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Kurz notiert #40

24. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 417 mal gelesen

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Meat Wave - "The Incessant"Meat Wave – "The Incessant"
(SideOneDummy Records, 2017)

Drei Typen aus Chicago, eine musikalische Gemeinsamkeit: Post-Punk! Mit eckigen und teils zackigen Rhythmen sowie fast schon nervenaufreibenden Melodien, die manchmal gerade so an der Schrägheit vorbeikratzen, rotzen und holzen sie ihr drittes Album in die Runde. Die Stimme ist dabei ein wichtiger Aspekt. Oft nah am Sprechgesang, wird auch mal geschrien, ein wenig gesungen und gerne rumgestänkert. Rein musikalisch könnte man MEAT WAVE auch in die Noise-(Punk)-Rock-Ecke packen, wobei sie dort nur mit einem Fuß hineingehören. Eigenwillig und fordernd sind sie allemal, aber genau das ist die Musik, mit der man sich öfter auseinandersetzt, wenn man Gefallen daran findet.

7/10


Dragline Speedway - "Black Thunder"Dragline Speedway – "Black Thunder"
(Gibbon Envy Recordings, 2013)

Mit unter anderem SWEET TOOTH, TERMINAL CHEESECAKE, GEYMACHINE und HEAD OF DAVID hat sich Dave Cochrane vor langer Zeit einen Namen in der Szene erspielt. Zwischendurch hat er es mit  DRAGLINE SPEEDWAY vesucht und einen Stil zwischen Industrial und Post-Punk gesucht. Mit schiefen Melodien und Beats, die oft völlig unabhängig von den Gitarren zu agieren scheinen, einem eher ungekonnten Sprechgesang sowie Song-Aufbauten, die jenseits von Gut und Böse anzusiedeln sind, beherbergt "Black Thunder" alles, was ein Album nicht haben sollte. Selbst für beinharte Cochrane-Fans dürfte diese Scheibe als verzichtbar gelten. Wer es schief, nervenaufreibend und völlig non-konform mag, dem wird alles geboten, was er benötigt. Musikhörer mit mindestens minimalen Ansprüchen werden allerdings wohl eher enttäuscht sein.

3/10


Heartless Bastards - "Restless Ones"Heartless Bastards – "Restless Ones"
(Partisan Records, 2015)

Leicht bluesigen Indie Rock spielt diese Truppe aus Cincinnati, Ohio. Nicht selten erinnern die Kompositionen an TOM PETTY, auch, wenn der Gesang der herzlosen Bastarde ein wenig extrovertierter gelagert ist. Immer wieder schimmern auch leichte Americana-Einflüsse durch ("Journey"), die sich durch das gesamte Album schlängeln. Auf jeden Fall ist "Restless Ones" gut geeignet, um einen lauen Sommerabend ausklingen zu lassen oder aber um den Platz unter der Heizdecke noch ein wenig kuscheliger zu machen. Richtige Ohrwürmer gibt es zwar nicht und manchmal ist alles vielleicht doch ein wenig zu schnuckelig gehalten, aber man braucht ja auch Sounds für zwischendurch.

5/10


Title Fight - "Hyperview"Title Fight – "Hyperview"
(Anti-, 2015)

Deutlich entfernt vom Post-Hardcore früher Tage hat sich die Band aus Kingston, Pennsylvania, U.S.A., auf ihrem dritten Album. Mittlerweile snd sie im Shoegaze gelandet und verbinden diesen mit einer Prise Indie (und etwas) Punk. Dass dabei Erinnerungen an die späten '80er und Kollegen wie THE CURE (zumindest, was die Gitarrenparts stellenweise angeht) wach werden, dürfte ebenfalls nicht von irgendwoher kommen. Jede Band, jeder Musiker hat seine eigenen Wurzeln und vermutlich kommen diese mit jedem weiteren Release aus dem Hause TITLE FIGHT zum tragen. Sollte sich "Hyperview" nicht sofort erschließen, empfiehlt es sich, es erneut zu probieren. Das Album kann was!

7/10


WL - "Light Years"WL – "Light Years"
(Eigenproduktion, 2016)

Das Dreiergespann aus Portland spielt so etwas wie experimentellen Ambient Rock. Eigentlich zwei Begriffe, die nicht wirklich zusammengehören, assoziiert man Ambient üblicherweise mit elektronischer Musik und Rock mit Gitarren-Riffs. Dennoch passt der Begriff ganz gut, denn WL bleiben auf einem niedrigen Level elektronisch und verbinden die Technik mit Songwriting, welches man aus der Rock-Musik kennt. Das Energie-Level wird auf "Light Years" stets angenehm klein gehalten, was aus dem Album vordergründig eine entspannende Erfahrung macht. Energetische Ausbrüche bleiben außen vor und alles bleibt überschaubar. Die liebliche Stimme von Sängerin Misty Mary erledigt dann auch den Rest, um das Ganze sogar ein wenig in die Dream-(Pop?)-Ecke schieben zu können. Wie auch immer, ein Trip ist "Light Years" schon wert.

