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  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #60

4. August 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 101 mal gelesen

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Surf Curse - "Nothing Yet"Surf Curse – "Nothing Yet"
Indie Rock, Alternative Rock (Danger Collective Records, 2017)

Geht flotter Chill-out? Ja, geht! SURF CURSE kombinieren musikalische Energie mit entspannten Gitarrenparts (verträumtes Picking, lockeres Geschrabbel) und wave-artigen, zackigen Beats. Dabei wirken sie so herrlich echt und unverbraucht, dass es regelrecht Spaß bereitet, die Musik zu hören. Man könnte für die Produktion auch die aktuelle Bezeichnungsform Lo-Fi benutzen, obwohl diese bei manchen auf unterproduzierte Musik schließen lässt, was im Falle von "Nothing Yet" einfach nicht richtig wäre. Selbst, wenn sie fröhlich drauflos scheppern, simpel umher brummeln und gern auch mal schäbig rocken, besitzen SURF CURSE eine Art elegante, gehobene Einfachheit, die sie mit unterschwelliger Melancholie anreichern. Wir bleiben lebendig! SURF CURSE helfen dabei.


Vow - "Kind Eyes"Vow – "Kind Eyes"
Indie Rock (The Native Sound, 2016)

Drei Jahre hat sich das Trio aus L.A. Zeit gelassen, um nach ein paar EP's und Singles den ersten Longplayer an den Start zu bringen. Dabei klingt das, was sie uns bieten, gar nicht so kompliziert. Soll heißen: Warum brauchten sie dafür so lange? Ihr Indie Rock ist sympathisch, überschaubar und trotzdem keineswegs unterproduziert. Das Songwriting ist angenehm ausgependelt, manchmal vielleicht etwas sehr leicht und oberflächlich, aber an dieser Stelle gilt es die musikalische Vision der Band zu akzeptieren. Der eine oder andere spieltechnische Haken wäre als Ergänzung für den freundlich melancholischen Gesang von Frontfrau Julia Blake sicher nicht unvorteilhaft gewesen.


Algiers - "The Underside Of Power"Algiers – "The Underside Of Power"
Soul, Gospel, Post-Punk, Trip Hop (Matador, 2017)

Und da sag mal einer, es gäbe keine Innovation mehr in der Musik. Sicher ist es schwer bis kaum machbar, Musik zu kreieren, die man noch nie gehört hat, muss ja auch nicht, aber die Mischung so zusammenzusetzen, dass sie frisch und doch irgendwie neu klingt, gelingt ganz bestimmt nur wenigen. ALGIERS gehören dazu! Mit ihrem Mix aus Alternative, Indie, Soul, Post-Punk, Gospel (!), Trip-Hop-Elementen, diversen weiteren Zutaten inklusive aufwiegelnden, politisch motvierten Texten, bedienen sie eine ganz neue Hörerschicht; zumindest aber jene, die aufgeschlossen ist und nach unverbrauchtem suchen. Klasse!


Entrance - "Book Of Changes"Entrance – "Book Of Changes"
Indie Rock, Folk, Pop (Thrill Jockey, 2017)

Musik im Wandel. Mastermind Guy Blakesless verfolgte mit seinem Projekt bislang eher die psychedelische Richtung. Mittlerweile angewachsen zu einer richtigen Band, wandelte sich auch der Sound von ENTRANCE. Man könnte fast von einer Art Kehtwendung sprechen, denn auf "Book Of Changes" (übrigens ein schöner Name in diesem Kontext) gibt es eine gelungene Mischung aus Folk und Indie zu hören. Manchmal auch mit einer kleinen, aber feinen Prise Flower Power im Gepäck hat die Band ein Album mit Folk-Hymnen geschaffen, die so herrlich untrendy sind, dass es fast schon der nächste Schrei werden könnte. Auch wenn das Album zum Ende hin etwas abflacht, gibt es viel gutes Zeug zu hören. Man nehme sich Zeit, gerne auch ein altes Fotoalbum zur Hand und lasse den Dingen seinen Lauf.


Pink Frost - "New Minds"Pink Frost – "New Minds"
Indie Rock, Alternative Rock, Psychedelic Rock (Under Road Records, 2017)

Yes! darauf haben wir sehnlichst und lange gewartet! Nach ihrem vorzüglichen letzten Album "Sundowning" (2013) legen die Chicago-Rocker endlich nach. Und sie haben nichts, aber auch wirklich kein Quentchen ihres Psychedelic-Feelings eingebüßt. Ganz im Gegenteil sogar; durch den sehr vollmundigen Sound haut "New Minds" noch kräftiger rein. Die Gitarren braten sich herrlich durch die Songs und versprühen dabei trotzdem so etwas wie Hippie Power, was nicht zuletzt an der Art des Gesangs und an der leicht verstrahlten Stimme von Adam Lukas (Gitarre/Gesang) liegt. Aber auch seine Kumpels Paige Sandlin, Alex Shumard und Jessy Hozeny sorgen an ihren Instrumenten dafür, dass man PINK FROST ganz fix einige Stufen im Ansehen aufsteigen lässt. Wenn es um knackigen Psychedelic Alternative Rock geht, muss der Name der Band nun unweigerlich fallen. Alles andere wäre Blasphemie.


