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Kurz notiert #53

26. Juni 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 486 mal gelesen

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Mock Orange - "Put The Kid On The Sleepy Horse"Mock Orange – "Put The Kid On The Sleepy Horse"
Indie Rock, Alternative Rock (Topshelf Records, 2016)

Geil, was die Amis von MOCK ORANGE auf ihrer sechsten Scheiblette fabrizieren. Staaten-geprägter Indie Rock trifft auf bratzigen Alternative der alten Schule und wird durch hippiemäßig erhöhten Gesang abgerundet. Stets mit einem Schwung gut gelaunter Melancholie (ha!) und wohlig wärmender Sonne im wallenden Haar, zelebriert die Band ein wahres Fest an schrabbeligem Gitarrenrock mit dezentem Collegeflair, nur in anspruchsvoll. "Put The Kid On The Sleepy Horse" ist die Platte, die man nicht umgehen oder gar übersehen sollte, wenn man auf gute Musik steht.


Mutoid Man - "Bleeder"Mutoid Man – "Bleeder"
Stoner Metal, Post-Hardcore (Sargent House, 2017)

Man darf großes erwarten, wenn sich Leute von CONVERGE und CAVE-IN zusammentun und so soll es auch sein. Nicht ganz im Fahrwasser ihrer Hauptbands wandeln MUTOID MAN, der räudige Bastard aus (Post-)Hardcore, Math Rock, Punk und Stoner-Metal, auf eigenen Pfaden. Fette Rhythmen mit viel Wumms und Krawall im Gepäck verbreiten eine Menge hitzigen Spaß. Die Platte dürfte kein Auge von Freunden lauten Gebollers trocken lassen, zumal auch gerne mal auf die Tube gedrückt wird. Wer wieder einmal so richtig abgehen möchte und losgelöst von allem frei nach Nase die Bude umräumen, neu gestalten oder einfach nur zerlegen will, der schafft dies am besten unter Beschallung von "Bleeder".

8/10


Pinback - "Some Offcell Voices"Pinback – "Some Offcell Voices"
Indie Rock (Temporary Residence Limited, 2017)

Mit Klavier, Zurückhaltung, etwas Melancholie, seichten Arrangements, bei denen man hin und wieder das Gefühl bekommt, dass sie absichtlich nicht auf den Punkt kommen, um eine Art unterschwellige (Ent)Spannung zu halten, gestalten PINBACK ihren Sound. "Some Offcell Voices" ist, wie Kenner der Band vielleicht bereits vermuten, eine Compilation bzw. Vereinigung der beiden EPs "Some Voices" aus 2000 und "Offcell" aus 2003. Warum die Band gerade diese für eine Zusammenkunft ausgewählt hat, ist ein kleines Rätsel, vermutlich haben sie den Stoff einfach als noch einmal Veröffentlichungswürdig gesehen. Die Entscheidung war sicher nicht falsch, auch wenn es keine großen Umstände bereitet hätte, die Songs etwas aufzufrischen und vielleicht die eine oder andere Spur zu erneuern oder hinzuzufügen.


Dude York - "Sincerely"Dude York – "Sincerely"
Grunge, Alternative Rock, Indie Rock (Hardly Art, 2017)

Vermutlich können die jungen Rockbands aus Seattle einfach nicht anders. Wenn sie nicht mindestens ein klein wenig Grunge im Blut haben, wie im Falle von DUDE YORK, die zumindest stellenweise, in den weniger lieblichen Tönen, Ähnlichkeiten zu bekannten Grunge-Größen aufweisen, scheint etwas nicht zu stimmen. Dass das Resultat dabei auch noch richtig gut ist, ist natürlich einerseits für uns Konsumenten wunderbar, entschlüsselt aber nicht das Rätsel der vielen guten Bands aus der verregneten Nordamerikanischen Metropole. DUDE YORK gehören auf den 'To Check'-Zettel


Sodastream - "Little By Little"Sodastream – "Little By Little"
Singer-Songwriter, World Music, Folk (Sodastream Music, 2017)

Das australische Duo Pete Cohen und Karl Smith hatte SODASTREAM 2007 eigentlich ad acta gelegt. Nun taucht nach über zehn Jahren plötzlich eine neue Platte auf. Stilistisch hat sich glücklicherweise nicht viel verändert und so gibt es auf "Little By Little" zehn neue Stücke, die man wieder in die Singer-songwriter-Ecke stecken kann. Garniert wird das Ganze mit einer gehörigen Prise Folk, etwas Pop, sogar etwas Country und einem Huster World Music. Musikalisch wird alles angenehm akustisch gehalten und die Gesangslinien hätten auch von den alten amerikanischen Songwriter-Helden stammen können, wobei die Gesangsstimme an sich natürlich bei den Sodaboys anders ist. Musik für die schönen Stunden des Lebens.


