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Kurz notiert #76 – Extrem hörbar

28. Oktober 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 130 mal gelesen

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Ion - "Ion"Ion – "Ion"
Black Metal (Eigenproduktion, 2014)

Schweres Geschütz wird von den U.S.-Schwarzmetallern aus San Francisco aufgefahren. Wenn das Trio richtig Fahrt aufnimmt, kommt der schwarze Geist der Musik so richtig schön zur Geltung. Zwischendurch wird das Szenario fast komplett runtergefahren und sehr vorsichtige Ambient-Klänge übernehmen das Zepter. Diese Passagen ("Transcendence") kann man fast schon als reine Klangcollagen bezeichnen, die dazu dienen, eine schwelende Atmosphäre zu erzeugen, die dann wiederum in rasendes Black-Metal-Geschehen gipfelt.


Obsolence - "Inner Voice"Obsolence – "Inner Voice"
Progressive Death Metal, Post-Metal (Eigenproduktion, 2017)

Der polnische Fünfer hat sich dem progressiven Todesstahl verschrieben, welchen sie mit etlichen Post-Metal-Einflüssen versehen. So kommt es vor, dass in einem Lied donnernde Doublebass auf atmosphärisch verhallte Gitarren und Klargesang trifft. Wenn Sänger Dawid Staręga seine Growls zum besten gibt, macht er eine ganz passable Figur, wohingeben seine Clean Vocals noch deutlich verbesserungswürdig sind. Leider ist dies auch der gravierende Umstand, der die Musik an manchen Stellen nicht richtig wirken lässt. Zudem kommen die Musiker manchmal nicht auf den Punkt. Es gibt einige schön anzuhörende Parts, die Strukturen der Songs wirken oft aber etwas willkürlich.


A Place For Murder - "Swallowed By The Oceans"A Place For Murder – "Swallowed By The Oceans"
Death Metal (Eigenproduktion, 2016)

Eine saftige Keule teilen diese Italiener aus. Ihr Death Metal ist schwer und kräftig, was neben der relativ überschaubaren Geschwindigkeit der Songs an der vollmundigen Produktion und dabei vordergründig am fett ausgesteuerten Schlagzeug (die Snare!) liegen dürfte. Wenn die Jungs in einen Blastbeat übergehen, hat man manchmal den Eindruck, ein Panzerbataillon würde über einen hinwegdonnern und alles plattwalzen. Die Growls sind schön tief und oft gedoppelt, die Musik eindeutig in der alten Schule verwurzelt und die Songs entsprechend durchschlagend konzipiert. Kein Anflug von technischem Gekeule und keine progresiven Elemente. Todestahl pur!


Raunchy - "Vices. Virtues.Visions"Raunchy – "Vices. Virtues.Visions"
Metalcore (Massacre Records, 2014)

Die ersten (Klavier-)Töne des Albums können einen schon zuammenzucken lassen, denn vor lauter Teenie-Zucker möchte man spontan einfach nur flüchten. Zum Fremdschämen! Was ist das? RAUNCHY hatten damals 2001 mit ihrem Debüt "Velvet Noise" ein durchaus gutes Teil abgeliefert, dem allerdings immer schwächer werdende Alben folgten. "Vices.Virtues.Visions." ist dann wohl als absoluter Tiefpunkt einer Band anzusehen, die sich einmal darum bemühte, nicht nach 08/15-Mist zu klingen, was ihr spätestens mit vorliegendem Album allerdings doch gelungen ist. Unendlich viele Trallala-Melodien, mehrstimmig gepitchte Eyeliner-Gesänge und alberne Pseudohärte en masse. Ganz gruselig!


Obsidian Mantra - "Existential Gravity"Obsidian Mantra – "Existential Gravity"
Progressive Death Metal, Djent (Eigenproduktion, 2017)

Es ist fast schon unglaublich, wieviele Bands mittlerweile von MESHUGGAH beeinflusst worden sind. Manche machen überhaupt keinen Hehl daraus und kopieren ihre Stilgeber 1:1, andere wiederum versuchen die Djent-Riffs und -Rhythmen mit anderen, zumeist progressiven Death-Metal-Einflüssen zu verbinden, um sich abzugrenzen. Zu letzteren gehören auch OBSIDIAN MANTRA aus Polen, die trotzdem nicht drum herum kommen, sich mit dem Vergleich auseinanderzusetzen, selbst wenn sie härter und todesstahllastiger klingen. Natürlich können sie dagegen argumentieren, dass sie ja im Detail anders komponieren als die Schweden und eben deutlich stärker im Death Metal verwurzelt sind, aber unterm Strich hilft es alles nichts. MESHUGGAH haben den Djent nunmal erfunden und wer auf den Zug aufspringt, muss sich den Vergleich gefallen lassen. Dass OBSIDIAN MANTRA dabei ganz ordentlich ankommen und zukünftig gerne mehr Gewicht auf die vom Djent abweichenden Elemente setzen dürfen, sollte spätestens jetzt auf der Hand liegen.


