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Kurz notiert #78 – Extrem hörbar

6. November 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 92 mal gelesen

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Tehom - "The Merciless Light"Tehom – "The Merciless Light"
Death Metal (Blood Harvest, 2017)

TEHOM ist ein dynamisches Duo aus Schweden. Allerdings spielen sie keinen typischen Elchtod-Sterbestahl, wie man es vielleicht aufgrund ihrer Herunft erwartet. Ihre Musik ist düster, aber oft auch schnell und treibend. Der Sound, die Produktion, ist leicht rau und erinnert an amerikanische Death-Metal-Klassiker à la MORBID ANGEL oder auch AUTOPSY, wobei TEHOM etwas flotter zur Sache gehen als letztgenannte Rotzlöffel. Der röhrende Gitarrensound lässt die Musik natürlich und sympathisch erscheinen. Von Glanz und Gloria keine Spur, was in Zeiten von ultrasterilen Deathcore-Alben sehr erfrischend ist. Zum Abschädeln vorzüglich geeignet.


Hollow World - "Exanimate"Hollow World – "Exanimate"
Death Metal, Deathcore (Eigenproduktion, 2017)

Die leicht symphonischen Elemente zu Beginn des Albums lassen einen erst einmal kurz erschrecken. Im weiteren Verlauf offenbart sich in "Exanimate" jedoch ein modernes Death-Metal-Album am Rande zum Deathcore. Die Australier flechten dabei einige Melodien ein, welche die Musik gut ergänzen, aber nie komplett die Federführung übernehmen. Unterm Strich ist das Album vielleicht etwas zu üblich und typisch geraten, was sich besonders im Wechselgesang zwischen Grunzen und Kreischen äußert, das man mittlerweile an jeder Ecke hören kann. Rein musikalisch ist das Ganze OK, für Begeisterungshüpfer reicht es allerdings nicht, da es einfach zu wenig Ideen gibt, die einen aufhorchen lassen.


Gorod - "Kiss The Freak"Gorod – "Kiss The Freak" EP
Technical Thrash Metal (Unique Leader Records, 2017)

Kenner wissen, dass es die meisten französischen (Technical) Death Metal Bands drauf haben. GOROD haben bereits einige gute Scheiben am Start und auch diese EP beginnt vielversprechend mit einem kurzen, futuristischen Intro und geht über in ein zackiges Riff, das einen flotten Thrash-Song einleitet. Erstaunlich wenig Death Metal gibt es zu hören und selbst im Laufe der fünf Stücke gibt es diesen tatsächlich nur in Auszügen, wie z.B. einem kurzen Blast-Ausflug. Ansonsten regiert ganz klar der Thrash, natürlich mit viel Fummelarbeit an den Instrumenten, dabei aber immer vorantreibend und zackig. Inklusive mehrstimmigen Shouts wecken GOROD mit dieser EP Erinnerungen an die goldenen Thrash-80er, nur eben viel perfekter gespielt.


Dischordia - "Creator, Destroyer" EPDischordia – "Creator, Destroyer" EP
Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2011)

Diese EP der Band aus Oklahoma City kann was. Mit verflochtenen Rhythmen, kantigen Grooves, immer wieder auftauchenden, kurzzeitigen Blasteinschüben und tiefen Growls sowie angepissten Screams haben DISCHORDIA ein Debüt kredenzt, das zum Teil recht eigen ist, trotzdem aber nicht aus der Rolle fällt. Eigen ist die Art, Blasts eher selten und als Steigerung einzusetzen; typisch ist wiederum, dass die verschachtelten Beats treibend und fordernd sind. Fummeltruppen wie ION DISSONANCE machen so etwas wunderbar vor, auch wenn die beiden Bands stilistisch in unterschiedclichen Ecken ackern. Wer gerne modernen Tech Death im Midtempo hört, wird mit DISCHORDIA sehr gut bedient werden.


Ataxia - "Awaken The Nebula"Ataxia – "Awaken The Nebula" EP
Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Eine brutale Keule schwingen die Kanadier ATAXIA auf ihrer 7-Track EP. Ihr Death Metal streift dabei den technischen Bereich ebenso, wie saftigen Deathcore und ein Hinüberschielen in die Brutaloecke. Besonders, wenn die Jungs den Blast-Hammer so richtig schwingen lassen, kommt eine sehr heftige Stimmung auf. Größtenteils bewegt sich die Musik jedoch im treibenden Midtempo-Bereich, was eher für Tech-Bands typisch ist. Die Produktion ist übrigens hochmodern, klar und deutlich, hätte jedoch ruhig ein wenig mehr Lebendigkeit vertragen können.


