• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #59

30. Juli 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 149 mal gelesen

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Pulled Apart By Horses - "The Haze"Pulled Apart By Horses – "The Haze"
Alternative Rock (Caroline International, 2017)

Ordentlich Stimmung verbreiten die Briten aus Leeds auf ihrem Album "The Haze". Das stilistische Spektrum rangiert um alles herum, was man als Alternative bezeichnen kann, inklusive einem Hauch Punk Rock und kleinen Ausflügen in den Hard- und sogar in den Stoner-Rock-Bereich. Die Laune sollte beim Hören der Platte jedenfalls schnell steigen, denn der flockig rockige Sound reißt einfach mit. Ab und an trauen sich die Jungs sogar, ein wenig psychedelisch zu klingen und sogar eigenwillig krautig zu sein; gut so! Ein erstaunlich frisches und spielfreudiges Werk, das man immer mal wieder durch die Anlage jagen kann.


Tashaki Miyaki - "The Dream"Tashaki Miyaki – "The Dream"
Indie Rock, Shoegaze (Metropolis, 2017)

Die Shoegaze-Indie-Rockerin aus Los Angeles präsentiert, nach zwei Cover-Alben und diversen EP- sowie Single-Veröffentlichungen, ihr erstes Album. Stilistisch hat sie sich leicht verschlafenem Sonntags-Rock verschrieben; einer Mischung aus Lo-Fi-Indie im dezenten Shoegaze-Gewand. Ihre feine Stimme, die klingt, als wenn sie an einem Feiertag aufwacht, die Augen öffnet und sofort loslegt, setzt dabei neben den entspannten instrumentalen Klängen, die wichtigen Aspekte. Wer seinen Kaffee am Sonntag Morgen gerne mit musikalischer Untermalung genießt, die einerseits nicht zu aufdringlich, trotzdem aber präsent sein sollte, dürfte mit "The Dream" eine gute Wahl treffen.


Whimsical - "Sleep To Dream"Whimsical – "Sleep To Dream"
Indie Rock, Shoegaze (Saint Marie Records, 2017)

Flotten Rock mit Indie- und ganz dezentem Shoegaze-Einschlag bieten WHIMSICAL, deren Hauptakteure Neil Burkdoll und Sängerin Krissy Vanderwoude sind. Mit ihrer lieblichen Stimme kreiert sie die himmlische Atmosphäre des Albums, aber auch die freundlichen Akkorde, eingebettet in einen leicht verhallten, klaren und unverzerrten Gitarrensound, stehen gleichwertig im Mittelpunkt des Geschehens. An manchen Stellen wünscht man sich vielleicht etwas mehr Griffigkeit, obwohl die Lieder alles andere als ausschweifend sind. Die eine oder andere einprägsame Gesangslinie hätte den grundsätzlich guten Gesamteindruck sicherlich noch verbessert.


Furniteur - "Perfect Lavender"Furniteur – "Perfect Lavender"
Synthpop, Dream Pop, Indie Pop (Prince George Records, 2017)

Wenn bei der Auflistung der Besetzung und Bedienung der Instrumente bei allen drei Bandmitgliedern neben Gitarre und Gesang auch Synthies und Programming steht, dann kann es sich nur um Synthpop oder Dream Pop handeln. Und so ist es auch bei FURNITEUR, die sich einer treibenden Version des synthetischen Pop verschrieben haben. Sie sind dabei stets spritzig und grooven sich vorzüglich durch ihre Songs. Während die Art des Gesangs in Richtung Dream Pop geht, besticht der musikalische Aspekt durch eine gelungene Aufarbeitung altbekannter Zutaten. Man könnte jetzt natürlich meinen, dass das alles in den 1980ern schon enorm ausgelutscht wurde, ja, aber FURNITEUR bedienen sich lediglich der instrumentalen Rezeptur. Ihre Songs wirken dabei frisch und besitzen eine eigene, kleine Magie. Aber da ist etwas, das man ihnen erst einmal nachmachen muss. Absolut gelungen!


Der Himmel Über Berlin - "Amnesia"Der Himmel Über Berlin – "Amnesia"
Dark Wave, Gothic Rock (Unknown Pleasures Records, 2017)

Allein der Name des Labels sollte genügen, um zumindest erst einmal aufzusehen, werden dadurch doch Erinnerungen an die alten Düsterkönige JOY DIVISION wach. Hoch gepokert! Mit einlullenden Goth-Sounds ziehen diese Italiener aus Triest den geneigten Genre-Hörer in ihren Bann, wobei sie stilistisch und von der musikalischen Herangehensweise her kaum Ähnlichkeiten zu genannten Kulthelden aufweisen. Der elektronische Aspekt bei DER HIMMEL ÜBER BERLIN ist überschaubar, aber vorhanden und wenn die Gitarren durchblitzen oder ein treibender Drumbeat in den Vordergrund rückt, ist dies zweckdienlich eingesetzt. Wären die Gitarren ein klitzeklein wenig dominanter oder zumindest vollmundiger abgemischt worden, hätte man hier von echtem Goth Rock sprechen können, so aber bleibt ein Hybrid, der verzweifelt versucht, die Klasse der SISTERS OF MERCY zu erreichen und dem es unterm Strich etwas an Biss fehlt.


Animal Youth - "Animal"Animal Youth – "Animal"
Post-Punk (Weyrd Son Records, 2017)

Aus der Asche von SIAMESE QUEENS haben sich die Belgier ANIMAL YOUTH gebildet. Sie spielen eine leicht wave-lastige Form des Post-Punk, inklusive etwas unterkühlt wirkendem Gesang, der zu viele Melodien vermeidet und stellenweise gewollt statisch klingt. Sie nutzen zusätzlich gelegentlich Keyboards, um dem Ganzen eine besondere Stimmung zu verpassen. Hinzu kommen Gitarrenideen, die man mitunter gerne auch schon mal vor 20 oder 30 Jahren gehört haben könnte, nur eben nicht in diesem vollmundigen, klaren Soundgewand. Eine gute Platte für einen Einstand. Wer auf unangepasste Musik steht, die trotzdem eingängig und atmosphärisch ist, der sollte "Animal" antesten.


Communions - "Blue"Communions – "Blue"
Indie Rock (Fat Possum Records, 2017)

Die junge Combo aus Kopenhagen versucht sich an fluffig poppigen Melodien, gekleidet in ein musikalisches Indie-Gewand, das simpel und einprägsam funktionieren soll. Vor vielen Jahren hätte man diese Art Musik auch noch in die Nachwuchsecke des College Rock gestopft. Heute muss, nein, soll man ja alles ernst nehmen, denn Künstler haben ein Recht auf Beachtung; schließlich geben sie sich Mühe. Dass Mühe allein manchmal dann doch nicht reicht und die Menge der musizierenden Kunstakrobaten ja auch nicht gerade sinkende Zahlen aufweist, soll hier nur am Rande als Argument für die folgende, zugegeben harte Kritik herhalten. COMMUNIONS klingen, als wenn sie gerade eben erst ihr Spielzeug beiseite gelegt haben und ihren Spieltrieb nun an den Instrumenten ausleben. Zu schnullig, zu schlicht ist die Musik, zu wenig Tiefe besitzt sie. Schade, denn Potential ist vorhanden.


Hoops - "Routines"Hoops – "Routines"
Indie Rock, Dream Pop, Shoegaze (Fat Possum Records, 2017)

Mit vielen Melodien und einem entspannt locker-flockigen Schlafzimmer-Feeling geht dieses Quartett aus Indiana vor. Ihr Indie Rock ist mit Dream-Pop- und phasenweise sogar mit minimalen Shoegaze-Elementen angereichert. Dabei kreuzen sie gerne mal die Schwelle zum Gitarren-Pop, inklusive positiver Stimmung und viel Sonne im Sound. Der Gesang wirkt durch den  etwas verhallten Klang zurückgenommen, aber dennoch absolut präsent. "Routines" muss einfach gute Laune machen, zumindest aber den Soundtrack dazu hergeben, mal wieder entspannt über die Landstraße zu fahren und einfach das Leben zu genießen.


The Anix - "Ephemeral"The Anix – "Ephemeral"
Electro Pop, EDM (Cleopatra Records, 2017)

Wie es klingt, wenn man alternative Rockmusik völlig entnaturalisiert, das heißt, ihnen jegliches natürliches Element entzieht, also selbst gespielte Saiteninstrumente und Schlagzeug durch synthetische ersetzt und lediglich nur der Gesang noch richtig 'echt' ist, dann hat man das, was THE ANIX auf ihrem Album präsentieren, ziemlich gut zusammengefasst. Electronic Dance Music (EDM) nennt sich die Chose ja mittlerweile. Alles halb so wild, wenn man selbst als gestandener Rocker oder besser gesagt, als Liebhaber von tatsächlich gespielten Instrumenten gestehen muss, dass THE ANIX ihre Sache trotzdem richtig gut hinkriegen. OK, viele der Melodie- und Gesangslinien sind sehr eingängig und oberflächlich gesehen vielleicht auch auf schnellen Konsum zugeschnitten, das ändert jedoch nichts daran, dass die Songs gut sind.

7/10


Kick - "New Horizon"Kick – "New Horizon"
Hard Rock, Melodic Rock, Alternative Rock (Majestic Rock, 2004)

Mit Energie und Power, aber auch viel Gefühl schmücken KICK aus dem Vereinigten Königreich ihre Mischung aus Hard- und Alternative Rock aus und beweisen dabei ein feines Gespür für einprägsame Melodiebögen und tolle Refrains. Was spontan begeistert ist, dass KICK auf "New Horizon" nicht austauschbar, aber doch irgendwie vertraut wirken. KICK klingen wie ein Hybrid aus AEROSMITH und einer Prise U2 und ich behaupte sogar, minimale Ähnlichkeiten zu BRUCE DICKINSON aus der "Chemical Wedding"-Ära herauszuhören. Große Refrains und tolle Instrumentalpassagen veredeln ein durchweg gelungenes Album, so dass es locker mit etablierten Größen mithalten kann. Wer auf melodischen Rock steht, der Ausflüge in den Alternative-Bereich wagt und auch vor (nur sehr minimalen aber dennoch vorhandenen) genannten U2-Parallelen keine Scheu hat, der wird hier gut bedient.


Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Kurz notiert #56
» Kurz notiert #54
» Kurz notiert #12
» Kurz notiert #53
» Kurz notiert #17
» Kurz notiert #19
» Kurz notiert #49

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *