• N/A

  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #58

24. Juli 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 190 mal gelesen

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Jaws - "Simplicity"Jaws – "Simplicity"
Indie Rock, Shoegaze (JAWS / Eigenproduktion, 2017)

Das zweite Album der britischen Dream Rocker kann was. Immer noch alles im Alleingang machend, können die Birmingham-Jungs sogar noch eine Steigerung zu ihrem schon ziemlich gelungenen Debüt "Be Slowly" aus 2014 vorweisen. Ihr eingängiger Indie Rock wird mit Shoegaze- und Dream-Pop-Elementen bereichert und kann auch den einen oder anderen Ohrwurm vorweisen. Viele werden überrascht sein von der Band, die auf "Simplicity" fast schon jugendlich beginnt und mit zunehmender Spieldauer erwachsener und besser wird. Klasse!


Curse Of Lono - "Severed"Curse Of Lono – "Severed"
Rock, Americana, Folk, Singer.songwriter (Submarine Cat Records, 2017)

Diese Gruppe aus London klingt so gar nicht britisch, sondern man würde ihre Herkunft vielmehr aus einer ländlichen Gegend der USA vermuten. Ihr Sound, der hauptsächlich mit Folk, Singer-songwriter-Elementen, etwas Country und vor allem ganz viel Americana besticht, leitet also in die Irre. Gut gemeistert, könnte man CURSE OF LONO bescheinigen. Manche der Stücke sind dann auch richtig gut konzipiert und klingen interessant ("London Rain"), andere wiederum plätschern auf den ersten Eindruck eher wirkungslos an einem vorbei. Man muss wohl entsprechend aufgelegt sein, um "Severed" voll und ganz akzeptieren zu können.


Spyradio - "Pacific"Spyradio – "Pacific"
Indie Rock, Jazz, Funk Psychedelic (Eigenproduktion, 2017)

Eigentlich ist "Pacific" das zweite, bislang unveröffentlichte Album von SPYRADIO. Aufgenommen und gemischt wurde es bereits um die Jahrtausendwende, also '99/2000. Warum es bis dato allerdings zu keiner Veröffentlichng kam, ist unklar, vor allem unglaublich, angesichts der enthaltenen, guten Musik! Die Mischung aus psychedelischen Indie-Klängen und entspanntem Jazz ist nämlich sehr gelungen. Zwischen Bar-Jazz, leicht verträumten, psychedelischen Funk-Ansätzen und einer ganz feinen Prise Indie-Flair, haben sich die Musiker aus Detroit eine eigene Nische erspielt. Unfassbar schade, dass es inklusive "Pacific" bei zwei Veröffentlichungen blieb bzw. bleibt. In dieser Band steckte viel Potential!


Aye Nako - "Silver Haze"Aye Nako – "Silver Hazet"
Alternative Rock, Punk Rock (Don Giovanni Records, 2017)

Wow, SONIC YOUTH auf Rotz? Die Formation aus Brooklyn legt nach einem Field-Intro so herrlich unverblümt und natürlich rockend los, dass man mit den ersten Tönen sofort beginnt, mindestens mit dem Fuß zu mitzuwippen. Stilistisch ist alles Alternative, entwachsen aus dem Punk; eindeutig heraushörbar. Vergleiche zu SONIC YOUTH liegen einfach auf der Hand, da AYE NAKO sich ähnlichen Gitarrenmustern und Beats bedienen. Zwar sind sie insgesamt etwas geradliniger als genannte Kultband, aber das ändert nichts an der Qualität der Songs auf "Silver Haze". Eine ehrliche, echte Scheibe, die auf produktionstechnischen Kasperkram verzichtet. Herrlich erfrischend!


Vant - "Dumb Blood"Vant – "Dumb Blood"
Indie Rock, Alternative Rock (Parlophone, 2017)

Wenn in Bezug auf das VANT-Debüt der Begriff Grunge fallen muss, dann nur deshalb, weil sich die Briten einer leichten Schmutzigkeit bedienen, die man aus eben jenem Genre kennt. Sie kreuzen dabei quer durch den Alternative- und Indie-Rock-Bereich und versprühen mit ihren eingängigen Melodien eine Menge gute Laune. Dass sie dabei politische Themen wie bespielsweise chemische Kriegsführung und sexuelle Übergrifflichkeit behandeln und entsprechend kritisch beäugeln, spricht nicht nur für sie, sondern übt auch einen besonderen Reiz aus. Dabei klingen sie stets catchy und es gelingt ihnen, selbst schwierige Themen kompakt zu vermitteln. Tolle Platte!


