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Kurz notiert #61

10. August 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 246 mal gelesen

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Parlor Walls - "Opposites"Parlor Walls – "Opposites"
Experimental, Psychedelic Rock, No Wave (Northern Spy Records, 2017)

Und da behaupte noch einmal jemand, es gäbe keine wirklich experimentelle Musik mehr, die man tatsächlich auch noch hören kann. Doch, gibt es! Das Trio aus Brooklyn reizt den Bereich zwischen Free Rock und Free-irgendwas komplett aus, ohne dabei jedoch den Faden für den Song an sich zu verlieren. In der Mitte nisten sie sich gern mal im No Wave ein (SONIC YOUTH winken herüber), wechseln dann aber sofort wieder in experimentelle Gefilde und kreieren Noise-Gitarren, welche die Boxen zum Bersten bringen. Die Girlie-Stimme von Sängerin Alyse Lamb wird stets non-konform gehalten und beinhaltet, wie die Musik, ein deutlich eigensinniges Element. Trotzdem aber ist sie greifbar und schreckt nicht ab. Im Grunde unglaublich, was PARLOR WALLS hier geschaffen haben. Avantgarde pur und doch absolut hörbar und angenehm fordernd.


We Are Monroe - "White Lights"We Are Monroe – "White Lights"
Alternative Rock, Indie Rock, Post-Punk (Eigenproduktion, 2017)

Was tun mit einer Band, die englisch klingt, aber aus Kanada stammt? Wie umgehen damit, dass die Grenzen zwischen angesagten Stilen wie Indie, Alternative und Post-Punk zunehmend zerfließen und Musiker wie die von WE ARE MONROE sich geschickt zwischen den Stühlen bewegen? Ganz einfach: Gut finden und den Sound genießen! So, als würden PROTOMARTYR ihre Sperrigkeit ablegen und plötzlich eingängig klingen sowie Einflüsse von alten britischen New-Wave-Helden laut werden lassen. Ein gutes Album, das öfters gehört werden will. Die Hüften werden sich freuen… doch, werden sie!


Helmut - "Our Walls"Helmut – "Our Walls"
Indie Pop, Electronic (Eigenproduktion, 2017)

Wenn elektronische Spielereien auf entspannten Pop treffen, landen wir unweigerlich beim Berliner Künstler Adrian Schull und seinem Projekt HELMUT. Mit reduzierten Electrobeats, simplen Basslinien und feinen Sprengseln Klavier oder anderer Instrumente, kreiert er die Basis seiner Musik. Dazu kommt vorsichtiger und zurückhaltender, manchmal etwas zerbrechlich wirkender Gesang, der verhalten vorgetragen wird, so als ob er sich aus Bescheidenheit oder sogar Scham nicht in den Vordergrund drängen möchte. Richtig dicht wird die Stimmung, wenn im Hintergrund Shoegaze-Sounds aufkeimen und ihre fast schon wabernden Flächen bilden. Ein schönes Album, das so manche Abendstunde verfeinern dürfte.


Priests - "Nothing Feels Natural"Priests – "Nothing Feels Natural"
Punk Rock (Sister Polygon Records, 2017)

Einfach den Dingen ihren Lauf lassen. So ungefähr müssen sich das die vier Indie Punks aus Washington DC gedacht haben, als sie ihr Albumdebüt geschrieben haben. Manchmal am Rande zum No Wave, wie im Opener, rotzen sie ihren Rock schön rau und punkig raus und driften dabei auch gerne mal in lärmige Ecken ab, nur um schnell wieder in einen locker flockigen und vor allem tanzbaren Beat einzusteigen, der von jeder guten College-Band stammen könnte. Aber gerade diese Leichtigkeit macht PRIESTS aus. Wenn dann noch ihre Sängerin fast schon Riot-Grrrl-mäßig ins Mikro trotzt und zetert, ist die Chose gelungen und rund.


Stellarscope - Standing In The Shadow Of Your GhostStellarscope – "Standing In The Shadow Of Your Ghost"
Indie Rock, Alternative Rock, Post-Punk, Shoegaze (Patetico Recordings, 2017)

Die Philadelphia-Boys zelebrieren auf ihrem Album eine spannende und vor allem funktionierende Mischung. Sie mixen die ausladende Gitarrenweite des Shoegaze mit eckigen Post-Punk-Beats und verweben diese zeitweilig mit Elementen aus dem Indie- und Alternative Rock. Der verhallte, melancholische Gesang tut sein Übriges, um die Shoegaze-Wirkung zu unterstützen. Am Ende fehlt es vielleicht ein wenig an griffigen Anteilen, die im Ohr kleben bleiben und richtig was her machen; wer sowas allerdings nicht braucht, der darf sich an einem annähernd unkonventionellen, atmosphärischen Album erfreuen.


