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Kurz notiert #74 – Extrem hörbar

18. Oktober 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 436 mal gelesen

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Selbst - "Selbst"Selbst – "Selbst"
Black Metal (Sun & Moon Records, 2017)

Endlich erscheint das Album des schwarzen Duos, das bereits seit 2010 aktiv ist, jetzt aber erst ihr Debüt veröffentlicht hat. Die Formation, die in Venezuela gestartet ist und mittlerweile in Chile beheimatet ist, bietet uns auf sechs Liedern ausladend arrangierten Black Metal mit viel Stimmung und melancholisch-düsteren Melodien. Neben feinen Gitarrenlinien, die eindeutig in der alten Schule verwurzelt sind, gibt es schwere Midtempogrooves und wilde Raserei, die von einem Sänger ergänzt werden, der irgendwo in der Mitte zwischen Growls und Schwarzmannkreischerei anzusiedeln ist. DIe Stücke sind interessant gestaltet und bieten einige dynamische Wendungen, an denen man sich wunderbar satthören kann.


Dethrone The Sovereign - "Harbingers Of Pestilence"Dethrone The Sovereign – "Harbingers Of Pestilence"
Technical Deathcore (Famined Records, 2017)

Zu Beginn fühlt man sich durch das Intro wie in einem beginnenden Progressive-Rock-Werk. Das Szenario wird jedoch spätestens mit dem ersten regulären Stück durchbrochen, denn dann kommt der tatsächliche Stil der U.S.-Amerikaner zum Vorschein. Technischer Deathcore wird gezockt, und zwar vorwiegend im Mid- oder Lower Tempo. Zwischendurch wagen sich die Musiker an jazzige und ausgedehnte Instrumentalpassagen heran ("Era Of Deception") und erweitern somit ihr Spektrum um ein sehr interessantes Element. Auch (quietschige) Keyboards finden den Weg in die Songs, was manchmal ein wenig verstören könnte, im Gesamtbild, in Bezug auf die Vielfalt der Band, jedoch absolut Sinn macht.


A Loathing Requiem - "Psalms Of Misanthropy"A Loathing Requiem – "Psalms Of Misanthropy"
Technical Death Metal (The Artisan Era, 2010)

Ach ja, die Geschichte von der guten Musik und dem mäßigen Sound. Man möchte Malcolm Pugh, den Alleinherrscher und -Unterhalter bei A LOATHING REQUIEM eine Beileidskarte schicken, denn es ist wirklich schade, dass die Produktion bzw. der Sound auf seinem Albumdebüt so besch…eiden geraten ist. Rein musikalisch hat seine Musik nämlich verdammt viel zu bieten. Abwechslungsreiche Tech-Death-Songs, denen nie die Puste ausgeht und die nahezu durchgehend etwas interessantes zu bieten haben. Aber bekanntlich reicht das nicht, wenn der Klang eben Mist ist. Das Schlagzeug klingt zu sehr nach Proberaum, die Gitarren zwar klar und deutlich, aber leider auch ziemlich machtlos. Während der Bass seine vorzüglichen, aber schwer zu erahnenden Linien hinzubrummelt, gelingt es lediglich dem Gesang, als gelungen zu gelten. Tipp: Unbedingt zum 2016-Remix des Albums greifen, da wird soundtechnisch einiges an Boden gut gemacht.


Miazma - "North"Miazma – "North"
Progressive Death Metal (The Black Wreath, 2016)

Das zweite Album der Australier ist ein Hybrid. Zwischen progressivem Todesstahl und Standardideen des Death Metal haben sich die Musiker sicher eingependelt. So kann es passieren, dass auf einen atmosphärischen Part ein überschaubarer Kurz-Blast folgt, nur um dann wieder in gemächlich donnerndes Midtempo überzugehen. Vielfalt gibt es auf jeden Fall auf "North", allerdings kann man sich in den einzelnen Parts nicht richtig fallen lassen, denn dazu finden sie einerseits zu kurz statt, andererseits sind die Wechsel oft so kaltblütig, dass eine konstante Stimmung nicht aufkommen will. Was hier so negativ klingt ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, denn fehlendes Können kann niemand der Band vorwerfen. Selbst die Growls sind gekonnt; sie bieten zwar nichts außerordentliches, dafür sitzen sie aber sicher.


Resurgency - "No Worlds... Nor Gods Beyond"Resurgency – "No Worlds… Nor Gods Beyond"
Death Metal (F.D.A. Records, 2017)

Dieser griechische Fünfer hat seine Hausaufgaben gemacht. Zumindest haben sie ausgiebig die großen Meister MORBID ANGEL und Kollegen wie SINISTER gehört, denn die Musik auf "No Worlds… Nor Gods Beyond" ist eine Mischung aus beiden genannten Kultbands. Ohnehin ist vorliegende Scheibe sehr auf Old School getrimmt, was im Zuge der immer künstlicher werdenden Produktionen der heutigen Zeit und liebloser werdendem Songwriting eine feine Sache ist. Große Preise werden sie zwar wohl nicht abräumen, aber dafür entgegen der derzeitigen Strömung ein (wenn auch nur sehr kleines) Zeichen setzen, das vielleicht nicht nur alte Kenner der Szene gefallen wird.


