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Kurz notiert #52 – Extrem hörbar

22. Juni 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 685 mal gelesen

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Code Orange - "Forever"Code Orange – "Forever"
Hardcore Metal (Roadrunner Records, 2017)

Als 2014 aus CODE ORANGE KIDS nur noch CODE ORANGE wurde (man wird ja auch mal erwachsen) und mit "Forever", dem dritten Album der Truppe aus Pittsburgh, der Wechsel zu Roadrunner Records vollzogen wurde, fürchteten manche einen Ausverkauf. Aber weit gefehlt. CODE ORANGE hauen sich gnadenlos durch ihr Album und brüllen ihre ganze Wut raus. Es gibt feinen Hardcore-Metal auf die Lauscher, mit gelegentlichen Ausflügen in alternative Gefilde, wie zum Beispiel bei "Bleeding In The Blur", wo dann in Sachen Gesang doch auch nochmal die 'Kids' durchsickern. Ansonsten regieren harte Riffs und schwere, saftige Drumparts. Manchmal ist die Schose vielleicht etwas eintönig, aber auch dafür muss es wohl eine Nische geben.


Car Bomb - "Meta"Car Bomb – "Meta"
Mathcore (Eigenproduktion, 2016)

Ordentlich auf die Zwiebel gibt's von den Amerikanern CAR BOMB, deren drittes Album von Joseph Duplantier (GOJIRA) produziert wurde. Geholzt wird verzwickter, aggressiver Mathcore, der ebenso reich an vertracktem Riffing ist, wie arm an Melodien. Das Geschrei und Gebrüll am Mikro erinnert entfernt an THE DILLINGER ESCAPE PLAN und selbst einzelne Parts könnte man ihnen locker zuschreiben, allerdings vermisst man ganz klar deren Qualität. Manchmal wird auf "Meta" kurzzeitig sogar im Blastbeat gebolzt, nur um sofort wieder in den nächsten schwindelerregenden Hirnwindungenumdrehpart einzusteigen. Ziemlich aufreibend, was hier geboten wird und definitv eine große Herausforderung. Keine Musik für schwache Nerven also. Sind sie zu stark, bist du zu schwach!


Artificial Brain - "Infrared Horizon"Artificial Brain – "Infrared Horizon"
Technical Death Metal (Profound Lore Records, 2017)

Eine neue Macht im Technical Death Metal stellen diese New Yorker dar. Mit ihrem zweiten Album heben sie die Maßstäbe für das Genre an und platzieren sich mühelos neben Giganten wie GORGUTS oder WORMED. Meist tief grummelnder, aber auch mal aggressiv kreischender Gesang, ein um sich wütendes Schlagzeug, das jedoch nie völlig die Beherrschung verliert, tiefe Basslinien und anspruchsvoll sägende Gitarren bestimmen das Hauptbild auf "Infrared Horizon". Das Album ist sehr vielseitig geraten und lotet sämtliche Vorzüge des Genres vorzüglich aus. Zu erwähnen sei noch, dass sich der Stoff vordergründig im Uptempo-Bereich abspielt und somit Liebhaber entspannt progressiver Klänge weniger auf ihre Kosten kommen. Absolute Empfehlung und ganz klar ein Genre-Highlight des Jahres 2017!


Gilded Lily - "Mongrel's Light"Gilded Lily – "Mongrel's Light"
Death Metal, Black Metal, Grindcore, Hardcore (Lion's Jawbone, 2016)

Eine aggressive und brachiale Mischung aus Death- und Black Metal sowie einer Portion Grind- und Hardcore präsentieren GILDED LILY aus Kanada auf ihrem Debütalbum. Mit äußerst garstigem Gesang, den man eher in der alten Black-Metal-Ecke ansiedeln könnte, wird das gewisse Tüpfelchen gesetzt, damit "Mongrel's Light" funktioniert. In rund 32 Minuten feuert das Dreigespann eine heftige Salve nach der anderen ab und hinterlässt nichts als Verwüstung. Manchmal werden die musikalischen Flammen von feinen Melodien begleitet und geschürt, welche sinnbildlich den zelebrierten Todesmarsch untermalen. Gute Platte, die Zeit zum Wirken braucht. Nichts für schwache Nerven.

7/10


Insidious Disease - "Shadowcast"Insidious Disease – "Shadowcast"
Death Metal (Century Media Records, 2010)

INSIDIOUS DISEASE ist eher ein Projekt denn eine richtige Bands, auch wenn die Musiker selbst dies sicher nicht so gerne hören. An den Äxten spielen Silenoz (DIMMU BORGIR) und Jardar (OLD MAN'S CHILD), am Schlagzeug Tony Laureano (NILE), den Bass bedient Shane Embury (NAPALM DEATH) und am Mikro kotzt sich Marc Grewe (MORGOTH) aus. Super Liste oder?! Schön ist dabei, dass die Musik auf "Shadowcast" nicht nach den Stammbands der Jungs tönt, sondern eine klare Death-Metal-Schiene bedient. Womit wir auch gleich beim einzigen Manko wären: Die Songs sind zu beliebig. Es gibt keine Besonderheiten. "Shadowcast" klingt, als wenn ein paar Typen einfach mal eine Death-Metal-Platte raushauen wollten. Nett, mehr leider nicht.


