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Kurz notiert #82

2. Dezember 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 111 mal gelesen

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Lea Porcelain - "Hymns To The Night"Lea Porcelain – "Hymns To The Night"
Wave, Post-Punk (Lea Porcelain Recordings, 2017)

Dem (Wahl-)Berliner Duo Julien Bracht und Markus Nikolaus ist auf ihrem Debütalbum etwas gelungen, das nicht viele Künstlern schaffen, zumindest nicht in dieser hohen Qualität, wie auf "Hymns To The Night". Sie verweben den Spirit von JOY DIVISION und frühen NEW ORDER mit einem modernen Post-Punk-Gefühl und kleiden alles in elektronische Wave- und Shoegaze-Klänge. Dabei ist viel Weite und Melancholie spürbar, aber angenehm, nie erdrückend oder niederschmetternd. Die Beats sind stets präsent und treiben die Songs voran, oftmals auch mit pumpendem Bass, maschinellem Brodeln und stimmungsvollen Synthie-Flächen. Der Gesang ist nüchtern und schwermütig und trägt dadurch viel zur Gesamtwirkung bei. Ein tolles Album, das man fast schon als Pflichtstoff bezeichnen kann.


Bauhaus - "Go Away White"Bauhaus – "Go Away White"
Post-Punk, Alternative Rock (Cooking Vinyl, 2008)

Diese Band besitzt für viele einen (verdienten) Kultstatus, rocken und kauzen sie sich doch bereits seit den späten 1970ern durch die Szene. Ihre Alben waren teilweise sperrig, experimentell, etwas (post-)punkig und eigentlich immer auch sehr eigensinnig. Letzterer dürfte der Punkt sein, an dem sich viele Anhänger und auch Gelegenheitshörer festgebissen haben, denn dadurch haben BAUHAUS sich ihren Namen erspielt. Nicht umsonst nennen viele mittlerweile große Bands BAUHAUS als Einfluss. "Go Away White" aus dem Jahre 2008 bedient das typische Feld der Band, auch wenn manche der Songs im Vergleich zu früheren Ergüssen fast schon erstaunlich leichtgängig rüberkommen, obwohl sie es bei genauem Hinhören gar nicht sind. Exzentrik ist nach wie vor vorhanden und leicht zu konsumieren sind die Engländer immer noch nicht. Gut so. Auf jeden Fall eine Platte, die man auflegen kann, wenn man die Faxen dicke hat von all dem eingängigen Kram da draußen.


Battle Axe Culture - "Trivial Misanthrope"Battle Axe Culture – "Trivial Misanthrope"
Indie Rock, Post-Punk (Eigenproduktion, 2017)

Na hoppla, was kommt denn da aus der Ukraine rübergefluppt? Ganz cooler Indie-Post-Punk mit einigen guten und vor allem stimmigen Songs. Wer sich den Sound der Deutschen LOVE A ein wenig gradliniger und natürlich mit anderem Gesang vorstellen kann, kommt dem, was BATTLE AXE CULTURE fabrizieren, schon recht nahe. "Trivial Misanthrope" ist ein ansprechendes, aber mit unter einer halben Stunde Spielzeit leider auch rrecht kurzes Hörvergnügen geworden. Diese Truppe sollte man sich unbedingt auf den Zettel schreiben, da geht noch einiges.


Pia Fraus - "Field Ceremony"Pia Fraus – "Field Ceremony"
Indie Rock, Dream Pop, Shoegaze (SekSound / Shelflife Records, 2017)

Seit 1998 musiziert diese Formation aus Estland und kann mit mittlerweile fünf Alben und einigen EPs einen durchaus beachtlichen Katalog vorweisen. Ihr aktuelles Werk "Field Ceremony" ist wundervoll melancholisch und entspannt geworden. Es lädt zum Verweilen ein, zum Träumen, zum Zuhören, zum Weggleiten. Der perfekte Wegbereiter also, um dem Alltag zu entfliehen; zumindest für eine Weile. Die vorsichtigen, teils gehauchten Stimmen von Eve Komp und ihrem Bandkollegen Rein Fuks schmiegen sich schön aneinander und runden den Gesamtsound vorzüglich ab.


Beaches - "Second Of Spring"Beaches – "Second Of Spring"
Indie Rock, Pschedelic Rock (Chapter Music, 2017)

Diese Australier wissen, wie man klssischen Independent-Sound mit psychedelischen Elementen mixt und es dann auch noch gut klingen lässt. Zum zehnjährigen Jubiläum übertreffen sie ihre beiden Vorgänger und kredenzen mal eben so ein gelungenes Werk. Natürlich muss man (zumindest ein wenig) eine Hippie-Seele im Herzen tragen und das Herumspielen und Ausreizen eines Parts mögen, denn genau das macht die Musik von BEACHES aus. Dabei bauen sie enorm viel Gefühl auf und holen alles an Atmosphäre aus dem jeweiligen Part raus, was es zu holen gibt. Geiles Ding, das man vorzüglich bei Regenwetter und langsam beginnender Dunkelheit eingemummelt auf der Couch hören kann. Oder aber auch einfach nur so, weil's halt geil ist.


