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Kurz notiert #42

2. Mai 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 273 mal gelesen

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Fleece - "Voyager"Fleece – "Voyager"
(Eigenproduktion, 2017)

Ein wunderbar eigenständiges Album hat dieses Trio aus Montreal kreiert. Die sehr gelungene Mischung aus Indie, Jazz, Alternative und Psychedelic hat es in sich. Gefühlvolle Passagen werden von verspielten Jazzy-Parts abgelöst, nur um in einen kurzzeitigen, psychedelischen Rausch zu verfallen, der wiederum von einem Alternative-Riff ins Klare zurückgelotst wird, bevor es erneut Raum für lockere Melodien gibt. Der Gesang hätte auch von einer Prog-Rock-Combo stammen können, denn seine Mischung aus '60s-Vibes mit Indie- und Jazz-Touch machen auch hier eine große Vielfalt deutlich, und das, obwohl das gesangliche Spektrum nicht sonderlich weit ist. Absolute Empfehlung für alle, die es gerne außerhalb der Norm mögen und dennoch auf Qualität großen Wert legen.


Ultimate Painting - "Dusk"Ultimate Painting – "Dusk"
(Trouble In Mind, 2016)

Das britische Duo ULTIMATE PAINTING, bestehend aus den Freunden Jack Cooper (MAZES) und James Hoare (VERONICA FALLS), hat sich entspannten Indie-Sounds verschrieben. Meist melancholisch verträumt, oft auch mindestens 30 Jahre zurück in der Zeit klingend, aber auf jeden Fall stets stimmig und einlullend, wirkt das Album, als wenn es absichtlich nicht in die Gegenwart gehören will. Dass die beiden Musiker eine verbundene, man möchte fast sagen, unzertrennliche Einheit bilden, ist ab den ersten Tönen erkennbar. Wenn sich zwei Menschen so gut ergänzen und ihre Kunst dann auch noch beim Hörer entsprechenden Anklang findet, dürfte doch alles in Butter sein. Schöne Scheibe zum öfter Anhören.

7/10


The Fall - "Sub-Lingual Tablet"The Fall – "Sub-Lingual Tablet"
(Cherry Red, 2016)

THE FALL haben ihre eigene, bewegte Geschichte, ganz klar. Und sie gehören auch zur Musikgeschichte, mittlerweile besonders in den Bereich Post-Punk. Ihr 31. Album glänzt dabei mit Sperrigkeit und anstrengenden bis fast schon nervigen Parts, was zum Teil auch am kauzigen Gesang liegt, der typisch für THE FALL ist und vielleicht auch seit jeher der Stein des Anstoßes (gewesen) ist. Natürlich jeder so, wie er es mag und genau wegen ihrer Non-Konformalität haben die Briten ja ihre Anhänger. Ob es aber mittlerweile nicht doch ein klitzekleinwenig mehr virtuoser sein darf, muss eine berechtigte Frage sein. Herausfordern kann und wird "Sub-Lingual Tablet" jedenfalls mit Sicherheit. Wer sich dem stellen mag, wird sich vielleicht auch daran erfreuen können.

5/10


Pissed Jeans - "Why Love Now"Pissed Jeans – "Why Love Now"
(Sub Pop, 2017)

Herrlich unangepasst und dreckig schnoddern sich PISSED JEANS aus Allentown, Pennsylvania, durch ihr fünftes Album. Mit ihrem kratzigen Sound streifen sie marodierend durch die Bereiche Noise Rock, (Post-) Punk und No Wave. Sie erinnern dabei an eine freie Mischung aus HELMET, KILLING JOKE und den besseren Momenten der New Yorker Krachszene. So anstrengend der Stoff auf den ersten Eindruck auch sein mag, so erfrischend ist er zugleich, da man der Musik auf "Why Love Now" voll und ganz anhört, dass sich hier ein feuchter Mist um das geschert wird, worauf die breite Masse abgehen könnte. Co-Produzentin Lydia Lunch hat der ganzen Sause noch einen saftigen, räudigen Klang verpasst, was will man mehr? Stinkefinger nach oben und schön zwischen die Lippen geführt. Und ab dafür…


Suuns - "Hold/Still"Suuns – "Hold/Still"
(Secretly Canadian, 2016)

Man kann SUUNS sicherlich nicht vorhalten, Klischees zu bedienen oder in irgend einem Genre Trittbrett zu fahren. Ihre Musik ist auch auf dem dritten bzw. vierten Album (zählt man die Split mit JERUSALEM IN MY HEART mit) äußerst unkonventionell und ebenso eigenständig wie eigensinnig. Kaum ein Part ist als nicht experimentell zu bezeichnen. Es gibt rhythmische Geräuschkulissen, flackernde Sub-Basses, schräge Gitarrenfiguren, die man aus seeligen Krautrockzeiten kennt und ein Gesang, der offenbar alle disharmonischen Elemente gerne bedient. Abgesehen davon, dass "Hold/Still" etwas unglücklich, weil wenig packend startet und ein Großteil des Materials mit klarem Verstand kaum zu verdauen ist, gibt es mit "Translate" ein kleines, hypnotisches Highlight, das zwar nicht entschädigt, aber durchaus Mut machen kann, es nochmal mit der Scheibe zu versuchen.

