einer enormen Halbwertzeit ausgestattet ist.


The Flatfield - "Passionless"The Flatfield – "Passionless"
Gothic Rock, Post-Punk (Passionless Records, 2014)

Im Geiste düsterer THE CURE, verquollenen JOY DIVISION und nicht gaaanz so grabesdunklen FIELDS OF THE NEPHILIM suhlen sich die aus Helsinki stammenden Musiker von THE FLATFIELD auf ihrem ersten Lebenszeichen. Mit Gothic und Post-Punk erzeugen sie schwarze Melodien und kredenzen teilweise fast schon sakrale Gesangsarrangements. Zwischen Friedhofsstimmung und Wandeln im Vollmond lässt sich "Passionless" gut hören. Hier und da hätte die Atmo gerne noch etwas dichter sein dürfen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.


Slug Guts - "Down On The Meat"Slug Guts – "Down On The Meat"
Post-Punk (Stained Circles, 2009)

Das erste Album der Australier war bzw. ist eine ziemlich gespaltene Sache. Einerseits gibt es, dafür, dass es der erste Output einer Band ist, die sich damals noch definieren musste, ganz gute, unangepasste und eigenwillige Songs zu hören. Andererseits dürfte sich für die Hörer das Aushalten des Gesangs auf Albumlänge mindestens als schwierig erweisen. Dieser klingt nämlich wie von einer schlechten Schülerband, die versucht, einen auf hart zu machen. Mit kratziger, gequälter Stimme, die monoton und in jedem Lied auf gleiche Art die Texte rausknautscht, kann man einfach allerhöchstens ein Lied lang Akzente setzen. Über das gesamte Album ausgedehnt löst dieser Umstand schlichtweg nur Kopfschütteln bis Genervtheit aus. Es ist keine Schande, bereits nach den zweiten Lied von dem unsäglichen Gekrähe abgeneigt zu sein. Zum Glück hat die Band bzw. der Sänger dies auf den nächsten, guten Veröffentlichungen geändert.


Grizzly Bear - "Painted Ruins"Grizzly Bear – "Painted Ruins"
Indie Rock (RCA, 2017)

Mit Hang zur experimentellen Herangehensweise kredenzen die Musiker aus Brooklyn Musik, die den Hörer schnell mitnimmt und ihn alles um sich herum vergessen lässt. Mit verquollenen Gitarrenarrangements, vertrackten, fast schon jazzigen Beats, die das Schlagzeug meistens vorsichtig in die Songs tackert, leicht abgehobenen Vocals sowie diversen, fast schon avantgardistischen Einwürfen in Form von nicht ganz so genau zu definierenden Klangkonstrukten, erweitern sie das Spektrum des Konsumenten um ein feinfühliges Maß. "Painted Ruins" ist sicherlich eine Platte, die man häufiger hören muss, da sie den einen oder anderen nach dem ersten Durchgang eventuell mit einem Schulterzucken zurück lässt. Ist man in der Lage, die Musik aufzusaugen, entfaltet sich ein vielschichtiges, interessant gestaltetes Werk mit Langzeitwirkung.


Trailer Trash Tracys - "Althaea"Trailer Trash Tracys – "Althaea"
Indie Pop, Indie Rock (Double Six Recordings, 2017)

Klammert man das erste und ein wenig in die Irre führende Stück mit Introcharakter aus, bekommen wir es mit einem klug und tatsächlich auch anspruchsvoll arrangierten Indie-Pop-Album zu tun. Die Londoner Briten versetzen einen dabei in die Lage, den Spirit der '80er Hochphase dieses Stils zu fühlen, ohne jedoch in diese Zeit zurückzufallen und schon gar nicht in Nostaligie zu schwelgen. Vielmehr nutzen sie ihr Können, atmosphärische Feinheiten des Old-School-Pop herauszufiltern, diese mit aktuellen technischen Mitteln zu erzeugen und auf ein gegenwärtiges Maß an Klangqualität einzupendeln. Eine schöne Veröffentlichung, die man wunderbar ganz entspannt am Wochenende genießen kann.


