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Kurz notiert #41 – Extrem hörbar

28. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 320 mal gelesen

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Rude - "Remnants..."Rude – "Remnants…"
(FDA Rekotz, 2017)

Das Rezept dieses Albums: Man erhitze einen Topf mit fauliger Brühe, die aus folgenden Zutaten besteht: 50% AUTOPSY, 20% (frühe) PESTILENCE, 20% ASPHYX sowie eine 10%ige Prise POSSESSED. Hinzu gibt man eine rohe, gammelige Produktion, die trotz aller Schlichtheit sehr brachial klingt und keine Details untergehen lässt. Die Stimme von Yusef Wallace ähnelt der von Ex-PESTILENCE-Recke Martin Van Drunen schon sehr stark, was irgendwie unheimlich ist. Ein wenig Chris Reifert (AUTOPSY) steckt auch drin, was anhand der oben aufgeführten Reminiszenzen nicht verwunderlich sein dürfte. RUDE spielen Old-School-Death-Metal vom Feinsten. Mal schleppend langsam, dann wieder im gehobenen Uptempo bis hin zu dreckigen Blast-Ausbrüchen werden sämtliche Ansprüche an das Metier bedient. Starke Platte.


Dysmorphic - "A Notion Of Causality"Dysmorphic – "A Notion Of Causality"
(Unique Leader Records, 2013)

Das amtliche Geklöppel auf "A Notion Of Causality" kommt aus dem französischen Tours, das an der Loire liegt. Der Fünfer fummelt sich gut einen an den Instrumenten ab, ohne in überschwenglichen Selbstbeweihräucherungen unterzugehen. Wohlproportionierte Technik bündelt sich mit Brutalität und Geschwindigkeit. Die eher aggressiven Growls setzen dabei äußerst positive Kontraste. Angenehm, mal keinen Gurgelgrunzer zum Gedonner zu hören, sondern einen Brüllmeier, der von der Art her leicht an Brett Hoffmann (Ex-MALEVOLENT CREATION) erinnert. Immer wieder werden kurze, aber gekonnte Leads eingestreut, die mit etwas Melodie das Gewaltspektrum erweitern. Als Liebhaber von flottem, anspruchsvollerem Death Metal sollte man sich dieses Album nicht entgehen lassen.


Ordo Obscurantis - "00"Ordo Obscurantis – "00"
(Eigenproduktion, 2016)

Ob das "00" im Titel für Latrine steht, mag man lediglich vermuten, obwohl es aufgrund der Musik, die dem Goregrind nicht sehr fern liegt, einleuchtend wäre. Demnach gibt es einfaches Gebolze, zumeist im Grindbeat, simple Breaks, stumpfes Getöse und schlichte Texte, die regelmäßig ins Mikro gerülpst, gefurzt und in sämtlichen Varianten geschrien werden. Dass die Spannung der Musik bzw. der einzelnen Songs bereits nach drei bis vier (von insgesamt 15) Stücken aufgebraucht ist, liegt wohl auf der Hand. Insgesamt dient dieser Donnerbalken höchstens dazu, den Rausch des Vortages rauszuknattern. Erwartet man allerdings den geringsten Anspruch, wird dieses kanadische Rülps-Duo sofort durch den Gullideckel fallen.


Inveracity - "Extermination Of Millions"Inveracity – "Extermination Of Millions"
(Unique Leader Records, 2007)

Diese Griechen wissen, wie man Hörer befriedigt, die einerseits musikalischem Anspruch verfallen sind, es andererseits aber auch so richtig deftig mögen. Qualitativ sollten INVERACITY unbedingt mit Bands wie CRYPTOPSY oder WORMED in einem Atemzug genannt werden. Sie besitzen eine ähnlich treibende Energie und übermitteln diese unverblümt an den Konsumenten. Eigentlich müsste jeder nach Genuss der rund dreißig Minuten Vollgas schwitzend und völlig ausgelaugt zurückbleiben, denn das, was die Jungs hier fabrizieren, ist schon extrem. Brutalität wird dabei natürlich stets groß geschrieben. Die Songs treiben allesamt zügellos voran, es gibt absolut keine Verschnaufspause. Also ab in den Wald, Holzhacken! Die Scheibe ist ein Muss!


Hadal Maw - "Olm"Hadal Maw – "Olm"
(EVP Recordings, 2017)

Die Australier liefern nach ihrem formidablen Debüt "Senium" aus 2014 ihr zweites Album ab. Von ihrer technischen Finesse haben sie nichts eingebüßt und dennoch wirkt "Olm" anders nach. Insgesamt lässt sich ein vornehmlich gedrosseltes Tempo ausmachen, auch wenn hier und da ein kurzer Blastbeat regeln muss. Insgesamt agieren die Musiker in Sachen Speed jedoch deutlich zurückhaltender, was bewirkt, dass man sich an manchen Stellen etwas mehr Bums, einfach mehr Action wünscht. Die musikalische Kost ist absolut in Ordnung, der Gesang dienlich und mehr als ordentlich, aber etwas mehr musikalischer Biss an der einen oder anderen Stelle hätte der Scheibe doch auch gut getan. "Olm" wirkt, als wenn sich die Jungs zum Vorsatz gemacht hätten, ihr Können unbedingt im Midtempo präsentieren zu wollen. Natürlich wächst das Album mit zunehmeden Durchläufen, denn es gibt viel zu entdecken und trotzdem… ein klein wenig mehr Durchschlagskraft wäre das I-Tüpfelchen gewesen.


