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Kurz notiert #43

8. Mai 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 199 mal gelesen

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Surfer Blood - "Snowdonia"Surfer Blood – "Snowdonia"
Indie Rock (Joyful Noise Recordings, 2017)

Die locker flockige, positive Stimmung, die das vierte Album von SURFER BLOOD wiedergibt, ist regelrecht erstaunlich, bedenkt man, dass Gitarrist Thomas Fekete nur wenige Monate zuvor verstorben ist und einige der Songs vermutlich bereits in diesem Zeitraum entstanden sind. Aber irgendwie auch gut, sich von der Endgültigkeit eines Ablebens nicht runterziehen zu lassen. Die Jungs aus Florida machen genau die Musik, die man sich vorstellt, wenn man die Strände und sonnigen Plätze ihres Herkunftsortes West Palm Beach vor Augen hat. Lieder, die Wärme, gute Laune und viel positive Energie enthalten und diese an den Hörer weitergeben. Selbst, wenn man diese gebündelte Feierlichkeit nicht in jedem Moment vertragen kann, wird sich immer wieder ein Augenblick finden, in dem genau diese Art Musik die richtige ist.

7/10


Ştiu Nu Ştiu - "Fake End"Ştiu Nu Ştiu – "Fake End"
Shoegaze (Deadwood Records, 2016)

Eine dichte Atmosphäre beschwören die Schweden auf ihrem zweiten Album herauf. Sie konzentrieren sich dabei auf eher schweren Shoegaze, der dennoch nicht allzu sehr auf die Pelle rückt. Gerade der liebliche Gesang von Sängerin Billie Lindahl setzt dabei wichtige Akzente. Sie hat zwar ein eher überschaubares Spektrum an Klangfarbe und strahlt ebenfalls nicht gerade viel Kraft aus und dennoch besitzt ihr Organ eine einladende, gefühlvolle Feinheit, die sich ins Ohr schmiegt. Je härter bzw. vollmundiger die Musik wird, desto mehr wird einem der Gegensatz bewusst und umso mehr weiß "Fake End" zu gefallen. Ein gutes Album, das einiges an Tiefe zu bieten hat. Und das ganz ohne Hits oder rein dekorativen Mumpitz.


Motorama - "Dialogues"Motorama – "Dialogues"
Gothic, New Wave, Punk Rock (Talitres Records, 2016)

Aus Russland kommen die New-Wave-Goth-Punks MOTORAMA. Beim Hören ihres vierten Albums fühlt man sich schnell in das vorige Jahrhundert versetzt. Mit Synthie-Sounds, die man stellenweise von NEW ORDER (im Hintergrund von "Tell Me") oder anderen Bands der 1980er Jahre her kennt, kreieren sie den Klang der Vergangenheit. Und das sogar enigermaßen passabel, selbst, wenn an der einen oder anderen Stelle gerne etwas mehr Fülle und Power gut getan hätte. Wäre da nicht der auf Dauer monotone und wenig aussagekräftige Gesang, könnte "Dialogue" zumindest einen kleinen Achtungserfolg verbuchen. So aber ist die Scheibe eher ein nettes 'OK', als ein wohlwollendes 'Aha'.

5/10


Title Tracks - "Long Dream"Title Tracks – "Long Dream"
Power Pop, Garage Rock (Ernest Jenning Record Co., 2016)

Sympathisch schrammeligen Power-Pop mit leichtem Hang zum Garage Rock spielen TITLE TRACKS aus Washington D.C.. Frontman und Kopf der Band ist John Davis, der bereits bei den verblichenen Math-Rockern Q AND NOT U Erfahrungen sammeln konnte. Die Musik auf "Long Dream" ist gut gelaunt, besitzt aber eine leicht melancholische Färbung, die jedoch niemals dominiert. Erfrischend ist, dass oft die Akustikgitarren im Vordergrund stehen und elektrische Sounds eher als Verstärkung genutzt werden, um entsprechende Nuancen zu setzen. Um die gute Laune zu unterstützen bestens geeignet, für entspannte Momente mit dem Blick nach Innen gerichtet allerdings weniger zu empfehlen.

7/10


Chrysta Bell - "This Train"Chrysta Bell – "This Train"
Indie Pop, Trip Hop (La Rose Noir, 2011)

Unfassbar, dass dieses Album keine höheren Wellen schlug. Das von David Lynch produzierte und mitgeschriebene "This Train" ist eine Mischung aus Nachtmusik, geheimnisvollem Ambiente und einer Prise Sex. Die Stimme von Ex-Model und Schauspielerin CHRYSTA BELL geht unter die Haut. Sie berührt, schmeichelt und lauert dezent lüstern gleichermaßen. Ebenso ist die Musik gehalten. Zurückhaltend, umwoben von Nebelschwaden, atmosphärisch konzipiert, minimalistisch. Alles greift stimmig ineinander. Es ist erstaunlich, wie intensiv ein einfach gespielter Gitarrenakkord sein kann, wenn er in eine vorsichtige Geräuschulisse eingetaucht wird. Wahnsinnig intensive Platte mit Tiefgang.


