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  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #69

16. September 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 128 mal gelesen

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Wren Kitz - "Dancing On Soda Lake"Wren Kitz – "Dancing On Soda Lake"
Experimental, Ambient, Psychedelic, Folk (NNA Tapes, 2017)

Wenn man sich Musik anhört und sehr schnell merkt, dass sie einen auf besondere Weise herausfordert, dann gibt es selten das Ergebnis, dass sich der 'Like-Faktor' im Mittelmaß einpendelt. Herausfordernde Musik polarisiert meistens. Entweder man geht in der Musik auf oder man hasst sie! Oder aber man hört WREN KITZ und weiß gar nicht so recht, was man damit anfangen soll. Echo- und Hallspiele mit Gitarrenpickings, ausgedehnte Ambient-Collagen, Traumspiele, Akustikgitarren, die Folk-Flair versprühen und ebensolcher Gesang, der mal einsam, mal mehrstimmig seine Runden zur oft -auf den ersten Blick- ziellos wirkenden Musik dreht. "Dancing On Soda Lake" ist ein Album, dem viele Review-Schreiber eine Note verweigern würden, weil sie nicht wissen, wie man so etwas (natürlich wie immer subjektiv) bewertet. Und tatsächlich ist das nicht so einfach…


Agent Blå - "Agent Blå"Agent Blå – "Agent Blå"
Indie Rock (Luxury, 2017)

Die Schweden aus Göteborg haben lupenreinen Indie Rock im Blut. Sie klingen so wunderbar retro nach den späten 1980ern, dass man sich einerseits diese Zeit wieder zurück wünscht (rein musikalisch versteht sich), andererseits sich jedoch auch einfach nur darüber freut, die Musik als gelungenen Kontrast zum immer steriler werdenden Rock- und Pop-Kack der Gegenwart genießen zu können. In beschwingten Momenten klingen sie sogar ein wenig wie gemäßigte WESTKUST, was einen weiteren Pluspunkt ausmacht. Herrliche unangepasste, einfache Rockmusik, die in alternativen Tanztempeln nicht nur alte Hasen auf die Zappelfläche locken dürfte.


Ivories - "Light Years"Ivories – "Light Years"
Alternative Rock, Indie Rock, Post-Punk (Minimal Frenzy / Swiss Dark Nights, 2017)

Kennt noch jemand JEUNESSE D'IVOIRE? Nicht? Ist nicht schlimm, auch wenn man das als Lücke im Underground-Wissen der spannenden Bands aus den '80er Jahren bezeichnen könnte. Mit leicht veränderter Besetzung sind diese nun als IVORIES auferstanden. Nein, keine übliche Nostalgie-Reunion, denn ihr Sound hat sich der heutigen Zeit angepasst. Herausgekommen ist ein fantastisches Album voll alternativer Rockmusik. Es gibt Ausflüge in den Indie-Bereich, im Ansatz Post-Punk und zwischen den Zeilen sogar ein klitzeklein wenig Dark Wave (achtet auf die Basslines!). Mit eingängigen Gesangslinien und tollen, atmosphärisch dichten Gitarrenmustern haben die Italiener ein kleines Genre-Highlight des Jahres abgeliefert.


Sea Pinks - "Watercourse"Sea Pinks – "Watercourse"
Indie Rock (CF Records, 2017)

Eine äußerst freundliche und regelrecht harmlose Variante des Indie Rock spielen SEA PINKS auf "Watercourse". Die Melodien sind eingängig, nahezu poppig süß und eigentlich auch durchweg positiv gestimmt, ohne jedoch in übertrieben guter Laune abzuschleimen. Die Jungs aus Belfast schrammeln schön simpel und sympathisch ehrlich auf den Gitarren herum und die Drumbeats sind fast alle zackig und locker flockig, so als ob THE HOUSEMARTINS wieder am Start wären. Unterm Strich verhindert die durchgehende Leichtigkeit vielleicht ein wenig, dass es zu nachhaltigen Intensiverlebnissen mit der Musik von SEA PINKS kommt, aber das muss natürlich nicht für jeden Hörer so sein.


Minutes Til Midnight - "A Cold-Blooded Calculation"Minutes Til Midnight – "A Cold-Blooded Calculation"
Alternative Rock, Stoner Rock (Digital Noir Records, 2017)

Gibt es Alternative Stoner Rock? Vermutlich bislang nur im Suff erfunden, aber die Musik von MINUTES TIL MIDNIGHT erfordert, dass man diese Kreation nochmal ernsthaft auf tatsächliche Existenz prüfen sollte. Der Stoff ist ein wenig schnoddrig, besonders der Gesang, rotzig, aber auch Rock'n'Roll mit Wüstenflair, mit Alternative-Flair, harter Rock ohne doppeltem Boden, Bratpfannengitarren, direkt ins Gesicht, coole Riffs, treibende Drumbeats, unsaubere und echte Produktion. Losgerockt, nicht stehenbleibend. Cooles Teil in einer Zwischenwelt, die benannt werden sollte: Stoner Garage Rock, Alternative Stoner Rock oder was auch immer für eine ähnliche Bezeichnung ist dabei der Ausgangspunkt, um eine geeignete Schublade zu erfinden. Viel Spaß dabei!