Neuraxis - "Asylon"Neuraxis – "Asylon"
(Prosthetic Records, 2011)

Den Kanadiern ist es bislang mit jedem Album gelungen, ein mindestens gutes Werk abzuliefern. Mit "Asylon" haben sie ihre eigene Messlatte mal eben so hoch wie nie zuvor gelegt. Mit einer glasklaren, sehr modernen Produktion und vorzüglich ausgearbeiteten Songs bringen sie ihr persönliches Schaffen auf den Zenit. Dabei gelingt es ihnen sogar, mit "Asylum" und "Left To Devour" ein paar (wenn auch nur kleine) Ohwürmer unterzujubeln. Allein das Akustikgitarrenintermezzo "Resilience" hätten sie sich sparen können, da es zum einen wenig spannend geraten ist und zum anderen mit seinen zweieinhalb Minuten Länge auch ruhig hätte 'fehlen' können. Die futuristische Komponente des Covers blitzt in der Musik selbst übrigens eher kaum durch. "Asylon" ist einfach ein sehr starkes Death-Metal-Album mit Hang zur Technik.


Promethean - "Aloades"Promethean – "Aloades" EP
(Eigenproduktion, 2017)

Was diese Franzosen auf ihrer Debüt-EP veranstalten, kann sich absolut hören lassen. Sie verbinden die gewaltige Kraft des schnellen Death Metals mit gemäßigten, progressiven Elementen sowie mit symphonischen Parts. Selbst, wenn das Orchester höchstwahrscheinlich vom Band bzw. aus den Keyboards kommt, hat die Truppe hier voll ins Schwarze getroffen. Der Bombast, das pompöse Getöse des 'Orchesters', wirkt sehr groß und passt wunderbar zu den vier Kompositionen, die es insgesamt auf eine Spielzeit von knapp über 21 Minuten bringen. Oft klingt symphonischer Death Metal überstrapaziert bis langatmig. PROMETHEAN büßen jedoch keinerlei Schwung ein und halten die Brutalität und das treibende Element in Einklang mit einem hohen Melodieanteil. Überraschend gut!


Abnormal Inhumane - "Consuming The Infinity"Abnormal Inhumane – "Consuming The Infinity"
(New Standard Elite, 2016)

Diese Griechen wissen offenbar, wie sie den geneigten Death-Metal-Hörer bombardieren müssen, damit er völlig in Ekstase fällt. Mit ihrem Album "Consuming The Infinity" ABNORMAL INHUMANE haben sie eine absolute Abrissbirne veröffentlicht! Rasend schneller, brutaler Death Metal inklusive haufenweise Blastbeats in allen möglichen Varianten, sägendem Riffing und tiefen Growls regelt das Geschehen. Was im ersten Augenblick nach stumpfem Gehacke klingt, trügt. Na klar holzen die Jungs hier alles kurz und klein, aber sie bewahren sich dabei ein gehöriges Maß an spielerischem Wert, ohne jedoch in unnötige Frickelorgien zu verfallen. Die Riffs und Läufe sitzen Zielsicher und fräsen sich in Überschall in den rund 32 Minuten unaufhaltsam ins Gehirn des Hörers. Herrliche Schlachtplatte, die sofort süchtig macht. Empfehlung!


Hour Of Penance - "Cast The First Stone"Hour Of Penance – "Cast The First Stone"
(Prosthetic Records, 2017)

Mit ihrem Debüt begann seinerzeit der Feldzug der Italiener HOUR OF PENANCE und er ist bis heute ungebrochen. Mit jedem Album knüppelt sich das Quartett gnadenlos durchs Gebälk und es scheint keinerlei Ermüdungserscheinungen zu geben. Ganz im Gegenteil sogar. Waren schon die beiden Vorgänger "Sedition" und "Regicide" feine Stücke des Highspeed-Death-Metals, ist "Cast The First Stone" erstaunlicherweise noch einen Tick variabler geworden. Natürlich gibt es auch hier wieder die volle Breitseite und kompromisslose Härte, dennoch wirkt das Album ausgeglichener, reifer, einfach besser. Was mit Gründung 1999, bzw. 2003 mit dem ersten Album anfing, wie ideenloses Geholze der Sorte Knüppel-aus-dem-Sack, ist nun zu ernstzunehmender Musik gewachsen.


Triumvir Foul - "Triumvir Foul"Triumvir Foul – "Triumvir Foul"
(Blood Harvest, 2015)

Ohne Umwege direkt in die Todesstahl-Hölle schicken uns die U.S.-Amerikaner TRIUMVIR FOUL auf ihrem Albumdebüt. Vorzüglich nach alter Schule tönend zelebrieren sie bis ins kleinste Detail alles, was den meisten hochmodernen Bands heutzutage komplett abgeht. Ihre Musik ist schmutzig, der Sound ist roh, ungeschliffen und der Gesang hallt sich herrlich durch das gesamte Werk. Schnell wird deutlich, dass es keinerlei Kompromisse gibt in Sachen Anpassung. Das Songwriting ist dabei sehr interessant gehalten und mit etwas Fantasie könnte man behaupten, dass so vielleicht AUTOPSY klingen würden, würde man sie mit Bands wie RITUAL  CHAMBER oder GRAVE MIASMA paaren. Absolute Empfehlung!


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