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Kurz notiert #80 – Extrem hörbar

20. November 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 134 mal gelesen

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Erebus Enthroned - "Temple Under Hell"Erebus Enthroned – "Temple Under Hell"
Black Metal (Seance Records, 2014)

Es ist ein Kreuz mit den guten Bands. EREBUS ENTHRONED aus Australien lösten sich im Jahre 2015 auf, nicht aber ohne zuvor noch ein verdammt gutes Album auf den Markt zu bringen. Auch wenn bekannte Formen des Black Metal stets erkennbar sind, haben die meisten Bands aus Down Under etwas ganz eigenes an sich. Man nehme zum Beispiel RUINS oder NAZXUL, die ebenfalls hervorstechen mit ihrer Art, diesen Stil zu zelebrieren. So auch EREBUS ENHRONED, die mit guter, an RUINS erinnernder Produktion glänzen und musikalisch kräftig Druck machen. Der Stoff springt dir direkt ins Gesicht. Es wird viel im High Speed geblastet, es gibt aber auch ebenso viele atmosphärische Midtempoparts, die manchmal mit beschwörenden Vocals untermalt werden. Ein starkes Album und ein Trauerspiel, dass es die Band nicht mehr geben soll.


Apotheon - "Mechanically Consumed"Apotheon  – "Mechanically Consumed" EP
Progressive Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Abzüglich des Introtracks bieten die Prog-Deather aus Denver drei Stücke, von denen zwei mit über sieben Minuten Spielzeit leichte Überlänge aufweisen. Die Musik ist mit gelegentlichen Djent-Riffs ausgestattet, aber auch mit allerlei Solos, Tech-Death-Parts, Läufen und Riffs, Riffs, Riffs. Den erwähnten Djent-Anteil darf man dabei nicht überbewerten, denn APOTHEON machen nicht den Fehler, die produktionstechnisch relevanten Ähnlichkeiten zu benutzen und, was das wichtigste ist, sie streuen lediglich derartige Riffs ein, ohne in dem Subgenre gänzlich aufzugehen. Das Hauptgeschehen besteht vielmehr aus andersartigem Death-Riffing. Natürlich immer progressiv und stets mit einer Melodie ausgestattet. Unterm Strich fehlt den Songs ein wenig die Aussagekraft, obwohl sie spieltechnisch erste Sahne sind.


Liverum - "Discover Your Land"Liverum – "Discover Your Land"
Progressive Metal (Birdwings Records, 2017)

Vermutlich ist das Letzte, woran man beim Anblick des Covers des Debütalbums der Norweger LIVERUM denkt, dass die Burschen hier ganz kräftig ihren offensichtlichen Vorbildern GOJIRA huldigen. Genau genommen klingt "Discover Your Land" wie ein unfertiges Demo-Album genannter Franzosen oder eben wie eine Band, die gerne wie GOJIRA klingen möchte und die keine Scheu davor hat, dass sie jegliche Eigenständigkeit vermissen lässt. So nett das Album auch anzuhören ist, es ist leider ganz eindeutig ein stilistischer Abklatsch. Mit einem großen Wert auf Melodie, guten Rhythmen (die sich allerdings im Laufe des Albums doch sehr ähneln) und kratzigem Schreigesang, werden alle Trademarks beibehalten, die es braucht, um als Klon durchzugehen.


Liturgy - "Dawn Of Ash"Liturgy – "Dawn Of Ash"
Brutal Death Metal (Unmatched Brutality Records, 2004)

BRODEQUIN jemand? Unmatched Brutality Records?? Jamie Bailey am Mikro und am Bass??? Kinders kommt, die kennt man, wenn man Brutal Death hört! OK, für alle Nichtwisser hier die Fakten: Was gibt es zu hören? Unterproduziertes Dauer-Highspeed-Gerödel mit Gitarren, die klingen, als wenn sie im Nebenraum eingespielt und durch eine Bunkerwand aufgenommen wurden; Gesang, der irgendwo in der Mitte zwischen Tiefkehlrülpsen und Dauerdurchfall liegt; dazu Songs, die spätestens ab dem dritten Lied nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Klingt gut? Verkneift euch gefälligst das Lachen! Es ist nämlich tatsächlich irgendwie auch cool, denn die Kompromisslosigkeit, mit der die Band zu Werke geht, ist schon sehr beeindruckend. Ähnlich wie bei BRODEQUIN halt. LITURGY hatten sich kurz nach der Veröffentlichung dieses Albums aufgelöst und 2015 unter dem Namen LITURGY A.D. wieder zusammengefunden. Mal sehen, was noch kommt.


ScordaturaMartyr Defiled – "Young Gods"
Deathcore (Eigenproduktion, 2017)

Das, was die Engländer auf ihrem dritten Album bringen, nennt man dann wohl Entwicklung. Gleich zu Beginn muss man feststellen, dass sich MARTYR DEFILED verstärkt dem Midtempo und insgesamt groovigeren Rhythmen widmen. Allein das Gebrüll am Mikro ist geblieben. Die Band spielt nun wohl das, was man allgemein hin, in Bezug auf Deathcore, als typisch und vielleicht sogar eingängig bezeichnet. Letzteres mit zugekniffenem Auge versteht sich, denn die Musik ist durchaus noch extrem und alles andere als massenkompatibel. Aber sie haben eingebüßt, an Durchschlagskraft und an Charisma. Mittlerweile klingen sie leider völlig austauschbar, gefühlt wie jede zweite, willkürliche Deathcore-Band.