Abyssus - "Into The Abyss"Abyssus – "Into The Abyss"
Death Metal (Memento Mori, 2015)

Achtung, Plagiatsunterstellung! Diese Griechen können nämlich nicht leugnen, dass sie gerne OBITUARY hören und diese vermutlich sehr verehren, denn ihr Albumdebüt klingt durch und durch nach den amerikanischen Kult-Deathern. Selbst stimmlich gibt es deutliche Ähnlichkeiten, wobei sie ab und an auch an UNLEASHED erinnert; die Musik jedoch nicht! ABYSSUS spielen etwas häufiger im Uptempo als die amerikanischen Groove-Monster, was der Musik gut bekommt. Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, dass sie lieber eine andere Gitarrenverzerrung hätten wählen sollen, denn da diese ebenfalls wie die von OBITUARY klingt (Rat!), muss man die Unterschiede schon sehr akribisch suchen…. und man wird dabei enttäuscht, es gibt nämlich keine.


Timeless Wounds - "Cerebral Permutation"Timeless Wounds – "Cerebral Permutation"
Death Metal, Slamming Brutal Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Diese Bulgaren spielen das, was man mittlerweile als Slamming Brutal Death Metal bezeichnet. Sie legen verstärkt den Fokus auf überschaubar gehacktes Riffing, donnernde, superschwere Drumbeats, wuchtige Grooves und tiefe Growls. Die Uptempoparts halten sich arg in Grenzen und sollten sie doch einmal stattfinden, enden sie fast so schnell, wie sie begeonnen haben. In knapp über einen halben Stunde Spielzeit reizen sie das Subgenre weitestgehend aus und machen ihre Sache auch ganz gut. Da die Grenzen natürlich eng gesteckt sind und es entsprechend wenig Spielraum für Abwechslung gibt, wurde durch die relativ kurze (aber völlig ausreichende) Spieldauer einer Ermangelung an Abwechslung und einer einhergehenden, schleichenden Eintönigkeit vorgebeugt.


Auroch - "Mute Books"Auroch – "Mute Books"
Technical Death Metal, Progressive Death Metal, Black Metal (Profound Lore Records, 2016)

AUROCH eine Art musikalischen Wahnsinn zu unterstellen, ist gar nicht mal so schwer. Ihr vertrackter, teils experimenteller oder gerne auch extremer, progressiver Death Metal, angereichert mit unterschwelligen Black-Metal-Ideen, ist wagemutig, eigensinnig, etwas verschroben, sperrig und manchmal auch technisch ganz schön anspruchsvoll. Dabei verlieren die Songs nie eine gewisse morbide Atmosphäre, die sich durch das gesamte Album, eigentlich sogar durch das gesamte bisherige Schaffen der Kanadier zieht. Die tiefen Growls runden den Eindruck nihilistischer Kunst ab. Spannend ist, dass der 'unperfekte' Sound des Albums, fernab jeglichen digitalen Gedöns, nach wenigen Minuten gar nicht mehr auffällt und man sich "Mute Books" eigentlich auch gar nicht mit einer Plastikproduktion vorstellen möchte.


Christian Muenzner - "Beyond The Wall Of Sleep"Christian Muenzner – "Beyond The Wall Of Sleep"
Progressive Death Metal, Instrumental (Eigenproduktion, 2014)

Zunächst sei klargestellt, dass es im Grunde keinerlei Erklärung bedarf, dass die Musik des ehemaligen OBSCURA-Gitarristen technisch auf höchstem Anspruch angelegt ist. Wenn man den oftmals regelrecht symphonischen, im positiven Sinne ausladenden Kompositionen seines zweiten Soloalbums intensiv folgt, kann man durchaus daraus schließen, dass der Saitenflitzer bei OBSCURA eventuell unterfordert war. Ob man es als Manko wertet, dass seine Musik komplett instrumental gehalten ist, muss jeder für sich bewerten; der eine so, der andere so. Ich hätte es durchaus spannend gefunden, wenn MUENZNER einen Sänger engagiert hätte, der vielleicht mal nicht typisch nach Death Metal und vielleicht sowieso auch gar nicht nach Metal (also nicht das übliche Geheule) klingt. Regt die Fantasie an, ist aber ausschließlich nur für Gitarren-Freaks geeignet. Und Vorsicht: Gegniedel ohne Ende!


Aversions Crown - "Xenocide"Aversions Crown – "Xenocide"
Deathcore (Nuclear Blast, 2017)

Mit ihrem letzten, zweiten Album "Tyrant" haben die Auastralier einen fetten Brocken abgeschossen, der das Thema Aliens und Deathcore wunderbar vereint. "Xenocide" ist drei Jahre später der Nachfolger und -das darf vorweg genommen werden- kann nicht ganz mit genanntem, vorigen Album mithalten. Dennoch besitzt  "Xenocide" wieder ein enormes Maß an Killerparts, fies knüppelnde Hochgeschwindigkeitseruptionen und coole Gitarrenmelodien; nur sind diese Anteile eben nicht ganz so genial ausgefallen, wie auf "Tyrant". Genug der Vergleiche, denn das ist Maulen auf hohem Niveau! Immer noch zählen AVERSIONS CROWN zur Elite des Genres und wenn sie zukünftig mindestens diesen Standard hier erhalten, wird sich an ihrem Platz im Thronsaal auch so schnell nichts ändern.


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