Cauls - "Recherché"Cauls – "Recherché"
Alternative Rock, Math Rock (Eigenproduktion, 2017)

Die Briten CAULS sind ein weiteres, unverständliches Beispiel dafür, dass zuviel Mist von den Plattenfirmen an Land gezogen wird und gute Bands wie diese hier in die Röhre gucken. Wieso müssen CAULS mit ihrer absolut gelungenen Musik alles im Alleingang bewältigen? Klar, in der heutigen Zeit benötigt man nicht mehr unbedingt ein Label; die allgemeinen Verkaufszahlen geben die Notwendigkeit im Hinblick auf die Einnahmen auch nicht mehr her, aber weshalb wird dann trotzdem noch soviel Müllmusik über Labels veröffentlicht, während andere, die sich hörbar etwas bei ihrer Musik gedacht haben, im Untergrund herumkrebsen? "Recherchè" ist ein starkes Alternative-Album, das mit dem einen oder anderen Math-Rock-Ansatz ausgestattet ist. Trotz der oft verschachtelten Drumbeats bauen die Musiker und besonders der Sänger eine tolle Atmosphäre auf, in die man sich fallen lassen kann. Starkes Teil, das Beachtung finden sollte.


Heat Dust - "Heat Dust"Heat Dust – "Heat Dust"
Post-Punk (Flenser Records, 2015)

Ein wenig sperrig und ziemlich eigensinnig schreitet die Truppe aus New Orleans auf ihrem Albumdebüt zur Tat. Sie zelebrieren Post-Punk mit leichter Alternative-/Indie-Note, setzten dabei aber auf alles andere als auf Eingängigkeit. Manchmal wird es leicht schräg, dann wieder laut und noisig, dann wieder überschaubar und leicht nachvollziehbar. Der Gesang bildet dabei das Element, an dem man am ehesten festmacht, dass HEAT DUST sich nicht einfach nur irgendwo einreihen wollen. Sie machen das, was ihnen vorschwebt und entweder, man mag es oder nicht. Es scheint ihnen egal zu sein. Gut so!


Japan Suicide - "We Die In Such A Place"Japan Suicide – "We Die In Such A Place"
New Wave, Post-Punk (Unknown Pleasures Records, 2015)

Sich im musikalischen Feld der alten Schule zu suhlen, ist derzeit total angesagt. Auch die Italiener JAPAN SUICIDE bewegen sich mit ihrer Musik in Gefilden, die man noch vor wenigen Jahren als eigentlich längst ausgestorben bezeichnet hätte. In der Schnittmenge zwischen New- und Cold Wave sowie einer Prise Post-Punk machen sie dabei eine ganz akzeptable Figur. Hits im klassischen Sinne haben sie zwar keine an Bord und an tatsächlich originellen Momenten mangelt es auch ein wenig, aber dafür beinhaltet ihr zweiter Longplayer die richtigen Zutaten. Ob das reicht, um den nicht gerade kleinen Kreis an geneigten Genrehörern einzufangen, wird sich noch zeigen.


Publicist UK - "Forgive Yourself"Publicist UK – "Forgive Yourself"
Post-Punk, Gothic Rock, Gothic Metal (Relapse Records, 2015)

Wenn sich Musiker von eher harten Metalbands wie REVOCATION und MUNICIPAL WASTE mit Leuten von den Prog-Stoner-Post-Metallern GOES CUBE und den Post-Punks FRESHKILLS zusammentun, dann kann dabei ein spannendes Gebräu herauskommen. Die Formation PUBLICIST UK bedient auf ihrem Debütalbum eine vorzügliche Mischung aus Gothic und Post-Punk und kann dabei erstaunlich punkten. Gleich die ersten Tracks gehen verdammt gut ins Ohr und auch, wenn in der zweiten Hälfte der eine oder andere Song ein wenig längeren Anlauf benötigt und einem nicht sofort und direkt ins Ohr springt, sondern ein wenig Zeit bis zur Zündung benötigt, muss man der Band ein feines Händchen für Melodien und gelungene, eingängige Hooks bescheinigen. Gerne mehr und hoffentlich bald.


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