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Kurz notiert #71 – Extrem hörbar

28. September 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 196 mal gelesen

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Icon Of Phobos - "Icon Of Phobos"Icon Of Phobos – "Icon Of Phobos"
Black Metal (Baneful Genesis Records, 2011)

Tief in die Hasskiste greifen die aus Los Angeles stammenden ICON OF PHOBOS auf ihrem Debütalbum. Zumindest ihr Sänger, der mit einer wahrhaft fiesen Stimme glänzt. Musikalisch knüppeln sich die Jungs vorwiegend durch ihre Songs und nutzen Mid- und Downtempoparts eher zur Auflockerung bzw. als Ausgleich. Dabei besitzen sie besonders bei den langsameren Passagen eine Eigenart der Melodieführung, die heraussticht und die Sympathie versprüht, da diese Melodien aufzeigen, dass ICON OF PHOBOS gewillt sind, ihren Songs Seele zu verpassen und sie als Band nicht im Einheitsbrei untergehen möchten.


Phrenelith - "Desolate Endscape"Phrenelith  – "Desolate Endscape"
Death Metal (Dark Descent Records, 2017)

Einen gewaltigen Brocken Todesstahl werfen uns diese vier Dänen vor die Füße. In der alten Schule verwurzelt hauen sie reihenweise tonnenschwere Riffs, tiefe Growls, fein melodische Läufe und eine insgesamt sehr intensive, dunkle Atmosphäre raus. Die Songs bieten innerhalb des stilistischen Rahmens genügend Abwechslung, sodass sie stets interessant bleiben. Selbst die teils ausgedehnten Mid- oder Downtempoparts bieten geile Breaks und auflockernde Einwürfe. Wenn dann zwischendurch die fette Blast-Keule alles niedermetzelt, dürfte außer das Blut der Überlebenden und planierte Erde nichts mehr übrig sein. Starkes Teil!


Darkside Ritual - "Earthly Vulgarity"Darkside Ritual – "Earthly Vulgarity"
Technical Death Metal (Utter Silence Records, 2017)

Und da behaupte mal jemand, aus Mexiko käme ausschließlich rumpelnder Brutalomist. DARKSIDE RITUAL haben zwar auch keinen super geleckten Sound (und das ist auch gut so), dafür heben sie sich allerdings auch von den ganzen unsäglichen Matschproduktionen ab. Ihr technisch ausgerichteter Death Metal ist nämlich mit einer Black-Metal-Produktion bedacht worden, was das Ganze ziemlich interessant macht. Mal nicht die übliche Herangehensweise, sondern Mut zur Lücke Mut für etwas ungewöhnliches. Dass es bei all dem (keineswegs überstrapazierten) Gefummel an den Instrumenten auch mal leicht verwaschen werden kann, fällt jedenfalls absolut nicht negativ ins Gewicht.


Daemogog - "Ancient Extradigestional Rites"Daemogog – "Ancient Extradigestional Rites"
Technical Death Metal, Progressive Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Ziemlich krass, was der aus Vancouver stammende Kanadier und Multiinstrumentalist Brendan Campbell auf dem Debüt seines Projektes DAEMOGOG veranstaltet. Mit Hilfe von mehreren Leuten am Mikro hat er einen extremen Tech-Death-Bastard geschaffen, der mit einer enormen Dunkelheit aufwartet und vom Ambiente her manchmal sogar mit dem Thema Black Metal liebäugelt. Die Gitarren spielen häufig offene Parts, die viel Atmosphäre ausstrahlen, der Gesang ist tief und fies gehalten, er wird zwischendurch mit Effekten behaftet, dadurch sogar zu einem weiteren Ambient-Instrument umgestaltet und erzeugt im Hintergrund teuflische Geräusche, während die Rhythmusmaschine harte, düstere Parts zaubert. Ein extremes Album, das erst einmal verdaut werden muss, aber auch eines mit viel Potential im Gepäck.


Protosequence - "Biophagous"Protosequence – "Biophagous" EP
Technical Deathcore (Eigenproduktion, 2017)

Deathcore mit technischer Ausrichtung ist immer stärker im Kommen. Die Kanadier PROTOSEQUENCE schließen sich diesem Trend an und präsentieren eine EP mit genau diesem Sound. Verfummelte Gitarrenparts mit viel hohem Gequietsche, rhythmischen Schwerfälligkeiten inklusive gekonntem Drumming bieten dabei einen positiven Aspekt, dem man folgen kann. Beliebig wird es leider bei den Vocals, die das Standardschema Growls/Screams bedienen und völlig austauschbar klingen. Dabei hat die Truppe hörbar Potential, selbst wenn manche Songstrukturen ein wenig zerfahren und gestückelt wirken.


