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Kurz notiert #70 – Extrem hörbar

20. September 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 201 mal gelesen

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Order Ov Riven Cathedrals - "The Discontinuity's Interlude"Order Ov Riven Cathedrals – "The Discontinuity's Interlude"
Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2017)

Heiliges Feuer, was für ein Geschoss! Nach einem kurzen Gefühl der Sicherheit (Intro) zeigen die Italiener schnell ihr wahres Gesicht. Schwindelerregend schnell und trotzdem nie stumpf rast das Duo um den Multiinstrumentalisten mit dem kryptischen Synonym 12 und seinem Mitstreiter und Sänger En Sabah Nur durch sein erstes Album. Die Lyrics behandeln Themen wie Aliens, Astronomie, Ägypten und Mesopotamische Geschichte, was sich auch in den Melodien spiegelt. Wer nun denkt, dass es wieder einen NILE-Abklatsch zu hören gibt, der irrt, denn ORDER OV RIVEN CATHEDRALS klingen nur im Ansatz vergleichbar. Sie bauen zudem spacige Keyboards ein, die keineswegs störend oder übertrieben künstlich wirken. Eine erstaunlich coole Scheibe, die einem schön die Schuppen aus den Haaren knüppelt.


Human Excoriation - "Celestial Devourment"Human Excoriation – "Celestial Devourment"
Brutal Death Metal (Pathologically Explicit Recordings, 2017)

Der Sänger der Formation aus Bristol, U.S.A., zeigt auf, wie sich ein Staubsauger anhört, der kurz davor ist, seinen Geist aufzugeben. Andererseits klingt er auch so, wie man sich die Geräusche eines schwarzen Lochs vorstellt, würde man sie in für Menschen verständliche Töne bannen können. Musikalisch gibt es etwas sehr blechern produziertes Geboller, was die Stimmung ziemlich senkt. Zwar sind die Jungs an ihren Instrumenten hörbar darauf aus, Abwechslung ins Spiel zu bringen, was auch zweitweilig gelingt, die maue Produktion und das unterirdische, extrem langweilige Zweitongerülpse am Mikro verhindern jedoch jegliches Aufkommen von Langzeitsympathie. Die-Hard-Brutzel-Deathern, die sowieso alles hören, was die Szene ausgöbelt, werden sich aber wohl auch an HUMAN EXCORIATION erfreuen können.


Dråp - "Roten Till Allt Ont"Dråp – "Roten Till Allt Ont"
Grindcore, Death Metal (Xtreem Music, 2017)

Ihre Mischung aus Death Metal und Grindcore haben die Schweden aus Sundsvall sehr explosiv gestaltet. Die Produktion ist enorm fett und krachig, die Stücke gehen nicht in übermäßigem Highspeed unter, sondern glänzen wiederholt mit längeren Midtempoparts, die die Stimmung für den nächsten Gewaltausbruch geschickt aufbauen. Dass dabei in der Landessprache gebellt wird, ist überhaupt kein Problem. Core-Granaten wie MASSGRAV haben bereits vorgemacht, dass es auch so vorzüglich geht. Unterm Strich ist es sogar so, dass die Jungs gerne etwas häufiger aufs Gaspedal hätten drücken können, denn wenn sie richtig losgrinden, hauen sie alles weg.


Unbeheld - "Unbeheld"Unbeheld – "Unbeheld" EP
Death Metal, Technical Death Metal (Eigenproduktion, 2014)

Unpassenderweise wird die Musik der Kanadier UNBEHELD vielerorts als Technical Death Metal bezeichnet. Unpassend deshalb, weil die technischen Elemente zwar vorhanden sind, jedoch weder das Zepter komplett übernehmen, noch so sehr in der Vordergrund rücken, dass man sie in eben diese Ecke stecken könnte. Vielmehr gibt es Midtempo-Death-Metal zu hören, der zwar oft treibend ist und ab und an auch in den Uptempo-Bereich wechselt, grundsätzlich jedoch flüssig und wenig verfrickelt arrangiert wurde. Tatsache ist dabei ebenfalls, dass die enthaltenen drei Songs alle ganz gut geraten sind, selbst wenn es noch an Eigenständigkeit fehlt und der große Aha-Effekt ausbleibt. UNBEHELD sind eine Band, die man auf jeden Fall auf dem Schirm behalten sollte.


End Of Days - "Dedicated To The Extreme"End Of Days – "Dedicated To The Extreme"
Death Metal, Hardcore Metal (Alveran Records, 2005)

Auf eine EP ("Hate Anthems", 2003) und ein Album hat es diese Band aus Deutschland nur gebracht. Leider, denn ihr Sound, der irgendwo zwischen OBITUARY und AGNOSTIC FRONT angesiedelt ist, kann absolut was. Während die schnelleren Parts nach genannten Florida-Deathern klingen, huldigen die Midtempo-Anteile der NYHC-Institution. Der Gesang ist dabei tatsächlich auch genau in der Mitte zwischen John Tardy und Roger Miret einzuordnen, was nicht nur an der gepressten und für die New Yorker Hardcore-Szene so typischen Aussprache liegt, selbst die Stimmlage ist genannten Sängern erstaunlich ähnlich. Ein Album zum Abgehen, mit fetter Produktion und vielen geilen Moshparts.