Fufanu - "Few More Days To Go"Fufanu – "Few More Days To Go"
Indie Rock, Indie Pop, Post-Punk (One Little Indian, 2015)

Noch etwas rauer, lauter und sogar noch ein klein wenig unwegsamer gingen die Isländer auf ihrem Albumdebüt vor. Während der fantastische Nachfolger "Sports" (2017) mit einer wohlgeformten Reduziertheit glänzt, die davon zeugt, dass die Band sich und ihren Sound gefunden hat, zeigt sich auf "Few More Days To Go" ganz klar, dass man hier noch auf der Suche war. Spannend ist, dass man bei einigen Parts das Gefühl hat, dass es diese in perfektionierter und teilweise überarbeiteter Form auch auf "Sports" zu hören gibt. Die Scheibe zeigt wunderbar den Weg der Band, die Entwicklung ihrer Musik und das Beste daran ist, dass hier das Unperfekte absolut seinen Reiz besitzt.


Big Wool - "Big Wool"Big Wool – "Big Wool"
Indie Rock (Kütu Records, 2017)

Nahezu unter Ausschluss der Veröffentlichkeit schieben sich ein paar Franzosen in die Reihen der Indie-Rock-Bands des Jahres 2017, die man nicht nur lapidar als interessante Newcomer bezeichnen, sondern als Neulinge, die man unbedingt einmal gehört haben sollte. Ihre leicht melancholische Ausrichtung des Stils wirkt echt und ehrlich und vor allem völlig natürlich. Es gibt keine produktionstechnischen Aspekte, die sich über die Musik stellen. Hier spricht tatsächlich nur die Musik und sonst nichts. Der Sound ist super klar und deutlich und hört man "Big Wool" unter Kopfhörer, kann man mit etwas Fantasie den Eindruck erhalten, die Band spiele neben einem. Ein schönes, unaufdringliches Album mit Tiefe.


Rips - "Rips"Rips – "Rips"
Indie Rock (Faux Discx, 2017)

Man muss sich schon manchmal am Kopf kratzen, wenn man erkennt, wie wenig Aufwand ein Label einer guten Band zugute kommen lässt. Die aus Brooklyn, New York, stammende Indie-Truppe ist in Sachen Werbung kaum vertreten. Im Web findet man nur wenig und kommt auch nur über Umwege darauf, bei welchem (Indie-)Label sie beheimatet sind. Dabei ist ihre Musik es wert, gehört zu werden, zumindest aber ist sie es Wert, dass man darauf aufmerksam macht. Sie selbst beschreiben ihren Sound als City Punk, denn sie verbinden die Lockerheit des Independent mit einer leichten Kantigkeit und simplen, flotten Rhythmen.


Mutoid Man - "War Moans"Mutoid Man – "War Moans"
Stoner Metal, Post-Hardcore (Sargent House, 2017)

Wenn der äußerst saftige Sound des Albums mit dem ersten Stück auf einen eindonnert, wird sofort klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Die Scheibe wird von vorne bis hinten powern und genau so kommt es natürlich auch. Zwischendurch geben MUTOID MAN auf ihrem zweiten Werk richtig Gas und ballern im Thrash-Metal-Tempo drauflos. Ziemlich heftige Sache, die allerdings nicht nur Biss, sondern auch einige coole Ideen an Bord hat. Der Gesang wird variabel gehalten, mal aggressiver, mal melodiöser und immer gibt es klare Unterscheidungen zwischen den Parts. Wurde eigentlich schon gesagt, wie ungemein heavy der Sound der Scheibe ist? Ja?, Egal, muss halt nochmal betont werden, denn das Teil hier sägt dir die Rübe ab!


The Suburbs - "Hey Muse!"The Suburbs – "Hey Muse!"
New Wave, Indie Rock (Eigenproduktion, 2017)

Herrlich, was die alten Hasen (1978 erschien ihre erste EP) THE SUBURBS auf diesem Album bringen. Sie fangen die Hochzeit der 1980er New-Wave-Phase perfekt ein und transferieren diese gekonnt in die heutige Zeit, ohne dass man das Gefühl erhält, es mit einem Relikt oder einem lauen Aufguss alten Krempels zu tun zu haben. Manchmal fühlt man sich an BOWIE in seiner Pop-Phase erinnert, manchmal aber auch einfach nur an alte THE SUBURBS; Déjà-vu-Erlebnisse ausgeschlossen. Es gibt viele eingängige Melodien zu hören, durch die es passieren kann, dass man sie ganz plötzlich und unvermittelt zu summen anfängt, wenn das Album schon längst nicht mehr läuft…


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