Japandroids - "Near To The Wild Heart Of Life"Japandroids – "Near To The Wild Heart Of Life"
Indie Pop, Indie Rock (Anti-, 2017)

Das Duo Brian King und David Prowse bleibt sich treu. Auch das dritte Album ihres gemeinsamen Schaffensfokus' JAPANDROIDS bedient sich locker-flockiger Melodien, etwas College-Flair und vieler Teenie-Melodien, die vermutlich ohne Ende auf entsprechenden Parties und Meetings gedudelt werden. Der straighte Garage-Indie-Rock dürfte etliche Menschen der genannten Altersklase ansprechen, da der gebotene Stoff eher simpel und extrovertiert ist und entsprechend zackig ins Ohr geht. Ob eine Langzeitwirkung besteht, lässt sich zunächst bezweifeln. Spontan fühlt sich das Album in weiten Teilen etwas sehr oberflächlich an; aber abwarten, was passiert, wenn es öfter gedudelt wurde.


Beach Slang - "A Loud Bash Of Teenage Feelings"Beach Slang – "A Loud Bash Of Teenage Feelings"
Punk Rock (Big Scary Monsters, 2016)

Party, Sex, Drugs 'n' Rock'n'Roll, Alcohol, Party und nochmals Party! Diese Botschaft vermittelt die Musik von BEACH SLANG auch auf ihrem zweiten regulären Album. Und nicht nur die Party-Qualität ist wie gewohnt hoch, sondern auch die Songs selbst bieten einfach alles, was man von gut gelauntem Punk Rock erwartet. Geile Hooks, tolle Moll-Melodien, ordentlich Schwung, eingängige Refrains, etwas besonnene Rotzigkeit und sogar eine feine Portion Melancholie bilden bei BEACH SLANG seit jeher die Basis. So auch hier, nur, dass die Lieder noch etwas stärker sind als früher. Wer die Jungs und ihren sympathischen Frontman James Alex einmal live erlebt hat, weiß, dass sie die besungenen Themen auch tatsächlich leben. Absolute Empfehlung!


Circa Waves - "Different Creatures"Circa Waves – "Different Creatures"
Indie Rock (Virgin EMI Records, 2017)

Die Liverpooler Indie-Rocker schieben ein zweites Album ins Rennen und bewegen sich exakt auf denselben Pfaden, wie auf ihrem Debüt "Young Chasers" von 2015. Gut gelaunter Rock mit vielen leichten, eingängigen Melodien und ebensolchen Gesangslinien soll den Bekanntheitsgrad der Truppe vermutlich noch einmal erhöhen. Ob das gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn die jugendliche Kraft, die "Different Creatures" mit den ersten Stücken durchaus versprüht, verpufft leider recht schnell wieder. Man hat das Gefühl, nach wenigen Liedern alles gehört zu haben, was die Platte zu bieten hat. Unterm Strich zu simpel, zu vorhersehbar und manchmal auch etwas zu schnullig sind die meisten Stücke geraten. Wer es einfach mag, der wird natürlich großen Gefallen daran finden.


Death From Above 1979 - "The Physical World"Death From Above 1979 – "The Physical World"
Alternative Rock, Sludge Rock (Caroline Records / Fiction Records, 2016)

Zwei Mann, eine Bombe! Diese Bombe heißt "The Physical World" und stellt das zweite Album des Duos Jesse F. Keeler und Sebastien Grainger aus Toronto in Kanada dar. Nur mit Schlagzeug, Gesang und saftig verzerrtem Bass schießen sie ein Feuerwerk ab, das verdammt heftig aufgeladen ist. Ein kleiner Hit jagt den nächsten großen Ohrwurm. Stücke, wie "Virgins", "White Is Red" und die Obergranate "Nothin' Left" räumen alles ab. Unglaublich, wieviel Druck man mit guten (Gesangs-)Melodien, eingängigem Songwriting und einer kräftigen Produktion machen kann, und das mit nur zwei Instrumenten! Wahnsinnplatte, die einfach Spaß macht und die man immer wieder auflegen kann, sollte und muss.


Anakin - "Celestial Frequenzy Shifter"Anakin – "Celestial Frequenzy Shifter"
Shoegaze, Alternative Rock (No Sleep Records / Kenobi Records, 2016)

Zwischen Shoegaze und Alternative Rock bewegen sich ANAKIN aus Kansas, U.S.A., auch auf ihrem dritten Album. Mit einem Gitarrensound, der an JESU erinnert, einfachen Bontempi-Melodien der Keyboards sowie gradlinigen, aber vollmundigen Beats und einem zurückhaltenden, gehauchten Gesang schleichen sich nahezu alle Songs schnell ins Ohr. Gleich der Opener "Astro[not]" stellt dabei das definitive Highlight des Albums dar, hinter dem alle anderen Lieder hinterherhinken, auch, wenn sie sicherlich nicht schlecht sind. Aufgrund der Einfachheit kann sich die Platte schnell abnutzen, man kann aber auch so sehr von den führenden Keyboard-Melodien eingelullt werden, dass man das Teil immer wieder auflegen muss.

7/10


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