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Kurz notiert #50

12. Juni 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 651 mal gelesen

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Undo - "Undo"Undo – "Undo"
Indie Rock, Punk Rock (Eigenproduktion, 2017)

Eine flotte Mischung haben UNDO auf ihrem Debüt fabriziert. Deutlich beeinflusst von Bands der mittleren und frühen 1980er Jahre haben sie sich einem Stil verschrieben, den sie richtig gut beherrschen und entsprechend gekonnt rüberbringen. Zwischen dezentem Spät-Punk und gelösten Indie-Sounds der Marke frühe THE CURE oder ECHO & THE BUNNYMEN haben sie sich eingenistet und zelebrieren diese Welle auf ihre ganz eigene Art und Weise, ohne direkt zu kopieren. Sie greifen den Flair der vergangenen Zeiten auf und transportieren diesen gelungen in die heutige Zeit.

7/10


Dishwalla - "Pet Your Friends"Dishwalla – "Pet Your Friends"
ndie Rock, Alternative Rock (A&M Records, 1995)

Nicht vergessen werden sollte und darf diese kleine Perle am alternativen Musikhimmel. Obwohl sie mit Härte und Durchschlagskraft zurückhielten, sind DISHWALLA seinerzeit auf den Grunge-Zug aufgesprungen. Dabei haben sie es weitestgehend unterlassen, mit fetzig verzerrten Feedback-Gitarren Refrains zu sprengen. Vielmehr haben sie den Schwermut der Flanellhemdenträger aufgegriffen und diesen in griffige Songformate verpackt. Bei Vorzeigesongs wie "Haze" werden mit etwas Fantasie gar Erinnerungen an ALICE IN CHAINS zu "Jar-Of-Flies"-Zeiten wach. Und selbst, wenn nicht jeder Song auf dem Album sofort überzeugt, wird er sich nach mehreren Durchläufen garantiert ins Gehör schmeicheln. "Pet Your Friends" ist ein gutes Album, das man von Zeit zu Zeit auflegen kann und sollte, damit es eben nicht in Vergessenheit gerät.

7/10


Cobalt Chapel - "Cobalt Chapel"Cobalt Chapel – "Cobalt Chapel"
Folk, Psychedelic Rock (Klove, 2017)

Dass Sängerin Cecilia Fage höchstpersönlich und hochschwanger mit Zwillingen auf dem Albumcover zu sehen ist, spiegelt zumindest zum Teil den leicht verschrobenen Psychedelic Folk Prog des Debütalbums des Duos wieder. Rein instrumental hat Jarrod Gosling alles unter seiner Fuchtel und er hat sich und seiner Partnerin eine fantastische Reise durch einen imaginären Soundtrack zu B-Movies der späten 1960er und 1970er Jahre kredenzt, wobei die Musik alles andere als mit 'B-Klasse' zu bewerten ist. COBALT CHAPEL gehen dabei, der damaligen Ära entsprechend, düster und geheimnisvoll vor. Polanski und Kosorten hätten diese Musik auf jeden Fall für ihre Psychostreifen genutzt und gezielt eingesetzt.


Century Palm - "Meet You"Century Palm – "Meet You"
Post-Punk (Deranged Records, 2017)

Auch auf die Gefahr hin, dass folgende Aussage anmaßend subjektiv ist… Das Genre Post-Punk ist das Genre, das in den letzten Jahren die spannendsten und vor allem innovativsten Gruppen hervorbringt. Klar, das Rad kann und wird nicht noch einmal neu erfunden, aber die Feinheiten, das Aussehen kann modifiziert werden. CENTURY PALM aus Toronto, Kanada, klingen eigenwillig. Sie bleiben stoisch bei ihren Zutaten und weichen auf ihrem Album zu keiner Sekunde von ihrer Vision ab. Dabei gelingt es ihnen, neben kantigen Beats auch eingängige Parts einzuflechten, zu denen man unweigerlich mitwippen muss. So geht moderne, unangepasste Rockmusik.

7/10


House Of Wolves - "House Of Wolves"House Of Wolves – "House Of Wolves"
Folk, Indie Pop (Discolexique, 2016)

Emotional tief getränkten Akustik-Pop mit End-70er/Anfang-80er-Charme, bei dem gerne auch sanfte Streicher und vor allem dezente Pianoklänge eingesetzt werden, präsentiert Rey Villalobos auf seinem dritten Album unter dem Banner HOUSE OF WOLVES. Musikalisch geht die Reise um locker 30 bis 40 Jahre zurück in der Zeit. Ohne abwertend wirken zu wollen, erinnert man sich an Zeiten von La Boom und der jungen Sophie Marceau, als Herzschmerz und musikalischer Schmalz noch hochkonjunktur hatten. Wem das zu albern klingt, der kann sich vielleicht mit der Vorstellung anfreunden, dass HOUSE OF WOLVES Musik auch für all jene machen, die sich nach wie vor weigern, sich von ihrer Hippievergangenheit zu lösen und dieses Gefühl einfach unbeirrt weiterleben wollen.


