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Kurz notiert #72

6. Oktober 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 199 mal gelesen

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Drab Majesty - "The Demonstration"Drab Majesty – "The Demonstration"
Gothic, New Wave, Dark Wave (Dais Records, 2017)

Wir lassen die Fantasie spielen… Man stelle sich ganz alte DEPECHE MODE vor, mit ihren elektronisch-mechanischen Rhythmen, teils langsam und schwer, teils tanzbar und treibend; man mische dazu ein paar Gothic-Gitarren, die sich auf leicht verhalltes Picking beschränken oder eher einfache Riffs beisteuern. Kurzum: DRAB MAJESTY haben mit ihrem zweiten Album ein sehr cooles Teil abgeliefert, das einerseits im New- und Dark Wave stöbert, andererseits aber auch die nahe liegende Goth-Ecke bedient. Wer also mal wieder ein gelungenes Düsterwerk hören möchte, das nicht in blauer Langeweile untergeht, der sollte sich mit "The Demonstration" beschäftigen.


alt-j - "Relaxer"alt-j – "Relaxer"
Indie Rock, Indie Pop (Play It Again Sam, 2017)

Man kann den Briten definitiv nicht vorwerfen, sich auszuverkaufen oder Musik zu machen, die man zur Genüge kennt. alt-j (sie schreiben sich grundsätzlich klein) stöbern sich durch die seichten Ecken des Rock und vermischen diesen mit einer Menge (Indie) Pop. Sie scheuen sich dabei nicht vor kleineren Experimenten oder nicht ganz so eingängig gestalteten, musikalischen Szenarien. Und doch erreichen sie auf "Relaxer" leider nicht ganz die Klasse des Vorgängers "This Is All Yours". Wahrscheinlich muss man "Relaxer" aber einfach nur häufiger hören, bis es richtig funkt.


Buddha Trixie - "Stop The Space Age"Buddha Trixie – "Stop The Space Age"
Alternative Rock, Indie Rock, Psychedleic Rock (Eigenproduktion, 2017)

Die Musik der aus San Diego stammenden Band ist leicht zu konsumieren, denn obwohl sie sich mit Begriffen wie Alternative, Psychedelic und sogar Grunge schmücken, ist ihr Sound alles andere als schwer zugänglich. Sie kleiden die genannten Stile in ein leichtes Gewand und verbinden sie zu einem ganz nett ansehbaren Outfit. Zwar ist das Songwriting insgesamt eher unspektakulär und phasenweise ziemlich oberflächlich und die gebotene Gesangsstimme wird ganz bestimmt niemals irgendwo einen Preis gewinnen, trotzdem aber sollte man BUDDHA TRIXIE nicht sofort in die Überschussecke verdammen. Auch diese Art Rockmusik findet ganz ihre Anhänger.


Blueshift Signal - "Silhouette"Blueshift Signal – "Silhouette"
Indie Rock, Shoegaze (Manufactured Recordings, 2017)

Klasse, wenn es einer Band gelingt, die Geister der Vergangenheit einzufangen, ohne dabei exakt zu klingen wie die Vergangenheit. Mit einem sehr gelungenen Mix aus Indie Rock der alten Schule haben die Musiker aus Rhode Island, dem kleinsten Bundeststaat der U.S.A., den Spirit des späten '80er Indie Rock eingefangen. Sie klingen oft, man möge diesen Vergleich angesichts ihrer Herunft verzeihen, nach alten britischen Helden wie THE JESUS AND MARY CHAIN, COCTEAU TWINS oder THIS MORTAL COIL. Dabei behalten BLUESHIFT SIGNAL eine eigene Note und wandern zudem häufig durch Shoegaze-Gefilde, was der Musik durch die Artverwandtheit sehr gut steht. Ein schönes Album mit einer klanglichen Dichte, die positiv strahlt.


Skye Steele - "All That Light"Skye Steele – "All That Light"
Indie Pop, Folk (HouseTown, 2017)

Manchmal tut ein Tapetenwechsel gut. Der aus Nashville stammende Violinist und Singer-songwriter veröffentlicht ein Album und präsentiert eine neue Herangehensweise. Es geht jetzt um Pop mit leichten Dance- und Folk-Einflüssen. Leichtfüßig auf den ersten Eindruck, aber lebendig. Eingefleischte Indie-Fans werden wohl bereits in der Mitte des ersten Liedes stoppen und das Album mit verzerrtem Gesicht beiseite legen. Wer aber auf Pop steht, der anspruchsvoll und nicht in jedem Lied komplett in Richtung Easy-Listening konzipiert ist, der könnte mit "All That Light" eine gute Zeit erleben.