Forteresse - "Thèmes Pour La Rébellion"Forteresse – "Thèmes Pour La Rébellion"
Black Metal (Sepulchral Productions, 2016)

Dass die kanadischen Schwarzmetaller auch über die Black-Metal-Gemeinde hinaus einen guten Ruf besitzen, ist absolut nicht verwunderlich, wenn man sich ihre Musik und ganz besonders vorliegendes Album zu Gemüte führt. Sie setzen nämlich nicht einfach nur auf fiesen Schwarzstahl, sondern verfeinern diesen mit einer fesselnden, düsteren Atmosphäre. Sie kreieren dabei mit Hall und ausladenden Gitarrenfiguren eine Art Weite im Sound, die für die fantastische Wirkung der Musik verantwortlich ist. Mit tollen Melodien und vielen Anteilen ungezügelter Raserei haben sie den Soundtrack zur Rebellion perfekt umgesetzt. Pflichtstoff!


Abnormality - "Mechanisms Of Omniscience"Abnormality – "Mechanisms Of Omniscience"
Technical Death Metal, Brutal Death Metal (Metal Blade Records, 2016)

Ganz bestimmt waren nicht wenige Eingeweihte gespannt darauf, was die Brutalo-Techniker um Frontgrunze Mallika Sundaramurthy auf ihrem zweiten Album präsentieren würden. Die Meinungen über das Resultat gehen dabei ein wenig auseinander. Während die einen davon sprechen, dass sich die Band technisch gesteigert hat, sagen andere, dass die Songs auf dem Debüt seinerzeit besser waren. Die Gesangsleistung ist hier vielleicht eintöniger als früher, aber das ist bei dem gebotenen Stil Jammern gegen Windmühlen (oder so ähnlich. Anm. d. Verf.). Nun, vermutlich ist es ein wenig von beidem. Um sich eine Meinung zu bilden, spielt ja auch immer die Produktion eine tragende Rolle und die war eventuell auf dem Debüt tatsächlich runder. Fakt ist trotzdem, dass die Amerikaner mit "Mechanism Of Omniscience" einen deftigen Bolzen abgeschossen haben, der vielen Hexelmeistern Freundentränen ins Gesicht zaubern dürfte.


Brought By Pain - "The Dreamer's Will"Brought By Pain – "The Dreamer's Will"
Techncial Death Metal (Eigenproduktion, 2011)

Die Kanadier, denen oft hinterhergebellt wird, dass sie nur ein Ableger von BEYOND CREATION sind (tatsächlich wurden sie später gegründet, veröffentlichten ihr erstes Demo aber noch vor BEYOND CREATION), haben mehr zu bieten, als dass man sie auf ihren großen musikalischen 'Papa' reduzieren sollte. Die Stücke weisen hohe progressive Anteile auf, was anspruchsvolle Hörer sehr freuen wird. Als Musiker kann man sich herrlich an der Frickelei ergötzen und als Nichtmusiker wie vom wilden Affen gebissen umhertoben und wahnsinnige Grimassen zu den Gniedelparts schneiden. Saustarke Scheibe, die es qualitativ in sich hat, aber die man aufgrund ihrer Komplexität eventuell auch mehrfach hören muss, um sie richtig ins Herz schließen zu können.


Depths Of Hatred - "Aversionist"Depths Of Hatred – "Aversionist"
Death Metal, Deathcore (Galy Records, 2012)

Ebenfalls aus Kanada kommen diese Knüppler, die mit ihrem recht kurzen Debüt (neun Songs in 22 Minuten) ein mehr als ordentliches Brett vorgelegt haben. Sie spielen dabei auf hohem Niveau, ohne jedoch in übertriebenen Fummelwahn zu verfallen. Die Musik treibt und es gibt nahezu keine Verschnaufspausen. Vom Blastbeat gehen die Jungs in einen interessant gestalteten Mid- oder Groovetempo-Part über, nur um dann zackig wieder die Keule zu schwingen und alles abzumähen. Der Gesang, der zwischen derben Growls und fiesem Gekreische pendelt, besorgt dabei den Rest, den man benötigt, um sich schweißgebadet zu fühlen. Wenn man die Scheibe dann zwei- oder sogar dreimal nacheinander hört, dann bleibt es auch nicht nur bei dem Sinnbild von eben, sondern es wird Realität. "Aversionist" macht definitiv satt, weil es ein geiles Album ist!

8/10


Defeated Sanity - "Chapters Of Repugnance"Defeated Sanity – "Chapters Of Repugnance"
Brutal Death Metal, Technical Death Metal (Willowtio Records, 2010)

Diese Berliner darf man mittlerweile getrost als bewährtes Schlachtschiff in der deutschen Brutal-Death-Szene bezeichnen, denn mit ihren bis dato fünf Alben haben sie noch nicht einmal enttäuscht. "Chapters Of Repugnance" ist das dritte Werk der Metzelspezialisten und auch dieses zeichnet sich durch einen saufetten, basslastigen Sound aus, der nicht nur verdammt brutal tönt, sondern den Hörer regelrecht in die Ecke drückt. Der technische Aspekt ist in der Musik der Band nicht zu unterschätzen und so gibt es neben vielen Partwechseln eine ausgefeilte Saiten- und Kesseltechnik, bei der es Freude bereitet, sich darauf zu konzentrieren und aufmerksam zuzuhören. Die Brutalo-Bolzer haben etwas zu bieten, was man nicht von jeden Vertretern des Genres behaupten kann. Krasses Teil, aber geil!


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