Crushed Stars - "Displaced Sleepers"Crushed Stars – "Displaced Sleepers"
Indie Rock, Acoustic (Simulacra Records, 2017)

Die gefühlvolle Intensität, die Todd Gautreau mit seinem Projekt CRUSHED STARS wiedergibt, ist schon bemerkenswert. Rein akustisch, mit sanften und meist zurückhaltend gezupften Tönen brilliert das Album in seiner Gesamtheit. Die Arrangements sind trotz aller musikalischen Vorsicht ansprechend und interessant gestaltet, was beduetet, dass das weite Spektrum ruhiger Musik sehr gut ausgenutzt wird. Eine süße Form der Melancholie gehört hierbei selbstverständlich zum guten Ton, zumal sie nie erdrückend und niederschmetternd ist. Die Drums sind angenehm zurückgenommen und agieren eher wie Percussions, meistens aber auf eine leicht jazzige Art.

8/10


Thieves Like Us - "Thieves Like Us"Thieves Like Us – "Thieves Like Us"
Synthpop, Dance Pop (Seayou Records, 2017)

Die Truppe, deren Mitglieder aus Schweden und Amerika stammen, ist in Berlin beheimatet, ein Garant also, um in die (Sub-)Kultur(en) der Musikszene einzutauchen, besonders, wenn man genau den Sound zelebriert, den sich THIEVES LIKE US ausgesucht haben. Kenner werden beim Bandnamen natürlich sofort hellhörig und sie sollen Recht behalten, denn die Band hat sich nach einem Song von NEW ORDER benannt. Die Ähnlichkeiten zu diesen sind allerdings eher randläufig, da die internationale Gruppe mit ihrem Dance-Sound deutlich poppiger zur Tat schreitet. So richtig springen will der Funke dann auch nicht, selbst wenn sie den Spirit der späten '80er ganz gut einfangen. Aus dem Bereich der Mittelklasse-Bands müssen sie sich aber doch erst noch herausspielen.

5/10


Titus Andronicus - "The Monitor"Titus Andronicus – "The Monitor"
Punk Rock, Indie Rock (Merok Records, 2010)

Diese Indie Punk Rocker sind etwas besonderes. Warum? Na, weil sie diese Art Musik ganz untypisch lang spielen. Sie zocken wie erwähnt Punk Rock, strecken ihre Lieder aber gerne mal auf bis zu 14 (!) Minuten Länge. Der Durchschnitt läuft zwischen fünf und sieben Minuten, zwei kurze Ausflüge in den Zwei-Minuten-Bereich gibt es ebenfalls. Dabei rocken, rotzen und fetzen die Jungs ganz schön ab und zwschendurch gibt es auch kleine Auflockerungen zum Luftholen in Form von schlacksigem Gitarrengeschrabbel und schief-alkoholisierten Gesangslinien; ntürlich nur, um danach wieder die Party-Sau loszulassen. Angenehm an der Platte ist, dass sie äußerst natürlich produziert worden ist und man beim Hören förmlich noch den Spirit des Proberaums spürt und so die Musik ungekünstelt genießen kann.


Jim And The French Vanilla - "Afraid Of The House"Jim And The French Vanilla – "Afraid Of The House"
Punk Rock, Garage Rock (Dirtnap Records, 2017)

Jim Blaha aus Minneapolis ist der alleinige kreative Kopf dieses Projektes mit dem recht abenteuerlichen Namen. Er hat sich einer rohen Form des Post-Punks bzw. des Punk- und Garage-Rocks verschrieben. Die Produktion ist einfach, dreckig und knallig. Der Bass bratzt schön kratzig durch die Songs, die Gitarren quälen, jaulen und quietschen ebenfalls angenehm räudig umher und der Gesang wird immer mal wieder gerne durch Effekte gejagt, die der Musik insgesamt noch eine leicht psychedelische Note verpassen. Auch wenn Blaha mit seiner Musik hier beste Stimmung verbreitet, dürfte "Afraid Of The House" auch funktionieren, wenn die Stimmung mal ein paar Stockwerke tiefer liegt.


Muncie Girls - "From Caplan To Belsize"Muncie Girls – "From Caplan To Belsize"
Alternative Rock, Pop Punk, Indie Rock (Specialist Subject Records / Uncle M, 2016)

Und noch einmal gute Laune von Sängerin und Bassistin Lande Hekt, Schlagwerker Luke Ellis und Gitarrist Dean McMullen. Moment mal, MUNCIE GIRLS? Zwei Männer, eine Frau? Japp, so läufts im Hause der Band, die sich auf ihrem Debüt dem freudigen Thema Feminismus gewidmet hat. Musikalisch gibt es stimmungsgeladene Rock-Melodien inklusive einer wohl dosierten, produktionstechnischen Wucht, die man aus der Alternative-Ecke bestens kennt und mag. Manchmal blitzen sogar FOO FIGHTERS durch und stellenweise fühlt man sich sogar an VERUCA SALT erinnert. Wie dem auch sei, MUNCIE GIRLS haben hier einen super Einstand abgeliefert, der deutlich mehr zu bieten hat, als nur ein paar feine Melodien zum Mitwippen.


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