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Kurz notiert #84

18. Dezember 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 299 mal gelesen

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Girls Who Care - "Light Sleeper"Girls Who Care – "Light Sleeper"
Indie Rock, Indie Pop (Eigenproduktion, 2017)

Lockeren Synthie Pop mit Indie-Einschlag, der durch begleitende Gitarren aufgefrischt wird, bieten GIRLS WHO CARE aus Ann Arbor in Michigan/U.S.A.. Der Gesang ist leicht verhallt und freundlich. Manchmal fühlt man sich an die seeligen '80er Jahre erinnert, obwohl es produktionstechnisch und auch musikalisch eigentlich kaum Gründe dafür gibt. Möglicherweise ist es die Stimmung, dieses leicht schwebende, verträumt entspannte Gefühl, Sonne und Wasser, vielleicht noch ein Cocktail und nette Begleitung, halt etwas Nostalgie, die dann doch mitschwebt. Who knows…


Mew - "Visuals"Mew – "Visuals"
Indie Rock, Indie Pop (PIAS Recordings, 2017)

Manchmal ist es seltsam. Da wird ein Album vielerorts hochgejubelt, man wird neugierig, erhält es endlich, legt es gespannt auf und denkt sich schon anch wenigen Tönen: Hä, was'n das jetzt? Und es wird leider nicht besser. Die dänischen Musiker haben den Indie-Pop-Bereich ausgelotet und ziehen so ziemlich alle Register, um den Sprung in die Charts zu schaffen oder zumindest eine breite(re) Hörerschaft heranzuziehen. Sollte ihnen dies mit "Visuals" gelingen, wird diese neue Hörerschar aus Menschen bestehen, die wenig Anspruch in der Musik benötigen und gerne Trallala-Melodien im Falsett hören. Wer so leichte Musik mag…


Cellular Chaos - "Diamond Teeth Clenched"Cellular Chaos – "Diamond Teeth Clenched"
No Wave, Experimental, Post-Punk, Free Jazz (Skin Graft Records, 2016)

Selten passte ein Bandname so gut zur Musik wie im Falle der aus der Künstlerhochburg New York stammenden Formation CELLULAR CHAOS. Wer sich schon immer gefragt hat, was eine Beschreibung wie 'kümmern sich nicht um Standards und gehen gegen jede Art der Wahrung von Formen an' bedeuten soll, der sollte sich mit "Diamond Teeth Clenched" beschäftigen. Hier werden einem ein Schwall aus Lärm, unkonventionellen Songstrukturen inklusive verkanteten Rhythmen, Stop-And-Go-Parts, weiblichem Mikrogeheule der beängstigenden Art und schiefe Gitarrenfiguren um die Ohren gepfeffert. Als ob das noch nicht alles wäre, kloppen CELLULAR CHAOS sogar auch mal einen kurzen Grindpart ins Geschehen, nur um danach ihr Lied weiter auf unterschiedliche Art und Weise zu zerstören. Ach ja, Melodien oder etwas, das man entfernt als sowas bezeichnen kann, gibt es auch mal, ab und zu jedenfalls. Krasses Teil, das innerhalb der Songs ruhig ein klein wenig mehr fokussiert hätte sein dürfen, ohne dabei den avantgardistischen Anteil zu verletzen, versteht sich.


Magic & Naked - "Human Expression"Magic & Naked – "Human Expression"
Indie Rock, Indie Pop (Le Pop Club Records, 2017)

Mit ihrer Musik, die die Liebe der Flower-Power-Generation transportiert, ohne in längst überholten, psychedelischem Hippie-Geschwurbel abzudriften, meistern MAGIX & NAKED ihre Vision ausgesprochen gut. Mit einer Prise Melancholie, lockerem Gitarren-Pop und leichter Indie-Tendenz weiß die Band zu überzeugen. Dabei gehen sie möglichst abwechslungsreich vor, bleiben dem von ihnen gewählten Stil jedoch stets treu. Der präsentierte Vintage-Sound klingt dabei einfach, echt und ehrlich. Ein schönes Album zum schwelgen, aber auch, um einfach mal ein wenig abzuschalten.


A Projection - "Framework"A Projection – "Framework"
Post-Punk, Gothic Rock (Tapete Records, 2017)

Mit düsteren, oft zackigen Gitarrenfiguren, atmosphärischem, eher im Hintergrund unterstützendem Keyboard-Spiel und leicht unterkühltem, goth-artigem Gesang punkten die Schweden auf ihrem zweiten Album. Der Gothic-Vibe wird dabei stets hoch gehalten und zelebriert, ohne völlig in dem Thema aufzugehen. Man könnte am Rande auch den Begriff Indie Rock einflechten, wobei dieser vom Gothic und Post-Punk dominiert wird. Ein feines Album, das man (sicher nicht nur) an einem verregneten Wochenende gerne auflegen und genießen kann.


Miserylab - "Void Of Life"Miserylab – "Void Of Life"
Gothic Rock, Darkwave (Carbon Neutral Digital, 2011)

Was Kreativkopf Porl King bislang vollbracht hat, stellt eine ziemlich gerade rote Linie dar. Gothic Rock mit Hang zum Dark Wave, sprich Gitarren und synthetische Klänge für dunkles Ambiente. Klassisch betrachtet kann man seine Musik getrost und simpel als Gothic bezeichnen, fertig. Er spielt dabei auf sicherem Boden, verpasst es allerdings, Akzente zu setzen. Ihm fehlt offenbar das Gespür für richtig gute Songs, denn außer einem wohl gesonnenen 'ist OK' will der Stoff auf "Void Of Life" einem nicht mehr als eben genau das entlocken. Es plätschert zu sehr und es gibt keine Parts, die zum Aufhorchen animieren oder in die man sich fallen lassen kann. Stangenware? Böses Wort, aber ja, so könnte man es ausdrücken.


Headland - "True Flowers From This Painted World"Headland – "True Flowers From This Painted World"
Post-Rock, Indie Rock (Headland Records, 2017)

Eine sehr entspannte, melancholische Variante des Post-Rock liefern diese Australier auf ihrem Debüt ab. Dabei streuen sie ebenfalls ein paar dezente Indie-Sprengsel ein, die sich, fast unbemerkt, mit dem Post-Anteil vermischen. Besonders durch den Einsatz des Gesangs, der nicht durchgängig präsent ist, dafür aber an den richtigen Stellen feinfühlige Akzente setzt, wird der Post-Stempel immer wieder abgestreift. "True Flowers From This Painted World" ist perfekt dazu geeignet, sich zu Feierabend auf die Couch zu fläzen und Fünfe gerade sein zu lassen. Wem es nach Opulenz und Bombast dürstet, sollte jedoch besser einen großen Bogen um die Scheibe machen.


Factice Factory - "Lines & Parallels"Factice Factory – "Lines & Parallels"
Dark Wave, Cold Wave, New Wave (Wool-E Discs, 2017)

Puh, also man muss schon wirklich aufgeschlossen aufgelegt sein, um das dritte Album "Lines & Parallels" von FACTICE FACTORY zu ertragen und auch noch gut zu finden. Musikalisch ist das Ganze dabei durchaus einigermaßen akzeptabel geraten, wenn auch ohne Ausrutscher nach oben. Es gibt eine schon lange bekannte, inhaltlich ziemlich unspektakuläre, in der Handhabung aber ordentlich gelungene Mischung aus New Wave und Dark Wave. Was eher so gar nicht wohlgeraten ist, ist der Gesang, der nicht nur äußerst schief vorgetragen wird, was in dem Genre natürlich nicht unüblich ist, sondern auch keine Spitzen oder herausragende Akzente setzt. So lieblos runtergnölte Laber-Vocals habe ich schon lange nicht mehr gehört. Sorry, aber das hier war bzw. ist gar nix.


Clustersun - "Surfacing To Breathe"Clustersun – "Surfacing To Breathe"
Indie Rock, Shoegaze, Post-Punk, Psychedelic Rock (Seahorse Recordings / Audioglobe, 2017)

Mit Hall und eigensinnigen Gitarrenparts kommen CLUSTERSUN zu ihren Schubladen. Grundsätzlich zocken sie Post-Punk mit Shoegaze-Elementen, garniert mit etwas Psychedelic Indie Rock; und wer noch Fantasie aufbringt, darf auch gern das Old School Goth Genre heranziehen. Dabei sind ein paar feine, dramatisch klingende Sachen an den Start gebracht worden, zu denen man mit geschlossenen Augen schön den Kopf hin- und herschunkeln kann. Der Gesang hätte an der einen oder anderen Stelle ruhig etwas griffiger und akzentvoller sein dürfen, aber was dem einen nicht passt, gefällt bekanntlich dem anderen. Nette Platte einer Band, die man sich auf jeden Fall mal vormerken sollte.


Junior Astronomers - "Body Language"Junior Astronomers – "Body Language"
Indie Rock, Garage Rock, Punk Rock (Refresh Records, 2017)

Mit fetzigen Indie-Rock-Nummern machen die kleinen Astronomen aus Charlotte in North Carolina/U.S.A. gehörig Stimmung. Sie versprühen mit einfachen, flockigen sowie sympathsich schrammeligen Akkorden und beschwingtem Schlagzeugspiel gute Laune. Der Gesang unterstützt diese Stimmung und lenkt das Ganze dann auch in die Indie-Ecke, auch wenn die Band sich grundsätzlich klar zwischen den Stühlen bewegt. Auf jeden Fall ist die "Körpersprache" mindestens einen Hörversuch wert und es ist auch keineswegs verwunderlich, wenn das Teil schnell zündet und man es sich wiederholt reinzieht. Gute Platte.

7/10


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