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Kurz notiert #81 – Extrem hörbar

26. November 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 110 mal gelesen

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Becomes Astral - "Paleblood Sky"Becomes Astral – "Paleblood Sky"
Progressive Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Selbst die kanadischen Death Metal Bands entwachsen langsam ihrem bisherigen Spektrum, was ein unaufhaltsames Voranschreiten der Szene bestätigt. Dabei lässt sich nicht einmal behaupten, dass die Szene aus dem Land des Ahornblattes stagniert. BECOMES ASTRAL bewegen sich auf "Paleblood Sky" für eine Band aus Ontario auf eher ungewohnten Pfaden. Prog-Death mit -Core gemischt und zudem mit einer gehörigen Prise Melo-Death-Thrash gewürzt. Klingt vielseitig, ist es auch. Dabei muss man allerdings schon ein Ohr für hochmelodische, schnelle Saitenflitzerei haben, denn was die Jungs da an ihren Instrumenten fabrizieren, ist einerseits eine feine Sache, andererseits könnte es dem einen oder anderen jedoch zuviel des Guten sein.


Abhorrent Decimation - "The Pardoner"Abhorrent Decimation – "The Pardoner"
Death Metal (Prosthetic Records, 2017)

Auf ihrem zweiten Album klingen die Londoner Death Metaller tatsächlich noch etwas moderner. Besonders die gegrölten Growls driften mehr in die Deathcore-Ecke als zuvor. Die Produktion ist sehr modern gehalten, was ebenfalls schnell die Deathcore-Schubladisierung hervorrufen könnte, dabei wäre das ein Fehler, denn rein musikalisch ist der Fünfer deutlich mehr im klassischen Todesstahl verwurzelt, nur eben mit einer super modernen, sterilisierten Produktion ausgestattet. Gelungenes Album, das allerdings leider ein wenig austauschbarer klingt als der Vorgänger.


Lascar - "Absence"Lascar – "Absence"
Black Metal (Eigenproduktion, 2016)

Das Album des chilenischen Schwarzmetallers Gabriel Hugo beginnt vrsichtig mit unverzerrten Klängen, die einen die genaue Ausrichtung der Musik zunächst nicht erkennen lassen. Dann beginnt recht unvermittelt eine kratzige Gitarre zu schrabbeln und (vermutlich) synthetische Drums steuern ihre etwas sehr stumpfen Beats dazu. Hinzu kommen völlig unverständlich gekreischte Vocals und natürlich die obligatorische Leitgitarre, die ein paar ganz nette Melodien in Form von Läufen beisteuert. Schlecht macht der Mann seine Sache sicher nicht, aber die Musik erscheint auch genau als das, was sie ist: Die Produktion eines einzelnen, der seine Visionen auf Konserve gebannt hat, ohne besondere Vorkommnisse und ohne großartige Ideen. Nicht jeder ist dazu bestimmt und geeignet, alleine außergewöhnlich gute Musik zu erschaffen.


Suicidal Causticity - "The Human Touch"Suicidal Causticity – "The Human Touch"
Death Metal, Brutal Death Metal (Amputated Vein Records, 2017)

Ähnlich der Herangehensweise ihrer Genrekollegen HATE ETERNAL ballern sich die Italiener aus Florenz durch ihre zweite Schlachtplatte. Geboten wird zumeist rasender und technisch anspruchsvoller, aber nicht übertrieben abgehobener Death Metal. Die Produktion ist gut gelungen und nimmt man das Teil genauer unter die Lupe, lässt sich der Stoff tatsächlich problemlos als Anheizer für HATE ETERNAL nutzen. Wäre das Artwork der Platte noch etwas ansprechender ausgefallen, dann würde die Truppe mit ihrer guten Musik sicher mehr Aufmerksamkeit erlangen.


Thron - "Thron"Thron – "Thron"
Black Metal (Clavis Secretorvm, 2017)

Der Name suggeriert, dass man es mit majestätischem Black Metal zu tun bekommt, der erhaben seine Runden zieht und den Hörer ehrfürchtig in seinen Bann zieht. Zumindest erwartet man dies irgendwie unterbewusst, wenn sich eine Band schon mit solch einem Namen schmückt. THRON aus dem Schwarzwald werden diesem Anspruch leider zu keiner Sekunde gerecht. Ihr Schwarzmetall erfüllt nahezu alle Standards der modernen Ausrichtung dieses Genres, scheitert jedoch daran, den Hörer einzufangen. Die Musik plätschert, es gibt keine herausragenden Momente, alles wurde schon unzählige Male gehört und durchgenudelt. Zwar bewegen sich THRON auf sicherem Boden und versieben ihren Einstand nicht, dafür gelingt es ihnen auch nicht, spezielle Marken zu setzen, an deren (eben nicht vorhandenen) Wiedererkennungswert man sich gerne erinnert.