Pimps Of Joytime - "Third Wall Chronicles"Pimps Of Joytime – "Third Wall Chronicles"
Funk, Soul, R'n'B, Pop (Sugar Roads Records, 2017)

Wenn das, was PIMPS OF JOYTIME auf diesem Album bringen, der neuste Hit am Pop-Himmel wäre, dann wäre das sicherlich mehr als nur großartig und würde viele alternative Musikhörer (wieder zurück?) zum Genre führen. Der Grund ist ganz einfach der, dass die Band ihren Soul- und Funksound so lebendig, frisch und überzeugend zelebriert, dass man sie einfach mögen muss. Der Kernpunkt aber ist, dass "Third Wall Chronicles" durchweg tolle Songs beinhaltet. Sie gehen zügig ins Ohr setzen sich dort gern auch mal länger fest, sie nutzen sich dabei jedoch nicht so schnell ab, wie es sonst oftmals bei Pop- oder Radiomusik der Fall ist. Wer also Interesse an gelungenem, modernem Funksound hat, der sollte, nein, der muss PIMPS OF JOYTIME antesten!


Hundred Visions - Brutal PuebloHundred Visions – "Brutal Pueblo"
Garage Rock, Psychedelic Rock, Punk Rock (Burger Records, 2016)

Die aus Austin, Texas, stammende Truppe HUNDRED VISIONS lässt die Rock-Sau los. Die Musiker setzen ebenso auf Bratpfannen-Gitarren inklusive einer Menge rotzigen Rock, wie auf Ausflüge in dezent psychedelische Klänge. Mit etwas Fantasie kann man an der einen oder anderen Stelle auch ein Stoner-Riff ausmachen, was die Schwere des Gitarrensounds unterstreicht. "Brutal Pueblo" könnte auszugsweise als Beschallung für wilde Verfolgungsszenen in Tarantino-Filme dienen, denn sie vereinen die Spritzigkeit des alten Psych Rock ebenso, wie eine punkige, jugendliche und lebendige Schnoddrigkeit. Eine coole, flotte Scheibe, bei der es sich lohnt, sie ein weiteres Mal rotieren zu lassen, sollte es beim ersten Mal mit der Sympathie (noch) nicht ganz klappen.


Black Pussy - "Power"Black Pussy – "Power"
Classic Rock, Stoner Rock (Made In China Records, 2017)

Man könnte die Musik der aus Portland stammenden Gruppe mit dem durchaus diskussionswürdigen Namen als logische Entwicklung des Stoner Rock bezeichnen. Sie benutzen die Mittel (Riffs, Melodien) des Wüstenrocks, nur härtemäßig etwas abgespeckt und garnieren diesen mit Gesangslinien, die der Classic-Rock-Ecke entnommen sind. Dass sich dabei gerne mal eine Vielzahl von starken Melodien in den Vordergrund drängeln, dürfte somit auf der Hand liegen. Auch die Beats und Grooves sind meist knackig und energiegeladen, was dazu beiträgt, dass der Stoff auf "Power" ganz gut ins Bein geht. Coole Scheibe, die hungrig auf mehr macht!


Murder By Death - "Big Dark Love"Murder By Death – "Big Dark Love"
Indie Rock, Alternative Rock (Bloodshot Records, 2016)

Die Amerikaner von MURDER BY DEATH haben sich einer eingängigen, lockeren Version des Indie Rock verschrieben. Ihre Musik könnte problemlos im Radio stattfinden und sie würde sicher sogar den einen oder anderen Hörer anziehen, der ansonsten weniger oder gar nichts mit (Indie) Rock anfangen kann. Zwischendurch blitzt zudem mal der eine oder andere, etwas stärker verzerrte Gitarrenpart durch, wenngleich der Großteil der Musik mit Akustikklängen und eher mäßig verzerrten Saiteninstrumenten verziert ist. Nichtsdestotrotz hat "Big Dark Love" ein paar feine Stücke an Bord, die das Zeug zum Dudelhit besitzen.

7/10


Christian Kjellvander - "A Village: Natural Light"Christian Kjellvander – "A Village: Natural Light"
Singer-songwriter, Folk (Tapete Records, 2016)

Der Schwede hatte sich vor längerer Zeit den 'Boss' und sein Album "Nebraska" zum Vorbild genommen. Nach einigen Alben, die stellenweise dem Vorhaben näher kamen, ist er mit "A Village: Natural Light" davon offenbar wieder abgerückt. Zum Glück, darf man sagen, denn KJELLVANDER hat genügend eigenes Charisma, das er in seiner Musik unterbringen kann. Auch wenn SPRINGSTEEN mit seinem reduzierten Werk natürlich einen Klassiker geschaffen hat, zu dem man aufschauen kann, bedarf es für den Schweden keinen Nachahmungsgeist. Er befreit sich von der Übergröße, die er vermutlich ohnehin nicht erreichen wird und macht einfach das, was sein Herz ihm sagt: Intensive Musik, ohne Schnörkel und mit viel Gefühl. Mehrere Gitarrenspuren wirken hier ebenso logisch und sich ergänzend, wie das vorsichtig eingesetzte Schlagzeug, dass die Parts wunderbar unterstreicht und zu keiner Sekunde das Zeoter übernimmt. Eine wirklich schöne und ruhige Platte zum Genießen.


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