Zenzile - "Elements"Zenzile – "Elements"
Indie Pop, Electronic, Indie Rock (Yotanka, 2017)

Dass die Musiker der bereits 1995 gegründeten Band nicht zu den Anfängern gehören, hört man "Elements" sofort an. Der Mix aus teils (wenn auch nur leicht) rockigen Gitarren, elektronischen Elementen und poppigen Melodien ist richtig gut gelungen. Die Stücke besitzen viel Dynamik und Abwechslung und besonders, wenn ZENZILE die Keyboards in den Vordergrund rücken lassen, klingt die Musik am dichtesten. Der große Hit ist ihnen zwar nicht gelungen, aber das macht "Elements" keineswegs uninteressanter.


Drangsal - "Harieschaim"Drangsal – "Harieschaim"
New Wave, Wave, Pop (Caroline International, 2016)

Herrlich, da fängt "Harieschaim" an, man lauscht den ersten Klängen und schaut dann erst einmal unwillkürlich nach dem Veröffentlichungsjahr, das auf dem Cover steht. Tatsächlich: 2016. Mit zackigen Bassfiguren, eigenwillig simplen und vor allem verhallten  Gitarren, kantigen Drumbeats, launisch offensivem NDW- oder Proto-Punk-Gesang, der an den jungen Robert Smith von THE CURE erinnert sowie elektronischer Atmosphärengestaltung, hat Mastermind Max Gruber hier ein kleines Highlight veröffentlicht. Wer sich zunächst mit verzogenem Gesicht der Musik nähert, sollte dem Ganzen etwas Zeit und Raum zur Entfaltung lassen, denn hat man erst einmal den Geist der '80er überwunden und achtet nur noch auf das, was man hört, finden wir uns in einem gelungenen Wave-Pop-Album mit größtenteils deutschen Texten wieder.


The Dopamines - "Tales Of Interest"The Dopamines – "Tales Of Interest"
Punk Rock (Rad Girlfriend Records, 2017)

Sicher werden dem einen oder anderen die Nackenhaare hochgehen, wenn hier und jetzt die Rede von Pop Punk ist, zwei Begriffe, die im Grunde einfach nicht zusammengehören wollen und sollen, stoßen sie sich doch in ihrer musikalischen und ideologischen Herkunft gegenseitig ab. Und doch hat sich dieses Bezeichnung eingebürgert für Bands, die eingängigen Punk Rock spielen. Früher wurde das auch mal als Fun Punk bezeichnet, nicht weil die Texte so lustig sind, sondern weil die Musik einfach Spaß macht. Genau das erreichen THE DOPAMINES auch und versprühen eine große Menge lockere, fröhliche Laune, die vordergründig jüngere Hörer ansprechen dürfte. Durch die Einfachheit der Musik nutzt sich der Gehalt zwar relativ schnell ab, aber das wird Freunde kurzweiliger Glücksgefühle keineswegs abschrecken, nicht wahr?!


The Moonlandingz - "Interplanetary Class Classics"The Moonlandingz – "Interplanetary Class Classics"
Indie Rock, Psychedelic Rock (Transgressive Records, 2017)

Wenn hier davon die Rede ist, dass der Rock von THE MOONLANDINGZ spacig ist, dann sind keineswegs wabernde Psychedelic-Sounds oder abgehobene Wah-Wah-Orgien gemeint, sondern ziemlich abgedrehter, abgehobener Indie Rock mit Hang zur Schrulligkeit. Sehr sympathisch ist, dass die Band dabei keineswegs auf sterile Perfektion aus ist, sondern mit auf alt getrimmten (Dreh-)Orgelsounds und experimentellen Spielereien (schräge Klänge, Disharmonien, Samples, diverse Geräusche) jeglicher Art ihre Musik interessant und vielseitig gestaltet. Dabei darf sich natürlich auch gern mal am Gesang ausgetobt werden; selbstverständlich ebenso durchgeknallt und abgehoben vielseitig und doch auch irgendwie poppig. Klingt komisch? Ist es auch… aber gut!


Weirds - "Swarmculture"Weirds – "Swarmculture"
Alternative Rock (Alcopop! Records, 2017)

Mit einem saftigen Riff-Gewitter steigen die Briten aus Leeds in ihr Debütalbum ein. Dabei zocken sie so manch starke Alternative Riffs, die am Rande zum Noise Rock angesiedelt sind und von kräftigen Beats und Rhythmen begleitet werden. Der mit Echo und etwas Hall belegte Gesang zielt trotz der eingesetzten Effekte nicht in die Shoegaze-Ecke, sondern birgt eine eher punkige Basis, die ganz eindeutig im Alternative mündet. Der Sound ist natürlich schön knackig und so, wie es sich für den Stil gehört. Spannend ist, dass es WEIRDS gelungen ist, ein gutes Album zu veröffentlichen, ohne einen potentiellen Hit an Bord zu haben. Kann ja zukünftig noch kommen…

7/10


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