Wormed - "Planisphærium"Wormed – "Planisphærium"
Brutal Death Metal, Technical Death Metal (Macabre Mementos, 2003)

Man darf behaupten, dass diese Spanier die Subgenres Brutal Death und Tech Death erweitert haben, denn was sie auf ihrem Debüt "Planisphærium" veranstaltet haben, ist schon heftiges Zeugs. Tief gurgelndes Gegrunze, Hacksägengitarren, Ständig den Beat wechselndes Drumming zwischen Blastbeats, allen möglichen Uptempo-Varianten und verstrahltem Break-Gezimmer bieten dem Hörer ein großes Spielfeld, auf dem man sich austoben kann. Aber es lässt auch genügend Raum zum Nörgeln, denn WORMED sind aufgrund ihrer enormen Komplexität und des extremen Stils alles andere als leicht konsumierbar. Der leider durchwachsene Sound spielt den Kritikern dabei in die Hände. Dennoch: Innovatives Gerammel; schwierig, aber geil.

7/10


Porta Nigra - "Fin De Siècle"Porta Nigra – "Fin De Siècle"
Black Metal (Debemur Morti Productions, 2012)

Black Metal ist langweilig? Ja, weitestgehend ist dies heutzutage leider der Fall, denn immer mehr gleichen sich die Bands und immer weniger wird sich getraut, den ursprünglichen Rahmen des Genres zu sprengen. Passiert es doch, werden Bands albernerweise als 'untrve' oder schlichtweg nicht mehr als Black Metal bezeichnet. Wohl in keiner anderen Szene ist die Starrsinnigkeit und Ignoranz so groß wie im Black Metal. PORTA NIGRA sprengen besagte Grenzen auch nicht. Sie verweben progressive Elemente mit dem, was man gemein als Black Metal versteht; nichts neues also. Der Sound ist klar aber nicht steril. Die Musik wird durch den deutschsprachigen Gesang, der diverse Varianten (Screams, klar, gesprochen, rau) beinhaltet, leider kaum aufgewertet. Wenn man sich mit den Songs, deren Strukturen und den Texten auseinandersetzt, kommt leider schnell eine gewisse Ödnis auf, da sich alles größtenteils im Midtempo bewegt und somit selten die volle Spannbreite des Stils genutzt wird. Sicher nicht für jeden Moment geeignet, aber welche Musik ist das schon?!


Beneath - "Ephemeris"Beneath – "Ephemeris"
Brutal Death Metal, Death Metal (Unique Leader Records, 2017)

Ordentlich ins Gebälk krachen diese Isländer mit ihrem dritten Full-Length, das stilistisch in der Mitte zwischen Uptempo-Death mit Fingerfertigkeit und Brutal Death angesiedelt ist. Rein musikalisch haben die Jungs einiges zu bieten, denn es kommen immer wieder gute bis sehr gute Riffs zum Vorschein, die, gepaart mit einer sicheren Spieltechnik, den guten Eindruck des Albums stärken. Allein der Gesang ist auf Dauer etwas eintönig, da er keine Spannbreite beseitzt und eindimensional tief gegrowlt wird. Zwar ist er meilenweit von langweiligem Kanalgrunzen entfernt, trotzdem aber fehlt es an dieser Stelle ganz deutlich an aufregenden Ideen. Das kann dann auch die gute Instrumentalkost nicht wett machen.


Nyn - "Entropy: Of Chaos And Salt"Nyn – "Entropy: Of Chaos And Salt"
Technical Death Metal (Vumbrella, 2017)

Auf schwindelerregend hohem Niveau frickelballert sich das Einsplus-Projekt von Mainman Noyan Tokgozoglu durch sein zweites Album. Die Gitarrensalven sind auf den ersten Eindruck kaum nachvollziehbar, soviel passiert an den Saiten. Erst nach mehrmaligem Hören findet man sich in der etwas überladen wirkenden Musik zurecht und ist in der Lage, alles zu ordnen und sich zurecht zu finden. Absolut atemberaubend. Ein kleines Manko stellen die programmierten Drums dar. Wären diese von einem echten Schlagzeuger eingezimmert worden, würde aus diesem Album vermutlich ein Vorzeigewerk technischer Extremkunst wachsen. So aber bleibt es ein Liebhaberstück, dem nur wenige gewachsen sein dürften.


Necrowretch - "Satanic Slavery"Necrowretch – "Satanic Slavery"
Black Metal, Death Metal (Season Of Mist, 2017)

Ihre Mischung aus Black- (viel) und Death Metal (überschaubar aber vorhanden) ist gelungen. Die Franzosen wissen auf ihrem dritten Logplayer ganz genau, was sie wollen und das hört man auch. Mit viel Druck und Kraft donnern sie sich durch ihre acht Songs und versprühen dabei einen bösen, schwarzen Geist. Dieser wird vordergründig durch die eher traditionell und leicht verhallten Black-Metal-Kreisch-Vocals ins Leben gerufen. Auch musikalisch bewegt man sich auf schwarzen Pfaden, kreuzt dabei aber auch mal den Weg des Todesstahls in Form von satten Läufen oder einschlägigen Breaks. Ein Album, das gut Stoff gibt und dadurch viel Spaß bereitet.


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