Lost Animal - "You Yang"Lost Animal – "You Yang"
Indie Pop, Electronic, Singer-songwriter, (Dot Dash Recordings, 2016)

Mit einer kleinen, aber feinen Prise Extravaganz veredelt der aus Melbourne stammende Australier Jarrod Quarrell seine elektronisch gezeichneten Songs. Er geht dabei jedoch nicht den bequemen Weg und schüttelt sich einfach zehn lässig zu hörende Pop-Tracks aus dem Ärmel, was er angesichts der Qualität seiner Musik sicherlich mit Leichtigkeit könnte, sondern er baut Ecken ein, wagt sich an stolpernde Rhythmen, teilweise monotonen Sprechgesang und dunkelschrägen Melodielinien. "You Yang" ist ein Album, das herausfordert und genau das wollte er wohl auch erreichen.


Atlas Lab - "Glory The Night"Atlas Lab – "Glory The Night"
Indie Rock, Indie Folk, Psychedelic, Soul (Eigenproduktion, 2017)

Ihren soulig angehauchten Indie-Psychedelic-Rock- und Folk-Sound haben ATLAS LAB wirklich gut im Griff. "Glory The Night" ist von vorne bis hinten stimmig und verfolgt einen musikalischen Pfad, der sich zu jeder Sekunde erschließt und den Hörer einlädt, sich entweder hineinzuträumen oder angefixt mitzuwippen. Mit ein wenig Fantasie stellen wir uns MOLOKO in weniger tanzbar und vor allem noch entspannter vor. Ist vielleicht etwas weit hergeholt, ein anderer Vergleich bzw. eine andere Idee, einen Vergleich herbeizuführen, will aber gerade nicht passen. Feine Musik für den Abend mit Freunden oder einfach, um das Glas Wein zu genießen.


DRAB MAJESTY, Our Bones – "No Slogan"
Alternative Rock (Eigenproduktion, 2017)

Ein schöner Slogan für "No Slogan" wäre 'die schwere Alternative', denn die New Yorker setzen auf wuchtige Grooves und einfache Gitarrenmuster, die gerne auch mal durch den Einsatz des Wah-Wahs gestützt werden (wie im Opener). In den Refrains und auch tatsächlich nur dort, nähern sich die Jungs auch mal an LINKIN PARK an, während sie rein musikalisch von einfallsreichem Indie bis zum dezent härteren Alternative Rock alles abdecken. Dass die Produktion dabei nicht so fett ausgefallen ist, wie es bei den meisten zeitgemäßen Bands der Fall ist, erdet die Musik und macht sie trotz des Fehlens an herausragenden Ideen sympathisch. Die aktuellen Defizite kann die Truppe in Zukunft, auf den nächsten Veröffentlichungen, bestimmt noch beheben.


Schonwald - "Night Idyll"Schonwald – "Night Idyll"
Coldwave, Post-Punk, Gothic, Shoegaze (Manic Depression, 2017)

Das italienische Duo Alessandra Gismondi und Luca Bandini hat unter dem Banner SCHONWALD eine Richtung erschlossen, der sich nach und nach immer mehr Bands anschließen, auch wenn  der Mix aus Shoegaze, Coldwave, Gothic und Post-Punk natürlich weiterhin im Underground verhaftet ist. Hervorstechend sind die zackigen, kantigen Schlagzeugrhythmen, die eindeutig dem Post-Punk-Einfluss zuzuschreiben sind. Hinzu kommen Synthies, die herrlich nach altem Wave-Sound klingen und natürlich der Gesang, der mit viel Hall die Shoegaze-Stimmung bedient. Nun, zum Auf-die-Schuhe-glotzen ist die Musik zu aktiv, für Goths ist sie zu freundlich, für Waver nicht tanzbar genug und für Neuzeitpunkies zu elektronisch. Man könnte auch sagen, SCHONWALD haben alles richtig gemacht oder!?

7/10


Kamikaze Girls - "Seafoam"Kamikaze Girls – "Seafoam"
Alternative Rock, Punk Rock (Big Scary Monsters, 2017)

Hinter dem vielversprechenden Bandnamen verbergen sich mit Lucinda Livingston (Gesang, Gitarren) und Conor Dawson (Schlagzeug) tatsächlich nur zwei Personen, dafür merkt man dies der Musik kaum an. Natürlich haben sie für ihr Albumdebüt einige Spuren im Studio gedoppelt bzw. zusätzlich eingespielt, was absolut legitim ist. Herausgekommen ist ein sehr cooler Brocken aus alternativer Rockmusik mit leichtem Punkflair und einer deutlichen melancholischen Note, die sich durch die gesamte Scheibe zieht. Dieser feine Schwermut ist genau das, was den Stoff auf "Seafoam" zu etwas besonderem macht, denn er ergänzt die gelungenen Riffs und die meist simplen, aber absolut passenden Beats nahezu perfekt. Definitv eine Band, die man auf dem Schirm haben sollte.


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