7/10


Civilian - "You Wouldn't Believe What Privilege Costs"Civilian – "You Wouldn't Believe What Privilege Costs"
(Tooth & Nail Records, 2016)

Ihre gute Laune lassen sich CIVILIAN nicht verderben, das dürfte klar sein, wenn man sich das zweite Album der Amerikaner anhört. Aufgeschlossener Indie Rock mit freundlichem Gesang, Schwermut gibt es, wenn überhaupt, nur unterschwellig. Es ist angenehm, dass es auch noch Bands gibt, die mit positiven Stimmungen arbeiten und dabei nicht kitschig, nach College oder Radiomüll klingen; CIVILIAN gehören dazu! Sie heben die positiven Aspekte hervor und schreiben dabei richtig gute Songs, die man teilweise fast schon als 'schön' (da isser, der Kitsch) bezeichnen könnte. Dennoch: Think positive, let the music flow.

7/10


Thrills & The Chase - "Original Monday Night Soundtrack"Thrills & The Chase – "Original Monday Night Soundtrack"
(Eigenproduktion, 2017)

Einen Mix aus Garage- und Blues Rock präsentieren diese Brasilianer aus Sao Paulo. Sie gehen dabei möglichst schwungvoll vor und versuchen, durchweg gute Stimmung zu machen und zu halten. Dies erreichen sie durch einfache, eingängige Gitarrenschrabbeleien, den gelegentlichen Einsatz von Bläsern und möglichst leicht nachvollziehbare Gesangslinien. Leider nutzt sich die Musik dadurch relativ schnell ab und wirkt ein wenig beliebig, was schade ist, da der Ansatz der Band gut ist. Unterm Strich fehlt die ganz besondere, eigene Note, aber das kann ja in Zukunft noch werden.


The Gomes - "Pronounced Nirvana"The Gomes – "Pronounced Nirvana"
(Eigenproduktion, 2016)

Man nehme die Instrumente, die man gerade da hat, einen schlichten Proberaum und ein Haufen guter Ideen inklusive der günstigen Gelegenheit, den Kram einfach aufzunehmen. Heraus kommt, das was Gitarrist und Sänger Klint Vance und Schlagzeuger Korben Neftzger fabriziert haben, nämlich gute Musik, die sich unaufdringlich, aber dennoch einprägsam in die Gehörgänge schleicht. Hauptsächlich im Alternative Rock angesiedelt, wagen sie zudem klitzekleine Ausflüge in die Bereiche Indie, Shoegaze, Punk und sogar ein wenig Lo-Fi (Power) Pop, falls es das geben sollte. "Pronounced Nirvana" ist feine Musik für Momente, wenn man die Nase voll von geleckten Produktionen hat und man einfach nur mal natürlich klingende Rock-Musik hören möchte.

7/10


The Kissaway Trail - "Sleep Mountain"The Kissaway Trail – "Sleep Mountain"
(Polynation, 2010)

Einer lieblichen Variante des poppigen Rock haben sich die Dänen von THE KISSAWAY TRAIL verschrieben. Mit seichten Gitarrenparts, die mehr wie Schmusen mit dem Instrument klingen, leicht erhöhtem Gesang und einfach nachvollziehbaren Songstrukturen, versucht die Band, sich in die Herzen der Hörerschaft zu spielen. Ohne übertrieben negativ sein zu wollen, kommt die Scheibe manchmal rüber, wie das furchtbar nette Schwiegersöhnchen von nebenan, das kein Wässerchen trüben kann und auch nicht will. Nein, Härte wird nicht vermisst, sondern ein wenig mehr Dynamik als nur Schmusekurs und andauernder Heulbojengesang. Aber auch hier ist es selbstverständlich, wie immer, die Geschmacksfrage, die zählt, deshalb sollte sich jeder selbst ein akustisches Bild von "Sleep Mountain" machen.


Knives - "Boy Thursday"Knives – "Boy Thursday"
(Eigenproduktion, 2017)

KNIVES bedienen die Lücke! Sie spielen einen Sound, den man zwischen Nu Metal, (Post-)Hardcore, Hip Hop und Alternative ansiedeln kann und spannenderweise sollte man gestehen, selbst, wenn einem die Musik nicht vollkommen zusagt, dass die Mischung äußerst stimmig und irgendwie auch gelungen ist. Und wenn man ihr erstes Album so hört, muss man sich auch fragen, wieso es nicht viel mehr Bands gibt, die genau das machen, was KNIVES hier so stark präsentieren. Knackpunkt ist halt, dass man auf Sprechgesang der Marke RAGE AGAINST THE MACHINE in Kombination mit harten Gitarrenriffs stehen muss, damit sich die Scheibe genießen lässt. Zackig ist das Ganze jedenfalls und auch sehr energiegeladen.

7/10


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