Vomit Remnants - "Hyper Groove Brutality"Vomit Remnants – "Hyper Groove Brutality"
Brutal Death Metal (Unique Leader Records, 2017)

Erstaunlicherweise sind japanische Bands, die sich dem (Brutal) Death Metal verschrieben haben, tatsächlich ziemlich extrem. Zumindest stimmtechnisch, denn die tiefen Anteile des Gesangs auf "Hyper Groove Brutality" sind extrem brutal, das kann man nicht andes sagen. Unmenschliche Laute, die eher nach einer Fünftonnensau klingen als nach einem menschlichen Organ. Möglicherweise wurde hier künstlich nachgeholfen. Die Songs an sich sind ok, wirken oft allerdings etwas zusammengeschustert. Der Drumsound ist leider totaler Plastikmüll und klingt wie aus einer verbeulten Konservenbüchse. Übel.


Dream Void - "Sanctimonious"Dream Void – "Sanctimonious"
Technical Death Metal, Deathcore (Eigenproduktion, 2017)

Entweder möchte Kreativkopf und Sänger Drew Keedy bei DREAM VOID alles alleine machen oder er hat Schwierigkeiten, kompetente Leute für seine Band zu finden. Angesichts der spieltechnischen Qualitäten wäre dies zumindest nicht verwunderlich, denn "Sanctimonious" hat es ganz gut in sich. Die Blasts kommen schätzungsweise aus der Konserve, was neugierig darauf macht, wie der Stoff wohl mit einem echten Felldrescher klingen würde. Dazu kommen immer wieder verschachtelte Midtempoparts, die (besonders durch die teils atmoshärische Gitarrenarbeit) nach Endzeit klingen. Sie wechseln sich mit ultraschnellem Geballer ab und werden durch neumodische Deathcoreparts ergänzt. Diese Herangehensweise ist zwar nicht neu, aber DREAM VOID agieren dabei auf hohem Niveau.


AngelMaker - "Dissentient"AngelMaker – "Dissentient"
Death Metal, Deathcore (Eigenproduktion, 2015)

Es ist immer klasse, wenn es einer Band gelingt, mit wenigen Tönen zu überzeugen. ANGELMAKER können und schaffen das, dabei ist ihre Musik gar nicht mal so untypisch; sie packen die Sache aber so konsequent an und um, dass man einfach Sympathien für sie entwickeln muss. Man könnte den Stil der Amerikaner als Slamming Brutal Deathcore bezeichnen, denn viele Parts auf "Dissentient" sind so krass heavy, dass man fast ausflippen möchte. Und das, obwohl aufgrund der zumeist gedrosselten Geschwindigkeit kaum Grundlage dazu vorhanden ist. Sie sägen einem einfach die Rübe ab, riffen sich ultra fett in den Schädel und nisten sich dort ein. Wenn dann ab und an mal ein Blastbeat durchpfeffert, fühlt man sich kurz mal wie im falschen Film, aber das wird ganz schnell wieder durch die nächste schwere Salve an Donnergrooves ausgeglichen. Geile Scheibe, mit der man Nachbarn und ungebetene Gäste mühelos vergraulen kann.


Kvøid - "Nihility"Kvøid – "Nihility"
Black Metal, Sludge Metal (Eigenproduktion, 2015)

Zwischen Black Metal und Sludge hat sich das amerikanische Duo Dylan G. Smith und David S. Fylstra angesiedelt und mit dem Debütalbum "Nihility" das erste Lebenszeichen gesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Album, die einzelnen Songs besitzen Atmosphäre, die mit wuchtigen Breaks, schweren Grooves und gedehnten Instrumentalanteilen geschaffen werden. Der Gesang geht dabei in Richtung Black Metal und auch die Produktion ist fast schon zu roh für eine reine Sludge-Band. Dennoch greift hier alles recht stimmig ineinander und erzeugt ein gelungenes Gesamtbild, selbst wenn sie hier und da den Noise-Faktor etwas zu sehr ausreizen.


Baring Teeth - "Atrophy"Baring Teeth – "Atrophy"
Technical Death Metal. Progressive Death Metal, Psychedelic (Willowtip Records, 2011)

Das Debüt der aus Dallas stammenden Formation kann man wohl ohne Umschweife als fetten Brecher bezeichnen. Die gebotene Mischung aus vertracktem, technischem Death Metal, progressiven Momenten und vor allem mit psychedelischen Elementen, zeichnet den Sound auf "Atrophy" aus. Dass dabei die Nerven mitunter ganz schön strapaziert werden, kann man sich vielleicht ausmalen. Jedenfalls machen es BARING TEETH einem wahrlich nicht einfach. Braucht man Vergleiche, um diese recht eigenständige musikalische Kreation zu umschreiben, dann muss man wohl den Stil der späteren GORGUTS nennen, nur noch etwas verstörender und kantiger. Krasses, forderndes  Teil, aber auch irgendwie ziemlich geil.


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