Fate Unburied - "Logos"Fate Unburied – "Logos"
Death Metal, Progressive Death Metal (Sliptrick Records, 2017)

Das Albumdebüt der italienischen Deather hat das gewisse Etwas. Mit einer Gesangsstimme, die ein wenig an Johnny Hedlund (UNLEASHED) erinnert und einem sehr variablen Songwriting, präsentieren sie ein Album, das einwandfrei in die progressive Ecke passt. Dabei verlieren sich FATE UNBURIED jedoch nie in Frickelei, auch wenn sie durchaus etwas zu bieten haben und sie stöbern auch nicht zu sehr in genrefremden Gefilden. Sie spielen Death Metal, der mit Vielseitigkeit ausgestattet ist und kurzzeitig auch mal ganz vorsichtig aus dem Metal abgleitet, nur um schnell wieder zur Härte zurück zu finden. Die aggressiven Shouts am Mikro wirken wie unter enormem Druck hinausgepresst, was die Musik deutlich anspitzt und sie alles andere als harmlos erscheinen lässt.

7/10


Regurgitate Life - "The Defiled Face Of Existence"Regurgitate Life – "The Defiled Face Of Existence" EP
Death Metal (Eigenproduktion, 2015)

Mittlerweile sind REGURGITAE LIFE zum Duo angewachsen und haben mit "Obliteration Of The Self" ein vorzügliches Album abgeliefert. Davor hat Allround-Musiker Sammy Urwin noch alles alleine komponiert und eingespielt, wie auf der vorliegenden EP. Erstaunlich dabei ist, dass die Songs trotzdem ein hohes Maß an Abwechslung bieten; natürlich im Maße des stilistischen Rahmens, denn es gibt reinen Death Metal zu hören. Mit wuchtigem Uptempo, schwer groovenden Mid- und Downtempoparts inklusive gehobenem Spiel an den Instrumenten, kann Urwin klar punkten. Auch die Growls am Mikro sind vorzüglich gelungen und wenn man die britische Formation mittlerweile mit 'unbedingt anhören' beschreibt, gilt auch, dass man ihr Frühwerk inklusive dieser EP mindestens ein Mal gehört haben sollte. Geht ab!.


Krater - "Urere"Krater – "Urere"
Black Metal (Eisenwald Tonschmiede, 2016)

Im regulären Black Metal wurde bereits viel gesagt, wenn nicht sogar schon nahezu alles. In diesem Genre sind es mittlerweile jene Bands, die Aufsehen erregen, die sich trauen, über den schmalen Tellerrand zu schauen und fremdartige Einflüsse in ihre Düstermusik einzuflechten. Die Deutschen KRATER gehören nicht dazu und trotzdem käuen sie nicht nur stumpf wieder. Sie bringen zumeist schnellen Schwarzmetall mit all den typischen Elementen, die man bereits ausgiebig kennt. Was "Urere" dann aber doch besonders macht, sind die starken Lead-Gitarren, die eindrucksvoll hervorstechen und das gut produzierte Gedonner der Musik stimmungsgeladen ergänzen. Aber auch der eher genreunübliche Gesang, der über weite Strecken mehr ein tiefes Schreien als das übliche hohe Kreischen ist, ergänzt die Musik um eine wichtige Nuance. Jeder Blackie, der einfach mal wieder ein gutes Album aus dem Genre hören möchte, sollte hier zuschlagen.


God Seed - "I Begin"God Seed – "I Begin"
Black Metal (Indie Recordings, 2012)

GOD SEED haben mit ihrem Debüt exakt dort angesetzt, wo GORGOROTH mit "Ad Majorem Sathanas Gloriam" eine Ära abgeschlossen hatten. Nach besagtem Album ist Sänger Gaahl bekanntlich ausgestiegen und GORGOROTH haben ihren Sound etwas modifiziert. Gaahl und seine neue Band haben dann genau das fortgeführt, wofür er zuletzt mit GORGOROTH stand: Vorzügliche, emotionale Black-Metal-Songs, düstere Klänge, aber auch viel Atmosphäre inklusive seinen charismatischen Vocals. "I Begin" ist ein starkes Werk, leider allerdings auch das einzige von GOD SEED, da sich Gaahl danach aus dem Musikgeschäft verabschiedet hat.


Illimitable Dolor - "Illimitable Dolor"Illimitable Dolor – "Illimitable Dolor"
Atmospheric Doom Metal, Funeral Doom (Transcending Obscurity Records, 2017)

Auf ähnlichen Pfaden wie ihre britischen Kollegen ESOTERIC wandeln ILLIMITABLE DOLOR auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum. Demnach gibt es Grabes-Doom, der sehr atmosphärisch gestaltet ist, inklusive melancholischen Lead-Gitarren, die mit Hall unterlegt wurden, um Weite und Emotionalität auszustrahlen. Die Stimme ist natürlich schön tief growlig und lässt sich problemlos in der Funeral-Doom-Ecke platzieren. Dazu gibt es den Einsatz von Keyboards, die entweder stimmungsvolle Flächen bieten oder sogar dezente (Klavier- oder Orgel-) Melodien beitragen, was die Musik gewissermaßen auffüllt und gut abrundet. Die Australier, bei denen Mitglieder von NAZXUL, THE SLOW DEATH und den verblichenen Down-Under-Doomern ELYSIUM beteiligt sind, haben sich mit ihrem ersten Werk mal eben so in die Empfehlungskategorie der Doom-Szene gespielt!


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