4/10


The Black Keys - "El Camino"The Black Keys – "El Camino"
(Nonesuch, 2011)

Dem amerikanischen Blues-Rock-Duo Dan Auerbach und Patrick Carney kann man ohne schlechtes Gewissen so etwas wie eine Hitgarantie bescheinigen, denn fast alles, was die Jungs in den letzten Jahren veröffentlicht haben, besitzt das Potential zum (Radio-) Ohrwurm. Mal blitzen typische Staaten-Sounds durch, die auch im Country beheimatet sein könnten, dann wieder typische bluesy Rocker, manchmal etwas Indie und Alternative und vor allem alles im Lo-Fi-Gewand. Das muss man zu zweit erst einmal hinkriegen. Auch, wenn die Stücke relativ simpel gestrickt sind und man sie sehr schnell verinnerlichen kann, besitzen die Riffs viel Charisma und sind eigenständig genug, um als Vorzeigeobjekt zu gelten. Starkes Duo, das man sich unbedingt einmal geben sollte.

8/10


Robin Foster - "Empyrean"Robin Foster – "Empyrean"
(Upton Park Publishing, 2017)

Der Klangkosmos dieses Multiinstrumentalisten ist weit gefächert. Zwischen verspieltem Alternative, Indie- und Post-Rock sowie einer Prise Pop angesiedelt, lässt er fantastische Song- und Sound-Landschaften entstehen, die den Hörer schnell fesseln und ihn in die Lage versetzen, alles um sich herum auszublenden. Die Weite der Kompositionen, die Feinfühligkeit der verwendeten Sounds sowie der Fakt, dass fast das komplette Album rein instrumental gehalten ist, erinnert an den gefühlvollen Soundtrack zu einem ernsten, ruhigen Film. Scheint das Album zunächst vielleicht ein wenig unauffällig oder sogar gewöhnungsbedürftig, entfaltet es sich mit zunehmeden Durchläufen zu einem verdammt guten Gesamtwerk.


Cheena - "Spend The Night With..."Cheena – "Spend The Night With…"
(Sacred Bones Records, 2016)

Post-Punk und Rock`N´Roll vereint, geht das? Aber ja doch, es geht! Die Brooklyn-New-Yorker CHEENA beweisen es mit ihrem Debüt "Spend The Night With…" versprühen dabei gleich noch einen sympathischen Garage-Rock-Charme. In dieser Band tummeln sich Leute von ANASAZI, HANK WOOD AND THE HAMMERHEADS, den Hardcore-Truppen CRAZY SPIRIT und DAWN OF HUMANS sowie spannenderweise Margaret Chardiet, die sich unter dem Banner PHARMAKON bereits einen Namen im Industrial- und Noise-Sektor machen konnte. Die Musiker klingen auf ihrem ersten Longplayer herrlich aus dem Bauch heraus. Manches tönt ein wenig schräg und schrabbelig, aber genau das ist der Spirit, der heutzutage vielen jungen Bands abgeht; die Natürlichkeit. Manchmal erinnern CHEENA etwas an frühe MUDHONEY (was vermutlich auch am schiefen Quäkgesang liegt), kombiniert mit Rock`N´Roll-Gitarren und einer Portion Rotzigkeit. Spannende, ehrliche Platte, die sich sicher nicht beim ersten Anhören erschließt.

7/10


Crocodiles - "Dreamless"Crocodiles – "Dreamless"
(Zoo Music, 2016)

Der erste Durchlauf lässt Fragezeichen zurück und selbst weitere Versuche können keinen Boden gut machen. Was CROCODILES mit dem Vorgänger "Boys" noch so gut gemacht haben, versinkt auf "Dreamless" zu sehr in halbgaren Pop-Ideen und oftmals nichtssagendem Geplänkel. Nein, nein, "Dreamless" ist nicht gänzlich schlecht, aber es ist auch nicht die erhoffte Fortführung der Qualitäten der Band. Mit einfachem Pop angereicherter Rock und zumeist bestenfalls ganz netten Ideen (und wer die kleine Schwester von 'ganz nett' ist, wissen wir ja alle) schiebt das Duo aus San Diego einen leider absolut unwürdigen Nachfolger ins Rennen, der hoffentlich sehr bald von einem richtig guten Album wieder gut gemacht wird.

4/10


Holy Holy - "Paint"Holy Holy – "Paint"
(Wonderlick Records, 2017)

Einen vorzüglichen Mix aus seichtem Alternative- und lupenreinem Indie Rock bieten uns diese Australier auf ihrem zweiten Longplayer. Und angesichts der Qualitäten ihrer Musik, muss man sich die Frage stellen, weshalb man nicht schon durch ihr Debüt "When The Storms Would Come" (2015) auf sie aufmerksam geworden ist. Herausstechend und entscheidend für die Verwendung des Begriffs Alternative sind übrigens die teils erstaunlich langen, aber dafür keineswegs langatmigen, sondern sehr gelungenen Gitarrensoli sowie die vielen, power-geladenen Parts, die der Musik deutlich mehr Kraft verleihen, als bei so manch anderer Indie-Platte.


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