Scordatura - "Self-Created Abyss"Scordatura – "Self-Created Abyss"
Brutal Death Metal (Gore House Productions, 2017)

Brutal Death Metal mal etwas anders. Nämlich nicht mit durchgehenden Gurgelgrunzgesängen oder kränklich wirkenden Verdauungsgeräuschen eines Wales, sondern mit abwechslunsgreichen Screams. Natürlich gibt es Gegrunze, aber nie übertrieben und zur Auflockerung eben auch hohes Gekreische. Kennt man alles, ja, aber im Brutal Death nicht unbedingt allgegenwärtig. Musikalisch agieren die Schotten auch erstaunlich abwechslunsgreich und lockern ihre Songs immer wieder mit ganz coolen Grooves auf. Die Produktion hätte vielleicht etwas voller sein können, ist aber absolut anhörbar. Ein gutes Folgealbum zum ebenfalls beachtenswerten Debüt "Torment Of The Weak" (2013).

7/10


Aposento - "Bleed To Death"Aposento – "Bleed To Death"
Death Metal (Xtreem Music, 2017)

Herrlich, was diese Spanier auf ihrem zweiten Album veranstalten. Völlig aus den Hier und Jetzt entgleister Death Metal der alten Schule inklusive räudigem Schrammel-Sound und fiesen Vocals direkt aus dem schlammigen Untergrund. Endlich mal wieder ein Album, das nicht so geleckt und überproduziert daher kommt. Die Musik ist erstaunlich abwechslungsreich gestaltet, was bedeutet, dass es zahlreiche, unterschiedliche Uptempoparts gibt, einige langsame, schleppende Anteile und ebenfalls ein paar Midtempoparts, die gut Feuer machen und fein treiben. Hat man hier erst einmal den unperfekten Sound akzeptiert, wird dieser bald seinen natürlichen Charme entfalten und eine sehr coole, unangepasste Scheibe hervorbringen.


The Hallowed Catharsis - "Solar Cremation"The Hallowed Catharsis – "Solar Cremation" EP
Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Blödsinn, möchte man laut sagen, wenn man stellenweise im Internet liest, dass diese Kanadier als Deathcore bezeichnet werden, spielen sie doch eindeutig Technical Death Metal ohne nennenswerte Core-Anteile. Die Gitarrenfraktion frickelt sich gut einen ab, ohne jedoch den Nervfaktor zu überschreiten und auch das Schlagzeugspiel ist vielseitig und entsprechend mit vielen unterschiedlichen Rhythmen, Beats und durchdachten Breaks versehen. Was diese EP aber vor allem ansprechend macht ist, dass sie nicht überproduziert ist und einfach echt klingt. Keine Trigger-Drums, keine Direct-Plug-In und ähnlich steriler Mist. Gute Scheibe!


Seventh - "Limbes"Seventh – "Limbes"
Black Metal, Atmospheric Black Metal (Eigenproduktion, 2017)

Es ist erfrischend, wie vielseitig das Quartett aus Quebéc City seinen Black Metal gestaltet. Es werden atmosphärische Parts mit bollernden Doublebass verwoben die, entgegen der üblichen Herangehensweise im Genre, von stellenweise erstaunlich tief tönenden Gitarren ergänzt werden. Nichts mit kreischenden Sechssaitern und blechernem Geschepper. Lediglich der hohe, schmerzerfüllte Schreigesang, das wiedrkehrend auftauchende, schnelle Gekloppe und die Sechstel-Parts erinnern an die Schwarzseelenabteilung. Und selbst, wenn die fünf, leicht überlangen Stücke (alle zwischen vier und neun Minuten lang), rein musikalisch keine außerordentlichen Besonderheiten bieten, besitzt "Limbes" ein ansprechendes Eigenleben. Das ist hier ist erweiterter Black Metal, nicht monoton und dennoch mit bekannten Trademarks versehen.


Birth Of Depravity - "From Obscure Domains"Birth Of Depravity – "From Obscure Domains"
Brutal Death Metal (Dismembered Records, 2017)

Und noch einmal herrlich auf die Zwiebel gibt es von den Griechen BIRTH OF DEPRAVITY, denn ihr Brutal Death Metal mit Hang zum technischen Spiel bringt einen mächtig ins Schwitzen. Schwindelerregender Speed, wildes Geriffe und tiefes Gegrunze sorgen für eine ordentlich steife Frisur. Dass die Truppe dabei nicht im langweiligen Wust der meisten Konkurrenten untergeht, sondern durchaus für Aufsehen sorgt, liegt zum einen an den guten Songs, die trotz aller Brutalität viele starke Parts beinhalten und zum anderen an der ungebändigten Power der Musik insgesamt. "From Obscure Domains" macht verdammt Druck, und zwar ohne Pause von vorne bis hinten; Raserei bis zur Atemlosigkeit. Für diese Musik muss doch mal endlich die Nackenwirbeltransplantation vorangetreben werden; das hält ja sonst keiner aus, verdammt nochmal…


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