Isvind - "Gud"Isvind – "Gud"
Black Metal (Folter Records, 2015)

…Und dann gibt es Bands, die die alte Schule des Black Metals bedienen und sie mit ein paar erfrischenden Ideen anreichern, wie zum Beispiel sakral anmutenden, weiblichen Chören. Den Norwegern ISVIND gelingt dies scheinbar spielend, denn trotzdem sie dem Black Metal in seiner reinen Form fröhnen, klingen sie eigen. Ein weiterer Pluspunkt ist die eisige Atmosphäre, die durchgehend aufgebaut wird und nur durch oben erwähnte Gesangseinlagen oder coole Breaks aufgelockert wird. Das zum Teil schnelle Schlagzeugspiel ist dabei ein klarer Hinhörer, denn an einigen Stellen werden kleine spieltechnische Spitzen eingebaut, ohne jedoch den Fluss des Liedes oder die Atmosphäre zu verletzen. Sehr gelungenes Teil, das aus dem Wust an Veröffentlichungen klar herausragt.


Act Of Defiance - "Birth And The Burial"Act Of Defiance – "Birth And The Burial"
Thrash Metal (Metal Blade Records, 2015)

Wenn die Medien einer Band den Titel 'Supergroup' ankreiden, kann das sehr lästig sein, weil sich zum einen ein enormer Druck aufbaut, andererseits wird dieser Titel oft auch schlichtweg zu Unrecht und rein aus Marketingzwecken benutzt. Dass sich bei ACT OF DEFIANCE (Ex-)Leute von MEGADETH, JAG PANZER, SHADOWS FALL, INFERNAL MAJESTY und EIDOLON tummeln, zeugt zwar von Kompetenz der einzelnen Musiker, bedeutet aber nicht automatisch, dass das Zusammenspiel auch große Früchte hervorbringt. Nun, ihr Debüt "Birth And The Burial" ist aber gelungen. Es gibt eine Mischung aus oben genannten Bands zu hören, die man im Auge behalten muss, wenn man auf modernen Thrash steht.


A Loathing Requiem - "Acolytes Eternal"A Loathing Requiem – "Acolytes Eternal"
Technical Death Metal (The Artisan Era, 2015)

Ein Mann, eine Axt! Malcolm Pugh hat es drauf, aber wie! Der U.S.-Amerikaner liefert auf seinem zweiten Album ordentlich ab. Dabei macht er alles alleine, von den Kompositionen über das Einspielen sämtlicher Instrumente ist der Multiinstrumentalist komplett im Alleingang verantwortlich. Und man hört es nicht heraus, dass hier keine Band aus mehreren Musikern komponiert hat. Pughs Musik klingt versiert, technisch anspruchsvoll und besitzt an vielen Stellen ordentlich Durchschlagskraft. OK, man kann die programmierten Drums ankreiden und deswegen das Resultat abwerten, aber warum? Es funktioniert und es ist gelungen. Selbst wenn an der einen oder anderen Stelle die Frickelei vielleicht etwas weniger zugunsten eines durchgängigeren Blastbeats hätte ausfallen dürfen, ist "Acolytes Eternal" ein Album, das jedem Fummel-Metaller ein Freudenstrahlen ins Gesicht zaubern wird.


Lorna Shore - "Flesh Coffin"Lorna Shore – "Flesh Coffin"
Deathcore (Outerloop Records, 2017)

Sehr krass, was die aus New Jersey stammende Deathcore-Truppe auf ihrem zweiten Album fabriziert. Benutzt werden zwar die gängigen Deathcore-Standards, wie Grunz-Kreisch-Wechselgesang, Stop-And-Go-Parts, Breakdowns, viele wechselnde Beats und Rhythmen, darunter immer wieder auftauchende Blastbeat-Gewitter, sowie ein äußerst druckvoller, pumpender Sound, aber die Qualität der Ausführung ist einfach Bombe! LORNA SHORE stechen aus dem fast schon unüberschaubaren Wust an Bands, die all diese Stilmittel ebenfalls nutzen, äußerst positiv heraus, denn hier wird alles auf die Spitze getrieben. Vor allem in Sachen Brutalität legen die Amis gegenüber anderen Truppen eine Schippe drauf und bauen mit geschickt eingeflochtenen Keyboard-Klängen zudem eine leicht morbide Atmosphäre auf, die dem Ganzen das gewisse Etwas hinzufügt. Ein sehr geiles Album, das selbst jeder Deathcore-Hasser einmal ausprobieren sollte.


Scalpel - "Sorrow And Skin"Scalpel – "Sorrow And Skin"
Brutal Death Metal (Sevared Records, 2013)

Amtlich ins Gesicht gibt es von SCALPEL auf ihrem Debütalbum. Schneller Blastbeat-Death-Metal mit tiefgrunzender Stimme und für diese Art Musik durchaus gelungener, weil nicht übertrieben künstlicher Produktion rappelt einem um die Ohren. Gleich das erste Stück lässt einen vorausahnen, dass es auch im weiteren Verlauf keine großartigen Kompromisse geben wird. Allerhöchstens wird kurzzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen, um Luft zu holen für die nächste Speed-Attacke. SCALPEL als stumpf zu bezeichnen wäre dabei übrigens trotzdem falsch, denn es gelingt ihnen, sich im Rahmen der Gesetze ihres Metiers möglichst vielseitig zu präsentieren. Nicht schlecht, Herr Specht.

7/10


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