Young Fox - "Sky Beats Gold"Young Fox – "Sky Beats Gold"
Alternative Rock, Indie Rock (Spartan Records, 2017)

Aus Pittsburgh stammt diese junge und frische Alternative-Combo, die mit "Sky Beats Gold" ihr Debüt auf den Weg bringt. Sie haben ihre Songs dynamisch ganz gut ausgelotet, was im Alternative-Bereich mittlerweile ja fast schon ein Muss ist und dadurch die Grenzen zum Emo oder neuerdings ja auch zum Post-Hardcore fließend werden. Von letzterem halten sich YOUNG FOX allerdings ganz fern, denn sie bleiben schön im Alternative- und Indie-Rahmen, was in ihrem Fall gut zu Gesicht steht.  Zwischendurch wird es ab und an kurzzeitig sogar etwas verträumt, was eine weitere angenehme Note darstellt. Die Refrains sind gelungen und relativ eingängig, auch wenn nach erstmaligem Hören sicher noch kein unumgänglicher Hit auszumachen ist. Das Album braucht also etwas Raum und ein bis zwei Durchläufe mehr zum Wirken.

7/10


Bleib Modern - "Antagonism"Bleib Modern – "Antagonism"
Gothic, New Wave, Post-Punk (Manic Depression, 2017)

Gothic, New Wave oder Cold Wave und Post-Punk stellen die Basis des deutschen Fünfers dar. Sofort fällt der stellenweise etwas überspannt geheulte Goth-Gesang auf, bei dem einem der Spruch 'weniger ist manchmal mehr' druch den Kopf schießt. Musikalisch ist "Antagonism" relatitv einfach gehalten und auch die produktionstechnische Dichte ist überschaubar. Es scheint, als wollte man den Klang der '80er-Jahre-Bands einfangen und auf das Album übertragen. Gelungen ist dies partiell, auch wenn einen das Gefühl beschleicht, dass es hier und da ruhig noch etwas düsterer hätte sein können. BLEIB MODERN sind vordergründig etwas für Genre-Alleshörer, die froh sind, dass es wieder was aus ihrer Ecke gibt.

5/10


His Name Is Alive - "Patterns Of Light"His Name Is Alive – "Patterns Of Light"
Vintage Rock, Progressive Rock, Art Rock (Silver Mountain Media Group, 2016)

Dass die Truppe seit 1990 regelmäßig Alben veröffentlicht, hört man dem Stoff auf "Patterns Of Light deutlich an. Das Songwriting ist gekonnt, ausgewogen und vor allem interessant gestaltet. Durch die progressiv-psychedelischen Stile der 1970er Jahre spielen sich die Amerikaner aus Michigan mit einer ansprechenden Leichtigkeit durch, dass es nicht nur eine wahre Freude ist, das Album zu hören, sondern es laut (!) zu hören. Die sehr angenehme, leicht verträumte und verschlafene Stimme von Sängerin Andrea Francesca Morici ist dabei eine äußerst passende Ergänzung zur überaus gelungenen musikalischen Darbietung. Das Album entfaltet sich nach und nach immer mehr und hinterlässt bleibende Spuren. Geiler Trip! Empfehlung!


The Mysterons - "Meandering"The Mysterons – "Meandering"
Indie Pop, Psychedelic Pop (Excelsior Recordings, 2017)

Das erste, was einen beim Hören dieser niederländischen Formation anspringt, ist der liebliche Gesang von Sängerin Josephine Van Schaik, die man am liebsten sofort in den Arm nehmen und ihr das Wort 'süß' zuwerfen möchte. Daneben fällt aber gleichwertig die eigenwillige Auslegung von Popmusik auf, die sämtliche gängigen Strukturen außen vor lässt. Zwar wollen und sind THE MYSTERONS auch gerne mal eingängig, zumindest was die Gesangslinien angeht, aber die Musik selbst kann man durchaus mit den Begriffen 'sperrig aber ansprechend' oder 'individuell und spannend' bezeichnen. "Meandering" ist definitiv ein Album, das mehrere Anläufe braucht, denn die Musiker haben durch ihre eigenwillige Art alles dafür getan, dass die Musik durchaus fordert und sich nicht so schnell abnutzt.

7/10


The Random Monsters - "Going Home"The Random Monsters – "Going Home"
Post-Rock (Klonosphere, 2017)

In nur fünf Liedern machen die Franzosen aus Paris deutlich, wie ihre Auffassung von Post-Rock ist. Natürlich gibt es, dem Genre entsprechend, ausgedehnte Passagen, in denen eine dichte Atmosphäre aufgebaut wird, inklusive Gitarrenhall und weite Melodieläufe. Dabei arbeitet die Band zwischendurch auch mal mit Gesang, der jedoch nie dominant ist oder der Musik den Wirkungsraum nimmt. Das Kernstück des Albums bildet ganz eindeutig das nicht ganz 20-minütige "No Church", in dem alle Vorzüge des Stils zum Besten gegeben werden. Großartige Innovationen oder Genreneuerungen gibt es zwar nicht, aber das sollte einen nicht davon abhalten, "Going Home" genießen zu können. Für Posties sicher eine gute Wahl.

7/10


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