Cotillon - "The Afternoons"Cotillon – "The Afternoons"
Indie Rock (Modern Sky USA, 2017)

COTILLON ist Jordan Corso. Mit diesem Projekt hat er seine Eindrücke von New York vertont und der Stadt mit ihrem mitunter schrägen Leben, inklusive ihrer Schlaflosigkeit und dem überbordenden Drang nach künstlerischer Selbstverwirklichung einen musikalischen Rahmen verpasst. Er bedient sich dabei beim Indie Rock und nutzt eine Art experimentelle Lo-Fi-Produktion, die der schleichenden Melancholie der Großstadt ein Gesicht gibt. Mit nahezu jedem Stück werden von der Gitarre andere Effekte genutzt, was allerdings nicht dominant in den Vordergrund rückt, sondern eher ein nettes Gimmick für den Hörer ist, das es zu entdecken gibt. Abwechslungsreich sind die Stücke allemal, auch wenn der rote Faden auf dem Album ganz klar besteht. Die mit dem Gesang ausgedrückte Trostlosigkeit ist allgegenwärtig und rundet das (definitiv alles andere als) glamouröse Bild der Stadt ab.


Fleurie - "Love And War"Fleurie – "Love And War"
Indie Pop (Eigenproduktion, 2017)

Die Sängerin aus Nashville hat bislang höchstens mit ihrer EP "Arrows" aus 2015 kurzzeitig für Aufsehen unter Interessierten gesorgt. Dann wurde es wieder still; bis jetzt! FLEURIE selbst beschreibt "Love And War" als ihre 'Cinematic Collection' und das kann man absolut so stehen lassen. Sämtliche der acht Stücke wirken wie Soundtracks zu imaginären Filmen. Mal im poppigen Gewand mit orchestralem Bombast, dann wieder mit dezenten Hip-Hop-Beats oder einfach nur atmosphärisch sehr wirkungsvollen Ambient-Klangkonstrukten im Hintergrund. Das Album wirkt in seiner Gänze mit einem melancholischen Unterton und natürlich durch die tolle Stimme der Protagonistin.  Wer Lust auf ein Pop-Album hat, das so gar nicht in die Charts will und dabei von hoher Qualität ist, der sollte sich "Love And War" anhören.


Fink - "Fink's Sunday Night Blues Club, Vol. 1"Fink – "Fink's Sunday Night Blues Club, Vol. 1"
Blues, Acoustic (R'COUP'D, 2017)

Respekt vor soviel Mut! Diese Platte von FINK, aka Fin Greenall, ist sicherlich absolut nicht das, was Anhänger des britischen Sängers und Songschreibers vermuteten und erwarteten, selbst wenn sie nur als Filler zwischen den regulären Veröffentlichungen gehandelt wird. Äußerst reduziert und entsprechend überschaubar konzipiert ist es das erste reine Blues-Werk des Künstlers. Unterstützt wird er dabei von David Shirley, der ganz feine Schlagzeugsprengsel einsetzt, um die starke Atmosphäre des Albums zu ergänzen. Fast alle Songs seien in einem Take entstanden, sagte Fin über die Entstehung, nur mit einem alten Mikro über Verstärker eingespielt und natürlich mit viel Liebe zur Blues-Musik. Manchmal braucht es eben einfach nicht mehr als das…


Wilsen - "I Go Missing In My Sleep"Wilsen – "I Go Missing In My Sleep"
Indie Rock, Indie Pop, Folk (Secret City Records 2017)

Herrlich warm und entspannt, aber nicht einschläfernd ist der Sound auf WILSENs zweitem Album. Die Band um Frontfrau Tamsin Wilson lässt dabei losgelöste Indie-Elemente, ebenso wie dezent folkige Ausflüge und eine Spur Indie-Pop-Kultur einfließen. Natürlich spielt die liebliche Stimme der Sängerin eine wichtige Rolle, denn ihre teilweise schwebenden Gesangslinien sorgen beim Konsumenten für ein wohliges, genussvolles inneres Zurücklehnen. Man kann sich sehr gut im Sound der Band fallenlassen und einfach die leichten, inhaltlich wohl dosierten Songs genießen. Entspannung pur.


Dream Machine - "The Illusion"Dream Machine – "The Illusion"
Vintage Rock, Progressive Rock, Psychedelic Rock (Castle Face, 2017)

Das, was diese Band aus Austin auf ihrem Debüt bringt, kann nichts anderes als ein leicht wehmütiges, aber zufriedenes Lächeln auf die Lippen zaubern. Mit durch und durch nostalgischen Zutaten haben sie ein Album geschaffen, das in den 1970ern zur Sperrspitze der Rockszene gehört hätte. Erinnerungen an DEEP PURPLE, aber auch an THE DOORS sind allgegenwärtig und selbst der Orgelsound klingt so original, dass man glatt überlegen könnte, ob nicht doch früher alles irgendwie schöner war und ob eventuell noch Schlaghosen im Keller oder auf dem Dachboden herumliegen, die man, selbstverständlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, noch einmal anprobieren sollte; einfach nur mal so, versteht sich. DREAM MACHINE sind dabei alles andere als 'nur mal so'. Ihr Stoff rockt und besitzt großes Potential. Geiles Teil. Rockt. Nostalgie pur!


Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Kurz notiert #62
» Kurz notiert #72
» Kurz notiert #65
» Kurz notiert #50
» Kurz notiert #53
» Kurz notiert #33
» Kurz notiert #19

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *