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Kurz notiert #79 – Extrem hörbar

12. November 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 73 mal gelesen

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Baring Teeth - "Ghost Chorus Among Old Ruins"Baring Teeth – "Ghost Chorus Among Old Ruins"
Technical Death Metal, Progressive Death Metal (Willowtip Records, 2014)

Heiliger Falter, diese Texaner wollen es aber wissen! Auf ihrem zweiten Full-Length gehen BARING TEETH noch einen Schritt weiter als auf ihrem vorzüglichen Erstling "Atrophy" und stellen sämtliche Regler auf anspruchsvoll, vertrackt, sperrig, abgefahren und grundsätzlich extrem. Sie riffen sich durch schwierige Parts, gehen über in einen kurzen Blast-Ausflug, brechen diesen abrupt ab und verschachteln ihre Musik wieder dermaßen, dass man die Konzentration beim Hören niemals aufgeben sollte, sonst wird alles Positive ins Gegenteil gewendet und die Scheibe nervt ultra ab. BARING TEETH polarisieren, ganz klar, aber dafür ist ihre Musik auch einzigartig. GORGUTS auf Drogen!


Wormed - "Krighsu"Wormed – "Krighsu"
Technical Death Metal, Brutal Death Metal (Season Of Mist, 2016)

Die Spanier WORMED bringen es auf ganze drei Alben und eine EP seit ihrer Gründung im Jahre 1998. Hört man ihren Stoff und saugt die ultra-komplexen Strukturen auf, dann wird einem schnell klar, dass sich derartige Musik nicht mal eben so schreibt und der Entstehungsprozess durchaus länger als der bei anderen Truppen übliche Intervall dauert. In irrwitziger Geschwindigkeit metzeln sich die Musiker durch knapp 35 Minuten Break- und Highspeed-Wahnsinn. Der Sound ist dabei erstaunlich gut gelungen und einzelne Instrumente gut herauszufiltern. WORMED gehören mit zum besten, das der Extrem-Metal-Bereich zu bieten hat.


Syndemic - "Annihilate The I"Syndemic – "Annihilate The I"
Progressive Death Metal, Melodic Death Metal (7Hard Records, 2017)

Diese fünfköpfige Band aus Hamburg hat sich einer progressiven Variante des Melodic Death Metal verschrieben, scheut dabei aber auch nicht vor gelegentlichen Blast-Einschüben zurück. Im Vordergrund regieren allerdings gedrosseltes (Mid-)Tempo und gut überschaubare Strukturen. Eine skandinavische Note ist den Gitarren eindeutig herauszuhören, was die durchaus gut gespielte Musik leider ein wenig beliebig macht, denn jede x-beliebige Band nutzt diese Art des Melo Death mittlerweile. Wenn sich die Truppe traut, noch mehr Mut aufzubringen und tatsächlich ihren eigenen Weg zu gehen, dann darf man sie in ein paar Jahren bestimmt zu den Top Acts der deutschen Death-Szene zählen. Das Zeug dazu haben sie.


Algetic - "Sewer Dynasty"Algetic – "Sewer Dynasty"
Brutal Death Metal, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2013)

Hui hui, hier geht die Luzi ab. Die Deutschen aus Karlsruhe bolzen sich ganz schön einen ab auf ihrem Debüt. Auf spieltechnisch anspruchsvollem Niveau hackt, donnert, bolzt und fiedelt sich das Trio durch rund (und völlig ausreichenden) 34 Minuten brutalen Todesstahl. Besonders die schwindelerregend hohe Geschwindigkeit der Drums erwecken unweigerlich die Aufmerksamkeit des Hörers. Wenn es hier zum Blastbeat kommt (und das ist wahrhaftig nicht selten!), dann wird meist im ultraschnellen Gravity Blast gedonnert, was in etwa einem Supertornado gleichkommt, der direkt über einen hinwegfegt und alles mitreißt und verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt.


Droid - "Terrestrial Mutations"Droid – "Terrestrial Mutations"
Thrash Metal, Progressive Thrash Metal (Nightbreaker Productions, 2017)

Was die Kanadier auf ihrem ersten Longplayer veranstalten, ist schon eine coole Sache. Sie spielen leicht progressiven Thrash Metal mit deutlich technischer Schlagseite. Trotz des kräftigen, modernen Sounds, der jedoch ganz eindeutig wie eine lupenreine Thrash-Produktion klingt, wirken sie ein wenig wie aus der Zeit gerissen. Allerdings wäre diese hohe musikalische Qualität, die DROID an den Tag legen, vor 20 oder 30 Jahren kaum denkbar gewesen. Höchstens Bands wie ATHEIST, WATCHTOWER, THEORY IN PRACTICE und sehr wenige mehr wären dieser Aufgabe gewachsen gewesen. Coole Scheibe, der man das Herzblut anhört.


Aetheric - "Serpents Beneath The Shrine"Aetheric – "Serpents Beneath The Shrine"
Technical Death Metal, Melodic Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Selten ist es einer Band so gut gelungen, die stilistischen Elemente Aggression, Brutalität, Technik und Melodie so gut unter einen Hut zu bringen. Natürlich gibt es viele Bands, die alle diese Begriffe erfüllen, aber selten kommt dabei solch ein Kinnhaken heraus, wie bei diesen U.S.-Amerikanern aus Minneapolis. Ihr Albumdebüt ist wechselweise rasant, schnell, dann wieder aggro und im nächsten Moment hochmelodisch filigran, ohne jedoch Brüche zwischen diesen Phasen erkennen zu lassen. Alles greift wunderbar ineinander und klingt wie schon immer zusammengehörend. Starker Longplayer-Einstand nach der Debüt-EP "Mutated Malevlence" aus dem Jahre 2016.


Decrepit Birth - "Axis Mundi"Decrepit Birth – "Axis Mundi"
Technical Death Metal (Nuclear Blast Records, 2017)

Auf hohem Niveau knüppeln sich die aus Kalifornien stammenden DECREPIT BIRTH durch ihr viertes Album. Schnelle Flitzefinger-Riffs, abwechslungsreiches und Break-akzentuiertes Schlagzeugspiel, ständige Wechsel zwischen Blastbeats und Midtempo-Gedonner sowie ein Growlmaster am Mikro, der dem Ganzen die derbe Note gibt. Das Album drückt von vorne bis hinten und es gibt nur wenige Phasen zum Durchatmen, wenn überhaupt. Sehr gelungen, das Teil. Die Amerikaner zimmern sich damit jedenfalls locker in die obere Liga; wenn sie dort ohnehin nicht schon längst sind.


Tsjuder - "Antiliv"Tsjuder – "Antiliv"
Black Metal (Season Of Mist, 2015)

Mit schön hasserfüllten Kratz-Vocals rattern die Norweger ihre Version rasanten Black Metals runter. Dabei streuen sie sogar leichten Groove ein, wie beim zweiten Stück "Krater", das mit kernigem Midtempo besticht, bevor es in die geordnete Raserei übergeht. Der Sound ist nicht überproduziert (mitunter wichtig im Black Metal) und bewegt sich zwischen Old School und einer modernen Herangehensweise. Die Gitarrenläufe sind schön klar herauszuhören und reißen einen so richtig mit. Geht ziemlich ab, die Kiste. Auch wenn TSJUDER mit diesem Album stilistisch nicht viel anders gemacht haben als bisher, ist es subjektiv gesehen ihr bestes Album, weil es einfach von vorne bis hinten passst und stimmt.


Cerebral Fix - "Disaster Of Reality"Cerebral Fix – "Disaster Of Reality"
Crossover, Thrash Metal (Xtreem Music, 2016)

Crossover der alten, klassischen Schule. Roh, einfach und drauflos. Mit zum Teil wuchtigen Beats in leicht luschigem Soundgewand woll(t)en die Veteranen es noch einmal wissen. Dass sie dabei etwas mehr in die Metal-Ecke schielen als bisher, dürfte niemanden verwundern, selbst wenn sich sogar ein Cover von THE EXPLOITED eingeschlichen hat. So richtig durchfunken tut der Stoff dann allerdings leider nicht, denn irgendwie fehlt es an den starken Momenten. Es plätschert zuviel und so richtig geil abkurbeln kann man auch nicht. Stilistisch dürften Freunde von CRYPTIC SLAUGHTER, HELLBASTARD oder DEVIATED INSTINCT zur Zielgruppe gehören. Vermutlich auch bezeichnend für den eher schwachen Restart ist, dass sich die Band mittlerweile schon wieder aufgelöst hat.


Neetzach - "True Servants Of Satan"Neetzach – "True Servants Of Satan"
Black Metal (ANP Records, 2006)

Das als Dreiergespann eingespielte Debüt und bislang (leider) einzige Album der Norweger als räudig und schmutzig zu bezeichnen, ist keineswegs übertrieben. Die gebotene Variante des Black Metals ist vordergründig im Midtempo angesiedelt, was bedeutet, dass schwere Grooves, Doublebass und kantige, dezent schnellere Rhythmen dominieren. Der Gesang ist fies und dreckig und ergänzt die rotzigen Riffs wunderbar. Eine gewisse Dnkelheit lässt sich ebenfalls ausmachen, wie es sich für zünftigen Schwarzmetall gehört. Es ist erfrischend, dass die Band nicht auf durchgehende Raserei setzt und dieses stilistische Element eher durch gezielte Salven zu etwas Besonderem macht. Leider ist der Status der Band bis heute ungewiss, was angesichts dieser coolen Scheibe sehr schade ist.

7/10


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