Alpine Lakes - "Alpine Lakes"Alpine Lakes – "Alpine Lakes"
Alternative Rock (Madeira Records, 2017)

Was einem da zunächst an Audiomaterial entgegenschwappt, schürt Hoffnung auf coole Mucke. Sobald allerdings die Stimme einsetzt. sind Gedanken wie 'meint der das ernst?' absolut erlaubt. Direkt gesagt: Musikalisch haben die Londoner Briten einiges zu bieten und durchaus gute und gelungene Ideen am Start, gesanglich besteht hier allerdings noch enorm Nachholbedarf. Schief und disharmonisch zu den Instrumenten kämpft der Sänger größtenteils ums Überleben und man kommt nicht umhin, häufiger mal das Gesicht zu verziehen, um den schrägen Ergüssen des Mikromalträteurs (gibt's das Wort überhaupt?) irgendwie Herr zu werden. Sorry, aber da rollen sich einem die Fußnägel hoch. Die miese Gesangsleistung reißt alles runter.


Jon Cohen Experimental - "Go Getters"Jon Cohen Experimental – "Go Getters"
Garage Rock, Indie Rock (Sugar Gator Records, 2017)

Klasse, was die Kanadier auf die Beine stellen. Herrlich schrammeliger Indie Rock, der schön sauber und natürlich produziert ist. Mit Gesang, der so knapp an den '60ern vorbeischrappt und Gitarrenfiguren, die man ebenfalls von den End-'60ern bis rein in die '80er gehört hat, werden hier Sympathiepunkte eingeholt. Dabei fabrizieren sie viel gute Laune und schicken eine Prise belebenden Schwung ins Spiel, den man mit 'der wilden Jugend von damals' in Verbindung bringen kann. Stimmung ist immer gut und was JON COHEN EXPERIMENTAL hier liefern, hat eine Menge davon. Gelungen!


The Sea Life - "The Sea Life"The Sea Life – "The Sea Life"
Indie Rock, Alternative Rock (Babe City Records, 2017)

Ebenfalls atmosphärisch, aber keineswegs ruhig geht es bei THE SEA LIFE aus Washington D.C. zu. Mit viel Dynamik setzen sie in ihren Songs immer wieder Eckpunkte, an die man sich gern erinnert und die man noch einmal hören möchte. Zudem schwebt eine leichte Melancholie mit, die mal mehr, mal weniger zum Vorschein kommt, jedoch stets präsent ist. Diese Band ist eines der besten Beispiele dafür, dass es da draußen noch einiges zu entdecken gibt und vor allem, dass da draußen noch viel gute Musik lauert, die eben nur entdeckt werden will. THE SEA LIFE ist zu wünschen, dass sie sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen und auch in Zukunft die kommerziellen Schiene meiden, damit ihre Musik diesen besonderen Charme beibehält.


Caracara - "Summer Megalith"Caracara – "Summer Megalith"
Indie Rock (Flower Girl Records, 2016)

Getragen und schwermütig geht es bei CARACARA zur Sache. Sie schicken einen meist vorsichtigen, langsamen Indie-Sound ns Rennen, der oft regelrecht traurig klingt und die Sonne, sollte sie denn scheinen, schnell hinter dicken Wolken verkriechen lässt. Dabei setzen sie gar nicht mal nur auf schleppende Klänge, sondern lockern gerne auch mal mit lauten Gitarren und zackigen Drumbeats auf, was besonders in der zweiten Albumhälfte auffällt; der Grundtenor bleibt jedoch in 'blau' gehalten. Dass es sich bei "Summer Megalith" um das Debüt der Formation handelt, ist angesichts der Qualität der Musik kaum zu glauben. Es gibt sie also noch, die guten Newcomer. Vormerken ist Pflicht!


Ape Not Kill Ape - "Bushman"Ape Not Kill Ape – "Bushman"
Post-Punk, No Wave (Eigenproduktion, 2017)

Soso, Affen töten keine Affen. Mal abgesehen davon, dass der Spruch aus Planet der Affen nur im Film Anwendung findet und die Natur da etwas anderer Meinung ist (wer Sielmann und Grzimek aufmerksam verfolgt hat, weiß Bescheid), eignet er sich allerdings vorzüglich als Bandname und drückt auch gleich ganz gut aus, dass die Musiker mit ihrem Stoff Eigenwilligkeit transportieren. Der präsentierte Sound, bestehend aus annähernd gleichwertigen Anteilen Post-Punk und Alternative Rock inklusive einer experimentellen Note, die man durchaus als No Wave bezeichnen darf, zieht von der ersten Seunde an die Aufmerksamkeit komplett auf sich. Da wird dann auch schon mal geschrien und wild auf den Saiten herumgeritten. Größtenteils findet man zwar wie erwähnt eigenwillige Musik, dafür abeer auch viele schön anzuhörende, stimmungsvolle Parts. Coole Mucke, die man definitiv nicht beim ersten Hören verinnerlichen kann.

7/10


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