Infecting The Swarm - "Abyss"Infecting The Swarm – "Abyss"
Brutal Death Metal (Lacerated Enemy Records, 2016)

Abrissbirne aus Bayern gefällig? Aber gerne doch! INFECTING THE SWARM aus Augsburg bolzen uns krassen Brutal Death Metal mit ultra tiefem Gurgelgrunzgesang ins Gesicht. Ganz klar, dass dabei keine Gefangenen gemacht werden und die Highspeed-Maschine fast die ganze Zeit über schwer am arbeiten ist. Die Produktion ist nicht zu klinisch geraten und wirkt trotz leichter Mängel in den Feinheiten sympathisch, vor allem aber authentisch. Auf "Abyss" wird alles kaputtgeholzt, was normalerweise mit den Worten 'nett' und 'lieblich' beschrieben wird. Brutal Death ist in der Regel eher eintönig und auf Zerstörung aus, INFECTING THE SWARM bringen dem Stil durch kleine Zwischenspiele und gezielte Breaks trotzdem eine gewisse Note bei, die auch für Standard-Deather ansprechend sein kann; vorausgesetzt sie kommen mit Kloakengesang klar.

7/10


Trepid Elucidation - "Upcoming Reality"Trepid Elucidation – "Upcoming Reality"
Death Metal (Mosher Records, 2017)

Der Vierer aus Portugal holt zu Beginn seines mit sechs Liedern bestückten Debüts erst einmal Schwung, bevor die Keule ausgepackt wird. Dann im Verlauf des zweiten Tracks gibt es einen feinen Blast, der wie eine Befreiung aus dem Midtempo rüberkommt. Ihre Kombination aus Brutal Death (Gesang) und leicht verspieltem, 'nomalem' Midtempo-Death-Metal mit Groove macht dabei eine ganz ansehnliche bzw. hörbare Figur. Zwar merkt man noch deutlich, dass die Band ihren eigenen Stil noch nicht gefunden hat, aber das sei ihnen verziehen. Am Rande sei noch erwähnt, dass "Upcoming Reality" ganz deutlich macht, wie bescheuert diese kurzen und schnellen, sehr hoch gespielten Düdelmelodie-Gitarren sind, die zwischendurch eingestreut werden und die man vorwiegend aus dem Deathcore-Genre kennt. Das zieht einem nicht nur die Nackenhaare hoch, sondern sengt sie gleich übelst an.


Overtorture - "A Trail Of Death"Overtorture – "A Trail Of Death"
Death Metal (Apostasy Records, 2015)

Das zweite Werk der Schwedentod-Revivalisten (Achtung: Wortkreation!) führt den Weg des gelungenen Debüts "At The End The Dead Await" aus dem Jahre 2013 gezielt weiter. Es gibt natürlich wieder Death Metal der alten skandinavischen Schule zu hören. OVERTORTURE scheuen neben allen schweren Midtempo- und Doublebass-Beats sowie fetten, tiefer gestimmten Riffs nicht, den einen oder anderen Blast einzubauen. Klar haben das Bands wie GRAVE und DISMEMBER (diese zumindest auf dem Debüt) und sogar ENTOMBED vereinzelt auch gemacht und doch tönt es bei OVERTORTURE nicht so, als wenn es ausgelutscht oder (zu) lange bekannt wäre. Gute Platte, um nostalgische Gefühle aufkommen zu lassen. Danach werden dann die alten Helden aufgelegt.

7/10


Konkeror - "The Abysmal Horizons"Konkeror – "The Abysmal Horizons"
Death Metal, Progressive Death Metal (Lacerated Enemy Records, 2014)

Leicht progressiv, dazu mit schweren Beats belegt und etwas finster verspielt ist der Death Metal der aus Detroit/Michigan stammenden U.S.-Amerikaner. Immer wieder gibt es gute bis starke Soli, die zwischendurch richtig gute Melodien zutage bringen. KONKEROR machen nicht den Fehler, sich in Frickelei zu verzetteln, sondern loten ihre Musik gut aus. Die Fingerfertigkeit bleibt über die komplette Spieldauer relativ überschaubar, ist jedoch nie (zu) simpel. Trotz leichter Nachvollziehbarkeit nutzt sich "The Abysmal Horizons" keineswegs schnell ab und bringt einige gelungene Momente zustande, wenn man dem Album den erforderlichen Raum gibt, um wirken zu können.


Ghost Bath - "Starmourner"Ghost Bath – "Starmourner"
Depressive Black Metal, Post-Black Metal (Nuclear Blast Records, 2017)

Mit Album Nummer drei werden die Amerikaner noch ausschweifender,  atmosphärisch verspielter und es gibt auch noch mehr Melodien zu hören. Manchmal sind diese fast schon ein wenig nah am kitschigen Rand, aber sie kriegen meistens die Kurve noch gerade so. Wenn folgend die Raserei Einzug hält und das bekannte, enorm verhallte Geschrei auftaucht, drückt man gerne ein halbes Auge zu. Leider ist es dann aber nach wie vor der Gesang, der auf Dauer doch recht anstrengend ist, da vollkommen unverständlich und vordergründig aus scheinbar ausschließlich langen, undefinierbaren Schreien besteht. Manche lieben die Band natürlich genau dafür und das dürfen sie auch. Wer den atmosphärischen Post-Black Metal der Band auf Albumlänge nicht aushält, braucht sich allerdings auch nicht zu schämen.

 


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